Putzige Ideen für einen (un)ordentlichen Straßenverkehr

Brummm

... nur zufällig hier
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16 August 2004
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In der letzten Zeit, und vermutlich auch weiterhin, erfährt man in den Medien ja immer mal wieder etwas über neue Ideen, Konzepte etc. für eine Veränderung im Bereich der Mobilität innerhalb unseres Straßenverkehrs. Manche dieser Ideen, Konzepte etc. klingen m. E. interessant, andere muten m. E. eher befremdlich bis schockierend an. Dieser Fred soll mithin ein Sammelbecken werden für die Diskussion solcher Idden und Konzepte. :) :-)

Als ausdrückliche Bitte und Maßgabe: Dieser Fred ist nicht politisch gemeint, und er soll auch nicht politisch werden. Auch wenn ich einen gewissen Verdacht habe, dass die eine oder andere befremdliche Idee zum Straßenverkehr auch weiterhin aus der Richtung unseres Herrn Verehrsministers kommen wird (:whistle:), so soll es hier dennoch allein um eine sachlich-inhaltliche Diskussion der Ideen und Konzepte gehen. Politische Ein- und Anwürfe, egal in welcher Form und Tonalität, haben hier im Fred nichts zu suchen.

Bitte formuliert also eure Beiträge sorgfältig so, dass sie nicht politisch sind, und auch nicht als solche verstanden werden können oder interpretierbar sind. Das ist nicht so schwer, wenn man einfach zur Sache schreibt (also zu der Idee bzw. dem Konzept), nicht aber zu deren "Urheber". Man kann ja ruhig erwähnen, woher eine Idee kommt (das ist erst einmal rein informativ), und man kann dann auch ruhig die eigene Meinung über die Sache äußern. Nur eben nicht über den oder die, welche für die Idee verantwortlich sind. Und schon gar nicht lässt man sich über den/die Verantwortlichen negativ aus.

Sollte das nicht funktionieren, dann lösche ich den Fred wieder. Das soll mir dann auch recht sein. :) :-)
 
Los geht es mit der kürzlich ins Spiel gebrachten Idee, die Busspuren für E-Scooter zu öffnen:
Wenn ich mir hier in der Stadt anschaue, wie fürchterlich sich viele E-Scooter-Fahrer im Straßenverkehr verhalten, dann kann es eigentlich nur eine kurze Frage der Zeit sein, bis ein E-Scooter unter einem Bus liegt. Ähnlich sieht das offenbar u.a. die Polizeigewerkschaft:
Aus meiner Sicht ist die Idee ein fortgeschrittener Unsinn - oder jedenfalls ein Schritt in die exakt falsche Richtung: Wenn man den Individualverkehr verbessern möchte, dann müsste man doch wohl öffentliche Verkehrsmittel wie den Bus weiter fördern und attraktiver machen, anstatt die Busspuren mit zusätzlichen Fahrzeugen zu befüllen. :confused:

Aber die "Idee" geht ja auch noch weiter: "... Busse sollen sich ihre Extra-Fahrbahnen künftig mit Pkw teilen, die mit mindestens drei Personen besetzt sind. ...". Also sollen damit wohl Fahrgemeinschaften attraktiver gemacht werden. Vielleicht dem Grunde nach ein guter Ansatz. Nur ginge auch das dann eben wieder auf Kosten des Busverkehrs. :cautious:

Falls das so kommt, dann wird man sich wohl an dieses neue Verkehrszeichen gewöhnen müssen:

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Als Roadsterfahrer fragt man sich da freilich direkt, ob darin nicht eine Diskriminierung liegen könnte. :+ Vielleicht wird es ja bald Roadster mit einem nachgerüsteten Notsitz über dem Kofferraum geben? :D Bei 2+2-Sitzern könnten man ja immerhin noch eine echt ausssehende Puppe auf dem Notsitz platzieren. Oder wir bringen die potenzielle Diskriminierung mal vor den EuGH... :3devilish
 
Zuletzt bearbeitet:
Ein Thema hätt' ich noch ... darüber hab' ich mir noch kein abschließendes Urteil gebildet. Es geht um die folgende geplante Änderung der StVO:

"... Notbremsassistenzsystem muss ab 30 km/h an sein: Verboten wird das Abschalten von Notbremsassistenzsystemen durch den Fahrer ab einer Geschwindigkeit von mehr als 30 km/h. Wer gegen die neue Vorschrift verstößt, muss bis zu 100 Euro zahlen und bekommt einen Punkt im Fahreignungsregister. ..."
Falls diese Änderung so kommt, dann wäre das m. E. eine neue "Qualität" des Eingriffs in die individuelle Freiheit des Einzelnen. Überlegen wir doch mal:

Es gibt ein bestimmtes (Sicherheits-)System, das in manchen Fahrzeugen verbaut wird. Der Verbau ist keine Pflicht für die Hersteller und man muss auch nicht zwingend ein Auto mit einem solchen System kaufen. Wenn man das aber macht - egal ob gewollt oder freiwillig, egal ob aufpreispflichtig oder weil es halt drin ist -, dann muss man es zwingend verwenden. Und zwar völlig unabhängig von allen Umständen, d. h. egal ob es funktioniert, egal ob man es braucht und unabhängig von dessen Nutzen oder Schaden. :cautious:

Der hier in Rede stehende Notbremsassistenz ist wohl ein recht gutes Beispiel für die Diskussion - weil diese Assistenten ja offenbar nicht immer vollständig störungsfrei funktionieren, sondern ab und an auch mal eine unberechtigte Notbremsung verursachen können (es sei denn, diese Behauptungen sind immer falsch - was man wohl nicht herausfinden wird). Bei meinem SUV wurde die Notbremsung zwar nie ausgelöst, aber nicht selten hat das System wild "Alarm gepiept", ohne dass es dafür einen Anlass gab - z. B. in einer engen Kurve, weil das Fahrzeug wohl dachte, ich könne womöglich geradeaus fahren. :confused:

Aus meiner Sicht: Als ordentlicher Autofahrer möchte ich eigentlich nicht zur Verwendung irgendwelcher Systeme gezwungen werden, die unmittelbar in mein Fahren eingreifen, jedenfalls solange nicht vollständig sichergestellt ist, dass die Systeme sehr korrekt funktionieren. Gegen ABS und ESP kann kein Mensch etwas haben, das sind etablierte Stände der Technik, die immens helfen aber praktisch nie schaden. Aber die Fähigkeit der Technik zu einer gezielten Notbremsung darf man m. E. (derzeit noch) in Frage stellen. Zudem kann es ja z. B. durchaus sein, dass man eine Notbremsung gezielt nicht mit vollem Pedaldruck gestaltet, damit einem der Hintermann nicht ins Heck knallt.

Wenn dieses Konzept der "System-Zwangsverwendung" erst einmal gesetzlich etabliert ist, dann wäre wohl auch dessen sukzessive Erweiterung zu befürchten. Muss ich dann bald auch diesen - hier ja auch nicht allzu beliebten - Spurwechsel-Assistenten "zwangsverwenden", der mir direkt ins Lenkrad greift, wenn ich beim Spurwechsel auf einsamer Autobahn mal nicht zuvor den Blinker betätige - von Baustellenmarkierungen ganz zu schweigen? Und wenn die Autopiloten erst einmal "ordentlich" funktioneren, darf ich dann irgendwann auch nicht mehr selbst lenken? :eek: :o

Und noch weiter gedacht: Wird die Autoindustrie dann vielleicht bewusst Fahrzeuge ohne diese Systeme anbieten, damit Menschen wir ich/wir die Möglichkeit haben, uns der gesetzgeberischen Bevormundung zu entziehen? Werden dann aber diese Systeme bald Pflicht werden, damit einem diese Möglichkeit der Entziehung entzogen wird? :rolleyes5

 
Der Punkt "Notbremsassistent" ist mir noch nicht klar, geht's um PKW, LKW oder beide?
Angesichts der LKW Auffahrunfälle, bei denen einige ihr System ausschalten um keine größere Lücke zu lassen oder im Windschatten des vorausfahrenden LKW zu kommen, halte ich das schon sehr sinnvoll.
 
Guter Einwurf. Würde die o.a. Regelung allein für LKW gelten, dann wäre sie wohl kaum beanstandbar, sondern im Gegenteil sinnvoll.
 
Oh es gibt viele Ideen, und da muss jeder für sich seinen Weg finden, bisher kaufte man halt ein Auto 😇
In der Lüneburger Heide im Urlaub hatten alle Busse einen Anhänger wo man sein Fahrrad reinhängen konnte.

Auch leichte Fahrzeuge zwischen Motorrad und Auto mit einen Gewicht um die 500 Kilo mit Elektroantrieb würden neben der Ressourcen Ersparnis auch Fahrspass versprechen.
 
Oh es gibt viele Ideen, und da muss jeder für sich seinen Weg finden, bisher kaufte man halt ein Auto 😇
In der Lüneburger Heide im Urlaub hatten alle Busse einen Anhänger wo man sein Fahrrad reinhängen konnte.

Auch leichte Fahrzeuge zwischen Motorrad und Auto mit einen Gewicht um die 500 Kilo mit Elektroantrieb würden neben der Ressourcen Ersparnis auch Fahrspass versprechen.
Diese leichten oder wenigstens kleinen Fahrzeuge wie z.B. ego life, Microlino oder Twike würden mir im Alltag zum Pendeln meiner 35km locker genügen.
Da habe ich während der Masterarbeit ein wenig mit zu tun gehabt. Während der Zeit habe ich auch das erste Mal von folgendem Carsharingkonzept mit Kleinstfahrzeugen gehört: die Fahrzeuge haben vorne und hinten Stecker (männlich und weiblich) und reihen sich an einer Art Taxistand auf und laden parallel. Der vordere in der Reihe hat den höchsten Ladestand, hinten an der Reihe wird nach Gebrauch wieder "angesteckt".
So wäre auch unkompliziert "Pannenhilfe" der Fahrzeuge untereinander möglich.

Ich weiß, wir haben doch keine Standards usw., aber die Idee fand ich damals und heute cool.
 
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Als Roadsterfahrer fragt man sich da freilich direkt, ob darin nicht eine Diskriminierung liegen könnte. :+ Vielleicht wird es ja bald Roadster mit einem nachgerüsteten Notsitz über dem Kofferraum geben? :D Bei 2+2-Sitzern könnten man ja immerhin noch eine echt ausssehende Puppe auf dem Notsitz platzieren. Oder wir bringen die potenzielle Diskriminierung mal vor den EuGH... :3devilish

Wo ist denn da eine Diskriminierung? Eine Frau am Beifahrersitz, die andere nimmt knapp bekleidet am Schaltknauf platz. Wenn sie geübt ist, schaltet sie die Gänge butterweich.

:D
 
[...]Als Roadsterfahrer fragt man sich da freilich direkt, ob darin nicht eine Diskriminierung liegen könnte. :+[...]
Die Idee kam mir noch gar nicht, guter Punkt. 8-)

In den belebten Gegenden kamen die E-Scooter in Frankfurt tatsächlich wie eine Flut und man sieht sie dort auch nach wie vor an jeder Ecke. Vom Verhalten her geben sie sich nicht viel verglichen mit Radfahrern. Verkehrsampeln werden gerne ignoriert, aufm Gehsteig fahren ist durchaus üblich. Wenn man die erforderliche Sorgfalt dafür an den Tag legt, habe ich auch nichts dagegen, wenn aufm Gehsteig gefahren wird. Aber das tut leider nicht jeder. Ich beobachte das immer recht interessiert, wenn ich mitm Auto da durch die Gegend rolle. Weiß noch nicht so recht was ich davon halten soll, wenn sich die Gelegenheit mal ergibt, werde ich mal eins ausprobieren.
 
Jetzt mal ganz abgesehen von dem Fahrverhalten und den Fahrer von E-Scootern... die Dinger fahren ZWANZIG. Die bremsen den Bus dann wenn nicht viel Verkehr ist also schön aus und alles wird verlangsamt.

Wenn die Regelung ist, dass ein Auto voll besetzt sein muss fänd ich das besser wie "3 Personen". :D
 
...Wenn die Regelung ist, dass ein Auto voll besetzt sein muss fänd ich das besser wie "3 Personen". :D
Sehr geschickte Überlegung! Wär‘ das nicht ein gänzlich unpolitischer Fred, dann würd‘ ich sagen, du solltest Politiker werden. :D

Mit einer „voll besetzt-Regelung“ würden auch die Halter von übergroßen SUVs, Kleinbussen und anderen automobilen Unbilligkeiten angemessen abgestraft. :+
 
Ja toll, noch mehr Verkehrszeichen, viele sind doch mit den vorhandenen schon überfordert :rolleyes:
Wenn wir eh schon dabei sind könnten wir ein Verkehrszeichen einführen, das ans Rechtsfahrgebot erinnert. Alle 50m auf den Fahrbahnmarkierungen. Und vielleicht auch noch zusätzlich auf die Fahrbahn gedruckt auf der mittleren und linken Spur.
 
Wenn wir eh schon dabei sind könnten wir ein Verkehrszeichen einführen, das ans Rechtsfahrgebot erinnert. Alle 50m auf den Fahrbahnmarkierungen. Und vielleicht auch noch zusätzlich auf die Fahrbahn gedruckt auf der mittleren und linken Spur.

Und dann müssten endlich auch mal die Nagelbretter kommen - ohne Warnhinweis oder extra Verkehrsschild - die sich automatisch aufklappen, wenn jemand in die falsche Richtung fährt.
Egal, ob falsch rum durch die Rettungsgasse oder aus Bequemlichkeit falsch rum durch die Einbahnstraße.
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
Ein ausführlicher und m. E. sehr guter und unterhaltsamer Artikel über des Herrn Scheuers „... Herzensprojekt ...“ - den E-Scooter. Leider nur für bezahlende SPON-Leser:


Ein paar Zitate seien erlaubt, wenngleich dann der Zusammenhang fehlt:

„... Die Elektroroller sind ein Herzensprojekt des Ministers. Bereits kurz nach seinem Amtsantritt im März 2018 hatte er seine Leute gedrängt, die Dinger endlich zu erlauben. Als sie ihm eine erste Verordnung vorlegten, wischte er die vom Tisch: zu viele Auflagen. Die Fahrer hätten ihr zufolge Helme tragen, einen Führerschein machen und über 16 Jahre alt sein sollen. Mit seinen Plänen war das nicht vereinbar. ...“

„... In der Anschaffung kostet ein Roller zwischen 800 und 1000 Dollar. Selbst bei Leihpreisen von bis zu 25 Cent pro Minute ist da kaum ein Anbieter profitabel. Das Geschäft rentiert sich nur für den, der am Ende übrig bleibt. ...“

„... Was die BASt-Experten weiterhin monierten: dass E-Scooter nur mit beiden Händen am Lenker beherrschbar sind. Einen Arm zur Seite zu strecken, um einen Richtungswechsel anzuzeigen, grenzt an Akrobatik. Deshalb empfahlen sie die "Verwendung von Fahrtrichtungsanzeigern". Doch der E-Scooter kam ohne Blinker auf die Straße. ...“

„... Ist Verkehrsminister Scheuer ein Draufgänger, der Expertisen der eigenen Behörden schlicht ignoriert? Ein Berater des Ministeriums schildert die Stimmung als angespannt: ganz oben ein launischer Chef, der schnelle Effekte und Erfolge will – weiter unten verzweifelte Experten auf den Fachebenen, die "nur noch versuchen, das Schlimmste zu verhindern". ...“

„... Hätte Scheuer sich durchgesetzt, dürften Scooter auch auf Gehwegen fahren. Auf sein Geheiß hatten die Beamten im ersten Entwurf der Verordnung außerdem den Testbetrieb sogenannter Hoverboards erlaubt, eine Art Brett mit zwei seitlich angebrachten Rädern und Motor. Hundsgefährlich, wie Scheuers Leute befanden. Das rief die Verkehrsminister der Bundesländer auf den Plan. Es ging hin und her. Nachdem die ersten alarmierenden Berichte aus Polizei- und Unfallstationen eingegangen sind, ist das Vorhaben zunächst vom Tisch. ...“

„... Die E-Scooter waren als Verheißung auf eine umweltfreundliche Mobilität ins Land gerollt. Doch sie lösten das Versprechen nicht ein. Das Umweltbundesamt bemängelt ihre Ökobilanz: die aufwendige Produktion der Lithium-Ionen-Batterien, das nächtliche Einsammeln mit motorisierten Transportern, die geringe Lebensdauer. ...“

„... Wenn E-Scooter wirklich etwas für die Umwelt tun sollen, müssen sie Autos ersetzen, nicht Busse oder Fahrräder. Dafür aber gibt es wenig Hoffnung. Fahrten von durchschnittlich 1,9 Kilometern, wie sie das Hamburger Beratungsunternehmen Civity errechnet hat, ersetzen keinen SUV. Und die Tatsache, dass die mit Abstand meisten Scooter am Wochenende ausgeliehen werden, weist eher auf Touristen hin als auf Pendler. ...“


Als m. E. schönes Schlusswort:

„... Zumindest eines muss man den E-Scootern hoch anrechnen: Sie haben wie wenige Fahrzeuge vor ihnen das Elend der deutschen Verkehrspolitik offenbart. Ihren Unwillen zur Reform. Ihre Weigerung, den Verkehr als Ganzes zu denken. ...“

Und was ich noch gar nicht wusste, aber richtig (!) gut finde:

„... Seit zwei Wochen gibt es neue Regeln. Die Verleiher sollen künftig dafür sorgen, dass die Roller geordnet geparkt werden. Nutzer sollen über die App dazu aufgefordert werden und mit Fotobeweis Vollzug melden. Wild abgestellte Geräte sind vom Verleiher einzusammeln. ...“
 
Wenn die Regelung ist, dass ein Auto voll besetzt sein muss fänd ich das besser wie "3 Personen". :D
Zählt Beifahrersitz ausbauen auch? :roflmao:

„... In der Anschaffung kostet ein Roller zwischen 800 und 1000 Dollar. Selbst bei Leihpreisen von bis zu 25 Cent pro Minute ist da kaum ein Anbieter profitabel. Das Geschäft rentiert sich nur für den, der am Ende übrig bleibt. ...“
Diese Aussage bezweifel ich stark. Wenn DriveNow einen deutlich teueren Mini für 33 Ct/Minute anbieten kann (inklusive Sprit!) - sollte man bei einem E-Rolle bei 25 Ct/Minute plus 1 EUR unlock eine deutlich höhere Marge haben. Zumal davon auszugehen ist, dass allein aufgrund der Stückzahlen die großen Anbieter wie Lime pro Roller deutlich weniger zahlen als Privatpersonen.

„... Die Elektroroller sind ein Herzensprojekt des Ministers. Bereits kurz nach seinem Amtsantritt im März 2018 hatte er seine Leute gedrängt, die Dinger endlich zu erlauben. Als sie ihm eine erste Verordnung vorlegten, wischte er die vom Tisch: zu viele Auflagen. Die Fahrer hätten ihr zufolge Helme tragen, einen Führerschein machen und über 16 Jahre alt sein sollen. Mit seinen Plänen war das nicht vereinbar. ...“
Naja, da bereits in allen anderen EU Ländern die Dinger ohne Helm und Führerschein erlaubt sind - hätten wir uns mit solchen Einschränkungen nur wieder den Vorworf gefallen lassen müssen - Alternativen Konzepten keine Chance zu geben. Und solange es für Radfahrer keine Helm und Führerscheinpflich gibt - sehe ich für Elektroroller auch keinen Grund dazu.
 
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Da hat ja mal wieder einer eine „putzige“, wenngleich nicht allzu originelle Idee: :O_oo:

„Prominente Sozialdemokraten kündigen den SUV den Kampf an. "Ich bin für eine kräftige Besteuerung solcher PS-Ungetüme, die eher in die unbefestigten Pisten des Wilden Westens passen als in unsere Städte", sagte der stellvertretende SPD-Chef Ralf Stegner dem SPIEGEL. "Das ist ökologisch geboten, trifft finanziell die Richtigen und ist auch im Sinne der Verkehrssicherheit für Fußgänger - gerade für Kinder. Diese merkwürdige Vorliebe für weit überdimensionierte Straßenpanzer ist das, was für manche US-Amerikaner ihre Schusswaffe ist."“

Mich stört hier gar nicht mal der Inhalt dieser Forderung, der lässt sich wohl diskutieren. Sondern mich stört die plump populistische Wortwahl des - mir bis dato, zugegeben, kaum bekannten - Herrn Ralf Stegner. Schauen wir uns das doch mal kurz an:

„... PS-Ungetüme ...“: Wohl kaum sind SUVs immer oder überwiegend extrem motorisiert. Im Gegenteil werden weitaus häufiger die kleineren Motorversionen verkauft. Aber das „Ungetüm“ liest sich halt eindrucksvoll bedrohlich. Man stellt sich direkt vor, wie sich das Monster sichtfüllend im Rückspiegel aufbaut, bevor es den braven Bürger im Kleinwagen von hinten beginnend zermalmt. :confused:

„... eher in die unbefestigten Pisten des Wilden Westens passen als in unsere Städte ...“: Das ist objektiv schlicht falsch, weil die große Mehrheit der SUVs bekanntlich ganz vorrangig für das Fahren auf befestigten Straßen konzipiert ist und auf „unbefestigten Pisten“ eher keine guten Karten hat. Aber immerhin lässt sich mit der Erwähnung des „Wilden Westens“ gleich wieder ein negativer Zusammenhang herstellen. :rolleyes:

„... ökologisch geboten ...“: Klingt gut - und ist eine Leerformel. Ökologisch geboten ist derzeit sicher vieles. Dass auch und insbesondere eine SUV-Steuer ökologisch erforderlich wäre, dieser Beweis steht allerdings wohl noch aus. Übrigens weiß der Jurist, und sollte auch der Politiker Herr Stegner wissen, dass eine Steuer per se nicht zweckgebunden ist. Mithin kann eine Steuer für sich selbst nie „ökologisch geboten“ sein, sondern allenfalls ein Konzept für die entsprechende Verwendung einer entsprechenden Abgabe.

„... trifft finanziell die Richtigen ...“: Aha, also sind es wohl vor allem die bösen Snobs und sonstigen Gutverdiener, die hier mit SUV-Monstern den „Wilden Westen“ aufleben lassen. Damit wäre das Feindbild wunderbar abgerundet. Man darf das mithin schon im gemeinten Sinne verstehen: Es trifft die Richtigen - nämlich die bösen Menschen, die mehr Geld haben als man selbst.

„... im Sinne der Verkehrssicherheit für Fußgänger - gerade für Kinder. ...“: Wer sich für nichts zu schade ist, der wirft argumentativ auch gleich noch die „Kinderkinder“ in den Ring. Die Kleinsten unserer Gesellschaft müssen natürlich geschützt werden. Wer könnte hiergegen etwas sagen (außer natürlich die Gutverdiener aus dem Wilden Westen)? :whistle:

„... Diese merkwürdige Vorliebe für weit überdimensionierte Straßenpanzer ist das, was für manche US-Amerikaner ihre Schusswaffe ist.": Feindbild anvisiert, abgedrückt und erlegt: Nach alledem wird aufgrund einer „merkwürdigen Vorliebe“ - ähnlich wie z. B. Fußfetischismus, vielleicht gar eine pathologische Abnormität am Rande unserer Gesellschaft? - nun auch noch der direkte Vergleich zu - auch noch „überdimensionierten“ - Tötungsgeräten gezogen.

Kurzum: SUV-Fahrer sind reiche, mutmaßlich kranke, potenzielle Hobby-Mörder abseits unserer Gesellschaft. Mehr Populismus geht kaum noch.


Werter Herr Stegner, für viele Standpunkte und Auffassungen kann ich einiges Verständnis aufbringen. Ihre o.a. Wortwahl, plump und plakativ wie rechte Parolen, disqualifiziert Sie allerdings vollständig. So etwas merke ich mir - da bin ich wie ein Elefant. :w
 
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