Ankauf von gestohlenen Bankdatein - was meint Ihr dazu

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Ich habe keinen Zweifel daran, dass die hier in Rede stehenden Daten unrechtmäßig erhoben bzw. genutzt wurden/werden. Zwar kenne ich mich mit Datenschutzrecht nicht von der strafrechtlichenb Seite her aus, aber die Rechtsordnungen der meisten EU-Länder sehen mittlerweile Strafnormen vor, die speziell den Umgang mit Daten betreffen. Im StGB gibt es solche Regelungen beispielsweise im Bereich der §§ 202a ff., 303a StGB.

Hi Jan,

ich möchte unter Anderem deinen Beitrag - zumindest in Teilen - nochmal aufgreifen....

Die von dir genannten Strafnormen entfalten in der hier gegenständlichen Frage ganz sicher Relevanz. Zudem sei von meiner Seite noch auf § 17 UWG (Verrat von Geschäftsgeheimnissen) hingewiesen. Das die CD-Daten in dieser Form strafbar erworben wurden, dürfte ziemlich sicher - wenn auch nicht zwingend - sein. Allerdings kommt bei einem Ankauf durch den deutschen Fiskus hier allenfalls "Beihilfe" zu einem solchen Delikt in Betracht und hierbei ist es aus rechtlicher Sicht durchaus nicht eindeutig, ob das Ankaufen dieser Daten selbst einen Straftatbestand (in dem Fall Beihilfe) erfüllen würde und kann. Man kann natürlich auf dem Standpunkt stehen, dass durch einen solchen Ankauf (und nur durch diesen), die vorangegangene Straftat in irgendeiner Form gefördert wird und insoweit Beihilfe anzunehmen ist. Allerdings steht ebenso außer Frage, dass bei einer Übergabe dieser Daten an den Fiskus OHNE Zahlung einer Ankaufsumme, nach deutschem Recht nie die Erfüllung einer wie auch immer gearteten Beihilfe anzunehmen wäre und daher die Daten rechtmäßig erlangt wären und somit auch zweifelsfrei verwertbar sind......Wenn aber die Erlangung bzw. Beschaffung von Daten ohne Ankauf in jedem Falle rechtmäßig ist, dann ist für mich nicht einsehbar, warum ein Ankauf nicht möglich sein darf, wenn dies allein letztlich zum Erfolg (Aufdeckung von Straftaten) führt.

Im Übrigen: Ganz sicher fördert dieser öffentlich publizierte Ankauf die unrechtmäßige Beschaffung von Daten durch Bankmitarbeiter, da ja die Aussicht auf nicht unerhebliche Geldbeträge besteht. Jedoch wird in diesem Fall - gerade durch diese öffentliche Form - ebenso erheblich Drück auf die Schweiz ausgeübt, endlich einem Doppelbesteuerungsabkommen mit Deutschland beizutreten und auch sonst gemeinschaftlich gegen Steuerstraftäter vorzugehen bzw. diese nicht mehr zu unterstützen.....
 
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Für den deutschen Heim- und Hobbydenunzianten bleiben ungesicherte WLANs, über die man Nachbars Computer ausspionieren kann. Finanzunterlagen, pornografische Bilder, alles ist verwertbar. Am Besten wartet man, bis man einen handlichen Block an Informationen zusammen hat, damit es sich auch lohnt. Deshalb mein Vorschlag, diese Tätigkeit der Einfachheit halber als Blockwart zu bezeichnen....
Da muß ich dir vollkommen zustimmen, Dieter.

Interessanterweise werden der lockere Umgang mit dem Datenschutz, unverhältnismäßige Aktionen etc. immer dann toleriert, wenn es um andere geht. Ich habe kein Konto in der Schweiz, zahle auch immer brav meine Steuern? Ergo, schnappt euch die Steuersünder, wen kümmern schon Gesetze oder Ethik.

Das findet man leider immer häufiger in allen Bereichen: Betrifft es nicht mich, dann lass es uns doch besser gleich mal restriktieren, verbieten oder mit fragwürdigen Methoden bekämpfen. Kümmert mich ja nicht, ich bin ja nicht betroffen. Dass so eine Denkweise zwangsläufig in einem anderen Fall auch mich selber treffen wird, soweit denkt kaum jemand.
 
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Da muß ich dir vollkommen zustimmen, Dieter.

Interessanterweise werden der lockere Umgang mit dem Datenschutz, unverhältnismäßige Aktionen etc. immer dann toleriert, wenn es um andere geht. Ich habe kein Konto in der Schweiz, zahle auch immer brav meine Steuern? Ergo, schnappt euch die Steuersünder, wen kümmern schon Gesetze oder Ethik.

Das findet man leider immer häufiger in allen Bereichen: Betrifft es nicht mich, dann lass es uns doch besser gleich mal restriktieren, verbieten oder mit fragwürdigen Methoden bekämpfen. Kümmert mich ja nicht, ich bin ja nicht betroffen. Dass so eine Denkweise zwangsläufig in einem anderen Fall auch mich selber treffen wird, soweit denkt kaum jemand.

Das ist genau das, was mich umtreibt, Uwe. :t

Es ist eine Sache, ob der Staat rechtmäßig oder opportunistisch handelt, die andere Sache ist aber, was er dadurch auslöst. Jeder Datendieb kann sich ja ab jetzt damit rausreden, dass er geglaubt hat, er hätte sensible Daten in Bezug auf Strafdaten kopiert. Auf der Basis kann ich dann alles kopieren, bis hin zum kompletten Source Code einer Softwarefirma, denn ich bin ja überzeugt davon, dass Teile dieses Codes unlizensiert verwendet wurden...:s

Wir steuern mit offenen Augen in eine Überwachungsgesellschaft hinein, bei der aber nicht so sehr ein Big Brother alles überwacht, sondern vielmehr sich alle gegenseitig überwachen. Alle persönlichen Details, die das Internet sieht, leben endlos und können gegen Dich verwendet werden. Und das passiert heute schon, z.B. bei Bewerbungsgesprächen. :M
 
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Wir steuern mit offenen Augen in eine Überwachungsgesellschaft hinein, bei der aber nicht so sehr ein Big Brother alles überwacht, sondern vielmehr sich alle gegenseitig überwachen. Alle persönlichen Details, die das Internet sieht, leben endlos und können gegen Dich verwendet werden. Und das passiert heute schon, z.B. bei Bewerbungsgesprächen. :M

Das hatten wir doch schon mal, zumindest unsere Mitbürger aus den FNL (fünf neuen Ländern). Die fanden das, so habe ich es zumindest verstanden, nicht so toll.....
 
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Man sollte bei allen "Orwellschen Befürchtungen" doch bitte nicht außer Acht lassen, dass der "Datendieb" ein Straftäter bleibt. Er ist Täter und hat erhebliche kriminelle Energie aufgewendet, er wird sich auch in der Schweiz nicht mehr blicken lassen dürfen! Er erreicht auch keine Legitimation dadurch, dass dessen Daten aufgekauft werden! Diese Form von Kriminalität hat es immer gegeben und wird es immer geben und das völlig unabhängig, ob es sich in der Öffentlichkeit oder im Verborgenen abspielt!

Die "Überwachungsgesellschaft" ist im Übrigen politisch selbst verschuldet....die Mehrheit hätte ja anders wählen können!
 
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Die "Überwachungsgesellschaft" ist im Übrigen politisch selbst verschuldet....die Mehrheit hätte ja anders wählen können!

Wen denn? Meinst Du "rotrotgrün" würde nicht überwachen lassen, die wären doch noch schneller "Erster an der Spritze".... ;)
 
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Wir steuern mit offenen Augen in eine Überwachungsgesellschaft hinein, bei der aber nicht so sehr ein Big Brother alles überwacht, sondern vielmehr sich alle gegenseitig überwachen. Alle persönlichen Details, die das Internet sieht, leben endlos und können gegen Dich verwendet werden. Und das passiert heute schon, z.B. bei Bewerbungsgesprächen. :M

Das sehe ich auch so. Aber es liegt teilweise schon noch in unserer Hand ob welche Daten wir im Internet veröffentlichen, wo wir mit Kreditkarte oder EC-Karte bezahlen oder ob wir an irgendwelchen Bonussystemen teilnehmen. Wer nicht sorgsam mit seinen Daten umgeht braucht sich nicht wundern wenn täglich der Briefkasten mit Werbemüll voll ist. Man merkt es aber auch beim Staat. IT-Verfahren sind ein Allheilmittel um Kosten zu sparen. Aber immer müssen Daten preis gegeben werden. Sie auch die schöne ELENA. Datenvoratshaltung, dass es einem schlecht wird.

Gruß

Joachim
 
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Wen denn? Meinst Du "rotrotgrün" würde nicht überwachen lassen, die wären doch noch schneller "Erster an der Spritze".... ;)

....da gibt es auch andere Alternativen ;)

Und letztlich vermisse ich aber bei solchen Dingen immer den "Aufschrei des Volkes". Was ist beispielsweise mit Einführung der Abgeltungssteuer passiert: Die Banken sind sind diesbezüglich verpflichtet, dem "Bundeszentralamt für Steuern" (das erinnert wirklich fast irgendwie an die DDR ;)) sämtliche "Freistellungsaufträge" und die freigestellten Beträge zu übermitteln. Auf diesen Datenpool haben die Wohnsitzfinzämter online Zugriff, sodass diesen nun ohne konkrete Abfrage sämtliche Konto- und Depot-Daten bekannt werden.......Warum nur regt sich in dieser Hinsicht keinerlei Widerstand? Interessiert das niemanden?...Scheinbar ist auch bei denen, die eine solche Form von "Datenerhebung" kritisieren, keinerlei Aktivität vorhanden, um sich dagegen "aufzubäumen"......
 
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Ich möchte noch einmal auf den aktuellen fall zurückkommen. Für mich kann es grob 2 Versionen der Geschichte geben. Da kann ja jeder entscheiden was er richtig findet.

Version A)

Herr X, ein IT Experte einer renomierten schweizer Bank, konnte dem Drang nacht Reichtum nicht mehr widerstehen. Nach 7 Jahren Arbeit als Datenspezialist, möchte er mehr. Viel mehr. Genau gesagt 2,5 Mio. Euro in Bar. Mit viel krimineller Energie hat Herr X vons einem angesehenen Arbeitgeber illegal Daten von deren Kunden gestohlen. Diese möchte er nun gewinnbringend an den Mann, oder auch Staat bringen. Hintergrund sind unklare Steueransprüche der Heimatländer der Bankkunden. Ermittler der schweizer Polizei vermuten, er habe im Vorfeld bereits Geld von besonders "lukrativen" Bankkunden erhalten, damit er die Namen aus der Datei entfernt. Jetzt möchte er für die restliche Vielzahl an Bankdaten ordentlich Kasse machen. Ein erster Versuch die Daten an die französische Regierung zu verkaufen ist gescheitert. Vielversprechender ist aber der deutsche Staat, der bereits Interesse gemeldet hatte. Die schweizer Banken und die Regierung sind empört. Deutschland läßt sich zum Kriminellen machen. Schurkenstatt, Krieg, sind nur einige Titel der Schlagzeielen an schweizer Kiosken. Die Frage des Tages lautet, soll ein Staat die Rechte eines anderen Staates mit Füßen treten und mit Gangstern zusammenarbeiten? Wir sagen: NEIN!

Version B)

Herr X, ein IT Experte einer renomierten schweizer Bank, konnte dem Druck nicht mehr widerstehen. Nach 7 Jahren Arbeit als Datenspezialist, möchte er nicht mehr. Nie mehr. Genau gesagt 1500 mal nicht mehr. Mit viel persönlichem Risiko hat Herr X vons einem angesehenen Arbeitgeber brisante Daten von deren Kunden zusammengetragen. Diese möchte er nun gerechtigkeitsliebend an den Mann, oder auch Staat bringen. Hintergrund sind unklare Steueransprüche der Heimatländer der Bankkunden. Ermittler der deutschen Polizei erklären, er habe im Vorfeld seine Firma über die illegalen Machenschaften der Bankkunden informiert. Von Seitend er Banken wurde Herr X auf den boden der schweizer Tatsachen zurückgeholt. Herrn X wurde unmissverständlich klar gemacht, dass die Bank und auch das Land erheblich von den "Leistungen" dieser speziellen Bankkunden lebe und man diese auch nicht vergraulen möchte. Herr X sieht diese Handlungsweise bis heute als ungerecht und falsch an. In der Folgezeit wurde Herr X auch mit starken Repressalien durch Kollegen und Vorgesetzte konfrontiert. Ein erster Versuch die Daten an die französische Regierung zu verkaufen ist gescheitert, da die Pariser Banklobby zu mächtig war. Vielversprechender ist aber der deutsche Staat, der bereits Interesse gemeldet hatte. Die schweizer Banken und die Regierung sind empört. Deutschland läßt sich zum Kriminellen machen. Schurkenstatt, Krieg, sind nur einige Titel der Schlagzeielen an schweizer Kiosken. Verständliche reaktionen, da getroffene Hunde bekanntlich bellen. Die deutsche Regierung weidt die Vorwürfe zurück. Die Schweiz und andere "Steueroasen" müssten ihr "Geschäftsmodell" auf den Prüfstand stellen, ob sie selbst nicht die unrechtmäßige Seite vertreten. Zusätzlich erhofft sich Deutschland von den Daten den Zugriff auf viele kriminelle Elemente. Die ihre mafiösen Geschäfte über solche Banken abwickeln. Da Herr X mit der bekanntgabe der Daten keine berufliche Zukunft hat und bereits Morddrohungen erhät, wird Ihn die deutsche Regierung mit 2,5 Mio. € und einer neuen Identität als Dank für seinen gerechtigkeitssinn ausstatten. Die Frage des Tages lautet, darf ein Staat die Rechte eines anderen Staates mit Füßen treten und Gangstern unterschlupf bieten? Wir sagen: NEIN!

Naja, wie soll man sich entscheiden?
 
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Jedoch wird in diesem Fall - gerade durch diese öffentliche Form - ebenso erheblich Drück auf die Schweiz ausgeübt, endlich einem Doppelbesteuerungsabkommen mit Deutschland beizutreten und auch sonst gemeinschaftlich gegen Steuerstraftäter vorzugehen bzw. diese nicht mehr zu unterstützen.....

Um Himmels Willen, Daniel, was soll das denn bezwecken? Warum eigentlich die Schweiz? Du tust doch damit nichts gegen diesen Volkssport namens Steuerhinterziehung. Das einzige was du mit der "Ausrottung" der Schweiz erreichst ist, dass die Steuersünder nicht mehr so loyal sind und ihr Geld in der Nachbarschaft verstecken. Nutznießer sind mal wieder die großen Steueroasen.
Da steht an erster Stelle die USA (!!!) - Delaware und Nevada sind unter den Steueroasen unangefochtene Spitzenreiter. Und da prügelt der Obama auf die UBS ein, lässt den Moralapostel raus, zwingt die Schweizer in die Knie, während er in seinen vereinigten Staaten das mit Abstand größte Schlupfloch für Steuersünder betreibt und alles daran legt, dass das auch so bleibt... -Heuchler- :X
Es folgt dann Großbritannien - britisches Überseegebiet und Kanalinseln. Ein mächter Finanzplatz namens London ist davon abhängig. Bekannte deutsche, äußerst windige Hedgefondmanager und andere Finanzakrobaten nutzen die British Virgin Islands um ein nahezu undurchschaubares Firmengeflecht aufzubauen und hunderte (abgezockte) Millionen zu verstecken..
Die anderen großen Steueroasen, wie zB China mit Hongkong und V.A.E. mit Dubai lehnen sich entspannt und womöglich auch amüsiert zurück, denken sich: "Die ticken doch nicht ganz sauber im Westen" :wm

Sarkozy und Merkel schießen sich mit freundlicher Unterstützung von Obama ins eigene Bein, während alle anderen sich freuen, weil Sie ohne Eigenaufwand ein größeres Stück vom Kuchen abhaben.

Und wenn sich Steuersünder erstmal gezwungen fühlen etwas mehr Aufwand zu betreiben (wird dem ein oder anderen sicher auch Spaß bereiten), das Geld auf einer ominösen Karibikinsel oder sonst wo gebunkert wird, dann ist das Geld für den deutschen Fiskus entgültig flöten gegangen.

Und es wird wohl kaum einen Ami geben, der lebensmüde genug ist Daten-CDs zu verkaufen :+
 
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Haben Obama und Co. sich eigentlich jemals zu ihren Steuerparadiesen geaeussert? Was die Schweiz angeht: Es ist momentan halt irgendwie Mode, auf diesem kleinen Land herumzuhacken .. sei es wegen Nazigold, Steuern, Libyschen Benimmakrobaten usw. Und warum? Neid, weils da manchen besser geht als anderswo. "Weil mans kann" - wie soll sich dieser kleine Staat auch wehren? Um Abzulenken: Jeder der Anklaeger hat noch groessere Misthaufen vor seiner Tuere. Usw ..... von mir aus duerfen diese Daten gerne raus, aber auf legalen wegen. Wenn "Schweizer" (ums auch mal zu verallgemeinern) sich aufregen, ist es uebrigens oefters wegen der Einmischung, der Bevormundung usw ... und nicht wegen dem eigentlichen Streitgrund.
 
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Naja, die Amerikaner sind da ja noch viel härter.
Da hat ja sogar die USB mit Segen der Schweizer Regierung freiwillig 250 Datensätze , unter verletzung des Schweizer Rechts, wie sich jetzt nach Bundesgerichtsurteil rausstellt,
rausgegeben.

Es geht net darum dass die Schweiz arm, klein und isoliert ist. Es geht darum dass Deutschland ( und fast der gesamte Rest Europas)
ein Interesse an der Verfolgung von Straftätern hat.Jetzt ists aber halt so dass
die Schweiz da einen andere Vorstellung von der Strafbarkeit hat. Wenn es hier net um Steuern sondern um Bankraub ginge, und die Bankräuber sich sicher
in der Schweiz verstecken könnten dann wären wir uns sicher einig dass das net Ok ist. Eigentlich ist das aber genau dasselbe.

Aber darauf kommts bei dieser Frage hier eigentlich auch gar net an. Hier hat jemand Daten geklaut und es stellt sich die Frage ob man die verwenden kann.
Dass die aus der Schweiz kommen ist unerheblich.

Meiner Meinung nach darf man die verwenden. So wie die Polizei auf der ganzen Welt Informanten bezahlt ,
Straffreiheit beim Auspacken zuscihert usw. so kauft man hier halt auch die Daten.
2,5Millionnen € für >100M Steuereinnahmen ist ein Super Deal.
Dazu kommt dass sich keiner mehr sicher fühlen kann. Unbezahlbar !

Die erwischten heulen. Gut so!

Grüße
Franz
 
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Um Himmels Willen, Daniel, was soll das denn bezwecken? Warum eigentlich die Schweiz? Du tust doch damit nichts gegen diesen Volkssport namens Steuerhinterziehung.

Keine Angst Mirko, du brauchst den Himmel nicht anzuflehen ;)

Deiner Frage: "Was soll das bezwecken?" und der von dir gegebenen Antwort vermag ich eigentlich kaum was entgegenzusetzten. Du hast Recht! Mit Sicherheit wird es das Phänomen "Steuerhinterziehung" nicht vereiteln. Ich darf dich aber im Gegenzug fragen, ob wir denn Straftäter in diesem konkreten Fall davon kommen lassen wollen, nur weil wir die Kriminalität insgesamt in diesem Bereich nie verhindern werden? Meine Antwort darauf brauche ich sicher nicht zu geben! :) Und noch etwas: Wenn der Druck durch solche Vorkommnisse auf die Schweiz nun grösser wird und es letztlich dazu führen würde, dass die Schweiz als Steuerparadies entfällt, welche Nachteile hätten wir dadurch?......Ich sehen hier ca. 100 Mio € (nicht meine Zahlen) für die Gemeinschaft und den Wegfall einer leichten Möglichkeit, Straftaten zu begehen! Einen wirklichen Nachteil sehe ich nicht. Und wenn durch die öffentliche Wahrnehmung und Abschreckung in der Zukunft jährliche Steuermehreinnahmen von nur ein paar Mio € daraus resultieren sollten, dann ist das für mich in dieser Form legitim!

Stell dir vor, ein europäisches Nachbarland würde Kinderschänder oder Vergewaltiger auf diese Art schützen und den Zugriff der innerstaatlichen Strafverfolgungsbehörden verweigern! Würdest du in diesem Fall genau so argumentieren, das es nichts bringt, weil es noch zehn weitere Länder gäbe, die den gleichen Schutz gewähren? Ich bin mir da nicht so sicher!...irgendwo muß und sollte immer ein Anfang gemacht werden, gemeinschaftsschädliches, unsoziales und strafbares Handeln zu unterbinden!

LG
Daniel
 
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ich mach`s ganz kurz und knapp:
daten kaufen, auswerten & die nimmersatten schlipsträger hart bestrafen !!!

ich gehe mal davon aus, dass es sich überwiegend um so genannte leistungsträger unserer gesellschaft handelt, also z.b. auch vorstände und geschäftsführer. dieses geldgeile gesocks sollte man darüber hinaus sofort von ihren positionen und ämtern entheben.

gruß
rolf
 
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Ich darf dich aber im Gegenzug fragen, ob wir denn Straftäter in diesem konkreten Fall davon kommen lassen wollen, nur weil wir die Kriminalität insgesamt in diesem Bereich nie verhindern werden?

;) ich sagte ja schonmal: Daten kaufen & abkassieren ABER warum nicht still und heimlich?
Meine Antwort darauf brauche ich sicher nicht zu geben! :) Und noch etwas: Wenn der Druck durch solche Vorkommnisse auf die Schweiz nun grösser wird und es letztlich dazu führen würde, dass die Schweiz als Steuerparadies entfällt, welche Nachteile hätten wir dadurch?
Das hatte ich ja schon geschrieben. Hat der Europäer nicht mehr die Möglichkeit seine Steuern auf diesem Kontinent zu verstecken, dann fördert das deren kriminelle Ader. Die Consulter reiben sich weltweit die Hände: "Ihr Geld ist in Europa nicht mehr sicher? Ich freue mich, Ihnen Trick 17 präsentieren zu dürfen!" :wm Du glaubst nicht ernsthaft, dass gut-beratene Multis kleinbei geben, sich selbst anzeigen oder in den Knast gehen wollen. Die Möglichkeiten seine Millionen zu verstecken sind zahlreich.
Wenn du Ostereier suchen musst, dann ist es dir doch auch lieber, wenn sie direkt nebenan versteckt werden und nicht in Timbuktu.

Übrigens werden Schätzungen zufolge 50 Billionen USD in dem U.S.amerikanischen Zwergenstaat Delaware gelagert. Beeindruckend? Für mich nicht, ich kann diese Summe garnicht erst begreifen...
Die Schweizer werden bei der Summe wohl nur neidisch gucken können.
Stell dir vor, ein europäisches Nachbarland würde Kinderschänder oder Vergewaltiger auf diese Art schützen und den Zugriff der innerstaatlichen Strafverfolgungsbehörden verweigern! Würdest du in diesem Fall genau so argumentieren, das es nichts bringt

Tut mir leid Daniel, aber da bekomme ich keinen Zusammenhang zu stande ;) Welchen Nutzen hätte es denn einen Kinderschänder zu schützen?
 
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Tut mir leid Daniel, aber da bekomme ich keinen Zusammenhang zu stande ;) Welchen Nutzen hätte es denn einen Kinderschänder zu schützen?

Das Problem insgesamt ist, das der Focus bei uns unterschiedlich ist und daraus resultieren dann unsere gegensätzlichen Ansichten.....aber unabhängig davon: ;)

der Zsammenhang kann ganz leicht hergestellt werden, wenn man sich zum einen vor Augen führt, dass es sich in beiden Fällen um Straftaten handelt, und in beiden Fällen deckt ein Staatssystem diese Straftaten, und das es zudem nicht um die Frage geht, welchen Nutzen es hätte, sondern vielmehr, dass es nun mal so ist..... Die Schweiz deckt Steuerstraftäter, weil sie davon profitiert.....und es gibt und gab Gesellschaften, die beispielsweise Sex mit Kindern nie unter Strafe gestellt haben oder Ähnliches, weil es dort andere gesellschaftliche Normen gibt......

LG
Daniel
 
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Meine Meinung zum Ankauf dieser Daten ist folgende:
Kaufen ja, aber nur wenn man es im Vorfeld nicht so öffentlichkeitswirksam macht wie in diesem Fall. Mithin bin ich in diesem konkreten Fall dagegen.

Begründung:
Steuerhinterzieher in diesen Größenordnungen sind äuerst ausgefuchst. Es gibt schlichtweg fast keine legalen Mittel, an solche Daten zu kommen. Ab un zu kommt es vor, dass bei Bankenprüfungen, wie bei der Frankfurter Comerzbank, mal sowas aufgedeckt wird. Dies ist aber eher eine Seltenheit. Ich habe auch absolut kein Verständnis für diese Menschen, weil sie sich dazu entschieden haben, in einem Sozialstaat zu leben. In diesem Staat muss die arbeitende Bevölkerung die schwache Seite versorgen. Auf der anderen Seite haben wir andere Privilegien von denen man woanders nur träumen kann. Das muss alles finanziert werden! 42 % Steuern auf das Einkommen ist der Preis dafür, wenn man so viel Geld verdient. Wem das nicht passt, kann von mir aus gerne abhauen und versuchen, in einem anderen Land glücklicher zu werden. Leider sind die ausgesprochenen Strafen für die Täter viel zu milde. Als geständiger Ersttäter und Teilrückzahler kommt man hier meist mit einer Bewährungsstrafe davon. Ein paar Zinsen auf die hinterzogenen Steuern und das wars dann. Prominente Fälle sind da nicht die Ausnahme. Das ist auch bei den weniger bekannten Fällen so. Ich habe da zwar keine statistische Erhebung für, aber ich glaube einfach einem Referenten einer OFD.

Nur noch Idioten rauben eine Bank aus, kluge Köpfe betrügen den Fiskus und schaden der Allgemeinheit damit!! Das Stichwort im Rhein Main Gebiet ist Emissionshandel
 
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Schwierig Daniel. Die Möglichkeiten zur Steuerhinterziehung sind so komplex - da spielen große Staaten mit erheblicher Doppelmoral mit, Staaten die still und heimlich aus Konflikten ihren Nutzen ziehen, Staaten die den Kampf gegen Windmühlen auf sich nehmen und natürlich Unsummen von Geld. Wenn ich jetzt versuche Steuerhinterziehung gegen Kinderschändung zu tauschen, schaltet mein Hirn irgendwie automatisch auf Standby :d Entweder kann Hirn nicht, oder Hirn will nicht - du überforderst mich :+
 
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Die Standpunkte und Ansichten hier sind teilweise - auch wenn teilweise von Juristen vorgetragen - von erheiternder Naivität geprägt. :)
Bevor ich jetzt unter Steinen begraben werde, möchte ich das begründen.

BMW z.B. brüstete sich unlängst damit (ich hab keine Quelle, sondern zitiere nur mein Gedächnis), dass sie in Deutschland praktisch keine Gewerbesteuer mehr zahlen. Aller Gewinn läuft über irgendeinen Bananenstaat, wenn ich mich recht entsinne. Alles völlig legal. Ähnliches gibt es auch im privaten Bereich.

Wen juckt denn da die Schweiz oder Liechtenstein? Es wird immer Anlagemöglichkeiten geben, die sich besonders mit der Vermeidung von Steuern beschäftigen. Finanzberater legen sie einem reihenweise vor, wenn man will. Das Stiftungskonzept der LGT ist ja so ein Fall, und alles völlig legal.

Illegal sind eigentlich nur wenige Fälle:
- Schwarzgeld, egal, ob es in Deutschland oder sonstwo liegt
- Kapitalgewinne im Ausland, die bei der deutschen Steuererklärung nicht angegeben werden

Wenn hier schon "die Manager und Krawattenträger" aufgehängt werden, sollte man vorher überlegen, wie viele von denen überhaupt die Möglichkeit haben, an Schwarzgeld zu kommen? Die wenigsten sind Betriebsrat bei VW, und selbst da waren es nur Spesenrechnungen und kein Schwarzgeld. Selbiges ist eher die Domäne kleiner Betriebe, vom bodenständigen Handwerk angefangen (eine Hälfte auf Rechnung, die andere ohne...:w) bis hin zum Mittelstand, wo vielleicht noch sowas möglich ist.
Ein Manager in mittlerer Position bei BMW oder Mercedes, wie soll der bitteschön an Schwarzgeld kommen?

Kapitalgewinne im Ausland sind eine andere Sache, das ist für eine viel größere Anzahl von Leuten attraktiv. Aber schauen wir es uns mal im Detail an: ist das Kapital dem deutschen Fiskus bekannt, kommt irgendwann die Nachfrage, was damit passiert ist, wenn kein Kapitalgewinn versteuert wird. Dabei interessiert sicher keinen, was mit €100k passiert. Aber wenn z.B. ein größerer Betrag eingenommen und versteuert wurde (also kein Schwarzgeld), dann fällt das schon auf.
Nun stellen wir uns vor, daß jemand €1M in der Schweiz liegen hat, was sicher ein nettes Sümmchen ist. Eine realistische Rendite vor Steuern kann man derzeit mit 5% abschätzen, von mir aus auch 6 oder 7%, spielt keine große Rolle. Somit reden wir also über einen Rohgewinn von € 50.000 pro Jahr. Das macht dann über den Daumen gepeilt (Steuerberater können das gerne genauer berechnen) rund € 20-25.000 an Steuern aus. Auch wenn das eine ansehnliche Steuerzahlung ist, ist es nichts im Vergleich zu den Millionensummen, mit denen in diesem Zusammenhang spekuliert wird.

Es herrscht globaler Wettbewerb, und wenn die Schweiz derart ausgehebelt wird, nimmt ein anderes Land dessen Rolle ein. Vergleichbar ist z.B. die Schiffahrt, wo die teuersten Kreuzfahrtschiffe auf den Bahamas registriert sind, obwohl sie sich als deutsches Schiff bezeichnen (MS Europa z.B.). Warum wohl?

Deutschland sollte sich dem globalen Wettbewerb stellen und Anreize schaffen, Kapital ins Land zu holen. Kapital rennt unweigerlich der Rendite hinterher. Ich erinnere an Ronald Reagan, der seinerzeit einen klaren Schnitt in USA machte und die Steuergesetzt drastisch vereinfachte und die Prozentsätze absenkte. Die Wirtschaft hat davon profitiert und demnach die Arbeitnehmer.

Also wenn hier der Ruf "Krawatten ab" ertönt, dann bitte differenziert diskutieren, oder aber auf Weiberfastnacht mit Krawatte in Köln auf den Altermarkt gehen. Da wird auch kein Unterschied gemacht. :)
 
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Man kann aber nicht aus jedem Staat das beste rausholen! Nur meine bescheide Meinung. Ich habe immer das Gefühl, dass Menschen sehr sehr gerne hier leben, aber den Preis dafür halt nicht zahlen möchten. Man kann sich sein Wunschland nicht zusammenstellen. Nur weil es die Möglichkeit gibt, sein Geld am Fiskus vorbeizuschmuggeln, muss man es doch nicht machen. Oder etwa doch?

Die Bundesregierung versucht ja mittlerweile durch die Abgeltungssteuer Anreize zu schaffen, denn durch diese profitieren ausschließlich Personen mit einem Steuersatz von über 25 %, die ihr Geld nicht in GmbH-Anteilen oder Aktien anlegen. Leider ist es in Deutschland ein einfaches Gesetz zu entwerfen, sodass die Abgeltungssteuer leider nicht so einfach zu handhaben ist, wie geplant.
 
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BMW z.B. brüstete sich unlängst damit (ich hab keine Quelle, sondern zitiere nur mein Gedächnis), dass sie in Deutschland praktisch keine Gewerbesteuer mehr zahlen. Aller Gewinn läuft über irgendeinen Bananenstaat, wenn ich mich recht entsinne. Alles völlig legal. Ähnliches gibt es auch im privaten Bereich.

Paradebeispiel wird wohl die Deutsche Bank sein.

Zitat:
"Die meisten Geschäftsaktivitäten", heißt es zum Thema Offshore in einem internen Vermerk des Bundesfinanzministeriums, "unterhalten die Deutsche Bank Chart zeigen und - mit großem Abstand - Commerzbank und Sal. Oppenheim". Nach den Informationen managt allein der Branchenprimus Deutsche Bank von der Schweiz aus Geschäftsbeziehungen zu mindestens 566 Stiftungen und Trusts, die gar nicht nach Schweizer Recht ausgestaltet sind, sondern nach dem anderer Steueroasen - von Curaçao bis zu den britischen Jungferninseln. Hinzu kommen 204 Tochtergesellschaften, Beteiligungen und Rechtseinheiten in 13 Offshore-Zentren mit zusammen 2428 Kundenbeziehungen, allein 868 davon in Singapur.

Quelle: http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,646499,00.html
 
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Man kann aber nicht aus jedem Staat das beste rausholen! Nur meine bescheide Meinung. Ich habe immer das Gefühl, dass Menschen sehr sehr gerne hier leben, aber den Preis dafür halt nicht zahlen möchten. Man kann sich sein Wunschland nicht zusammenstellen. Nur weil es die Möglichkeit gibt, sein Geld am Fiskus vorbeizuschmuggeln, muss man es doch nicht machen. Oder etwa doch?
Das stimmt natürlich. Die Frage wird auf die Dauer aber eine ganz andere sein, nämlich die, ob wir uns diesen teuren Staat überhaupt noch leisten können. Fertigungen und damit Arbeitsplätze werden immer mehr ins wettbewerbsfähigere Ausland verlagert (siehe Siemens ganz aktuell), damit steigt das Arbeitslosenproblem und die damit verbundenen Kosten bei gleichzeitigem Absinken aller Sozialbeiträge.
Diese Probleme bekommt man nicht in den Griff, indem man mal 100 Millionen (falls überhaupt) an Steuern nachfordern kann, besonders dann nicht, wenn man gleichzeitig Milliarden an Subventionen für die Wirtschaft ausgibt (siehe Opel etc).

Ich sagte nicht, daß ich Steuerflucht in irgendeiner Form gutheiße. Tatsächlich lehne ich sie aus Prinzip ab vor den Gründen, die Du genannt hast, denn ich lebe gerne hier. Aber einen gewissen Prozentsatz wird es in diesem Bereich immer geben, der dem Fiskus verloren geht.
Und es ist erwiesen, dass die kriminelle wie auch die legale Energie zur Steuervermeidung mit der Schärfe der Steuergesetze zumindest proportional zunimmt. Wie ich sagte, fällt Liechtenstein aus, dann ist es eben die Schweiz. Fällt die Schweiz auch aus, dann sind es eben die Virgin Islands oder sonstwo. Fallen die auch aus, dann werden Gewinne eben entsprechend versteckt, wie BMW es sehr erfolgreich und ganz offiziell tut (und zwar nicht als einziges Unternehmen).
Diese Energien könnten woanders viel nutzbringender eingesetzt werden. :)
 
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