OT: Kündigungsfristen

obm

Fahrer
Registriert
21 März 2012
Ort
Nürnberg
Wagen
BMW Z4 e86 coupé 3,0si
Moin moin,

hab keinen anderen Ort für so ein Thema gefunden, aber da es sich ja um ein Café handelt :)

Folgendes Problem: Meine Freundin würde gerne (bzw. muss aus psychischen und physischen Gründen, aber das ist ein anderes Thema) ab dem 1. Oktober in einer anderen Firma arbeiten, Vertrag etc hat sie bereits. Sie ist jetzt 7 Jahre in ihrer aktuellen Firma beschäftigt.
Folgende Kündigungsfristen sind vermerkt:
In ihrem Arbeitsvertrag stehen 6 Wochen zum Quartal
In ihrem Tarifvertrag stehen für sie ebenfalls 6 Wochen zum quartal, für ihren Arbeitgeber 3 Monate zum Quartal.
Laut Arbeitsrecht § 622 BGB hat sie aufgrund der 7 Jahre Betriebszugehörigkeit 2 Monate zum Quartal.

ABER: Jetzt kommt ihr Arbeitgeber und meinte, sie hätte die Frist verstreichen lassen, weil sie 3 Montae zum Quartal hat. Der Grund: In ihrem Arbeitsvertrag steht zusätzlich zur Kündigungsfrist folgender Satz (ungefähr): Eine tarifliche oder gesetzliche Verlängerung der Kündigungsfrist gilt für beide Parteien gleichermaßen.

Jetzt meine Frage (bitte keine Spekulationen, sondern schon relativ sichere Tatsachen): Stimmt das so oder ist diese "Sonderregelung im Arbeitsvertrag" nichtig? Meiner persönlichen Meinung nach ist die Regelung eine unwirksame Klausel, da sie geltendes Recht aushebelt...

Vielen Dank im Voraus.

MfG
 
In unserer Firma gibt es für eine "vertragswidrige Kündigung" eine Vertragsstrafe in Höhe
eines (!!) Monatslohn. Ich persönlich würde das ggf. mit einem ;) oder einem :D quittieren, wenn es mir woanders - wie auch immer - besser geht!
Zu prüfen wäre im Vorfeld ggf. auch, ob nicht sogar eine fristlose Kündigung Deiner Freundin rechtens ist?
Ein ärztliches Attest in etwa in der Form "Arbeitsverhältnis aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr zumutbar und eine ärztliche Empfehlung, diese Tätigkeit aufzugeben", würde sich sicher nicht nachteilig auswirken!?
Braucht sie ein qualifiziertes Arbeitszeugnis? Auch darüber sollte man(n)/frau immer nachdenken!
Rechtschutzversicherung vorhanden? Wenn ja, immer zum Rechtsanwalt für Arbeitsrecht!
 
Da hilft nur: Fachanwalt für Arbeitsrecht aufsuchen!

Gerade im Arbeitsrecht lauern m. E. so viele Fallstricke, dass einem diese Beratung wirklich das Geld wert sein sollte.

Unbedingt. Für eine verlässliche Beurteilung sind noch einige weitere Sachverhaltsdetails relevant. Ohne vollständige Informationen ist alles reine Spekulation, also genau das, was der Fred-Ersteller nicht gebrauchen kann.
 
hmm, das mit der fristlosen kündigung hab ich so noch gar nicht bedacht, dass ist schon mal ein guter hinweis. leider geht es ihr mittlerweile in ihrer firma wirklich so besch**** das schon freunde von uns (ärzte) meinten, sie soll da sofort raus.
@Brummm: das stimmt so natürlich auch, dachte nur vllt hatte hier jemand bereits ähnliche probleme oder ist sich vllt sogar arbeitsrechtlich sicher.

danke euch beiden jedenfalls schon mal für die tipps :)
 
... @Brummm: das stimmt so natürlich auch, dachte nur vllt hatte hier jemand bereits ähnliche probleme oder ist sich vllt sogar arbeitsrechtlich sicher. ...

Wer "ähnliche Probleme" hatte oder hat, für den gilt ggf. eine völlig andere rechtliche Bewertung. "Arbeitsrechtlich sicher" kann sich hier niemand sein, weil wie gesagt noch lange nicht alle relevanten Details deines Falles bekannt sind.

Ich möchte dir deine Frage nicht madig machen, sondern nur davor warnen, sich etwaig auf Einschätzungen zu verlassen, die zwar alle sicherlich gut gemeint, aber auch - und zwingend - erheblich unsicher sind. ;)
 
1) Anwalt nehmen
2) Ärztlich attestieren lassen das Sie da nicht arbeiten kann (wenn es um Mobbing geht) etc und ggf. Schmerzengeld rausholen.
Gleiches Thema hatte meine Mutter letztes Jahr, wurde extremst gemobbt und ist dann vor Gericht gegangen..
 
Brummm hat mal sowas von - Achtung jetzt kommts - Recht :b:t.
Ich überlegte auch erst kurz, habe es dann aber auf Grund der großen Unbekannten gelassen...

btw: Ich bin gegen die inflationäre Verwendung des Begriffs Mobbing.
 
Ich kann die Aussagen von Basti und Jan nur bekräftigen. Arbeitsrecht ist ein weites und sehr kompliziertes Feld - da würde ich ohne Fach(!)anwalt gar nichts machen.

Als ich vor ein paar Jahren mal gegen einen Arbeitgeber klagen musste, war mir klar, dass das so richtig hart und schmutzig zur Sache hätte gehen können. Ich habe mir daher gleich einen Fachanwalt genommen, der Coach für die Rechtsabteilung eines deutschlandweit operierenen großen Unternehmens war, das bekannt dafür war, mit seinen Angestellten nicht zimperlich umzugehen - also jemand, der auch die Gegenseite genau kennt. Das war damals gut investiertes Geld, das ich mir dann zum Teil mit der Einkommensteuererklärung zurückgeholt habe.

Gruß

Kai
 
Gut, ich habe in Sachen Arbeitsrecht immer nur aus Arbeitgebersicht zu agieren, mache aber mittlerweile auch ohne Fachanwalt gar nichts mehr!
 
Zurück
Oben Unten