Hallo Ihr,
gerade auf der Seite der Süddeutschen Zeitung entdeckt, das wollte ich Euch nicht vorenthalten (ACHTUNG: IRONIE UND SARKASMUS!)
Von Werner Bartens
Mit zunehmendem Alter nimmt das riskante Freizeitverhalten zu. Ganz schlimm sind Menschen in der Lebensmitte.
Das durchschnittliche Alter der Cabrio-Fahrer wird nur noch von dem der Harley-Lenker übertroffen. (Foto: dpa)
Kleine Kinder muss man ständig ermahnen, dass sie nicht auf kalten Steinen herumsitzen. Sonst holen sie sich schnell eine Blasenentzündung. 15 Jahre später hocken die nicht mehr ganz so kleinen Kinder in zugigen Bushaltestellenhäuschen und bekommen eine Nierenbeckenentzündung. Die Mädchen, weil ihre Hosen nie den Hüftkamm bedecken und ihre Hemden selten den unteren Leberrand.
Bauchfrei halten sie für sexy, dabei ist es ein Spartrick der Textilbranche und Symptom für juvenilen Entwicklungsrückstand. Bei Jungen zitiert die formlose Großraumhose das Prinzip Gelber Sack, lässt aber alle Winde durch. Gerade bei niedrigen Temperaturen tragen Jungmänner dazu gern nur ein dünnes T-Shirt, was im Wortsinne cool ist. Im Herbst gilt die Faustregel, dass die Außentemperatur ungefähr dem IQ mancher dürftig Bekleideter entspricht.
Gefrierendes Hirnwasser
Mit zunehmendem Alter nimmt das riskante Freizeitverhalten eher noch zu. Ganz schlimm sind Menschen in der Lebensmitte. Damit ist die Generation der Schirrmacher-Leser gemeint, die sich wie eine Benzinsorte als "50 plus" oder noch eitler als "Best Ager" bezeichnet. Vor ein paar Tagen, der Nachtfrost hatte bereits die ersten Opfer gefordert, fuhr ein leicht bekleidetes Paar, das längst die Berechtigung zur Altersteilzeit erreicht hatte, im offenen Cabrio dem Alpenhauptkamm entgegen. Mit Tempo 140 auf der Autobahn, ohne Kopfbedeckung, der helle Schopf im Wind. Ein grotesker Anblick. Da kann die Sitzheizung mit allen Knöpfen auf zehn laufen - hier drohen steifer Nacken, gefrierendes Hirnwasser und schlimmere Gebrechen.
Es ist ein Phänomen, dass gerade im Alpenvorland immer mehr Menschen mit offenem Verdeck herumfahren. Dort ist es zwar meist entweder neblig oder kalt und manchmal neblig und kalt. Trotzdem gibt es im Landkreis Starnberg mit 80 von 1000 Autos die mit Abstand höchste Cabrio-Dichte der Republik. Das durchschnittliche Alter der Fahrer wird nur noch von dem der Harley-Lenker übertroffen.
Da hilft es auch nicht, wenn ein paar Krankengymnastinnen den Altersdurchschnitt etwas senken, weil sie ihren Ford Escort noch nicht abgewrackt haben. Unter den Großstädten ist München mit 64 von 1000 Autos die führende Cabrio-Metropole. Dabei liegen die Durchschnittstemperaturen in den Landkreisen Lörrach, Offenburg oder Emmendingen deutlich höher als in den Landkreisen in Oberbayern, deren Bewohner sich auch im Auto zur Schau stellen müssen.
Verschluckte Fluginsekten
Die medizinischen Gefahren der offenen Fahrerei sind nicht zu unterschätzen. Bindehautentzündung, Verkühlungen aller Art und verschluckte Fluginsekten drohen. Vor kurzem warnten Hals-Nasen-Ohren-Ärzte auf ihrer Jahreskonferenz in San Diego sogar vor schleichendem Hörverlust bei regelmäßiger Fahrt mit offenem Verdeck. 88 bis 90 Dezibel sind Cabrio-Fans ausgesetzt, der Höchstwert durch Motorengeräusche der Anderen und den Fahrtwind beträgt sogar 99 Dezibel. Ab 85 Dezibel drohen langfristig Gehörschäden. Auf 100 Dezibel Lautstärke bringt es ein Presslufthammer in einem Meter Entfernung.
Nun haben viele Menschen in dem Alter, in dem sie sich ein Cabrio leisten, schon den Großteil ihres Hörvermögens eingebüßt. Aus langjährigen Paarkonflikten tragen sie als stolzes Verwundetenabzeichen oft eine solide Hochtonschwerhörigkeit davon, die sie neue Beziehungen oft gelassen erdulden lässt.
Der Lärm im Auto mag sogar vielen Fahrern willkommen sein, um nicht ständig das Genörgel des Beifahrers hören zu müssen. Und der steife Nacken erleichtert die Konzentration auf den Verkehr. Eine medizinische Rechtfertigung für ihr luftiges Benehmen haben Cabrio-Fahrer ebenfalls. Sie verdünnen die Ausdünstungen ihrer am Rückspiegel baumelnden Duftbäumchen, die sich in letzter Zeit als immer größeres Krebsrisiko entpuppen.
(SZ vom 28.11.2009/pfau)
gerade auf der Seite der Süddeutschen Zeitung entdeckt, das wollte ich Euch nicht vorenthalten (ACHTUNG: IRONIE UND SARKASMUS!)

Von Werner Bartens
Mit zunehmendem Alter nimmt das riskante Freizeitverhalten zu. Ganz schlimm sind Menschen in der Lebensmitte.
Kleine Kinder muss man ständig ermahnen, dass sie nicht auf kalten Steinen herumsitzen. Sonst holen sie sich schnell eine Blasenentzündung. 15 Jahre später hocken die nicht mehr ganz so kleinen Kinder in zugigen Bushaltestellenhäuschen und bekommen eine Nierenbeckenentzündung. Die Mädchen, weil ihre Hosen nie den Hüftkamm bedecken und ihre Hemden selten den unteren Leberrand.
Bauchfrei halten sie für sexy, dabei ist es ein Spartrick der Textilbranche und Symptom für juvenilen Entwicklungsrückstand. Bei Jungen zitiert die formlose Großraumhose das Prinzip Gelber Sack, lässt aber alle Winde durch. Gerade bei niedrigen Temperaturen tragen Jungmänner dazu gern nur ein dünnes T-Shirt, was im Wortsinne cool ist. Im Herbst gilt die Faustregel, dass die Außentemperatur ungefähr dem IQ mancher dürftig Bekleideter entspricht.
Gefrierendes Hirnwasser
Mit zunehmendem Alter nimmt das riskante Freizeitverhalten eher noch zu. Ganz schlimm sind Menschen in der Lebensmitte. Damit ist die Generation der Schirrmacher-Leser gemeint, die sich wie eine Benzinsorte als "50 plus" oder noch eitler als "Best Ager" bezeichnet. Vor ein paar Tagen, der Nachtfrost hatte bereits die ersten Opfer gefordert, fuhr ein leicht bekleidetes Paar, das längst die Berechtigung zur Altersteilzeit erreicht hatte, im offenen Cabrio dem Alpenhauptkamm entgegen. Mit Tempo 140 auf der Autobahn, ohne Kopfbedeckung, der helle Schopf im Wind. Ein grotesker Anblick. Da kann die Sitzheizung mit allen Knöpfen auf zehn laufen - hier drohen steifer Nacken, gefrierendes Hirnwasser und schlimmere Gebrechen.
Es ist ein Phänomen, dass gerade im Alpenvorland immer mehr Menschen mit offenem Verdeck herumfahren. Dort ist es zwar meist entweder neblig oder kalt und manchmal neblig und kalt. Trotzdem gibt es im Landkreis Starnberg mit 80 von 1000 Autos die mit Abstand höchste Cabrio-Dichte der Republik. Das durchschnittliche Alter der Fahrer wird nur noch von dem der Harley-Lenker übertroffen.
Da hilft es auch nicht, wenn ein paar Krankengymnastinnen den Altersdurchschnitt etwas senken, weil sie ihren Ford Escort noch nicht abgewrackt haben. Unter den Großstädten ist München mit 64 von 1000 Autos die führende Cabrio-Metropole. Dabei liegen die Durchschnittstemperaturen in den Landkreisen Lörrach, Offenburg oder Emmendingen deutlich höher als in den Landkreisen in Oberbayern, deren Bewohner sich auch im Auto zur Schau stellen müssen.
Verschluckte Fluginsekten
Die medizinischen Gefahren der offenen Fahrerei sind nicht zu unterschätzen. Bindehautentzündung, Verkühlungen aller Art und verschluckte Fluginsekten drohen. Vor kurzem warnten Hals-Nasen-Ohren-Ärzte auf ihrer Jahreskonferenz in San Diego sogar vor schleichendem Hörverlust bei regelmäßiger Fahrt mit offenem Verdeck. 88 bis 90 Dezibel sind Cabrio-Fans ausgesetzt, der Höchstwert durch Motorengeräusche der Anderen und den Fahrtwind beträgt sogar 99 Dezibel. Ab 85 Dezibel drohen langfristig Gehörschäden. Auf 100 Dezibel Lautstärke bringt es ein Presslufthammer in einem Meter Entfernung.
Nun haben viele Menschen in dem Alter, in dem sie sich ein Cabrio leisten, schon den Großteil ihres Hörvermögens eingebüßt. Aus langjährigen Paarkonflikten tragen sie als stolzes Verwundetenabzeichen oft eine solide Hochtonschwerhörigkeit davon, die sie neue Beziehungen oft gelassen erdulden lässt.
Der Lärm im Auto mag sogar vielen Fahrern willkommen sein, um nicht ständig das Genörgel des Beifahrers hören zu müssen. Und der steife Nacken erleichtert die Konzentration auf den Verkehr. Eine medizinische Rechtfertigung für ihr luftiges Benehmen haben Cabrio-Fahrer ebenfalls. Sie verdünnen die Ausdünstungen ihrer am Rückspiegel baumelnden Duftbäumchen, die sich in letzter Zeit als immer größeres Krebsrisiko entpuppen.
(SZ vom 28.11.2009/pfau)

Großartig getroffen 
Natürlich die Vögel, die gemeinsam ihre Individualität herauskehren müssen, indem sie noch bei -15°C offen rumfahren 



