AW: Volkszählung Zensus 2011
Ja, da gehts es eben los. Dann verknüpfen wir mal das Telefonbuch mit Streetview, dann weiß man schon mal wie wer wohnt, und das alles am Ende noch mit Facebook o.ä.. Die Personalabteilungen lästern heute schon kräftig, was sich in Facebook so alles findet. Der Zensus setzt da noch einen drauf, und was man in der statistischen Behörde durch Verknüpfung mit den Daten aus den sozialen Netzen so alles herausholen kann ist sicherlich auch überraschend.
Dann weiß ich immer noch nicht mehr, als ich vorher schon wusste (google-Maps bzw. Satellitenview in Navis gibts schon lange und hat keinen gejuckt). Eher weniger...mit Maps kann ich auf meinen Balkon gucken, mit Streetview nicht.
Ne andere Frage wäre, Maps infrage zu stellen. Aber ich weiß nicht, warum die Hysterie erst seit Streeview losgeht.
Anders gesagt: was Fußgänger sehen dürfen, darf auch der Rest der Welt sehen. Daher hab ich vor nem Kameraauto keine Angst...Satelliten finde ich da ehrlich gesagt unberechenbarer, da die mir auch hinter die Hecke oder auf die Dachterasse gucken (wenn ich denn eine besitzen würde).
Was mich viel mehr wurmt: Speicherung von Bildern im Cache von Suchmaschinen. Die bleiben da nämlich auch, wenn ich sie schon wieder von meiner Page gelöscht habe. Und irgendwann wirds bei google nicht mehr nur noch eine Eingabe über Textfelder geben, sondern auch über hochladen von Passfotos o.ä. Und es ist nur noch ne Frage der Rechenleistung, bis dann ein Formen-/ Gesichtserkennungsalgorithmus den Cache nach dieser Person durchscannt. Dann nützt auch der beste Fake-Name nix mehr, dann werden sogar meine Gesichter auch nach 100 Jahren noch auf Fotos in Facebook-Profilen meiner Bekannten gefunden und mit meinem Namen in Verbingung gebracht, ohne dass ich drauf verlinkt sein muss. Ab dann entziehen sich die Infos über mich im Netz tatsächlich entgültig meiner Kontrole.
Vielleicht hat Marc Zuckerberg ja recht...vielleicht kann man es heutzutage wirklich nicht mehr verhindern, dass die Zeit der zwei Identitäten (die 100% seriöse, die ich meinem Arbeitgeber im Vorstellungsgespräch vorgaukle, und die private) entgültig vorbei ist. Da kann man problemspezifische Gesetze entwerfen soviele man will, der Fortschritt ist einfach schneller. Das sieht man auch daran, dass die Gesetzgebung schon heute nicht mehr hinter den Softwareentwicklern für immer neue Tauschbösenkonzepte für MP3's u.ä. hinterherkommt.
Aber vielleicht steigt dann auch ZWANGSWEISE die Toleranz für das "Privatleben", da dann auch der spießigste Personalangestellte im Unternehmen erkennt, dass es einfach NIEMANDEN gibt, der sich mal Karneval, Silvester oder wann auch immer betrinkt und NICHT in Krawatte rumrennt. Und ne Jugend hatte usw. Und aber trotzdem sein Studium schafft und ein guter Angestellter sein kann.