Wieviel Elektronische Helferlein braucht der mündige Fahrer

Richtig, wobei einige Forumianer hier leider ein wenig diskriminierend sind in Bezug auf ältere Autofahrer, die als Rentner, Opa usw. bezeichnet werden, die kein Licht einschalten, Spur nicht halten, für denen ein Tüv benötigt wird usw....
In der letzten Zeit beobachte ich häufiger derartige Sachen von junge Fahrer und Fahrerinnen, wie z.B. nach links ausholen um rechts abzubiegen und das auch noch ohne Blinker. Letztens bin ich hinter einem bei uns im Ort hergefahren, der die ganze Strecke über mehrere km genau dieses Verhalten an den Tag legte. Also bitte ich diesbezüglich um etwas zurückhaltung, meine Herren.

Wenn Dir die Wahrheit nicht passt, dann ist das Dein persönliches Problem - ich jedenfalls werde mich nicht an Zurückhaltung üben.

http://www.welt.de/vermischtes/arti...nd-haeufiger-als-Geisterfahrer-unterwegs.html

... hier wird nur Bezug genommen auf den Anteil der Bevölkerung, ich würde diese Studie lieber in Bezug zur jährlichen Fahrleistung der Altersgruppe setzen wollen.

Ich behaupte, dass Senioren nur einen Bruchteil der jährlichen Fahrleistungen erbringen, die etwa 30-50-jährige erbringen.

Und sorry, rechts abbiegen ohne Blinker ist in meinen Augen nicht zu vergleichen mit Geisterfahrern.

Das hat meiner Meinung nach auch absolut nix mit Diskriminierung zu tun, wenn ich eine wiederkehrende Tauglichkeitsprüfung (theretisch, praktisch, gesundheitlich) für alle Führerscheininhaber fordere - bei LKW-Fahrern gibt es das ja bereits.
 
Wenn ich hier lese das hier im Forum geschrieben wird bekomme ich Gänsehaut. Da gibt es Fragen wie "wie fahrt Ihr? ESP an oder ESP aus" und es kommen Antworten wie "Ich fahre immer mit ESP aus" - was soll das?
Ich Fahre auf öffentlichen Straßen, das eigene Auto bedeutet nicht "Freiheit" sonder "Verpflichtung" und "Verantwortung" - es gibt nichts im Leben was derart reglementiert ist wie das Autofahren. Es gibt innerhalb der Straßenverkehrsordnung keine Möglichkeit sich so zu bewegen das ich überhaupt in die Nähe des ESP Regelbereiches komme.

Und das ist auch gut so, denn jeder Verkehrstote ist einer zuviel..

Sorry aber wenn ich das lese bekomm ich die Krise. Zunächst mal kann die ESP Lampe ganz entspannt blinken obwohl ich mich innerhalb der Verkehrsordnung bewege. So z.B. mit Winterreifen auf einer flott gefahrenen engeren Kurve der A3 im Taunus. Oder mal zügig rausbeschleunigt wo....

Ich stimme zu dass für die Mehrheit das möglichst sichere und entspannte Fahren der Hauptnutzen ist. Bitte gerne mit möglichst vielen Assistenzsystemen. Nur werden diese dann peu a peu zwanghaft auf ALLE übergestülpt und dann kommen wir langsam in Bereiche die mir gruselig werden.

"Jeder Verkehrstote ist einer zuviel"....mit so einem Totschlag ;) Argument sehen wir uns irgendwann nur noch gegenseitig beim Hallenhalma zu zwischen Schlafen, Arbeiten und Internetshoppen. Demolition Man lässt grüßen. In so einer überregulierten Welt möchte ich nicht leben!!!

Nur weil es einige nicht hinbekommen dürfen wir dann auf schönsten freien Landstraßen nur noch 70 fahren...warum nicht 50? oder demnächst gar 30? am besten gleich nur noch autonom per Zwang?

Ja da geb ich dir recht. Das Autofahren ist wohl wirklich in den 70ern gestorben.

Alles im Leben ist ein abwägen zwischen Aufwand und Nutzen. Beim Thema Sicherheit wird ersteres leider pauschal vordergründig ignoriert dabei ist es nunmal so. Auch noch das letzte bischen Optimierung zu erreichen erfordert gigantischen Aufwand, Einschränkungen, Reglementierungen...das will keiner wirklich...also ich nicht!
 
Um mal zum Thema zurückzukommen, hier meine eigenen Erfahrungen:

  • ABS, ESP, DSC etc.: Alles fraglos sinnvoll und bei Bedarf zumindest teilweise ja auch abstellbar. (Schleudertraining)
  • Regensensor: Sinnvoll, wenn sich die Empfindlichkeit einstellen lässt. Kaum zu glauben, aber beim Peugeot 407 war genau das NICHT möglich. Bin trotzdem Charlie.
  • Tunnelsensor: Wie, man kann das Licht auch manuell ein- und ausschalten?
  • Tempomat: Nice to have, in Baustellen etc. sinnvoll zur Entlastung des krampfhaft das Gaspedal nur streichelnden rechten Fußes (ist das eigentlich von BMW so gewollt, dass das Fußgelenk erst bei einem Tempo von 200 km/h entspannt ist - wobei ich ja noch nicht mal das zusätzliche Gewicht eines Schuhs dran habe?). Ansonsten in der Wüste von Nevada bei gefühlt 500 Meilen am Stück geradeaus sehr empfehlenswert (nur in Verbindung mit Spurassistent, Pausen- und Kurvenwarner).
  • Navi: Ich kenne noch Außendienst mit Falk-Plänen... Brauche ich nicht mehr (die Falk-Pläne). Dafür wusste ich früher immerhin, wo ich war und rumgefahren bin...
  • HUD: Supergeil (hatten es im Test-F30), aber ohne Navi witzlos, daher nicht bestellt.
  • Bremsassistent: Wenn man sich mal dran gewöhnt hat (ohne daß der Hintermann aufgefahren ist) i.O. Aber wehe man steigt dann mal wieder in eine Kiste ohne...
  • Abstandswarner: Haben wir im F31, warnt gerne vor parkenden Autos, entbehrlich...
  • ACC: Könnte im Stop & Go sinnvoll sein. Blöderweise beim F31 damals nicht mitbestellt, weil ich nicht ahnte, dass sich der Einsatzbereich so schnell ändern würde. Vermisse ich. Individuelle Lösung: Nach dem Berufsverkehr ins Büro fahren... (und zurück)
  • Personenwarnung: Haben wir im F31, noch nicht getestet (bin nicht auch nicht scharf drauf)
  • PDC: Sinnvoll, vor allem beim Touring hinten, wenn ein 3-Jähriger im Bobbycar quer kommt.
  • Rückfahrkamera: Wie PDC, nur noch deutlicher, weil der 3-Jährige von der hohen Bordsteinkante unterschieden werden kann. Viel Sicherheitsgewinn für wenig Aufwand. Eines der sinnvollsten Features.
  • Einparkassistent: Toll, was Technik heute so kann! Ein Highlight der Ingenieurskunst und als solcher kann ich mich an diesem Assi so richtig aufgeilen. War zudem Teil des Pakets. Blöderweise verlernt man dabei selber das Parken. Daher nie im Einsatz. Außer wenn Gäste im Auto sind, die das sehen wollen. Worauf man sie natürlich explizit aufmerksam macht ("Das wollt ihr doch bestimmt mal sehen, oder?)".
  • Kurvenlicht und adaptives Fahrlicht: Noch geiler als der Einparkassistent und im Gegensatz zu diesem auch absolut sinnvoll. Einfach genial wenn sich der (Fern-) Lichtstrahl bei der Annäherung an ein langsameres Fahrzeug aufteilt wie einst das Meer bei Moses... Freue mich schon auf die 1024-LED-Matrix-Scheinwerfer der kommenden Autogenerationen. Bin Lichtfetischist (alte Berufskrankheit) und daher vielleicht nicht ganz repräsentativ...
  • Toter-Winkel-Warner: Im Miet-GLK auf 10-spurigen Stadtautobahnen in LA kennen und schätzen gelernt. Im F31 vorhanden, leider nicht mit Option "Panzerfaust gegen spurwechselnde Blinkmuffel von der Seite" bestellbar.
  • Spurassistent: Auf Wunsch meiner Frau mitbestellt, bei mir immer aus. Im Zusammenhang mit vollautonomem Fahren in der Zukunft sicher mal sinnvoll... Wenn er doch mal an ist, wird man durch leichtes Zittern des Lenkrads daran erinnert, den Blinker beim Spurwechsel nicht gesetzt zu haben und freut sich, daß auch Andere die Option "Panzerfaust gegen spurwechselnde Blinkmuffel von der Seite" nicht bestellen konnten.
  • Schildererkennung: Wer schon mal überraschend und ohne schlechtes Gewissen geblitzt wurde, stellt den Sinn dieses Assistenten nicht mehr in Frage. Funktionieren muss er natürlich (habe hier von 50% Fehlerquote gelesen), das gilt aber eigentlich für alle Assistenten, ich beziehe mich daher nur auf die ausgereiften. Haben ihn trotzdem nicht, da nur in Kombi mit Navi bestellbar.
  • Sprachsteuerung: Bei mir auf dem Beifahrersitz. In der Regel angenehme weibliche Stimme, manchmal aber auch nervtötend, nicht selten empfindlicher als der Bremsassistent.

Übrigens: Mitte Januar waren bei unserem F31 aufgrund eines aufgescheuerten Kabels zu einem Radsensor diverse Assisstenten ausgefallen und ich musste einige 100 km ohne sie auskommen. Und das mitten im Winter. Bin trotzdem angekommen. Sogar heil. Eigentlich war irgendwie (fast) alles wie immer. Lag vielleicht am Einsatz des Assistenzsystemausfallnotfallassistenten, auch mitdenkender Fahrer genannt...
 
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Hallo,
Ich finde, diese Systeme hätten vor allem in LKWs ihre Berechtigung, damit die mal schön wie eine Perlenkette auf der Rechten Fahrbahn bleiben und nicht kilometerlang die Linke Spur blockieren.
Verstehe gar nicht, wieso Pkws für die Industrie hier so im Vordergrund stehen.
Oder gibt's das bei LKWs schon längst?
Auf der Autobahn merke ich davon nichts....

Gruß
Markus
 
... Aber diese Gängelung muss doch nicht wirklich sein!...
Genau!

Es ist eigentlich ganz einfach! Ich finde viele features auch interessant, manche sogar echt hilfreich, möchte diese Features aber an-/abschaltbar haben! Wenn ich meinen 3,5-Tonner Anhänger rückwärts fahre, ist es fast notwendig, sich halb aus dem Auto zu hängen, um im ersten Versuch gleich auf 10 cm die Einfahrt oder was auch immer zu treffen. Blöderweise will mein Panzer aber, dass die Tür zu ist und der Fahrer angeschnallt, sonst knallt er mir das "P" ins Getriebe. Zum Glück ist der Fahrer intelligenter als das Auto.

Es ist ja leicht abzusehen, was passiert: Der Trend der zunehmenden Automation wird zunehmen, der Gesetzgeber wird die Entwicklung verschlafen, die Fahrkompetenz wird weiter sinken, ein streng monoton wachsendes Durchschnittsalter der FahrerInnen ist zwangsläufig, permanentes Abgelenktsein (durch iPod, Handy, Navi, Netz usw.) und die damit einhergehende, von mir hier schon oft identifizierte mangelnde Bereitschaft (vielleicht sogar Fähigkeit), für sein Handeln Verantwortung zu übernehmen tut ein Übriges. Und irgendwann muss jeder im Haushalt einen Integralhelm tragen, weil ja im Haus die meisten Unfälle passieren...

Und wenn mich das alles mal wieder richtig nervt, dann steige ich in meinen Moggi, der nur Motor und 4 Räder hat und fahre ein paar einsame Straßen. Dabei habe ich dasselbe Gefühl von - klingt jetzt sehr abgedroschen :D - Freiheit und Abenteuer im Bauch wie schon in den 70ern.
morgan052.jpg


Der Mensch muss die Kontrolle behalten. Dass das nicht so bleibt, ist meine Befürchtung...
In diesem Sinne: Schönen Tach! :) :-)
 
Aus meiner Sicht kann man über viele Assistenzsysteme diskutieren, aber es gibt für mich zwei, da verbietet sich das:
ABS und ESP. Der Nutzen dieser Systeme überwiegt die Einschränkungen, falls es welche gibt, bei weitem.
Für das abschalten von ESP gibt es auf öffentlichen Strassen eigentlich nur einen gelegentlichen Grund beim Hecktriebler: Anfahren auf sehr glatter Fläche.
Generell finde ich alle Systeme gut, die auf relativ einfache Weise klassische und häufig fatale Fahrfehler verhindern ( z.B. totwinkel, Rückfahrkamera).
Ich denke dass wir heute viele Assistenzsysteme " verteufeln" einfach weil wir sie nicht gewohnt sind.
Ich z.B. schätze sowohl Regensensor, autom. abblendende Spiegel und PDC so sehr dass kein Auto mehr ohne bestellen würde, obwohl sie nicht gerade kritisch sind.
Was aber sicher stimmt: Mit Pdc hab ich einen Teil rückwärts einparken verlernt.
 
Gegen Ende heißt es: "... muss man sich entscheiden." -

Na, hoffentlich kann ich mich entscheiden! Nicht, dass mir die Entscheidung abgenommen wird.
 
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