PAYD: Pay As You Drive

DH-Ontour

macht Rennlizenz
Registriert
10 Dezember 2004
Ort
Ahr-Eifel
Wagen
BMW Z4 e85 roadster 3,0i
Hallo zusammen,

schon gesehen oder gelesen? Es gibt was neues an der "Abzockfront", ähh in der Verkehrssicherheitsdiskussion. Gerade heute ging durchs Radio: "Noch nie seit 1950 so wenige Tote und Verletzte im öffentlichen Straßenverkehr!" Und jetzt das hier:

PAYD - Pay As You Drive aus stern.de

Was meint Ihr: Gibt es Chancen der Realisierung?

Schönen Tag, Herbert
 
AW: PAYD: Pay As You Drive

So ein Schwachsinn. Wie soll denn dann die Kontrolle aussehen? Von den datenschutzrechtlichen Bedenken mal ganz abgesehen, würde dies doch einen enormen zusätzlichen Arbeitsaufwand bedeuten.
Die bisher bestehende Handhabung, dass man im verschuldeten Schadensfall höhergestuft wird, ist doch absolut in Ordnung.
Auch das schadensfreie Fahren wird bereits durch die entsprechend günstigere Einstufung honoriert.
Also was soll das? &:
 
AW: PAYD: Pay As You Drive

Das würde also bedeuten, dass, wenn ich auf der Überholspur Schrittgeschwindigkeit fahre, ich zukünftig niedrigere Beiträge zahle?

Das ist aber ein guter Plan :wm
 
AW: PAYD: Pay As You Drive

wenn dann linke-spur-schleicher, schläfer, sonntagsfahrer, nicht-rechts-fahrer und alle übrigen, die eine potenzielle gefahr für den restlichen verkehr darstellen auch mehr zahlen müssen, ist es ok.

jedoch werde ich mich weigern, so ein fahrtenbuch in mein kfz zu schrauben
 
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dieser Vorschlag war doch schonmal. Wer meint das Ding einbauen zu müssen um Geld zu sparen, soll es machen. Eine generelle Pflicht halte ich für Schwachsinn.
 
AW: PAYD: Pay As You Drive

Es handelt sich um eine Studie / Versuch, die Unfallzahlen von Fahranfängern herab zu setzen. Dabei bekommen Freiwillige, die diese Box einbauen lassen einen Versicherungsprämiennachlaß und müssen nicht mit 230 % anfangen.
Eine flächendeckende Einführung für alle Fahrzeuge wird es meiner Ansicht nach aus Datenschutzgründen nicht geben.
Das hätten einige zwar gerne, am besten noch einmal jährlich bei einer Prüfstelle auslesen lassen, welche die Daten dann zur Bußgeldstelle weiter leitet, die einem dann eine Sammelanzeige für Verstöße zusendet.:j
Also diese Box wird meiner Meinung nach auf gar keinen Fall Pflicht.
Gab schon mal die Idee vor einigen Jahrzehnten mit einer Blackbox, die Aufklärung bei Unfällen liefern sollte.
Also einfach vergessen.
 
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Also einfach vergessen.

Ich hoffe, es kommt so...

Aber - auch wenn ich persönlich absolut gegen die Dinger bin - würde ein positives Ergebnis der genannten Studie den Druck in der Diskussion erhöhen.

Ich sehe da die Gefahr eines schleichenden Prozesses: in so 2-3 Jahren liegen belastbare (unterstellt positive) Ergebnisse vor.
Einige - wenige - Versicherer bieten dieses Tarif auf freiwilliger Basis an, die Prämien würden - da natürlich freiwillig nur die Wenigfahrer teilnehmen, unschlagbar günstig. Diesen Preisvorteil nehmen immer mehr Kunden mit, bis - vielleicht in 10 Jahren - im Standardtarif nur die (überdurchschnittlich) sportlichen Fahrer verbleiben. Diese stellen ein höheres Risiko dar, so dass der ehemalige Standardtarif -also ohne Überwachung - immer teurer wird, bis irgendwann (10-15 Jahren) einmal der Normalfahrer sich den alten Tarif nicht mehr leisten kann/will und dieser langsam vom Markt verschwindet.

Technisch ist das System realisierbar, und der Datenschutz greift erstmal nicht, da ich freiwillig der Nutzung meiner Daten zustimme.

Wenn man noch bedenkt, dass der Kfz-Verkehr in den nächsten Jahren überproportional steigen wird - bei kaum zunehmender Streckenlänge - kann es sein, dass eine öffentliche Diskussion über neue Verkehrskonzepte beginnt (vgl. aktuell Gigaliner (60t-Lkw)). Und wer weiß, was in 10 Jahren die Politik so alles treibt!

Oder wer hätte 1998 sich ein Gesetz zur Vorratsdatenhaltung vorstellen können, oder eine Diskussion zur Nutzung der sog. Mautdaten für Strafverfolgungszwecke oder die Online-Durchsuchung ohne Kenntnis der Nutzer.

Wie gesagt: ich finde diese Entwicklung höchst bedenklich und kann nur hoffen, dass mein geschildertes Szenario nicht wahr wird!!!
 
AW: PAYD: Pay As You Drive

Technisch ist mir nicht klar, wie man einen riskanten bzw. einen rücksichtsvollen Fahrstil (!) überhaupt erkennen will. Aus den Daten Zeit, Ort, Geschwindigkeit und Beschleunigung kann ich solches m. E. nicht schließen. Da fehlt ganz stark der Abstand zu anderen (vor allem nach vorn, aber auch nach hinten), Angaben über die Fahrspur etc. etc. Die primitiven Schlussfolgerungen (fährt viel Autobahn, fährt überhaupt wenig und nur nachts usw.) bringen keine Aussage über den Fahrstil. (Nebenbei: wie will man denn z. B. eine Nachtfahrt bewerten? Positiv, weil auf leeren Straßen unterwegs, oder negativ, weil zumindest potentiell müde? Da sind der willkürlichen Interpretation doch Tür und Tor geöffnet.) Da fürchte ich, dass nur noch dummdreist geschlossen wird, dass einen guten Fahrstil hat, wer langsam und mit wenig Beschleunigung fährt, also tendentiell überhaupt nicht mehr.

Datenschutzmäßig habe ich erhebliche Bedenken. Wenn in dem Artikel zitiert wird, dass man den Datenschutz dadurch gewährleistet, dass man die Verarbeitung bei Auftragnehmern durchführen lässt - ja, für wie dumm halten die denn das Publikum? Je kleiner so eine Firma ist, um so größer das allg. Risiko, dass man dort bestimmte Informationen zum Nebenerwerb nutzen könnte.

Und schließlich teile ich auch die schon geäußerte Besorgnis, dass hier über die Jahre hinweg ein schleichender Bewusstseinsänderungsprozess stattfindet, so dass man in einigen Jahren das Ganze für unbedenktlich hält.

Nachtrag: Und billiger wird es unter dem Strich auch nicht werden. Denn erstens ist der Datenerhebungs- und -verarbeitungsaufwand erheblich und zweitens heißt das System ja schon PAYD.:s
 
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