für oder wieder privater Waffenbesitz

Soll der private Waffenbesitz in Deutschland verboten werden ?

  • Ja

    Stimmen: 53 43,8%
  • Nein

    Stimmen: 68 56,2%

  • Umfrageteilnehmer
    121
  • Umfrage geschlossen .
AW: für oder wieder privater Waffenbesitz

Wäre soetwas die Tage nicht passiert, würde es diese Diskussion bei weitem nicht geben.

das sehe ich anders, zumindest auf meine Person bezogen.

Ich bin seit Langem ein Gegner privaten Waffenbesitzes, und ich lehne die fadenscheinigen Rechtfertigungsversuche der Waffenträger ab.
Durch vielfältige Aufenthalte in den USA habe ich mitbekommen, was es heißt, in einer Stadt wie LA mit Waffen zu leben. Allerdings kann ich auch verstehen, daß Amerikaner auf dem platten Land der Mitte sich selbst schützen müssen, da es sonst niemand anderer tut.
Das ist hier in Zentraleuropa aber nicht der Fall.

Was aber wirklich unerträglich ist, ist die Waffenlobby, die immer raffiniertere Waffen in den Markt drückt, ohne Rücksicht auf Verluste. Auch der Waffenhandel/-schmuggel in Krisengebiete funktioniert nur, weil die Waffen zuerst mal gebaut werden. Dann werden sie unter irgendeinem fadenscheinigen Vertrag legal irgendwohin verkauft, wo sich dann die Spur verliert. Und auf einmal bekommt man mit, wie unkontrollierbare Stammesfürsten in Afrika in Waffen schwimmen, sowohl westlicher wie auch östlicher Provenienz.
Da müßte der Hahn abgedreht werden, die echten Jäger sind wirklich nicht das Hauptproblem.
 
AW: für oder wieder privater Waffenbesitz

das sehe ich anders, zumindest auf meine Person bezogen.

Ich bin seit Langem ein Gegner privaten Waffenbesitzes, und ich lehne die fadenscheinigen Rechtfertigungsversuche der Waffenträger ab.
Durch vielfältige Aufenthalte in den USA habe ich mitbekommen, was es heißt, in einer Stadt wie LA mit Waffen zu leben. Allerdings kann ich auch verstehen, daß Amerikaner auf dem platten Land der Mitte sich selbst schützen müssen, da es sonst niemand anderer tut.
Das ist hier in Zentraleuropa aber nicht der Fall.

Was aber wirklich unerträglich ist, ist die Waffenlobby, die immer raffiniertere Waffen in den Markt drückt, ohne Rücksicht auf Verluste. Auch der Waffenhandel/-schmuggel in Krisengebiete funktioniert nur, weil die Waffen zuerst mal gebaut werden. Dann werden sie unter irgendeinem fadenscheinigen Vertrag legal irgendwohin verkauft, wo sich dann die Spur verliert. Und auf einmal bekommt man mit, wie unkontrollierbare Stammesfürsten in Afrika in Waffen schwimmen, sowohl westlicher wie auch östlicher Provenienz.
Da müßte der Hahn abgedreht werden, die echten Jäger sind wirklich nicht das Hauptproblem.

dem kann ich zustimmen,... ich bin wie gesagt auch gegen frei verkäufliche waffen wie es eben in den usa ist, nicht jeder sollte hier mit einer waffe umherlaufen können... es bedarf eben einer gewissen ausbildung um verantwortungsvoll eine waffe zu führen... und jäger sind da eben nicht das hauptproblem!
 
AW: für oder wieder privater Waffenbesitz

Was bringts, wenn vielfach dagegen verstoßen wird? Dann gibts nur 2 Alternativen:
1)Strengere Kontrollen: unrealistisch, zu hohe Kosten, zu hoher Personalaufwand, Probleme mit Grundsatz der Privatsphäre
2)Strengere Gesetze: Ohne Probleme machbar und ohne Einschränkungen für die Betroffenen. Bei Sportschützen ist es mir absolut nicht nachvollziehbar, warum die Waffen zu Hause gelagert werden müssen - benutzen darf man sie dort doch sowieso nicht. Das würde für einzelne auch ne Menge Geld sparen, denn so ein Safe ist bestimmt nicht billig :w

Du beantwortest es im prinzip ja selbst:

"Was bringts, wenn vielfach dagegen verstoßen wird?"

Genau das ist der Punkt! die leute die sich an die heutigen gesetze nicht halten, werden sich auch an die strengeren gesetze nicht halten!

Also ich weiss ja nicht, auf welchen Pausenhöfen du dich rumgetrieben hast, aber im Normalfall ist die illegale Beschaffung einer Waffe deutlich schwieriger, als wenn die Waffe sich im Haus befindet. Die illegale Beschaffung stellt einfach nochmal eine höhere Hürde da und kann manchmal den Unterschied ausmachen. Keiner von uns weiss, ob der Amokläufer seine Tat für diesen Tag genau geplant hat oder ob die Idee schon da war und die Ausführung relativ spontan geschehen ist. Falls letzteres der Fall war, dann hätte der Täter seine Tat nicht ausführen können.

Ich war auf ner normalen schule auf nem dorf... und auch sonst ist es in kleineren städten kein problem, sich ne illegale waffe zu besorgen... das es schwieriger ist ne illegale waffe zu besorgen streite ich ab... wer sich eine besorgen will schafft es. da du nie not hattest, dir eine zu besorgen oder nicht in solchen kreisen verkehrt hast, denkst du es ist schwierig, aber da täuscht du dich!

Mit einem Küchenmesser? Dass ich nicht lache :d

Ich kann gar nicht glauben, dass du das ernst meinst. Aber ich erkläre es trotzdem mal: Natürlich geht auch von scharfen Messern eine erhebliche Gefahr aus, aber damit einen Amoklauf zu bestreiten ist quasi unmöglich, da der Täter immer unmittelbaren Kontakt zu seinen Opfern braucht. Das Risiko, das Messer schnell aus der Hand geschlagen zu bekommen, ist einfach viel zu hoch. Spekulative Vermutung: Wäre der Täter mit einem Messer in die Klasse eingedrungen und hätte er damit auf jemanden eingestochen, dann wären die anderen zur Hilfe geeilt. Einer gegen 20. Schöne Aussichten. Außerdem waren die Schulamokläufe immer durch einen Selbstmord des Täters gekennzeichnet. Mit einem Messer ist dies deutlich schwerer als mit Schusswaffen.

Ein Amoklauf einer einzelnen Person mit vielen Toten ist mit einem Messer also unmöglich. Und jetzt fang nicht mit anderen Gegenständen wie Baseballschlägern und Elektroschockern an :s

mh... liest du Zeitung? was war denn mit den amokläufer in berlin? der hatte nen messer... es ist also nicht so abwegig... notfalls kann ich auch mit nem auto in eine menschenmenge rasen... es geht darum, wer amok laufen will tut dies... egal mit welcher waffe!
Ich denke nicht das alle 20 schüler auf einen losgegangen wären, wenn dieser eine nen messer hat... da irrst du dich denke ich... selbst wenn irgendwelche leute einen anderen nur verprügeln schauen die meisten weg und da haben die angreifer nicht unbedingt ein messer... Zivilcourage??? MÄÄÄÄÄÄÄÄÄP ... leider oft fehl am platze...
Amokläufe mit dem messer sind im übrigen schon vorgekommen, genauso wie amokläufe mit dem auto... wer amok laufen will, findet einen weg andere Leute zu töten!
Da der Amokläufer eh nicht damit rechnet, das er überlebt, sind ihm 20 gegen einen dann auch egal...


Für Jäger könnte man auch zentrale Systeme einrichten, etwa in der Gemeindeverwaltung oder ähnliches. Jeder Jäger könnte dann einen eigenen Schlüssel bekommen. Der Waffenbestand wird regelmäßig kontrolliert, sodass fehlende Waffen schnell bemerkt werden. Jetzt wirst du sagen, naja wenn jeder einen Schlüssel hat, kann man sie auch daheim lagern. Nein, das macht sehr wohl einen Unterschied, ob die Waffen in unmittelbarer Nähe lagern oder nicht. Dass jedes System Lücken haben wird, ist klar, denn irgendeiner muss ja Zugriff auf die Waffen haben, aber es geht ja darum, so viele Löcher wie möglich zu stopfen. Und die private Lagerung zu Hause ist ein sehr tiefes Loch wenn du mich fragst.

Wenn dein Sohn amok laufen will und deinen Waffenschrank knackt, bzw. sich den Schlüssel organisiert, ist er auch so zielstrebig, das er sich den Schlüssel zum zentrallager besorg, also deinen und dann zugriff auch noch mehr waffen hat!

Natürlich sind Schusswaffen nicht dafür da, Amok zu laufen, aber sie können dafür benutzt werden, und das ist gerade der springende Punkt. Waffen sind natürlich immer nur ein Mittel zum Zweck, da hinter jeder Waffe jemand ist, der diese benutzt. Viele Opfer hätten aber verhindert werden können, wenn die tötungsbereite Person keine Waffe zur Hand gehabt hätte. Das Argument, dass Waffen niemanden umbringen, ist also total naiv.

Sie können aber dafür benutzt werden... richtig, genauso wie autos, messer, schwerter....

Es hält sich aber keiner dauerhaft an die Gesetze... :s

es hält sich keiner dauerhaft an gesetze... zumindest nicht die kriminellen subjekte, welche sich dann auch nicht an die verschärfung der selbigen halten!
 
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...

Hier in Deutschland halte ich Waffenbesitz für überflüssig, incl. der Schützenvereine, sorry. Ausgebildete Jäger stellen eine Sonderrolle dar.
Mit Schießen rein zum Spaß kann ich mich nicht anfreunden, da immer die Gefahr des Mißbrauchs existiert.

Ich habe noch von keinem Amoklaufendem Biatlethen, oder Reservisten, oder Sportschützen gehört. Wollen wir die Recurve und Compoundbögen auch gleich verbieten? Wie ist das denn mit Messern? Wenn man es darauf anlegt, kann man mit einem Messer recht schnell zig Menschen töten.

Mit einem Auto kann ich auch leicht einen umbringen, aber ich kann kaum in eine Schule hineinfahren, oder aber von Ort zu Ort, um nacheinander Leute umzubringen. :M

Nö, es würde reichen zum Schulschluß mal über den Bürgersteig zu fahren.
Gleich bei mir um die Ecke sind ein paar befahrbare Schulhöfe - die Tore sind immer auf...

Allgemein:

Amokläufer, Mörder, Vergewaltiger, Phädophile (usw.) gab es schon immer.
Früher gab es nur nicht diese Mediale Gewalt, welche längst zur Erweiterung unseres Bewußtseins wurde. Allein das Abstrahieren haben wir noch nicht gelernt, und somit stilisieren wir jedes Vorkommnis zu DEM Vorkommnis.
Jeder Kinofilm ist mittlerweile "der teuerste Film aller Zeiten".

Wenn ein Flugzeug abstürzt, sterben i. d. R. 100 (+) Menschen.
Wieviele sterben denn im täglichem Straßenverkehr?

Habt ihr euch mal mit der Geschichte beschäftigt? Wißt Ihr, wie die Menschen sich früher massakriert haben (erschlagen von einem Morgenstern, zerfetzt von einer Helebarde, verbrannte Hexen (nur weil eine Witwe sich als Gesellschaft eine Katze zulegte?)...?

Es ist der Mensch welcher Gegenstände zu einer Waffe macht.
Weder der Besitz, noch die Benutzung macht einen Menschen zum Mörder.

Insofern kann es nur so sein, daß man die Gesellschaft ändern muß.
Der Mensch muß sich ändern, er muß mit sich, "seinem Gegenüber" - der Gesellschaft an sich - anders umgehen.

Alternativ könnten wir z. B. auch den Sport Fußball verbieten, dann gäbe es keine Hooligans mehr, keine Schlägereien, und meine Krankenkasse müßte mir weniger Geld abknöpfen jeden Monat - mal ganz abgesehen von den zu bezahlenden Polizeieinsätzen. (Das das nicht funktioniert ist mir klar, ist genauso "blöd" wie Waffen zu verbieten.
 
AW: für oder wieder privater Waffenbesitz

...

Was aber wirklich unerträglich ist, ist die Waffenlobby, die immer raffiniertere Waffen in den Markt drückt, ohne Rücksicht auf Verluste.

"Solange es Menschen gibt, gibt es Kriege. "
"Wer gegen die Pille ist, ist für die Atombombe."​

Zitate und Weisheiten - nicht von mir.

Nimm mal die Vorstände der großen Firmen. Teilen die die Gewinne gerecht auf die Mitarbeiter auf? Was rechtfertigt denn bitte ein Gehalt von 10 Millionen / Jahr? Tja, schon wurde wieder Neid produziert. Und das sauer erarbeitete Geld der Kleinanleger wird auch noch von "denen da oben" verbrannt. Folge: Neid, Wut...

Auch der Waffenhandel/-schmuggel in Krisengebiete funktioniert nur, weil die Waffen zuerst mal gebaut werden.

Bitte? In 80% aller Fälle laufen die da mit asbach uralten AKs, G3s und M16s (und das sind die neuesten) durch die Gegend.

Dann werden sie unter irgendeinem fadenscheinigen Vertrag legal irgendwohin verkauft, wo sich dann die Spur verliert. Und auf einmal bekommt man mit, wie unkontrollierbare Stammesfürsten in Afrika in Waffen schwimmen, sowohl westlicher wie auch östlicher Provenienz.

Hier muß ich Dir uneingeschränkt recht geben. Und hier muß auch international einhalt geboten werden. Aber es ist nicht möglich die sogenannten Schurkenstaaten zu Isolieren. Und wenn ich mir mal angucke, wieviele dieser Menschen mit "ganz normalen Macheten" (sowas wird in diesen Ländern täglich gebraucht) geschlachtet wurden...

Mit Waffen, Drogen und Prostitution wird einfach zu viel Geld verdient.
 
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Ein kleiner Hinweis:

So ein Amokläufer ist nach meinem Verständnis nach ein

SELBSTMÖRDER

der mit möglichst viel Aufmerksamkeit/Verlusten

abtreten will.

Im Gegensatz zu den Tausenden Selbstmordopfern, die sich wegen Hänseleien, Mobbing, Depressionen, Angst, Stress,... umbringen, nimmt er bewusst das große Finale in Angriff.

Die Ausführung ist doch nebensächlich. Wenn es nicht mit der Pistole ist, dann mit einem Sprengsatz, oder Gift, oder Messer, oder ...

Die Frage ist, ob man das überhaupt in den Griff kriegen kann? Wird man jemals das Böse im menschen "therapieren" können?

Ist 1 Mord weniger schlimm als 15? Wie viele berufliche Waffenträger töten sich oder andere aus Eifersucht, Hass, oder Verzeweiflung?
 
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Die Ausführung ist doch nebensächlich. Wenn es nicht mit der Pistole ist, dann mit einem Sprengsatz, oder Gift, oder Messer, oder ...

Das glaube ich ehrlichgesagt nicht. Schaut man sich mal die zahlreichen, detaillierten Dokumentationen des Columbine Amoklaufes an, muss man schon sagen, dass die Jungs es geil fanden aufgrund einer Waffe die absolute Macht und Kontrolle zu haben. Mit einem Auto über den Schulhof zu brettern hätte den sicher keinen Spaß gemacht.
Klar kann man mit allen möglichen Mitteln einen Amoklauf machen, allerdings sind das auch ganz verschiedene Täterprofile. Ich zweifle daran, dass der Amokläufer von Winnenden es auch mit zB einem Auto gemacht hätte...
 
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Das glaube ich ehrlichgesagt nicht. Schaut man sich mal die zahlreichen, detaillierten Dokumentationen des Columbine Amoklaufes an, muss man schon sagen, dass die Jungs es geil fanden aufgrund einer Waffe die absolute Macht und Kontrolle zu haben. Mit einem Auto über den Schulhof zu brettern hätte den sicher keinen Spaß gemacht.
Klar kann man mit allen möglichen Mitteln einen Amoklauf machen, allerdings sind das auch ganz verschiedene Täterprofile. Ich zweifle daran, dass der Amokläufer von Winnenden es auch mit zB einem Auto gemacht hätte...

In diesem Falle ist mal nicht das Medium die Message.

Sobald alle Schußwaffen verboten sind, keine mehr im Umlauf sind, und man sich auch keine mehr besorgen kann, wird sich der kranke Geist der Amokläufer andere Dinge ausdenken.

Denen geht es darum Menschen zu töten, eine bestimmte Anzahl - oder einfach nur möglichst viele. Alle Jungs, oder alle Mädchen, oder alle Lehrer.

Die Schußwaffe ist hier nur ein Mittel zum Zweck seine "Macht" zu demonstrieren. Es ist - so denn eine Waffe vorhanden ist - die einfachste. Ja, das mag sein.

Dieser Film ist nicht das Maß aller Dinge. Dieters beispielen bzgl. der USA folgend gebe ich euch sicherlich recht. Verantwortungslosen Menschen sollte - und darf - man keine Waffe anvertrauen (dazu gehört auch der Vater dieses Amokläufers).

Wieviele Jahre hat es gedauert Splitterbomben zu ächten? Wieviele Phosphorbomben zu verbieten - dieses Zeug ist an perversion kaum zu überbieten? Wieso sind in einigen Ländern als Strafe noch das Abhacken der Hände (bei Diebstahl) erlaubt. Weshalb darf ein betrogener Ehemann seine Frau - straffrei - mit Säure übergiesen? Weshalb werden die tausenden Vergewaltiger in (z. B. afrikanischen Ländern) nicht belangt. Weshalb bekommt man für eine Vergewaltigung (einfach Ausführung) 2 Jahre - manchmal auf Bewährung - für ein Steuerdelikt 5 - 10 Jahre, wenn man Vorstandsvorsitzender eine multinationalen Unternehmens ist hingegen nur x.000.000 Millionen Euro Strafe?

Und selbst wenn der Besitz von Handfeuerwaffen verboten ist. Würde man es drauf anlegen, bekommt man im Rotlichtviertel um die Ecke, bei größeren Motorradclubs, in der Nähe von Berlin, auf Waffenbörsen in Belgien alles was das Herz eines Amokläufers so begehrt - Schengen machts möglich. UND? Ach ja. Der Besitz von Sportwaffen ist ja verboten. Das hat es gebracht.
 
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Den Schlüssel vom Auto hatte der Vater besser versteckt...
Ok Columbine, schön verzerrt aufgewertet von einem Hr. Michael Moore.

Wie viele Geisterfahrer gab es letzte Woche?


Ich hatte mich eigentlich gefreut, dass dieser Fred den Weg nach unten einschlug..nun ist er wieder da :(:(
 
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Ich hatte mich eigentlich gefreut, dass dieser Fred den Weg nach unten einschlug..nun ist er wieder da :(:(

Es wird immer Menschen geben, die Postulate aufstellen, und zur allgemeingültigen Wahrheit erklären. Guck mal, die Darwinsche Evolutionstheorie wird vielerseits immer noch angezweifelt... %:
 
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P.S. Was mir gerade einfällt, auf PAINTBALL ist hier noch niemand gekommen oder? Ein Sport oder Spiel, mit denen man mit waffenähnlichen Geräten auf MENSCHEN SCHIESST. Da hat hier noch niemand ein Wort drüber verloren...

Hab jetzt nicht alles gelesen sondern nur die Hälfte, aber will das mal eben aufgreifen

mhh kurz zu mir:
ich hatte schon mit 12 Jahren diese ganz billigen Softair-Plastik-Pistolen
ich hatte jahrelang intensiv counterstrike gespielt
ich spiele seit ca 1.5 jahren aktiv paintball
ich habe 3 markierer zuhause liegen, 2 davon, auf wunsch auch "illegal" indem ich ein us-board mit fullauto modus einbauen kann (spiele fast ausschließlich in CZ, in D kein fullauto)

ich lauf nich amok und habs auch nicht vor

ich finds nen witz wie immer auf alles losgegangen wird, was nicht wirklich schuld ist...wie schon gesagt wurde ist eine waffe nur ein mittel zum zweck, töten muss der mensch.

so zurück zum paintball, darüber wird ja auch schon wieder hergezogen
schützenvereinen die paintball anbieten droht lt. Bild (obs stimmt?) der ausschluss aus der DSB. lt. einem bekannten paintballforum gibt es nichtmal nen verein der in der DSB ist und paintball anbietet. auch wieder nur gelaber damits sich für die bevölkerung toll anhört

außerdem, man lernt sehr viele absolut nette und hilfsbereite leute kennen, ballert sich den tag über gegenseitig ab und am abend wird zusammen gefeiert.

und ja ich spiele natürliche genau die variante von paintball, die ganz klar als krieg spielen abgestempelt wird - woodland - d.h. ich lauf im flecktarn durch den wald (natürlich auf einem offiziellen paintball-feld) mit taktischer weste und funkgerät mit einem markierer der, außer der munitionsbox, einer echten waffe zum verwechseln ähnlich sieht
es ist für mich trotzdem sport und kein krieg spielen, wollte ich krieg spielen und ballern um jeden preis wär ich jetzt beim bund und würde nicht meinen zivildienst ableisten.

ich habe auch keine paint (muntion) zu hause um hier irgendwo im wald illegal zu spielen.
außerdem halte ich mich strikt an die transportbestimmungen:
markierer in abgeschlossenem koffer, illegales board kommt sogar in ein anderes auto als der markierer. somit ist er schon schussunfähig. achja in CZ ist fullauto übrigens erlaubt.

und noch was anderes, was hat paintball eigentlich mit dem aktuellen, und auch früheren, amoklauf/läufen zu tun. soweit ich mich erinnere hatte KEINER der amokläufer paintball gespielt.


so nun hab ich meinen frust mal niedergeschrieben...

ich finds einfach ne sauerei, dass so vereinzelte volldeppen immer nen ganzen haufen andere leute in den dreck ziehen


und zu den ganzen tollen forderungen wurde ja auch schon viel geschrieben
schärfere gesetze werden auch nicht viel bringen, wenn entweder eine waffe von daddys sammlung offen rumliegt oder auf dem schwarzmarkt alles zu bekommen ist was das herz begehrt
 
AW: für oder wieder privater Waffenbesitz

so zurück zum paintball, darüber wird ja auch schon wieder hergezogen schützenvereinen die paintball anbieten droht lt. Bild (obs stimmt?) der ausschluss aus der DSB.

Das wäre auch i. O. so. In den DSB gehören keine Marker, das sind zwei vollkommen unterschiedliche Orientierungen (Präzisionsschießen und ...).

Vielen Jugendlichen fehlt heutzutage der Bezug zur Realität, das Verständnis zu Werten (z. B. Autos zerkratzen), und zum Leben (oder auch körperlicher Unversehrtheit - z. B. Hools). Solche Menschen sollte man auf keinen Fall "trainieren" zu töten, bzw. sinnlos viel rumzuballern.
 
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Aber die meisten Amokläufe aus dem Artikel haben doch gar nicht in Deutschland (3) statt gefunden...&:
Reden wir vom deutschen Waffengesetzt, das der U.S.A., Frankreichs, Venezuelas?!
 
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Aber die meisten Amokläufe aus dem Artikel haben doch gar nicht in Deutschland (3) statt gefunden...&:
Reden wir vom deutschen Waffengesetzt, das der U.S.A., Frankreichs, Venezuelas?!
Wir reden von der schädlichen Wirkung von Schusswaffen (überall) auf die Gesundheit und die
daraus resultierenden oder nicht resultierenden Auswirkung auf unsere Gesetzgebung.

Dabei sind die Amokläufe nur der Aufhänger.

Unterstrichen wird , dass Kraftfahrzeuge und Schusswaffen sich in dieser Hinsicht eher nicht vergleichen lassen.
 
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Wieso gibt doch täglich Geisterfahrer...
 
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Wieso gibt doch täglich Geisterfahrer...

Die meisten werden aber nicht absichtlich zum Geisterfahrer, und die, die es werden, reißen max. 4 Personen mit in den Tod, im schlimmsten Fall. Das ist ein gehöriger Unterschied zu Schusswaffen.

Um überhaupt irgendetwas zu erreichen, muss man nunmal irgendwo ansetzen, und zwar da, wo es realistisch durchsetzbar ist :s
 
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Die meisten werden aber nicht absichtlich zum Geisterfahrer, und die, die es werden, reißen max. 4 Personen mit in den Tod, im schlimmsten Fall. Das ist ein gehöriger Unterschied zu Schusswaffen.

Um überhaupt irgendetwas zu erreichen, muss man nunmal irgendwo ansetzen, und zwar da, wo es realistisch durchsetzbar ist :s

Was ist den wenn der Geisterfahrer einen Bus erwischt? Jetzt bitte nicht damit argumentieren, das ein PKW einen Bus nicht so massiv schädigen kann. Der Busfahrer könnte vor schreck von der Fahrbahn abkommen oder ...
 
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Wie? Wollt ihr jetzt Gegenverkehr auf der Autobahn legalisieren?

Gruß
Ale
 
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'Bis zu den "bürgerlichen Revolutionen" war die Waffengesetzgebung ganz einfach: Freie Bürger (Adlige, Privilegierte) durften überall und jederzeit Waffen tragen und einsetzen. Für das Gros der Menschen (Unfreie, Untertanen, Sklaven) galt ein totales Waffenverbot. Selbstverständlich wurden unterworfene und besiegte Völker in jeder geschichtlichen Epoche sofort und umfassend entwaffnet.
Erst die amerikanischen und die französische Revolution brachten auf einmal den Zugang aller Bürger (Freiheit, Gleichheit!) zu Waffen. Demokratie und Volksbewaffnung wurden zu untrennbaren Begriffen. Die amerikanische Verfassung hält in ihrem ersten Zusatz die Meinungsfreiheit fest und betont bereits im zweiten Zusatz das Recht aller Bürger, Waffen zu besitzen und zu tragen! Diese Freiheiten bilden bis heute die Grundlagen der amerikanischen Demokratie.
Zu den Hauptforderungen der Revolution von 1848 gehörten u.a.: Demokratische Verfassung, Pressefreiheit und Volksbewaffnung. Sie waren als Garanten der neu errungenen Bürgerrechte gedacht. Der Bürger sollte nicht länger ein recht- und waffenloser Sklave sein.

In den Diktaturen des 20. Jahrhunderts wurden alle diese Bürgerrechte nach und nach beseitigt: dabei wurde immer zuerst der private Waffenbesitz verboten. Das ist vollkommen logisch - denn es galt und gilt: Diktaturen und totalitäre Regimes können sich nur dann halten, wenn die gesamte Bürgerschaft total entwaffnet ist und bleibt. Die Schreckensregime der Nationalsozialisten, Faschisten und Kommunisten haben dies von Mussolini zu Hitler, Stalin und Franco bis hin zu Mobutu und Milosevic drastisch bewiesen.'

aus: http://www.protell.ch/Aktivbereich/19Archiv/de/2000/waffenverbote.htm

If you outlaw guns, outlaws still will have guns! :O
 
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Was ist den wenn der Geisterfahrer einen Bus erwischt? Jetzt bitte nicht damit argumentieren, das ein PKW einen Bus nicht so massiv schädigen kann. Der Busfahrer könnte vor schreck von der Fahrbahn abkommen oder ...

OK hast mich überzeugt, wir machen am besten gar nichts, denn der Geisterfahrer könnte ja auch gezielt zum Flughafen fahren,
dort ein Flugzeug kapern und ins nächste Atomkraftwerk fliegen...
 
AW: für oder wieder privater Waffenbesitz

@D4V3
Mit Abstand das beste Posting.
Nach 2 Diktaturen in den letzten 80 Jahren sollten wir in Deutschland froh sein, dass privater Waffenbesitz unter bestimmten Auflagen erlaubt ist.
 
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Amokläufer ....

http://www.stern.de/panorama/:Trag%F6die-Selbstmord-Geisterfahrer-Menschen/593113.html

http://www.welt.de/welt_print/artic...rfahrer_reisst_junge_Frau_mit_in_den_Tod.html

http://www.flensburg-online.de/blog...ht-geisterfahrer-auf-der-autobahn-bab-66.html

http://www.oe24.at/zeitung/oesterreich/chronik/steiermark/article348691.ece

http://www.spiegel.de/auto/aktuell/0,1518,525917,00.html

http://www.hr-online.de/website/rub...sp?rubrik=5710&key=standard_document_27812768

http://www.shortnews.de/start.cfm?id=669628

http://www.rtl.de/exclusiv/exclusiv_977917.php?media=artikel1&set_id=19752

http://www.berlinonline.de/berliner...i/2008/0301/berlinbrandenburg/0009/index.html



Ach ja, hier hab ich einen meiner Meinung nach guten Bericht gefunden

Der Begriff „Amok“ kommt aus der malaiischen Sprache. Ein Mann, der in einem plötzlichen gewalttätigen Ausbruch Menschen – manchmal nur Tiere – tötet, heißt dort „pengamok“. Unerwartet ist der Amoklauf nur für die Umgebung. Der Pengamok selbst zieht sich vor seinem Ausbruch oft tagelang von seinen Mitmenschen zurück – bis er hervorbricht, bis zur Erschöpfung mordet und am Ende ausgelaugt zusammenbricht oder sich selbst tötet.
Diese „klassische“ Form des Amoklaufs kommt auch bei uns vor. Dann berichten Boulevardblätter von dem verschuldeten Familienvater, der in einem Anfall von Wahnsinn und Ausweglosigkeit seine Frau umbrachte, die sich von ihm trennen wollte. Und seine Kinder, die er bei einer Scheidung verloren hätte. Der Täter handelt spontan, ungeplant. Irgendeine Kleinigkeit bringt das Faß zum Überlaufen. Lang angestaute Wut und Verzweiflung entlädt sich in einem Gewaltakt. Einerseits fühlt er sich erleichtert, weil er Rache genommen hat. Andererseits fassungslos, daß er dazu fähig war. Mit der Ahnung im Hinterkopf, daß er seine Lage um ein Vielfaches verschlimmert hat, steigert er sich in seine Wut immer weiter hinein. Wenn ohnehin alles zu spät ist: dann soviel Schaden anrichten wie möglich.
Neben der Ausweglosigkeit der individuellen Lebenssituation treffen wir hier sehr häufig auf eine impulsive, labile Persönlichkeitsstruktur. Es handelt sich um Männer, deren Fähigkeit zur Selbstkontrolle unter Belastung zusammenbricht. Überdurchschnittlich viele sind durch kleinere Gewaltdelikte schon vorher aufgefallen. Diese Erkenntnisse eignen sich leider kaum, künftige Exzesse zu verhüten. Denn Amokläufe sind sehr selten. Weit über 99 Prozent auffälliger Männer bringen niemals einen Menschen um.
Also aufgestaute Aggression und Verlust der Selbstkontrolle? Der Amoklauf von Erfurt folgte einem anderen Muster. Denn im Gegensatz zum klassischen Amok handelt es sich hier um eine geplante, kaltblütige Tat. Fachleute sprechen deshalb (statt von Amok) von SMASH ( für Sudden Mass Assault Syndrome with Homicide, zu deutsch etwa: Plötzlicher Angriff auf Menschenmassen mit Menschentötung). Von einem plötzlichen Wutausbruch kann keine Rede sein. Es handelt sich vielmehr um einen geplanten Racheakt. Der Schütze ballerte am Erfurter Gutenberg-Gymnasium nicht blindwütig um sich, sondern erschoß gezielt seine ehemaligen Lehrer.
Kein blutdürstiger Wahnsinniger. Sondern ein Selbstmörder, der vor seiner Selbsttötung zu einem Rachefeldzug aufbricht.
Zuerst ein paar Fakten. In Deutschland nehmen sich beinahe doppelt soviel Menschen das Leben als durch Verkehrsunfälle ums Leben kommen: etwa 12 bis 14 000. Vereinsamte alte Menschen und Jugendliche führen die Statistik an. Selbstmordversuche sind unter Frauen häufiger, „erfolgreich“ vollendete Suizide jedoch unter Männern. Dabei schneiden Frauen sich eher die Pulsadern auf oder greifen zu Tabletten. Männer bevorzugen aggressivere Methoden: Sie erhängen sich, fahren mit dem Auto von einer Brücke, stürzen sich von Dächern oder wenden Schußwaffen an. In den letzten 20 Jahren ist die Selbstmordrate unter jungen Männern bis 19 Jahre um 72 Prozent angestiegen. Das berichtete Mike McClure vom Chelsea and Westminster Hospital (Großbritannien). Ausweglosigkeit, Isolierung und schwere Enttäuschungen sind zentrale Motive.
Der Amokläufer von Erfurt ist in dieser Hinsicht durchaus ein typischer Vertreter. Mit einer Ausnahme: Die meisten Selbstmörder treten still und leise ab. Sie „bestrafen“ ausschließlich sich selbst. Doch fast immer beabsichtigt der Selbstmord, eine Botschaft zu übermitteln. Häufig in Abschiedsbriefen formuliert. Der Täter will seine Mitmenschen, von denen er sich im Stich gelassen fühlt, bestrafen. Sein Tod soll ihre Reue entfachen.
Daß ein Selbstmörder sich im finalen Akt an seinen „Peinigern“ aktiv rächt – also den Menschen, die ihn nicht beachtet oder enttäuscht haben – ist seltener. Aber dennoch häufiger, als viele von uns vermuten. Einige Beispiele, die Sie kennen:
  • Selbstmordattentäter in Palästina
  • Geiselnehmer in aussichtsloser Lage: sie hoffen, daß die Polizei ihnen die Selbsttötung abnimmt
  • Selbstmord-Geisterfahrer: vor allem deren Zahl ist höher als wir ahnen. Viele landen in der Unfallstatistik. Sie kommen nur in die Schlagzeilen, wenn das Opfer zum Beispiel die Tochter einer prominenten TV-Moderatorin ist.
Krisen und Stunden der Verzweiflung kennen die meisten von uns. Doch nach einiger Zeit rappeln wir uns auf, probieren Alternativen aus oder arrangieren uns. Spätere Selbstmörder verhalten sich anders: Sie setzen sich mit ihren Schwierigkeiten nicht auseinander, sondern neigen zur Realitätsflucht. Sie beginnen, die Welt als schlecht und sich als edel einzuschätzen. Oder umgekehrt, die Mitmenschen als tüchtig und sich selbst als Versager. Oft schwanken sie zwischen beiden Schwarz-Weiß-Bildern hin und her. Die Versuchung, den Konflikt zwischen schwarz und weiß mit Gewalt zu lösen, liegt dann nahe, wenn alle anderen Versuche, aus der Isolation zu entkommen, gescheitert sind. Sind meine Mitmenschen böse mit mir – zum Beispiel, weil sie mich von der Schule werfen und mir so ein erfolgreiches Leben versperren – werde ich Ihnen mal zeigen, wie böse ich wirklich sein kann.
Ein Selbstmörder, der sich als Versager erlebt hat, ist für Amoklauf noch aus einem anderen Grunde anfällig. Solange er seinen Freitod plant, plagen ihn Zweifel: Werde ich es schaffen, mich zu töten, oder werde ich auch hier versagen? Durch einen Amoklauf bringt er sich in Zugzwang. Wenn er vorher ein Dutzend seiner Peiniger tötet, versperrt er sich den Ausweg, im letzten Moment vor der Selbsttötung zurückzuschrecken.
Zugleich erfährt er Beachtung. Einmal im Mittelpunkt stehen! Von Tausenden wahrgenommen werden und endlich – endlich – respektiert werden. In der Medienaufmerksamkeit liegt die eigentliche Gefahr. Amokläufe sind seltene Ereignisse. Aber es besteht das Risiko, daß jeder neue Täter, der die Schwelle zum Massenmord überschreitet, versucht das Grauen seiner Vorgänger zu übertrumpfen. In einer Zeit, wo die Mehrzahl der Jugendlichen davon träumt, wenigstens einmal im Rampenlicht zu stehen, ist das eine gewaltige Gefahr. Mit immer absonderlichen Shows kämpfen TV-Macher um Einschaltquoten. Und es mangelt keineswegs an Leuten, die bereit sind, alles zu tun, nur um einmal dabei zu sein. Ein Blick in das Guinnessbuch der Rekorde genügt, um zu zeigen, daß es längst keine Schamgrenzen mehr gibt. Warum soll ausgerechnet ein Lebensmüder davon eine Ausnahme bilden?
Wäre dieser reale Horror nicht ein Thema für den King des Phantasy-Horrors – Stephen King? In der Tat: er hat bereits 1977 unter dem Pseudonym „Richard Bachman“ einen Roman mit dem Titel „Amok“ veröffentlicht. Der Inhalt wirkt beängstigend aktuell. Der Schüler und Ich-Erzähler Charlie Decker erschießt die Lehrer Mrs, Underwood und Mr. Vance, bevor er eine ganze Klasse als Geiseln nimmt. Dann aber wird es märchenhaft. Indem er in der Klasse eine Unterhaltung über seine Motive beginnt, weckt er die Sympathien seiner Mitschüler, und am Ende ergibt er sich dem Sheriff, der ihn niederschießt. Den Rest seines Lebens verbringt er körperlich und geistig gelähmt in einer geschlossenen Nervenklinik.
Ein Roman im Zeitgeist der 70er Jahre: Nicht der Mörder – die Ermordeten sind schuldig. Inzwischen steht aus leidvoller Erfahrung fest: die Schule hat viel weniger Macht. Sie kann weder Amokläufer heranzüchten, noch sie verhindern. Können Amokläufe überhaupt verhindert werden?
Der leichte Zugang zu Waffen erhöht die Zahl derer, die den Ausweg eines Amoklaufes als reale Möglichkeit in Betracht ziehen. Amokschützen sind häufig Nachahmungstäter, die Zugang zu Waffen haben – also Polizisten, Soldaten oder private Waffennarren. Das ergab eine internationale Studie von mehreren deutschen und amerikanischen Universitäten. Daher ist die Zahl der Amokläufer, gemessen an der Zahl der Einwohner, in den USA wesentlich höher als in Westeuropa mit seinen strengeren Waffengesetzen. Psychologische Eignungstest in Schützenvereinen nützen nur, wo jemand schon mit Selbstmordabsicht dem Verein beitritt. Das dürfte aber selten der Fall sein. Wer konkret seinen Selbstmord plant, meidet in aller Regel neue soziale Kontakte.
Welche Chance hat Selbstmordprophylaxe? Wer seinen Selbstmord plant, zeichnet sich durch eine Reihe von Eigenschaften aus, die Psychologen, aber auch aufmerksame Lehrer und Angehörige erkennen können. Dazu gehören Einengung des Wahrnehmens und Denkens, sozialer Rückzug, konkrete Selbstmordphantasien, die auch anderen erzählt werden, und eine Reihe anderer Verhaltensweisen, die der Psychologe Ringel 1969 unter dem Begriff präsuizidales Syndrom zusammengefaßt hat. Wird das präsuizidale Syndrom erkannt, ist auch therapeutische Hilfe mit guten Erfolgsaussichten möglich.
Leider erkennen Lehrer und Angehörige nur selten die Gefahr. Wer an Selbstmord denkt, wird still und meidet Auseinandersetzungen. Die Erziehungsberechtigten sind meist froh, daß sich der Schüler unauffällig verhält. Eine Studie des Erziehungswissenschaftlers Richard Hazler der Universität von Ohio zeigte 1999, daß Lehrer die beklemmende Situation, in der sich amoklaufende Schüler zuvor befunden hatten, über Monate oder Jahre nicht erkannten.


Solange freilich die öffentliche Aufmerksamkeit um jeden Preis mit Bewunderung und anderen Erfolgen belohnt wird: irgendwo in diesem Lande spielen schon weitere Jugendliche mit dem Gedanken, ob sie nicht mit einem grausamen Aufbegehren aus ihrem Teufelskreis von Mißerfolg und Ablehnung ausbrechen sollten. Zum Glück überschreitet nur selten jemand die Schwelle von der Phantasie zur blutigen Tat. Moral ist leider nicht geeignet, vor der Faszination des Bösen zu schützen. Das wußte schon Goethe, als er in seinem „Faust“ vom Für und Wider des Teufelspaktes schrieb.
Was daher auf keinen Fall hilft: Die von Konservativen beschworene Besinnung auf traditionelle Werte. Ein Blick in die USA lehrt, daß gerade in puritanischen Gegenden ungehemmte Gewaltausbrüche am häufigsten sind. Der gläubige Amokläufer hält sich sowieso für verdammt. Da sollen wenigstens so viele wie möglich mit in die Hölle fahren, damit er sich seine Verdammnis auch voll verdient hat. Ein Klima drakonischer Strafen und öffentlicher Heuchelei treibt männliche Jugendliche erst recht in subjektiv ausweglose Situationen, die sich dann im Amoklauf entladen.

Quelle: http://egonet.de/ego/0602/art2.htm
 
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