Ehrliche Verkäufer... oder: Missbrauch von Wegstreckenzählern

FX.

macht Rennlizenz
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10 Dezember 2004
Ort
Zug
Wagen
anderer Wagen
Wie einige wissen, habe (seit gestern: hatte) ich ein Z4 M Coupé. Gekauft habe ich das Fahrzeug im August 2011 in Süddeutschland. (wenige KM Luftlinie von der Schweizer Grenze entfernt).

Das Fahrzeug war zwar nicht das, was man "als zu 100 % perfekt" bezeichnen würde, aber die vorzunehmenden Arbeiten schienen mir i.O.. Als Schweizer Käufer war mir wichtig, dass die USt. ausweisbar war, was bei diesem Exemplar zutraf.

Da ich ein Mann bin und meine Entscheidungen schnell treffe (lange grübeln ist nicht), habe ich den Wagen gekauft. (mit einem KM-Stand von 72'000 und ja, die Einträge im Serviceheft waren nachvollziehbar!)

Kaum in der Schweiz, standen auch schon die ersten Arbeiten an:

- Bremsen vorne und hinten einmal KOMPLETT
- Xenon-Birnen tauschen
- und vieeeeeles mehr

Dann ab zur MFK - bestanden. 6er verkauft, 1er in der TG abgestellt, Z4 eingelöst und Freeeeeeeude.
Nach und nach MASSIG Geld investiert (Competition Radsatz, viele Innenraumteile mit Alcantara beziehen lassen, ordentliche Inspektion II beim BMW-Konzessionär, Lagerschalen getauscht, Öl-Service bei BMW, einige Teile neu lackiert, komplette Aufbereitung innen und aussen usw. usf.) Summasummarum: Will ich gar nicht wissen! (blende ich einfach aus...)

Im Oktober entschluss gefasst: Nach zahlreichen BMW's ist es Zeit für einen Flachkäfer. Z4M QP also verkaufen.

Interessenten: Nicht viele, aber vorhanden. Ein 20jähriger: Ja ich will, will dann doch nicht, dann doch, dann doch nicht - leck mich am Ar***, zwei andere wollen irgendwelche Möhren eintauschen... hmmm... so verbastelt ist mein Z4M doch nicht, dass mich Vollpfosten anschreiben...)

Dann vor ca. 3 Wochen: Morgens um 07.45 klingelt mein Handy. Ich denke mir: Man welcher Spinner ruft mich um die Zeit an. Weitergeschlafen. 10.00 Uhr - ich wache langsam auf - klingelt's erneut. ... ein Interessent.

Alles genaustens mitgeteilt - offen und transparent. Interessent hat weiter Interesse. Ich schicke Scan des Fahrzeugbriefs. Wenige Tage später schicke ich einen Scan des Servicehefts. Zwischenzeitlich viele Male telefoniert (btw: ein meeeeeeega netter Zeitgenosse!)... Eigentlich wäre alles perfekt gewesen. Doch dann, genau heute vor einer Woche, klingelt wieder mein Handy. Der Interessent. Er teilt mir mit, alles wäre mega, alles super, aber der Entscheid negativ. Ich überlege kurz, und lasse ihn aussprechen. Dann, ich zitiere: "Meine Nachforschungen haben ergeben, dass das Fahrzeug am 16.12.2010 mit KM-Stand 103'xxx bei der Auer Gruppe (BMW-Konzessionär) in Stockach im Service war)... Moment mal, kann doch nicht sein. 8 Monate später habe ich ihn mit WENIGER KM gekauft!?!?!? Erstmal baff...

Noch einbisschen geredet und so verblieben, dass er und ich das erstmal verdauen müssen. Gut, ich hatte es noch nicht verdaut (bis heute nicht), aber gleich einen RA in der Bodenseeregion gesucht, und Anwaltsvollmacht unterschreiben.

Lange Rede, kurzer Sinn: Nach 1.5 Jahren finde ich raus, dass mein Wagen um 55'000-70'000 KM (!!!!!!!!) gedreht wurde. Er hat also nicht - wie es der Tacho anzeigt - 104'000 KM, sondern, ach keine Ahnung...

Verkauft habe ich ihn gestern Abend schliesslich an den selben Interessenten (nein, fragt mich nicht nach dem Preis! Weder bringe ich diese Zahle über meine Lippen noch kann ich sie in die Tasten "hauen").

BMW Auer hat mir die Angaben natürlich bestätigt.

Mal sehen, was in der Geschichte passiert.
 
Wirklich eine ganz große Sch... Zur mir Leid,dass Du so etwas erlebt hast.
Bitte halte uns auf dem laufenden. Es wäre schon interessant,wie es weitergehen wird.
Vielleicht schreibt ja auch der Ein oder Andere aus unserem Forum etwas dazu,in Hinsicht der rechtlichen Lage.
 
Ja. Das ist schon ein ziemliche Sch*** sowas.
Wird sicher interessant, wie das ausgeht. Wieviele Vorbesitzer hatte der Wagen?

Ob nicht vllt. auch der Verkäufer getäuscht wurde? Aber wie hab ich das erst letztens gelesen? Da muss sich jeder in der Kette gegen den Vorherigen durchklagen...
 
Ja. Das ist schon ein ziemliche Sch*** sowas.
Wird sicher interessant, wie das ausgeht. Wieviele Vorbesitzer hatte der Wagen?

Ob nicht vllt. auch der Verkäufer getäuscht wurde? Aber wie hab ich das erst letztens gelesen? Da muss sich jeder in der Kette gegen den Vorherigen durchklagen...

2, resp. ich bin der 3. Besitzer. Es ist eindeutig nachvollziehbar, dass er die KM gedreht hat! (also die Made, die mir das Auto verkauft hat)
 
Hi

das ist extrem übel.....hoffe dass der "Täter" ordentlich bestraft wird.
Warum kam eigentlich deine BMW Werkstatt bei der Inspektion nicht drauf? Denen müsste doch etwas aufgefallen sein? zumindest dachte ich, dass alle BMW Werkstätten auf die Fahrzeughistorie zugreifen können....insbesondere in deinem Fall....da ja der Wagen mit mehr km bei BMW zu Besuch war ....komisch....
 
Wahrlich ein echtes Ärgernis, ich hoffe du kannst den Übeltäter überführen. Fest steht, dass sich strafbar macht, wer Tachometer manipuliert.

Das Problem bei der Sache wird sein, dem Verdächtigen tatsächlich nachzuweisen, den Stand des Kilometerzählers
verändert zu haben.
Vermutlich wird es nicht ausreichen, einer Person X eine Fahrzeughistorie, in welcher eine
Werkstatt einen Kilometerstand notiert hat, vorzulegen und zu behaupten, dass er derjenige war, welcher......

Solch eine Tat, die ja oft jahrelang zurückliegt, nachzuweisen, wird nicht leicht werden. Leider.

Gruß
 
Omg scheisse, dass ist bitter und asozial dazu.....
 
So ist es. Leider ist die Hemmschwelle dafür sehr niedrig und es wird von den meisten nur als Begatelle angesehen.
 
Hallo,
eine sehr interessante Geschichte. Es ist richtig, dass Du die Angelegenheit einem RA übergeben hast. Solche Drecksäcke müssen auf jeden Fall entlarvt und bestraft werden.
Ich selbst bin in meinem Leben schon zweimal mit zurückgedrehten Tachos betrogen worden, was ich aber zum Glück jedesmal durch mehr oder weniger Zufall entdeckt habe.
Beim erstenmal hat im Motorraum ein alter Inspektionszettel geklebt auf dem erheblich mehr KM drauf waren als auf meinem Tacho.
Im anderen Fall hat die Werkstatt beim Einbau einer AHK festgestellt,dass das Auto einen Unfall hatte. Daraufhin habe ich den Vorvorbesitzer angerufen( damals ging das noch, weil alle Adressen im Brief standen) und dieser hat mir den Unfall bestätigt und auch die viel höheren KM.
Von beiden Verkäufer habe ich mir den Wert mit den akt. KM zurückrechnen lassen und mir das Geld(Diff.) geben lassen, was beide anstandslos getan hatten. Eines von den Autos ging dann nach Jahren als Schrottkiste nach Lettland und der andere nach Ungarn.
Ebenso hatte ich mal einen Opel-Omega mit ca, 155000 Km an einen jungen Herrn preiswert abgegeben. Nach ca. 6 Wochen rief jemand an und hat nach dem Radio-Code gefragt.In diesem Telefonat wurden auch die gef. KM erwähnt :
Das Auto hatte so um die ca. 80-90000 Km jetzt drauf.
Leider hat er sich niemehr bei mit gemeldet.

Ich meine in Erinnerung zu haben, dass mindestens 30 % der Tachos manipuliert sind.
Deshalb bin ich bei jedem Autokauf extrem misstrauisch !!
Ohne lückenloses und logisch nachvollziebares Scheckheft geht nichts. Am besten die BMW-Werkstatt anrufen, die einen der letzten Services gemacht hat. Aber es könnte sein, dass diese aus Datenschutzgründen keine Auskunft geben dürfen.
( viell. deinen "freundlichen" anrufen lassen ) Wenn möglich alle TÜV-Unterlagen zeigen lassen ( ein ehrlicher und fairer Verkäufer hat diese )
Dann immer Reifenalter und Profil beurteilen, ebenso Zustand der Bremsen und sonstige Abnutzungen ( Sitze, Lenkrad,Pedale usw. )
Aber sicher ist man nie.
Für ein paar Euros mehr könnten die Hersteller Nachweise in die Fahrzeuge einbauen. Es ist mir unbegreiflich warum die das nicht wollen.
Zum Schluß : wenn alles nachweisbar ist, kannst du normalerweise nur gewinnen und Schadensersatz von dem Manipulierer
verlangen.
Ich sage immer : lieber 150 Tausend ehrliche KM als 70 Tausend getürkte
Ich wünsche dir viel Erfolg und halte uns auf dem Laufenden.
Grüße
Josef
 
Solange die Nachfrage da ist, wird auch an den km-ständen manipuliert.

Die Menschen "wollen" doch auf diese Art beschissen werden - zwei Fahrzeuge, die im technischen Zustand gleich sind, werden mit großen preislichen Unterschieden gehandelt ... nur weil die Zahl vor der Einheit "km" viel niedriger ist.

Vielleicht kommt ja irgendwann mal die Einsicht, dass nicht der km-Stand entscheidend ist, sondern viel mehr der technische Zustand des Autos.
 
Sowas ist HORROR :g und tut mir echt leid für Dich !!

Solange gegen diese Betrüger nicht wirklich mal was unternommen wird und diese dann auch RICHTIG dafür verurteilt werden, passiert halt nix . . bzw. zu wenig. Diese Betrüger inserieren ja sogar noch "brav" in diversen Zeitschriften - allein das sollte schon verboten werden. Für Betrügereien dieser Art ist die Hemmschwelle bei den Tätern somit zu gering und offensichtlich auch noch zu lukrativ :poop: . . . .

In Deinem Fall hoffe ich, dass Du Deinen finanziellen Schaden auch ersetzt bekommst, denn der emotionale wird nicht ersetzbar sein. Viel Glück dabei !!
 
Solange die Nachfrage da ist, wird auch an den km-ständen manipuliert.

Die Menschen "wollen" doch auf diese Art beschissen werden - zwei Fahrzeuge, die im technischen Zustand gleich sind, werden mit großen preislichen Unterschieden gehandelt ... nur weil die Zahl vor der Einheit "km" viel niedriger ist.

Vielleicht kommt ja irgendwann mal die Einsicht, dass nicht der km-Stand entscheidend ist, sondern viel mehr der technische Zustand des Autos.

Sicher ist der technische Zustand entscheidend. Das ist aber kein Grund, einen Betrug zu bagatellisieren oder gar dem Opfer solcher Machenschaften zu unterstellen genau solches zu wollen.

Wenn der Vorbesitzer selbst den Wagen zu der Wartung gegeben und später mit einem niedrigeren Kilometerstand verkauft hat, sollte die Beweisführung nicht allzu schwierig sein.
 
Ein Schelm wer Böses dabei denkt, aber solange jetzt nur ordentlich scheckheft-gepflegte Autos einen einigermassen dagegen absichert, solchen Betrügern auf den Leim gehen, warum also sollten sich die Autohersteller um eine bessere Absicherung der km Zähler kümmern, letztendlich müssen ja jetzt alle schön regelmässig in die Werkstätten... Ich mache es sowieso, aber es gibt ja auch genug Leute, die es aus verschiedenen Gründen nicht möchten. Und darüberhinaus und dank der durchaus sehr präsenten Berichterstattung steht man nun als privater Autoverkäufer auch erst einmal unter Generalverdacht.
 
Ein Schelm wer Böses dabei denkt, aber solange jetzt nur ordentlich scheckheft-gepflegte Autos einen einigermassen dagegen absichert, ..........


............... und ja, die Einträge im Serviceheft waren nachvollziehbar!)
.

Scheckheftgepflegt ist wie man sieht auch keine Absicherung, so ein Scheckheft ist schnell gekauft und mit einem geschmierten BMW Mitarbeiter und den dementsprechenden Stempeln schnell getrimmt. Wobei so einen Stempel nachmachen zu lassen dürfte auch kein Problem sein.
 
Ich denke da in Richtung Hehlerware.
Du hast einen Wagen gekauft, der im Nachhinein nicht sauber ist. Also indirekt Hehlerware.
Du hast nun weiterverkauft, das könnte dir Probleme machen, da du wissentlich ein Auto weiterverkauft hast, welches manipuliert wurde.

Nur meine Private Meinung und ich hab keinerlei rechtlichen Hintergrund in der Sache.
 
Der Käufer weiss doch Bescheid ;-) dadurch hat der VK einen Preisnachlass gemacht über den er nichts schreiben möchte.
 
Sicher ist der technische Zustand entscheidend. Das ist aber kein Grund, einen Betrug zu bagatellisieren oder gar dem Opfer solcher Machenschaften zu unterstellen genau solches zu wollen.

Wenn der Vorbesitzer selbst den Wagen zu der Wartung gegeben und später mit einem niedrigeren Kilometerstand verkauft hat, sollte die Beweisführung nicht allzu schwierig sein.
Richtig, ich möchte auch nichts bagatellisieren, sondern auf das Offensichtliche hinweisen.

Es ist nicht erst seit diesem Thread bekannt, dass die km-Stände beliebigst von Laien auf individuelle Werte gesetzt werden können.

Vielleicht lasse ich mir mal die 999.999 einprogrammieren und mach dann bei BMW 'ne Partyankündigung :t
 
Ich glaube nicht dass FX. so doof war und den getürkten Kilometerstand nicht angegeben hat.......ausserdem hat er ja dafür mit Preisabschlag bluten müssen.
 
Warum kam eigentlich deine BMW Werkstatt bei der Inspektion nicht drauf? Denen müsste doch etwas aufgefallen sein? zumindest dachte ich, dass alle BMW Werkstätten auf die Fahrzeughistorie zugreifen können....insbesondere in deinem Fall....da ja der Wagen mit mehr km bei BMW zu Besuch war ....komisch....
Im Endeffekt hat sich herausgestellt, dass BMW Schweiz nicht auf die Daten in Deutschland Zugriff hat, ansonsten wäre das früher aufgeflogen.
Das Problem bei der Sache wird sein, dem Verdächtigen tatsächlich nachzuweisen, den Stand des Kilometerzählers verändert zu haben.
Vermutlich wird es nicht ausreichen, einer Person X eine Fahrzeughistorie, in welcher eine
Werkstatt einen Kilometerstand notiert hat, vorzulegen und zu behaupten, dass er derjenige war, welcher......
Solch eine Tat, die ja oft jahrelang zurückliegt, nachzuweisen, wird nicht leicht werden. Leider.
Gruß
Nicht in diesem Fall. Dieser Vollpfosten hat den Wagen nämlich zur Auer-Gruppe gebracht. (lässt sich eindeutig nachweisen)
Sicher ist der technische Zustand entscheidend. Das ist aber kein Grund, einen Betrug zu bagatellisieren oder gar dem Opfer solcher Machenschaften zu unterstellen genau solches zu wollen.
Wenn der Vorbesitzer selbst den Wagen zu der Wartung gegeben und später mit einem niedrigeren Kilometerstand verkauft hat, sollte die Beweisführung nicht allzu schwierig sein.
Genau so schaut’s aus!
Scheckheftgepflegt ist wie man sieht auch keine Absicherung, so ein Scheckheft ist schnell gekauft und mit einem geschmierten BMW Mitarbeiter und den dementsprechenden Stempeln schnell getrimmt. Wobei so einen Stempel nachmachen zu lassen dürfte auch kein Problem sein.
Ich hoffe für ihn sogar, dass er das Serviceheft gefälscht hat. (was sogar aufgrund des fehlenden Eintrags bei 2'000 km sein könnte, obwohl nach Abklärungen bei der BMW NL Hamburg vorgenommen) Denn dann hätten wir noch Urkundenfälschung.
Du hast nun weiterverkauft, das könnte dir Probleme machen, da du wissentlich ein Auto weiterverkauft hast, welches manipuliert wurde.
Ich habe mir natürlich eine Zusatzvereinbarung zum Kaufvertrag unterzeichnen lassen, dass der Käufer über all diese Tatsachen informiert ist.
 
Zur Nachvollziehbarkeit:

Ist es bei BMW nicht so, dass man nur in der Tachoeinheit die KM Anzahl ändern kann, aber irgendwo motorseitig diese noch mal gespeichert wird?
 
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