AW: Ankauf von gestohlenen Bankdatein - was meint Ihr dazu
Die Standpunkte und Ansichten hier sind teilweise - auch wenn teilweise von Juristen vorgetragen - von erheiternder Naivität geprägt. :)
Bevor ich jetzt unter Steinen begraben werde, möchte ich das begründen.
BMW z.B. brüstete sich unlängst damit (ich hab keine Quelle, sondern zitiere nur mein Gedächnis), dass sie in Deutschland praktisch keine Gewerbesteuer mehr zahlen. Aller Gewinn läuft über irgendeinen Bananenstaat, wenn ich mich recht entsinne. Alles völlig legal. Ähnliches gibt es auch im privaten Bereich.
Wen juckt denn da die Schweiz oder Liechtenstein? Es wird immer Anlagemöglichkeiten geben, die sich besonders mit der Vermeidung von Steuern beschäftigen. Finanzberater legen sie einem reihenweise vor, wenn man will. Das Stiftungskonzept der LGT ist ja so ein Fall, und alles völlig legal.
Illegal sind eigentlich nur wenige Fälle:
- Schwarzgeld, egal, ob es in Deutschland oder sonstwo liegt
- Kapitalgewinne im Ausland, die bei der deutschen Steuererklärung nicht angegeben werden
Wenn hier schon "die Manager und Krawattenträger" aufgehängt werden, sollte man vorher überlegen, wie viele von denen überhaupt die Möglichkeit haben, an Schwarzgeld zu kommen? Die wenigsten sind Betriebsrat bei VW, und selbst da waren es nur Spesenrechnungen und kein Schwarzgeld. Selbiges ist eher die Domäne kleiner Betriebe, vom bodenständigen Handwerk angefangen (eine Hälfte auf Rechnung, die andere ohne...

) bis hin zum Mittelstand, wo vielleicht noch sowas möglich ist.
Ein Manager in mittlerer Position bei BMW oder Mercedes, wie soll der bitteschön an Schwarzgeld kommen?
Kapitalgewinne im Ausland sind eine andere Sache, das ist für eine viel größere Anzahl von Leuten attraktiv. Aber schauen wir es uns mal im Detail an: ist das Kapital dem deutschen Fiskus bekannt, kommt irgendwann die Nachfrage, was damit passiert ist, wenn kein Kapitalgewinn versteuert wird. Dabei interessiert sicher keinen, was mit €100k passiert. Aber wenn z.B. ein größerer Betrag eingenommen und versteuert wurde (also kein Schwarzgeld), dann fällt das schon auf.
Nun stellen wir uns vor, daß jemand €1M in der Schweiz liegen hat, was sicher ein nettes Sümmchen ist. Eine realistische Rendite vor Steuern kann man derzeit mit 5% abschätzen, von mir aus auch 6 oder 7%, spielt keine große Rolle. Somit reden wir also über einen Rohgewinn von € 50.000 pro Jahr. Das macht dann über den Daumen gepeilt (Steuerberater können das gerne genauer berechnen) rund € 20-25.000 an Steuern aus. Auch wenn das eine ansehnliche Steuerzahlung ist, ist es nichts im Vergleich zu den Millionensummen, mit denen in diesem Zusammenhang spekuliert wird.
Es herrscht globaler Wettbewerb, und wenn die Schweiz derart ausgehebelt wird, nimmt ein anderes Land dessen Rolle ein. Vergleichbar ist z.B. die Schiffahrt, wo die teuersten Kreuzfahrtschiffe auf den Bahamas registriert sind, obwohl sie sich als deutsches Schiff bezeichnen (MS Europa z.B.). Warum wohl?
Deutschland sollte sich dem globalen Wettbewerb stellen und Anreize schaffen, Kapital ins Land zu holen. Kapital rennt unweigerlich der Rendite hinterher. Ich erinnere an Ronald Reagan, der seinerzeit einen klaren Schnitt in USA machte und die Steuergesetzt drastisch vereinfachte und die Prozentsätze absenkte. Die Wirtschaft hat davon profitiert und demnach die Arbeitnehmer.
Also wenn hier der Ruf "Krawatten ab" ertönt, dann bitte differenziert diskutieren, oder aber auf Weiberfastnacht mit Krawatte in Köln auf den Altermarkt gehen. Da wird auch kein Unterschied gemacht. :)