Veränderung der Arbeitswelt/-Bedingungen

Wieso wird er 3,5 Tage arbeiten? Meinst du damit dass aktuell am Freitag nur zur Hälfte gearbeitet wird? Das mag in manchen Fällen zutreffen, jedoch nicht Branchen übergreifend. Am Fließband, in der Möbelmontage wirst du Freitags mit nem halben Tag deine Arbeit nicht schaffen. Da gibt es bestimmt noch viele andere Beispiele. In vielen Jobs ist es eher so, dass geschaut wird, am Freitag keine Überstunden machen zu müssen.
Was mir auch auffällt, ist, dass Ärzte am Freitag nur noch einen halben Tag auf haben. Kompensiert wird das wohl an den anderen 4 Tagen.
Ich sehe bei dem 4-Tage Thema eine Mogelpackung. Klar, nicht alle Branchen werden das umsetzen können und wenn ich ehrlich bin, möchte ich als Stadtbewohner die Leute im öffentlichen Dienst lieber 5-6 Tage/Woche bei der Arbeit sehen statt vier. Wir sind speziell bei Bauprojekten oder Strassensanierungen sehr gut darin Zeit uns zu lassen. Damit möchte ich keine chinesischen oder arabischen Verhältnisse haben.

Es ist spannend, dass ausgerechnet Dänemark, das zahlreiche Studien zum Thema 4 Tage-Woche durchgeführt hat, nun einen gesetzlichen Feiertag streicht um 400 Mio Euro zusätzliche Steuergelder zu generieren.
Wie gesagt, es ist von Branche zu Branche unterschiedlich. Auch von Firma zu Firma.
Große Firmen werden solche Veränderungen wohl leichter schultern als kleine.
Jedoch bin ich der Meinung, dass es sich rächen wird, wenn man vermeintlich teure Mitarbeiter gegen vermeintlich billigere austauscht. Berufserfahrung ist durch nix zu ersetzen. Das erlebe ich jeden Tag.
Wenn ein Firmeninhaber nur den kurzfristigen Euro sieht, ok. Aber wenn er langfristig plant, sind das Fachwissen und die Erfahrung der älteren Mitarbeiter das höchste Gut.
In kleinen Betrieben, im Mittelstand und insbesondere, wo Innovation sehr häufig abgefragt wird (alle 7 Jahre ein besseres Auto), ist langfristige Planung und Sicherung kritischer Mitarbeiter wichtig. Dann gibt es aber auch Konzerne, die es durch ihre schiere Größe und ihr Geschäftsmodell/Marktstellung schaffen diesen brain drain leichter zu kompensieren. Zudem können sich Konzerne Fehlentscheidungen leichter leisten als ein Kleinbetrieb und sie können sich die sog. Bombenleger leisten, also solche Mitarbeiter des mittleren Managements, die ihren aktuellen Job als Durchgangsstation verstehen und nicht nachhaltige Änderungen an der Statik vornehmen.

Wer aber wirklich was bewegen will, geht die Extrameile. Diese ist in vier Tagen nicht zu schaffen, egal ob in der Wirtschaft oder im Sport. Bleistifte anspitzen und Verwaltungsakte vollziehen geht dagegen auch an drei Tagen/Woche.

Wie gesagt: Es ist ein Zeichen des Wohlstands, dass wir über dieses Thema überhaupt sprechen dürfen und ein Zeichen dessen was die Generation(en) vor uns geleistet haben, damit wir über weniger Arbeit nachdenken können.
 
Dieser Punkt ist mir jetzt nicht ganz klar. Warum sollte durch gleiches Gehalt die Motivation für Wissenstransfer sinken – oder habe ich das falsch verstanden?
Die Erfahrung und das Wissen im alter ist doch der Trumpf der älteren. Wenn sie dieses Wissen komplett an die jüngeren weitergeben, sind die älteren schnell überflüssig. Zudem der ältere mit Wissen und Erfahrung der Firma viel mehr einbringt als der junge. Da finde ich ein höheres Gehalt für ältere schon angebracht.
 
Bin auch mal gespannt wie die Digitalisierung den Arbeitsmarkt verändert. Häuser aus dem 3d Drucker, Vollautonome Bahn/Taxis/Autos.Vielleicht wird dann gar nicht mehr genug Arbeit vorhanden sein und es muß die 4 Tage Woche kommen…
 
Als LSTKL 1 muss man halt auch länger arbeiten als wie vl Verheiratete, da man ja extrem besteuert wird.

Das werden Ehegatten grds. auch. Selbst bei der Aufteilung III/IV ist es nur bedingt eine Abhilfe. Man hat zwar ggf. etwas mehr Netto-Auszahlung, aber dafür halt auch das Risiko, dass infolge der Einkommenssteuererklärung Nachzahlungen fällig werden. Anders herum hat man zwar monatlich höhere Steuerlasten, kann dafür aber auf Rückerstattung setzen.

Die Eheschließung ist hingegen bei der Erbschafts-/Schenkungssteuer vorteilhaft. Gerade, wenn man gemeinsame Vermögenswerte (etwa Immobilie) hat und sich zu Erben einsetzt.
 
Die Erfahrung und das Wissen im alter ist doch der Trumpf der älteren. Wenn sie dieses Wissen komplett an die jüngeren weitergeben, sind die älteren schnell überflüssig. Zudem der ältere mit Wissen und Erfahrung der Firma viel mehr einbringt als der junge. Da finde ich ein höheres Gehalt für ältere schon angebracht.
Eben das war der Punkt, weshalb ich da nochmal nachgefragt habe. Denn wenn ich mehr deutlich mehr bekomme, als der Nachwuchs, und Wissen weiter gebe, dann wird es für den Arbeitgeber doch zunehmend lukrativer, mich anschließend loszuwerden und das den billigeren Nachwuchs die Arbeit machen zu lassen. Bei einem kleineren Gehaltsunterschied fällt dieses Argument ja aber weg.
Das Wissen und Erfahrung viel mehr einbringen, lässt sich so pauschal auch nicht sagen. Denn je nach Tätigkeit, kann ein jüngerer Kollege ja auch mehr schaffen. Die Frage ist dann immer, was spielt am Ende die größere Rolle.
Und dann ist da noch das Peter-Prinzip. Wie oft stand ich schon beim Kunden, und wollte schon Admins vom Stuhl schupsen und das schneller selbst erledigen (jetzt ja ggf. eher durch den Monitor kriechen, das sich Remote ja durchgesetzt hat).

Es gibt andere Gründe, warum es Sinn macht neueren Kollegen weniger Gehalt zu geben. Aber eben auch genug, warum das nicht so sein muss.
Haralds Argumentation kann ich da schon eher nachvollziehen, auch wenn ich die Ansicht nicht unbedingt teile.
Allerdings bin ich („auch nur“) in einem Unternehmen mit weniger als 100 Mitarbeitern angestellt, da gibt es dann nochmal substantielle Unterschiede – das sehe ich ja im Kundenkontakt.
 
Erfahrung ist ja schön und gut, ggf aber eben auch veraltet.
Ich kann mit meinen Erfahrungen von vor 10-20-30 Jahren heute nicht mehr viel anfangen.
Die neuen und jungen Kollegen:innen bringen so viele frische Ideen ins Business - unverzichtbar - und es macht Spaß mir von den Jungen etwas abzuschauen.

Allerdings kann ich nach 15 Jahren Betriebszugehörigkeit oft Insights zu den Befindlichkeiten von Personen und Abteilungen, aus der Erfahrung, beitragen.
 
Wissenstransfer wäre wünschenswert.
Meistens wird eben dieser durch Menschen verhindert, die eine sehr lange Betriebszugehörigkeit haben.
Also wird schön auf den Stand vor 20 Jahren weitergearbeitet.
Beste Antwort war/ist: das machen wir schon immer so.
Auch modernere Maschinen/Messgeräte werden so bei Austausch/Neuanschaffungen verhindert, bei gleichen Kosten.
Dazu kommt, das ein jüngerer Mensch offener zu Neuerungen oder Weiterbildungen bereit ist.
 
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Nebenthema, passt ein bisschen und setzt das Thema zumindest in einem größeren Zusammenhang:

Viele Firmen machen gerade extra-Gewinn, haben mit Begründung wegen Inflation, Energiepreisen... nochmal extra Marge draufgelegt.
Vermisse gerade bei großen (Investor-geführten) Firmen die Bereitschaft, auf einen Teil der Gewinne zu verzichten, aber die "Normalos" sollen den Gürtel enger schnallen?

gekniffen: wer normales Einkommen hat und keine Rüstungs-Aktien. ;)

Finde es richtig, das wegen dem Fachkräfte Mangel die Beschäftigten nun am großen Hebel sind: angenehme Arbeitsbedingungen und Gehalt ... Immer wieder wird von einer Lohn-Preis-Spirale gewarnt... nein: es ist eine Preis -Lohn-Reaktion, wenn ich einkaufe, Energie, Sprit beziehe, Essen gehe, mir Urlaubskosten ansehe... der Reallohn sinkt immer weiter!

Nicht so ganz erschließt sich mir allerdings der französische Aufstand: Rente ab 62 (soll auf 64Jahre) mit 78% .. davon träumen wir in BRD!
 
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Meinungen zum Gehaltsunterschied zwischen Mann und Frau wie von @ZZZZefix erbeten, dazu hat sich bisher niemand geäußert.

Ich befürworte jede Maßnahme diesen Unterschied endlich zu eliminieren: gleiches Gehalt für gleiche Arbeit!
#equalpayday
 
Meinungen zum Gehaltsunterschied zwischen Mann und Frau wie von @ZZZZefix erbeten, dazu hat sich bisher niemand geäußert.

Ich befürworte jede Maßnahme diesen Unterschied endlich zu eliminieren: gleiches Gehalt für gleiche Arbeit!
#equalpayday
Für mich unvorstellbar, dass eine Frau für gleiche Arbeit weniger Geld bekommt. Bei diesem Thema fehlen mir einfach die Worte
 
Idealer Weise sollte es eine WinWin Situation sein. Ein großer Fehler von Vorgesetzten ist jedoch, nicht in die Belegschaft hineinzuhören . Ob es Verbesserungen sind oder ob es ihnen gutgeht… Und wenn der Krankenstand steigt werden große Augen gemacht…Der Umsatz muß stimmen, Punkt.
 
Ich würde nicht verallgemeinern.
Da habe ich ganz unterschiedliche Erfahrungen die letzten 15 Jahre gesammelt, und die letzten 40 Jahre sowieso.
Zum Glück die letzten 1,5 Jahre die allerbesten Erfahrungen.
Und an dem einen und anderen Digitalisierungsthema bin ich selbst dran.
Ein Jahr noch Spaß und dann reichts mit arbeiten.
 
Ich bin ganz klar ein Vertreter leistungsbezogener Gehälter. Der Ansatz des "gleichen Gehalts für die gleiche Stellenbeschreibung" konterkariert für mich die hier geltende Leistungsgesellschaft.
Natürlich muß es aber auch Mitarbeitern, die weniger extrovertiert sind, möglich sein ein leistungsgerechtes Gehalt zu bekommen und nicht zu abhängig zu sein vom (dann eher nicht vorhandenen) Wohlwollen des Chefs. Da gibt es sicherlich sehr viele Ungerechtigkeiten, wenn ich da an gute Kollegen denke, die sich eher schlecht verkaufen konnten und deswegen beim Chef einen schlechten Stand hatten. In der Realität wird es dann sicherlich sehr komplex sein für einen "gerechten" Ansatz... Und sicherlich ist hier der Ansatz des gleichen Gehalts für die gleiche Stelle ein Versuch dieses Ausgleichs, keine Frage!
Welche Kriterien dann als "Leistung" kategorisiert werden, dass ist dann sicherlich ganz stark abhängig von persönlichen Präferenzen und kann endlos diskutiert werden.

Auch ein junger Mitarbeiter kann aber durchaus mit einem relativ hohen Gehalt starten, wenn er entsprechende Qualifikationen einbringt, die der Firma dann aber auch nutzen müssen. Die Ansammlung irgendwelcher Abschlüsse gehört nicht zwingend dazu, kann aber durchaus ein Indikator sein für einen potentiell guten Mitarbeiter. Wir hatten das Thema mit der Mitarbeiterfindung schon einmal in einem anderen Thread kurz angeschnitten. Das ist für sich schon eine ganz spannende Sache, wenn man davon betroffen ist!
Die langjährige Erfahrung altgedienter Mitarbeiter muß in meinen Augen aber auch entsprechend gewürdigt werden! Es gibt so viele firmen- oder branchenspezifische Prozesse, in die man hineingewachsen sein muss, um diese zu durchdringen und also wirklich zu verstehen. Diese Erfahrung weiter zu geben würde der Firma Vorteile bringen. Ob das die jeweiligen Mitarbeiter/Wissensträger gleich sehen, dass steht, wie hier in einigen Beiträgen ersichtlich, auf einem anderen Blatt.

Am Ende funktionieren die Teams am besten, in denen es gelingt die Stärken und Unterschiede der verschiedenen Mitarbeiter relativ gut einzubringen. Und mit gerechten Prämiensystemen kann man auch hier Anreize setzen für die "extra-Meile", auch bei langjährigen Mitarbeitern. Sobald sich Leistung, welche wäre ja zu definieren, wirklich lohnt, wird diese auch erbracht werden...

Die Frage ist dann auch noch, ob sich langfristige Ansätze in der Realität auch wirklich durchsetzen können, oder ob die Kurzfristigkeit persönlicher Karrierewege, die des Angestellten oder die des Chefs/Teamleiters, am Ende schlagend sind. Die Realität ist, das die persönlichen Ziele in den verschiedenen Ebenen oder Altersstrukturen halt ganz verschieden sind...
 
Und warum sollte nun der Alte dem Neuen was beibringen? Ich mache es nicht und dieses Jahr werd in 57. Da nochmal zu wechseln? Siehe meine fast identischen Gründe wie @Fazerfahrer
Sorry, aber die Einstellung ist doch zum kotzen. Warum sollte der alte dem neuen etwas beibringen? Weil es sein Job ist. Weil er seinem Unternehmen auf eine Art und Weise auch dankbar sein sollte und das Unternehmen auch nur so vorran kommt.

Ich bin seit 01.07. auch der neue und die alten wollen mir nichts beibringen bzw. ist das keine schöne Einarbeitung. Die alten haben einfach kein Bock. Eine unmögliche Einstellung. Ich habe Bock und will lernen, aber werde immer von den alten faulen gebremst.
 
Also ich gebe mir Mühe mein Wissen mit jüngeren Teammitgliedern zu teilen, weil es aus meiner Sicht ein geben und nehmen ist. Sie können von meiner Erfahrung profitieren, ich aber auch von anderen Sichtweisen oder deren Qualitäten in anderen Bereichen (IT Themen sind als Beispiel nicht unbedingt meine Stärke).
 
Für mich unvorstellbar, dass eine Frau für gleiche Arbeit weniger Geld bekommt. Bei diesem Thema fehlen mir einfach die Worte
In den meisten Branchen gibt es doch Tarifverträge. Ich finde es hingegen unfair, dass Frauen zumindestens bei uns immer schneller befördert werden als Männer wenn es um TL Posten geht. Wichtig ist da dann nur das optische.
 
Sorry, aber die Einstellung ist doch zum kotzen. Warum sollte der alte dem neuen etwas beibringen? Weil es sein Job ist. Weil er seinem Unternehmen auf eine Art und Weise auch dankbar sein sollte und das Unternehmen auch nur so vorran kommt.

Ich bin seit 01.07. auch der neue und die alten wollen mir nichts beibringen bzw. ist das keine schöne Einarbeitung. Die alten haben einfach kein Bock. Eine unmögliche Einstellung. Ich habe Bock und will lernen, aber werde immer von den alten faulen gebremst.
Du meinst meine Einstellung ist zum kotzen. Klar würde mir als neuer auch so gehen.
Aber wenn du von oben als alter keinerlei Unterstützung mehr erhältst und nur noch der neue zählt? Wie würdest du dich fühlen? Ebenfalls doch zum kotzen, oder?
Und mit bald 57 wechselt es sich sicherlich nicht mehr so leicht. Da macht man seine Arbeit, gut ist. Aber mir persönlich macht meine Arbeit immer noch viel Spaß, da ich glücklicherweise einen Job habe, der sehr abwechslungsreich ist.
Wenn nicht, ja wenn das beschissene Betriebsklima nicht wäre
 
In den meisten Branchen gibt es doch Tarifverträge. Ich finde es hingegen unfair, dass Frauen zumindestens bei uns immer schneller befördert werden als Männer wenn es um TL Posten geht. Wichtig ist da dann nur das optische.
Hmmm welche Branche meinst du denn?
Kann doch nicht sein das Frauen den Männern gleich gestellt sind, diese ggfs überholen?
Ich atme gerade den Muff der letzten Jahrzehnte aus deinem Beitrag..
Hoffe "wir" überwinden diesen :D

. . vor allem "das optische" :D
Edit: aus welchem elitären maskulinen Dunstkreis bist du denn hervorgekrochen? Irgendwelche Probleme mit Frauen, die uns Männern grundsätzlich optisch überlegen sind?
"Ich schmeiß mich nieder" :D
 
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Leider die traurige Wahrheit. Auch bei Sonderboni gab es den einen TL bei dem die Mädels immer mehr bekommen haben, obwohl die Arbeit nicht so gut war. Bestimmt nur ein Zufall. ;-)
 
In manchen (vielen) Branchen werden Männer bevorteilt, in anderen dann vielleicht auch mal die Frauen. Die Partei der Grünen könnte so ein Fall sein, wobei es mir tatsächlich fern liegt das hier ernsthaft zu diskutieren. Betrachtet es bitte mehr als spaßigen Einschub. Kann aber auch verstehen, wenn man das nicht als Spaß verstehen mag...
In beiden Fällen ist es sicherlich nicht optimal, wobei ich zu dieser Thematik (Mann/Frau) hier aber keine allgemeingültige Aussage treffen kann und vor allem möchte... ;)

Aber ja, persönlich empfindet man ein solches Vorgehen dann vermutlich als ungerecht. Nur kann man aber (leicht) auch etwas dagegen unternehmen! ;) ;) ;)
 
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