Blitzerabzocke

Also wer sofort bezahlt ist anscheinend der Dumme und irgendwas läuft doch in Sachen Blitzer falsch in Deutschland!?

Wer im Punktebereich geblitzt wurde sollte IMMER einen Anwalt einschalten, selbst wenn er zu Recht geblitzt wurde. Wer das auch bei drohendem Fahrverbot nicht macht, dem ist nicht zu helfen.

Es gibt nun mal zig Konstellationen, durch die die Messung ihren Beweiswert verlieren kann. Auf die Chance sollte man nicht verzichten.

Und nein, ich spreche nicht aus eigener Erfahrung, hatte zwar schon viele Expresszuschläge, aber bisher nur 1 Punkt. Man kann auch sportlich fahren ohne viele Punkte, wenn man etwas mitdenkt und die Augen offen hält.
 
Und nein, ich spreche nicht aus eigener Erfahrung, hatte zwar schon viele Expresszuschläge, aber bisher nur 1 Punkt. Man kann auch sportlich fahren ohne viele Punkte, wenn man etwas mitdenkt und die Augen offen hält.

Bei mir vor zig Jahren mal 3 Punkte und seit dem punktefrei.
In den letzten Jahren als Höchststrafe mal 35,- Euro - siehe oben!
Von mir aus könnte öfters geblitzt werden, nur bitte da, wo es auch wirklich der Verkehrssicherheit dient.
 
... und diese Unaufmerksamkeit hat einen Namen: Smartphone!!!...
.. ein paar Zahlen zum Thema "Phones im Auto" am Wochenende im Bonner GA:

smartphonesimauto.jpg
 
...Denn 30-50% aller Bußgeldbescheide sind objektiv falsch...
Ich will das mangels besserer Informationen nicht von der Hand weisen. Dennoch würden mich die Quelle und die Grundlage der statistischen Berechnung interessieren. Geht es wirklich um 30-50% aller ergangenen Bescheide oder um 30-50% der Bescheide, über die in einem Widerspruchverfahren zu befinden war (also die Teilmenge, bei dem die Fahrer ernsthafte Zweifel am Meßergebnis hatten oder eine Chance auf Ausnutzung eines Formfehlers sahen) . Ein kleiner begrifflicher, aber für die objektive Bewertung der Meßgenauigkeit entscheidender Unterschied.
Die häufigeren Verwarnungen und der einzige Bußgeldbescheid (auf Holz geklopft:) :-)), die mir in vielen Jahren der Teilnahme am Kraftverkehr wegen Geschwindigkeitsangelegenheiten ins Haus geflattert sind, gaben jedenfalls keinen Anlass zu solchen Zweifeln. Der "Tatvorwurf" lag durchweg im Toleranzbereich der vom Blitzlicht erhellten Tachoanzeige. Mag natürlich Zufall sein.
 
... Geht es wirklich um 30-50% aller ergangenen Bescheide ...
... JA! Ich würde es nicht schreiben, wenn ich die Zahlen nicht hätte! Sie kommen aus einem Bericht von Stern-TV (RTL), dort heißt es "50%". Ein anderer Bericht aus "Wiso" (ZDF) , der mir vorliegt, spricht von 30-50%. Aber beide Berichte beziehen sich auf dieselben Sachverständigen, hier:

www.vut-verkehr.de

Viele Grüße, Herbert
 
Zuletzt bearbeitet:
... JA! Ich würde es nicht schreiben, wenn ich die Zahlen nicht hätte! Sie kommen aus einem Bericht von Stern-TV (RTL), dort heißt es "50%". Ein anderer Bericht aus "Wiso" (ZDF) , der mir vorliegt, spricht von 30-50%. Aber beide Berichte beziehen sich auf dieselben Sachverständigen, hier:

www.vut-verkehr.de

Viele Grüße, Herbert
Journalisten sind dafür bekannt, dass sie Statistiken besonders gut verstehen und das betrifft nicht nur die von der Zeitung mit den vier großen Buchstaben. Die Zahlen beziehen sich auf die Fälle, in denen die VUT selbst ein Gutachten erstellt hat. Es geht also um die Fälle, bei denen die Betroffenen selbst bereits Zweifel angemeldet haben. Und ich tippe mal darauf, dass selbst da noch nicht einmal in allen Fällen ein Gutachten erstellt wird.
 
Also wohl doch eher journalistische Auslegung im Sinne einer guten Schlagzeile. Wenn eine Firma 50% der eingehenden Reklamationen als berechtigt anerkennt, bedeutet das ja auch nicht, dass 50% der Produktion fehlerhaft ist. :D
 
Also wohl doch eher journalistische Auslegung...
Einspruch, meine Herren! Ihr solltet Eure Vermutungen auch als solche kennzeichnen, damit kein falscher Eindruck entsteht. ;) Die Aussage stammt von Herrn Grün persönlich!!! Er kommt in beiden TV-Ausschnitten ausführlich zu Wort.
 
Ja, ist gut. Herr Grün hat offensichtlich ein Buch geschrieben, in dem er 15.000 von ihm bzw. seiner Firma untersuchten Owis auswertet. Wie Eck bereits schrieb. Was er nun irgendwo gesagt haben mag, ist eine andere Sache. Zumal eine diesbezügliche Fehlinterpretation ja durchaus im "objektiven" Firmeninteresse liegt. Fakt ist unstrittig, dass Fehlmessungen vorkommen. Sollte ich, im Gegensatz zu den bisherigen Fällen, das Gefühl haben, von einer solchen betroffen zu sein, würde ich dagegen Rechtsmittel einlegen. War ich zu schnell, wurde erwischt und korrekt abgerechnet, nicht.
 
[...] Fakt ist unstrittig, dass Fehlmessungen vorkommen. Sollte ich, im Gegensatz zu den bisherigen Fällen, das Gefühl haben, von einer solchen betroffen zu sein, würde ich dagegen Rechtsmittel einlegen. War ich zu schnell, wurde erwischt und korrekt abgerechnet, nicht.

Dem möchte ich voll zustimmen.
 

Aua, das ist ja eine Entwicklung ... :confused:

Je nach konkreter Gestaltung der App könnte das datenschutzrechtlich ein Thema sein. Offenbar erlaubt es die App, ein Foto des falsch parkenden Autos an eine dritte Stelle zu leiten. Ggf. steckt hinter der App also ein Server, auf dem ein Dritter die so erfassten Daten verarbeitet. Da wäre ich mir gar nicht so sicher, dass das ohne Weiteres zulässig ist.

So oder so sind das m. E. Ideen, die kein Mensch braucht.
 
Ich frage mich in solchen Zusammenhängen immer, ob die Deutschen eine besondere Lust am Denunzieren und Belehren haben, oder ob dies auch andere Nationalitäten betrifft. &:

Mit Begriffen wie denunzieren wäre ich schon deshalb ein wenig vorsichtig, weil es beim Falschparken unterschiedliche Fälle gibt. Zum einen die bloße Regelwidrigkeit ohne konkrete Gefährdung, zum anderen das Zuparken von (benutzten) Einfahrten oder das Übriglassen von zu schmalen Restbreiten auf der Straße. Das Letztere ist ein wenig kitzlig, weil die Restbreite sich nicht an der Breite des eigenen Fahrzeugs oder eines normalen Pkws bemessen darf, sondern an der Breite eine Lkw, denn die Feuerwehr ist meist mit Lkw unterwegs. Und ich zumindest möchte nicht schuld sein, dass die Feuerwehr nicht durchkommt. (Das ist nicht Theorie, ich habe das schon erlebt.)

Bei Begriffen wie "DIE Deutschen" habe ich meist ein Problem. Zum einen ist meist nicht erwiesen, dass alle Deutschen so denken, selbst die Mehrheiten sind unklar, zum anderen haben die Verwender dieses Pauschalbegriffs meist auch nicht geprüft, ob es nicht andernorts noch viel ausgeprägter ist.
 
Wenn ich mich über das Verhalten eines anderen Verkehrsteilnehmers derart ärgere, dass ich ihn gerne dafür zur Verantwortung gezogen sehen würde, so bleibt es mir doch unbenommen, mir die Mühe zu machen und Anzeige zu erstatten. Die von Dir zitierten Fälle können doch ohne weiteres auch per Handy der Polizei gemeldet werden, da braucht es keine App. Der niederschwellige Zugang über die App, mit dem Gefühl(!) einer gewissen Anonymität, fördert auf meiner Sicht die Anzeigefreude der Menschen. Ich bin immer noch der Ansicht, dass es Aufgabe der dafür zuständigen Stellen in Deutschland ist, Normverstöße aufzudecken und zu ahnden und im Fall der StVO werden ja auch Menschen beschäftigt, die aktiv auf der Suche nach Verstößen sind. Alle Mitbürger zu "Hilfsbeamten" zu machen, halte ich für falsch.

Und weil ich nicht überprüft habe, ob es andernorts nicht viel ausgeprägter ist, habe ich eine Frage formuliert ;)
 
Ich sehe das ähnlich. Für das Funktionieren der Deliktsverfolgung ist es durchaus von Bedeutung, dass die Anzeige eines Fehlverhaltens mit einem gewissen Aufwand verbunden ist. Dadurch findet eine gewisse "Selektion" dahingehend statt, dass viele Kleinstdelikte nicht gemeldet werden, weil sich der Aufwand einfach nicht lohnt. Das kommt denjenigen Delikten zugute, die aufgrund ihrer stärkeren Bedeutung gemeldet, und dann auch verfolgt werden.

Wird diese "Aufwandschwelle" für Meldungen erheblich gesenkt - beispielsweise dadurch, dass ich nur noch ein paar Tasten drücken muss -, könnte die Anzahl der Meldungen erheblich zunehmen - und zwar auch und insbesondere in Bezug auf solche Delikte, die aufgrund ihrer Bedeutungslosigkeit ansonsten ungemeldet blieben. Das dürfte dann auf Kosten der wirklich relevanten Delikte gehen.
 
Bei Begriffen wie "DIE Deutschen" habe ich meist ein Problem. Zum einen ist meist nicht erwiesen, dass alle Deutschen so denken, selbst die Mehrheiten sind unklar, zum anderen haben die Verwender dieses Pauschalbegriffs meist auch nicht geprüft, ob es nicht andernorts noch viel ausgeprägter ist.
jepp, sehe ich auch so und jeder der anderer Meinung ist, sollte sich hier anmelden, dann wird er definitiv eines Besseren belehrt.:D
 
Der wahre Beweggrund für die App dürfte weniger in einem Serviceangebot für den aufmerksamen Bürger oder gar der Verbesserung der Verkehrssituation (s. Elias) liegen. Mir drängt sich vielmehr der Verdacht auf, dass hier mittels (vielleicht sogar automatisierter) Auswertung der "Meldungen" der Einsatz der Mitarbeiter in der Verkehrsüberwachung optimiert werden soll. Wohl weniger, um der Feuerwehr die notwendige freie Fahrt zu gewährleisten, als vielmehr die Fangquote und damit die Einnahmen für die klamme Gemeindekasse zu verbessern.
 
[...] Die von Dir zitierten Fälle können doch ohne weiteres auch per Handy der Polizei gemeldet werden, da braucht es keine App. [...]
Das sehe ich genauso. App ist nicht nötig, aber bedenklich.
Ich wollte nur ein wenig differenziern, um zum Ausdruck zu bringen, dass nicht jedes Falschparken eine Bagatelle ist, aber auch nicht jedes Falschparken angezeigt werden sollte.


[...] die Einnahmen für die klamme Gemeindekasse zu verbessern.
Dieser Verdacht kommt mir leider einigermaßen plausibel vor. Und mit diesem schalen Geschmack schließt sich der Kreis zu dem Thema "Verstärktes Blitzen".
 
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