volksporsche...

AW: volksporsche...

Habe vorhin beim Abendessen im großen und ganzen dasselbe meiner Frau erzählt, was TK1710 anspricht.

Wirtschaftlich ist es sicher gut, die Porschekuh nach allen Regeln der Kunst zu schlachten. Das hat aber auch seinen langfristigen Preis, der für die Entscheidungsträger zweitrangig sein dürfte.
In 20 Jahren ist ein Porsche dann eben kein Porsche mehr, sondern ein sportlicherer Audi mit noch mehr "Premium".
Vor 15 Jahren war Porsche vor allem im Ausland auf Augenhöhe mit Ferrari (imagebezogen). Es gibt eben ein paar Dinge, die ein großer Name auf Dauer nicht verträgt, ohne abzubauen. Teile fremder Herkunft zu verbauen ist mE nicht so dramatisch, Produkte unterhalb des Stammportfolios anzubieten aber schon.

Daß sich ein Panamera super verkauft, ist eine schöne Sache, seine Optik aber alles andere als das. Das Cayenne-KoreaSUV-Heck wollte ich bewußt vergessen, leider hat es Brumm erwähnt.
Wirtschaftlicher Erfolg mißt eben nicht den wahren "Wert", insofern zählt das Erfolgsargument mE nicht. Wir sprechen ja von _Autos_ und nicht von simplen Wirtschaftsgütern oder?

Btw. Wenn die Studie mit "Auto kein Statussymbol mehr" (Statussymbol nun definiert als "begehrtes Objekt persönlichen Interesses" und nicht als "Egospritze" etc), tatsächlich eintreten sollte, würde ich es als naheliegender empfinden, einen Umkehrtrend einzuleiten, indem ich die emotionalen Werte eines Autos wieder verstärkt herausarbeite und bewerbe. So wie heutige Autos größtenteils dastehen, wundert es mich auch nicht, wenn sich davon niemand mehr berührt fühlt. Hersteller beeinflußen und schaffen ja Trends auch mit. Hier leisten die Franzosen mE seit einigen Jahren deutlich bessere Arbeit mit begehrlichen Konzepten, nur setzen sich die hierzulande nicht durch.

In Summe sind wir uns sicher alle einig:
Eine Schande, wie unsere schöne österreichische Automarke in Deutschland zu Grunde gerichtet wird. ;(

Gruß,
Marius
 
AW: volksporsche...

Die Motoren in BMW/Mini sind eine Kooperation mit PSA, Mercedes/Smart teilt mit Renault/Nissan, Wiesmann holt sich die Technik bei BMW, Tesla die Karosserie bei Lotus, Ferrari arbeitet mit Maserati/Fiat, Ford(!) brachte Qualität zu Jaguar und die Zulieferer sind bei allen ohnehin oft die gleichen.

Mich würde alles andere wundern, denn auch bei Porsche wollen Aktionäre einen steigenden Kurs. Da geht es nicht um den Erhalt einer sympathischen Marke sondern das erzielen von Gewinn zur Zukunftssicherung von Porsche. Denn ohne Moos nix los!

Der Markt von großen SUV stottert (verständlicherweise) und es geht der Weg zu kleineren. Da kann man den Cayenne nicht einfach schrumpfen - BMW ließ den 3er ja auch solange wachsen, bis darunter Platz für den Einser war. Der wäre dann ja als neues kleines Modell auch der Niedergang von BMW. Bis jetzt habe ich eher den Eindruck, der ist eine gute Einstiegsdroge, obwohl er angesichts der Platzverhältnisse sehr teuer ist.

Das Porsche keinen Diesel selbst konstruieren würde, war doch auch vorher klar und er verkauft sich. Glücklicherweise, denn ohne einen Cayenne oder 911er könnte man gar keinen Boxster anbieten - der kleine Frauenwagen zum Schnäppchenkurs wird doch quersubventioniert :s :b :b
 
AW: volksporsche...

Und die "Aufweichung" hin zu Boxster... hat Porsche nochmals gerettet - da hätten sie es mit dem 911er alleine schwer gehabt.
Tim
Wobei es sich bei dieser speziellen "Aufweichung" eher um eine "Verhärtung" bzw. um eine sportliche Neu-Fokussierung handelte...

Ich erwarte aber nicht daß diese Bemerkung verstanden wird (schon gar nicht von einem E89-Fahrer) - es ist immer wieder belustigend, wenn sich zum Thema Porsche Leute zu Wort melden, die keine, aber auch nicht die geringste Ahnung haben worüber sie da gerade reden bzw. schreiben. Siehe auch metoos Beitrag, ein geradezu typisches Beispiel von Habe-keine-Ahnung-will-aber-auch-unbedingt-was-loswerden-Tralala...

Zum Thema Rettung: Porsches wirtschaftlicher Nahtod anfangs der 90er hatte eher mit einer vollkommen idiotischen Modell- und Produktionspolitik drei verschiedener Baureihen zu tun, die bei niedrigen Stückzahlen so gut wie kein einziges Bauteil gemeinsam hatten. Ausserdem fand der technisch überholte "Lufti-911er" Typ 993 zuletzt nur noch wenig Käufer...

Genau das wiederholt sich gerade wieder: Die mittlerweile ziemlich plüschig gewordene 911er-Cashcow erlebt einen herben Einbruch - höchste Zeit für Porsche, den verlorenen Umsatz und vor allem Gewinn (der 911 hat die höchste Gewinnspanne, d. h. ist das am meisten überteuerte Modell) mit diversen neuen SUV- und Sportlimousinen-Derivaten zu füllen. Die ehrgeizigen strategischen Ziele lassen sich eben nicht allein im Hardcore-Sportwagensegment realisieren, dafür muß man auch markenfremde Segmente bedienen - das VW-Konzernregal machts möglich.

Ob sich die Strategie rechnet und die Verwässerung der Marke dem Umsatz auf Dauer nicht langfristig schadet, bleibt abzuwarten. Solange sich die ziemlich miserable Fahrdynamik der zugrunde liegenden VW/Audi-Modelle (Touareg, Q5 usw.) ohne größeren Aufwand drastisch verbessen läßt, könnte die simple Porsche-Rebranding-Taktik eventuell zumindest in wirtschaftlicher Sicht aufgehen...
 
AW: volksporsche...

Ich verstehe zwar nicht, warum es gleich wieder persönlich und angreifend werden muss (bisher verlief dieses Thema hier recht sachlich) und mir ist auch unklar, woher Du zu glauben weißt, was ich von Porsche verstehe .... Zudem, habe ich "Aufweichung" bewusst in "" geschrieben, denn ich hielt den Weg hin zum Boxster auch für keine Aufweichung.
Aber im Grundsatz stimme ich einigen Teilen Deiner Aussage gerne zu und denke, wir sind da gar nicht so weit weg.

Vielleicht weniger angriffslustig und schon passt das wieder. :t

Tim
 
AW: volksporsche...

Kein Problem - und nachträglich sorry wenn ich Dich falsch verstanden habe...
 
Zurück
Oben Unten