"Nur mal umschauen" kostet im Geschäft Geld

Gewerkschaften und Betriebsräte sind in der vorhandenen Form eines der großen Übel unserer Wirtschaft und Gesellschaft. Nur ist das hier in der Tat nicht das Thema. :whistle:
 
Als TE bedanke ich mich ganz herzlich für die Beiträge hier, die ich mit wirklichem Interesse gelesen habe und sogar die eine oder andere Sichtweise kennen gelernt habe.

Erweiterter Hintergrund: Ich vertreibe "meine" Produkte indirekt, also über den Fachhandel an den Profikunden, bzw. den Endkunden. Eine Beratung des Interessenten durch unsere eigene Firma erfolgt somit in aller Regel nicht. Ich bin also auf die Beratungskompetenz des Vertriebspartners zwingend angewiesen, obwohl ich natürlich die Meinung vertrete, dass niemand das Produkt besser und kompetenter verkaufen kann, als der Hersteller, bzw. seine Generalvertretung. Es ist für mich somit schon eine existentielle Frage, ob und wie der Vertriebspartner seine Beratung durchführt, bzw. ob er sie sogar in der Zukunft sogar kostenpflichtig macht.

Die hier vertretenen Meinungen helfen mir in der Tat, meine Strategie nochmals zu überdenken, bzw. bisherige Ansätze neu zu bewerten. Danke dafür!
 
Ich kaufe fast nichts mehr im Laden, selbst für Lebensmittel funktioniert der Rewe-Lieferdienst super. Ich komme nach Hause, ne halbe Stunde später trägt mir einer den Einkauf den ich Morgens beim Frühstück zusammengestellt habe in die Küche und nimmt das Pfand wieder mit.

Bei nonfood das gleiche, das Argument Beratung zählt für mich nicht, die brauche ich entweder nicht oder informiere ich im Netz selbst (ich erinnere mich nicht schonmal eine Beratung erlebt zu haben die ich als wirklich wertvoller als die Infos aus dem Netz empfunden habe).

Das Argument Lieferzeit zählt für mich ebenfalls nicht, entweder sind es Artikel die ruhig ein paar Tage dauern können (beispielsweise Teile fürs Auto, die bestelle ich, dann kommt alles in den nächsten Tagen an und wenn alles da lege ich bei Gelegenheit los) oder ich brauche die Sachen schnell, dann bestelle ich so, dass es am nächsten Tag da ist. Ich habe keinen Bock auf solche Sachen zu warten bis ich entweder sowieso mal in der Innenstadt oder in der Nähe des jeweiligen Geschäfts bin oder dafür extra in die Stadt zu fahren. Schaffe ich häufig sowieso abends nicht mehr weil ich arbeiten bin oder Sport, Freunde, Zeit mit dem Partner wichtiger ist.

In der Innenstadt sind wir wegen der Gastronomie. Mir würde da kein Geschäft fehlen...

Viele Grüße

Christian
 
Ich kaufe fast nichts mehr im Laden, selbst für Lebensmittel funktioniert der Rewe-Lieferdienst super. Ich komme nach Hause, ne halbe Stunde später trägt mir einer den Einkauf den ich Morgens beim Frühstück zusammengestellt habe in die Küche und nimmt das Pfand wieder mit.

Bei nonfood das gleiche, das Argument Beratung zählt für mich nicht, die brauche ich entweder nicht oder informiere ich im Netz selbst (ich erinnere mich nicht schonmal eine Beratung erlebt zu haben die ich als wirklich wertvoller als die Infos aus dem Netz empfunden habe).

Das Argument Lieferzeit zählt für mich ebenfalls nicht, entweder sind es Artikel die ruhig ein paar Tage dauern können (beispielsweise Teile fürs Auto, die bestelle ich, dann kommt alles in den nächsten Tagen an und wenn alles da lege ich bei Gelegenheit los) oder ich brauche die Sachen schnell, dann bestelle ich so, dass es am nächsten Tag da ist. Ich habe keinen Bock auf solche Sachen zu warten bis ich entweder sowieso mal in der Innenstadt oder in der Nähe des jeweiligen Geschäfts bin oder dafür extra in die Stadt zu fahren. Schaffe ich häufig sowieso abends nicht mehr weil ich arbeiten bin oder Sport, Freunde, Zeit mit dem Partner wichtiger ist.

In der Innenstadt sind wir wegen der Gastronomie. Mir würde da kein Geschäft fehlen...

Viele Grüße

Christian

Jeder so wie er mag.

Ich gehöre der älteren Generation (ü60) an und bin aufgewachsen, als es noch nicht mal Supermärkte gab.
Als Kind bekam man einen Zettel mit den benötigten Dingen und stiefelte in`s nächste Geschäft. Man könnte auch sagen Tante Emma-Laden.
Der Verkäufer hinter der Theke und die Kunden davor. Jedes einzelne Teil entnahm der Verkäufer aus den hinter ihm befindlichen Regalen und legte es auf die Theke. Milch wurde mittels einer Pumpstation in eine mitgebrachte Kanne frisch abgefüllt.
Der Verkäufer notierte jedes einzelne Teil auf einem Zettelblock und addierte am Schluss die Beträge auf. Die Sachen kamen in ein mitgebrachtes Netz und dann ging es milchkannenschwingend nach Hause. (Mutter sagte stets: pass bloß auf`s Geld auf).
Größere Dinge, wie Kartoffeln lies man Zentnerweise vom Bauern liefern und lagerte diese im Keller ein.
Wurstwaren wurden beim Metzger- und Backwaren beim Bäcker gekauft.
Später bot der Lebensmittelladen teilweise abgepackte Sachen zum selber "abgreifen" an und man bezahlte nur noch an der Kasse. (Halbautomatik sozusagen).
Man ist so aufgewachsen und kannte es nicht anders.
Für alles gab es spezielle Geschäfte mit (damals wirklich noch) Fachpersonal: Hutgeschäfte, Koffer-Taschen-Lederwaren, Gardienen, Campingartikel, Farben/Tapeten, Eisenwaren...etc. Beratung und Reperatur vor und nach dem Kauf waren üblich.

Fast alles ist verschwunden und man kauft heute einen Gartenschlauch beim Lebensmitteldiscounter und ein Bett im Internet.
Nun gut.

Christian, ich nehme mal an, Du gehörst der jüngeren Generation an.
Du schreibst, dass Du die Innenstadt wegen der Gastronomie frequentierst.
Restaurants, Kneipen, Brauhäuser, Eislielen, Cafes etc, bieten ja bekanntlicherweise Leckereien jedweder Art an. Du schätzt das jeweilige Ambiente und liebst beispielsweise das Flair eines Biergartens ebenso, wie gut zubereitete Speisen, das Schwätzchen mit der Bedienung oder des Chef`s. Du bist das so gewohnt und möchtest die Lokalitäten auch nicht missen.

Nun stell Dir vor, das alles verschwindet nach und nach, weil Bier neuerdings nur noch in Pulverform hergestellt wird und einen Zentner davon nur 12,50 € kostet und wegen der einfachen Lagerung nur noch Zuhause konsumiert wird. Speisen werden völlig anders zubereitet indem nur noch die jeweilige Geschmacksrichtung in eine Masse in Blöcken, zum bequemen abschneiden, eingearbeitet ist.
Das Wienerschnitzel gibt es in der heutigen Art nicht mehr.

Man hat Zuhause einen Vorrat von Blöcken aller bevorzugten Geschmacksrichtungen. Bequem und preiswert.

Was soll dann noch das Gejammer Einzelner, Deiner inzwischen ebenfalls gealterten Generation, dass sie früher so gerne in Restaurants gegangen sind.

Du erzählst Deinen Kindern, dass es früher mal Orte gab, die man Kneipen nannte) wo man sich mit Freunden getroffen hatte und man Bier in flüssiger Form trinken konnte.

Denke Du würdest ab und an Deine "gute alte Zeit" genauso vermissen, wie ich jetzt die Meinige. :) :-)
 
Ich gehöre tatsächlich der jüngeren Generation an (1985).

Ich sehe den Zusammenhang zwischen Einkaufen im Internet und einem verschwinden der Gastronomie nicht. Ganz im Gegenteil, die Selbstverständlichkeit mit der insbesondere "meine" Generation die Gastronomie in Anspruch nimmt trägt doch eher zum weiterbestehen und zu einer immer weiter zunehmenden Vielfalt im Bereich der Gastronomie bei.

Das ist es ja gerade, ich habe keine Freude daran "Standardlebensmittel" wie ein Paket Butter im Laden zu kaufen und dafür jede Menge Zeit zu investieren. Ich sitze in der Zeit lieber mit Freunden oder der Freundin im Biergarten oä. Das stelle ich in meinem Umfeld genauso fest, ich bin da kein Einzelfall.

Und, es mag sein, dass auch irgendwann mal alte Zeiten vermissen werde und ich käme auch nicht auf die Idee jemanden das Recht abzusprechen das gleiche zu tun, nicht jetzt und nicht in 20 Jahren, falls du meinen Post so aufgefasst hast möchte ich das hiermit richtigstellen. Ich sehe bei den Veränderungen eher Chancen. Die Panik vor aussterbenden Innenstädten kann ich eben nicht verstehen. Es gibt weniger Geschäfte? Okay, irgendwann werden die Investoren das erkennen und Ladenflächen werden zu Gastronomie oder Wohnraum. Deswegen wird die Innenstadt ja nicht zu Brachland.

Viele Grüße

Christian
 
... Ich sehe den Zusammenhang zwischen Einkaufen im Internet und einem verschwinden der Gastronomie nicht. ...
Der Zusammenhang lässt sich sehr einfach herstellen beispielsweise durch den Verweis auf die bekannten Essen-Lieferplattformen wie "Lieferheld" und dergleichen. Bequeme Essensbesteller bestellen mittlerweile zunehmend über solche Plattformen, als per kurzem Anruf bei dem bevorzugten Lieferanten. Die Konsequenz ist diejenige, dass die Liefergastronomie immer vehementer zur Teilnahme an derartigen Lieferplattformen genötigt wird.

Der Schaden durch die Existenz solcher Plattformen ist ungefähr der Gleiche, wie im Hotelgewerbe, und das natürlich ebenso zu Lasten der Verbraucher. Im Gegensatz zum Hotelgewerbe kommt allerdings hinzu die Befürchtung, dass es den einen oder anderen Gastronomiebetrieb dann womöglich irgendwann nicht mehr geben wird, oder nicht mehr dort, wo man ihn für einen Besuch vor Ort gerne hätte.

Spätestens dann ist er vorhanden, der dir fehlende Zusammenhang... ;)
 
Da gehts aber um Liefergastronomie, Stutzeweck spricht davon, dass es keine Kneipen und Restaurants mehr geben wird.
 
Dir wird sicherlich nicht unbekannt sein, dass es viele Restaurants gibt, die auch liefern - und umgekehrt.
 
Zum Anfangsthema zurück - Ich halte den "Eintritt" fürs stöbern für ein Eigentor, aber jeder so wie er glaubt, da werde ich niemandem dreinreden.

Zur Internet-Bedrohung (Ja, ich sehe das inzwischen wirklich als Bedrohung für jegliches Ladengeschäft) - Da muss ich mich selbst an der Nase nehmen, ich kaufe extrem viel online.

Und warum das ?
Beratung: Beraten kann ich mich im Internet selbst, viel besser als jeder Verkäufer in einem Geschäft. Rezensionen, Erfahrungsberichte u.Ä gibt es in einer Vielfalt, die ich mittlerweile wirklich vermisse, wenn ich selbst mal in einem Geschäft bin und etwas kaufen möchte.
Bequemlichkeit: Einkaufen wann ich will, und nicht wann das Geschäft geöffnet hat. Hinfahren, Parkplatz suchen,... fällt weg. Besonders wenn man mehrere Dinge gleichzeitig kaufen will, vielleicht dann noch in 2-3 Geschäfte zu fahren, das ist dann das endgültige ko-Kriterium
Auswahl: Die Lager werden immer kleiner ("Haben wir nicht, ich kann es Ihnen aber bestellen" - Na geh bestellen kann ich es selbst), die Auswahl schrumpft ebenfalls zusehends... Manche Geschäfte spezialisieren sich auf ein paar Marken (die die ich dann eigentlich will, gibts halt dann dort nicht)
Preis ist bei mir eher weniger relevant, so viel billiger ist es online meist auch nicht.

Ausnahmen sind:
- Teurere Produkte ab ca. 700 Euro - Da bin ich etwas altmodisch, der sicherere Einkauf ist immer noch im Geschäft....
- Kleidung, Schuhe - Es geht nichts über anprobieren.
- Lebensmittel - Könnte man sich mittlerweile leicht liefern lassen, ist aber weniger Aufwand, wenn ich die Produkte für einen Großeinkauf selbst ins Wagerl gebe als jedes einzelne umständlich heruaszusuchen und anzuklicken... Mag ich jedenfalls online gar nicht.
- Möbel: Qualität sieht man auf Bildern im Internet nicht, ich will die live sehen, anfassen,...

Und zu den Restaurants:
Wenn ich zuhause essen will, wird gekocht oder ich lasse liefern, wenn ich auswärts essen will, gehe ich ins Restaurant. Da sehe ich nun weniger Konkurrenz, weil wenn es keinen Lieferdienst geben würde, würde halt mehr gekocht. Niemals würde ich aber statt eines geplanten Restaurantbesuches mir etwas liefern lassen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Die Zeit wandelt sich.
Wer nicht mitmacht, verliert.....
Dafür gewinnen andere....

ist einfach so und lässt sich nicht aufhalten....
 
Wenn Leute in einen Geschenkeladen gehen und dort nur gucken und ohne was zu kaufen wieder rausgehen, dann hat meiner Meinung nach der Trödler die falschen Geschenke. Die zehnte blödeltasse braucht kein Mensch!
 
Mit wem ich persönlich größere Probleme habe,
sind diese ganzen Vergleichsportale.....

Teilweise vergleichen sie nicht wirklich den Markt, weil einfach bestimmte
Anbieter ausgelassen werden.....


Außerdem sind sie in meinen Augen die größten "Schmarotzer"
die so rum laufen.


Wieso erinnert mich das wieder an die tollen Versicherungsmakler, die immer das günstigste und speziell auf den Kunden passende Angebot präsentieren.
Wenn man da bei einer "günstigen" Versicherung nun die höchste Vermittlungs-Provision bekommt, dann ist das natürlich nur Zufall.
 
Wenn Leute in einen Geschenkeladen gehen und dort nur gucken und ohne was zu kaufen wieder rausgehen, dann hat meiner Meinung nach der Trödler die falschen Geschenke. Die zehnte blödeltasse braucht kein Mensch!
Das war auch das erste was ich mir hierzu dachte.

Mein Kaufverhalten ist gemischt. Es gibt Dinge für die ich keinen Service brauche und möchte, dann wird einfach bestellt. Aber in der Regel versuche ich lokal zu kaufen, alleine schon um die Produkte "anzufassen" vor dem Kauf. Hinzu kommt in der Regel das man sich zuvor online informiert. Aber wenn so ein 08/15 Verkäufer dann einen einfach mit Bullshit Bingo irgendwas verkaufen möchte frage ich Ihn wieso er mich verarschen möchte und gehe (das kommt leider öfters vor. Ich bin auch immer dazu bereit mehr auszugeben wenn er tatsächlich Ahnung hat und ein besseres Produkt anbieten kann).

Das Problem was ich eher noch sehe ist die starke Zunahme von Ketten aller Art. Das geht von Bäckern über Metzger zu Möbelgeschäften zu Elektronikgeschäften aller Art. Das ist zwar nicht immer was schlimmes, wenn Läden einfach gut geführt sind und somit zu Recht Erfolg haben freut es mich auch. Aber es ist schon bedauerlich wenn überall die gleichen Läden sind.
Das Blöde für mich ist das diese oftmals meinen Lebensstil entgegen kommen (lange Öffnungszeiten) so das man trotz persönlicher Abneigung doch wieder das Brot bei der Kette kauft das kein "normaler" Bäcker zu meinem Feierabend um 18 Uhr noch offen hat.

@Stutzeweck, auch wenn ich deine Haltung zu Amazon gut verstehen kann nutze ich es gerne. Man packt einfach gelegentlich in den Warenkorb und wenn man dann bei Menge X ankommt oder was schnell braucht bestellt man es und sammelt es am nächsten Abend (oder inzwischen sogar teilweise bei frühmorgentlicher Bestellung am gleichen Abend) an der Packstation ein. Gerade Kleinkram, CDs (Auto-RIP ist hier auch ein gutes Argument für mich) und Filme kaufe ich dort gerne. Nicht nur das die Bestellung, Bezahlung und Lieferung sehr angenehm ist, ich kriege in der Regel brauchbare Bewertungen zu Produkten die man nicht aus der Ferne einschätzen kann und einen äußerst unkomplizierten Kundenservice obendrauf (wer schon einmal mit Amazonbestellungen berechtigte Beschwerden abwickeln musste dürfte das kennen, ich kenne bislang niemaden der davon nicht positiv berichtet).
 
Da gehts aber um Liefergastronomie, Stutzeweck spricht davon, dass es keine Kneipen und Restaurants mehr geben wird.

Da habe ich mich viell. nicht richtig ausgedrückt, bezw Du hast es anders aufgefasst, als ich es beabsichtigt habe:

Ich meinte natürlich nicht, dass die Gastronomie heute aus den Innenstädten verschwindet, ich wollte Dir lediglich ein Szenario vor Augen halten, wie es sein könnte, wenn sich das Konsumverhalten der Menschen grundlegend ändern sollte, bzw. wenn es aufgrund völlig neuartiger Lebensmittel, oder Getränke, die in einer Form hergestellt und angeboten werden, welche heute noch undenkbar ist und von den Konsumenten künftiger Generationen nur noch zu Hause im stillen Kämmerlein eingenommen werden.
Es würde sich für keinen Gastronomen mehr rechnen und sämtliche Restaurant`s und Kneipen würden schließen.

Ich wollte Dir unterstellen, wenn dann, die Restaurants und Kneipen gänzlich verschwunden sein sollten, dass Du Dich dann ab und zu, der heutigen guten alten Zeit, viell. mit Wehmut erinnern wirst, so, wie ich mich an die guten alten Läden und Geschäfte mit Wehmut erinnere, weil es sie
a) nicht mehr gibt und
b) die soz. Kontakte beim Einkauf weggefallen sind.
 
Zuletzt bearbeitet:
Es gibt weniger Geschäfte? Okay, irgendwann werden die Investoren das erkennen und Ladenflächen werden zu Gastronomie oder Wohnraum. Deswegen wird die Innenstadt ja nicht zu Brachland.

Ein Beispiel, in einer hessischen Kleinstadt ein paar Kilometer entfernt gab es mal eine belebte Innenstadt: Drogerien, Friseure, Einzelhändler (mehrere für Bekleidung, Geschenkartikel, Schreibwaren, Raiffeisen, Tapeten....), mehrere Metzger und Bäcker mit hervorragenden Produkten, Gemüsehändler wo man wusste woher es kam, Fischhändler der immer Donnerstag nachts in Frankreich frische Ware holte, 2 Elektrogeschäften mit 1a Service und Reparaturen zu fairen Preisen, 3 Banken und Gastronomie ... also alles was man braucht zusätzlich sogar einen Wochenmarkt. Einmal die Woche, Donnerstags hatten die Geschäfte länger auf, Mittwoch nachmittags dafür zu.
Tagsüber herrschte ein reges Treiben in der Fußgängerzone, die Leute machten ihre Besorgungen, man traf sich, es wurde ein Schwätzchen gehalten (meist Frauen oder Rentner), auf dem Weg vom Kindergarten oder Schule wo die Kinder abgeliefert wurden gings auch mal ins Cafe mit Freundinnen oder in den Modeladen zum shopping.
Viele Menschen fanden dort Arbeit, überwiegend Fachkräfte mit Vollzeitstellen und die Selbständigen hatten seit Generationen ihr Auskommen, zahlten braf ihre Steuern und faire Löhne, die Stadt konnte Hallenbad und Freibad betreiben, die Unternehmer förderten Sportvereine.

Und dann wendete sich das Blatt, ist etwa 15 Jahre her: am Stadtrand genau nach der Autobahnausfahrt entstand ein großes Center. Parkplätze en masse, alle möglichen Geschäfte, sogar Ärzte und Gastronomie sind dort drin, nebenan ein großer Baumarkt, 3 Discounter daneben.

Es kam wie es kommen musste, heute 15 Jahre später ist in der Innenstadtbereich tagsüber so gut wie leer, von den etwa 50 Geschäften in der Innenstadt gibts vielleicht noch 5 die laufen. Es gibt nur noch eine Bank, die anderen haben noch Automaten. Metzger und Bäcker gibts noch einen, der Rest Backshops mit Einheitsware. Viele Läden stehen leer, nachdem dort auch durch neue Inhaber kein Geld mehr zu verdienen war. Es sind 2 neue Dönerbuden, ein Pizzaimbiss dazugekommen und ein Telefonshop. Die Poststelle ist in einem Kiosk integriert.
Das schöne Bistro am Marktplatz hat nur noch abends Gäste (meist Freitag und Samstag), Ausnahme Sonntag Vormittag zum Frühstück im Sommer bei gutem Wetter.
Mehrere neue Gastronomen haben es versucht in den frei geworden Läden, die meisten sind längst wieder weg weil die Laufkundschaft fehlt, und auch wenn das mal erfolgreich ist entstehen dort auch wenig attraktive Jobs.
Ortsfeste gibts fast keine mehr, der kleine Weihnachtsmarkt findet jetzt vor dem Center statt, der Weihnachtsschmuck der früher vom Bund der Selbständigen gesponsert wurde, ist weggefallen.

Mit weggegangen sind viele Arbeitsplätze, im Center gibts meist nur Minijobs mit schlechteren Arbeitszeiten und schlechterer Bezahlung.
Verdienen tut nur noch das Center und den darin enthaltenen Ketten, die Steuereinnahmen sind weggebrochen, das Hallenbad, Bibliothek und Jugendtreff ist zu und die Spielplätze und anderer öffentlicher Raum ist nur noch mangelhaft gepflegt. Viele Menschen im hohen Alter sind gezwungen früher ins Pflegeheim zu gehen, weil sie sich nicht mehr fussläufig selbst versorgen können und falls Kinder vorhanden, haben die nun weniger Zeit durch längeren Arbeitsweg und Öffnungszeiten, beide gezwungen zu arbeiten und nebenher auch noch Zeit finden eigene Kinder zu erziehen - falls man sich traut welche zu bekommen.

Klar ist das nicht das selbe wie das bestellen im Internet, aber die Auswirkung ist gleich: gute Arbeitsplätze und der Mittelstand gehen kaputt zugunsten weniger großer Player, die mit ihrer Marktmacht die Konditionen für Arbeitnehmer und Kunden diktieren. Steuern werden "optimiert" und die Gemeinden krebsen rum. Die Stadt hat ihre Lebendigkeit, ihren Charme verloren, ist nur noch Schlafstelle ausreichend versorgt mit Apotheke und Ärzten.
Mehr Bewohner arbeiten jetzt weiter weg, und alle fahren auf dem Heimweg ins Center und lassen ihr Geld dort, klar ich kann so die Zeit wieder einsparen weil ja alles zusammen da ist.

Leider lässt sich so etwas kaum aufhalten, schön ist es trotzdem nicht.

Und "damals" hat ein Brötchen noch wie ein Brötchen geschmeckt und das Steak ist nicht (!!!) in der Pfanne auf die Hälfte geschrumpft, aber so tolles Fleisch kann man jetzt ja beim Spezial - Gourmetversender für mindestens das doppelte bestellen...

Aber eins muss ich noch sagen, die "Jüngeren" (so 22-27) fangen an wieder mehr Wert auf Ernährung zu legen, Fastfood ist nicht mehr so "in" , wir diskutieren oft über vegetarische Ernährung (nix für mich) und es wird überprüft ob Glutamat drin ist, beim grillen biete ich seit dem auch mehr Gemüse an. Vielleicht findet zumindest da ein Umdenken statt, find ich prima! .... aber dann wenn möglich beim Metzger oder Bauern kaufen und nicht im Netz ;)

Sorry wenn nicht genau beim Thema aber das musste noch raus :)
 
Es wird einem wirklich nicht einfach gemacht den Einzelhandel zu unterstützen :mad:

Wollt grad einen simplen USB OTG-Adapter kaufen, sechs sogenannte Fachgeschäfte abgelaufen, vier davon hatten keinen Plan wovon ich rede, obwohl ich es ganz langsam erklärt hatte: micro USB zum einstecken in das Smartphone und auf der anderen Seite USB Buchse zum einstecken z.B. eines USB-Speicherstick.
Vier mal wollte man mir ein micro-USB auf USB Stecker (PC-Kabel) verkaufen :mad:
Die anderen zwei Läden hatten das schlicht nicht:rolleyes:

Wenn mich der Besuch bei diesen "Fachhändlern" Eintritt gekostet hätte, wär das ein Teurer Spaß geworden!
Der Einzelhandel sägt doch selbst an dem Ast auf dem er sitzt und treibt durch zusehende Inkompetenz den Kunden in den Onlinehandel!

Ich könnte stundenlang ähnliche Geschichten schreiben.

Mögen alle über Amazon und Co. Fluchen, aber ich habe bisher nur gute Erfahrungen gemacht und selbst bei Problemen wird schnell und kompetent geholfen.

Ha, einen hab ich noch:)
1460395783896.jpg

Bei Atu und Boschpartner die Aussage:
347s ist für die Fahrerseite und 532s ist für die Beifahrerseite, ham wir aber nicht da,müssen wir bestellen!

Hab dann selbst rausgefunden,daß in jedem Packet beide Wischer enthalten sind. 532s hat nur mehr Zubehör für verschiedene Fahrzeuge:confused:

Und das an nur einem Tag!
Und dafür Eintritt :p Nnnnnnöö

Nun bei Amazon bestellt
 
Ich wäre auch bereit für gute Beratung zu zahlen. Das Problem ist, man kann eigentlich erst nach der Beratung sagen ob sie gut war.

Zum Thema online shoppen, außer Lebensmittel fast alles online. Und ja, der Einzelhandel muss sich umstellen, mit fachlich guter Beratung sich einen Vorteil verschaffen. Einkaufen in einem Mediamarkt oder Saturn, was eh das gleiche ist, geschieht nur im Notfall. Entweder online, oder Fachgeschäft.

Umstellen mussten sich mit Sicherheit Videotheken, oder auch Plattenläden.

Was ich auch mies finde, einen Fachhändler ausfragen und dann online kaufen. Entweder oder!

Zum Thema Betriebsräte möchte ich auch einen Kommentar abgeben, obwohl es nicht zum Thread gehört.

Wie überall ist das Thema extrem Personengetrieben. Es gibt leider zu wenige Gute, die meisten sind leider Pfeifen die sich einen besseren Kündigungsschutz verschaffen und oder mit populistischem Geschwätz auffallen. Einen guten Betriebsrat zu haben finde ich eher als Vorteil, als einen Nachteil, nur leider sind die selten.
 
Schlage vor, falls jemand das Thema Betriebsräte - Gewerkschaft diskutieren möchte, möge er dafür einen anderen Thread öffnen nach reichlicher Überlegung ob das nicht zu politisch wird, wir sind ja in einem Autoforum, sonst kommen wir hier ganz weg vom Thema "Kaufverhalten" und es könnte ausufern.
Ebenso könnten Kommentare die in die persönliche Ebene spielen, gerne per PM gelöst werden falls es hier Bedarf gibt ;):rolleyes:
 
Zuletzt bearbeitet:
Es gibt leider zu wenige Gute, die meisten sind leider Pfeifen die sich einen besseren Kündigungsschutz verschaffen und oder mit populistischem Geschwätz auffallen. Einen guten Betriebsrat zu haben finde ich eher als Vorteil, als einen Nachteil, nur leider sind die selten.

:12thumbsu
 
Schlage vor, falls jemand das Thema Betriebsräte - Gewerkschaft diskutieren möchte, möge er dafür einen anderen Thread öffnen nach reichlicher Überlegung ob das nicht zu politisch wird, wir sind ja in einem Autoforum, sonst kommen wir hier ganz weg vom Thema "Kaufverhalten" und es könnte ausufern.
Ebenso könnten Kommentare die in die persönliche Ebene spielen, gerne per PM gelöst werden falls es hier Bedarf gibt ;):rolleyes:
Du hast ja recht... Aber beim Thema bleiben haben wir noch nie geschafft. Früher oder später wird die Frage kommen wo wir unser Öl kaufen und dann.....


Sind wir wieder bei Zroadster :D
 
Wenn Leute in einen Geschenkeladen gehen und dort nur gucken und ohne was zu kaufen wieder rausgehen, dann hat meiner Meinung nach der Trödler die falschen Geschenke. Die zehnte blödeltasse braucht kein Mensch!
... zumal Geschäfte wie Geschenkeläden typischer Weise gerade solche Läden sind, die man häufig nicht mit ernster Kaufabsicht besucht, sondern eher um "einfach mal zu schauen". Von der anderen Seite betrachtet ist das auch wieder etwas Positives, denn viele Ladeninhaber würden sich freuen, wenn mehr Besucher einfach mal so hineinachlendern würden. :) :-)
 
Ich möchte einen weiteren Gesichtspunkt zum Kaufverhalten einbringen:

"Es wird oft nur über den Preis verkauft"

Oft ärgern wir uns zu recht über die unterirdische Beratungsqualität, ich krieg auch jedesmal das Grauen im großen Elektrofachmarkt.
Wir bekommen dort die Beratung die sich die großen Player wünschen: von günstigem schlecht geschulten Personal der den Kunden dahin führen soll wo die größte Rendite für den Player erwartet wird.
Ebenso gilt dies für so viele Branchen in denen uns z.B. in Callcentern angelernte Kräfte anhand von Frage - Antwort - Bäumen helfen sollen.

Würden da überall ausgebildete Fachkräfte arbeiten (die uns kompetent helfen könnten), würden die Kosten steigen und damit die Marge der Firmen sinken, was sie nicht wollen, "weil die überwiegende Mehrzahl der Kunden letztendlich über den Preis entscheiden wo sie was kaufen!", sagt dann die Unternehmensleitung, "wir können uns diese Kosten wegen der Konkurrenz nicht leisten".

Ich denke, man kann sich durchaus durch Kompetenz und Service vom Mitbewerber unterscheiden und erfolgreich sein, das beinhaltet aber eine gewisse Bereitschaft darin zu investieren und Geduld, das ist kein kurzfristiges Ziel - heutzutage ist es aber eher üblich bei Konzernen in max. 2-4 Jahren zu denken, und so bleibt es oft (meist nachdem irgendein score gefallen ist oder negative Berichte in der Presse waren) bei Lippenbekenntnissen und tollen Präsentationen... das wars dann aber auch.
So was können und müssen sich nur Unternehmen mit Spezialprodukten leisten, die eine höhere Marge haben.

Also bekommen wir die Beratung die wir bereit sind zu bezahlen, weil letztendlich der Preis das wichtigste Argument zum Kauf ist?
 
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Du hast ja recht... Aber beim Thema bleiben haben wir noch nie geschafft. Früher oder später wird die Frage kommen wo wir unser Öl kaufen und dann.....


Sind wir wieder bei Zroadster :D
Öl kaufe ich nur noch online. 35€/l bei VW, 38€/l im Baumarkt bei Amazon 15 Euro / Liter. Einen gewissen Aufpreis bin ich immer bereit zu tragen, aber nicht mrh als das doppelte bei einer 08/15 Ware die keine sonderliche Leistung erfordert.
Mir ist schon klar das die Werkstatt Ihren Gewinn machen muss, aber 90 Euro Aufschlag pro Ölwechsel sehe ich nicht ein.
 
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