Fit für den Beruf - Manager coachen Schüler

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10 Dezember 2004
Ort
Ahr-Eifel
Wagen
BMW Z4 e85 roadster 3,0i
Hallo Forum,

eigentlich ist das Thema nicht neu. Von der "Ausbildungslücke" in Deutschland wissen wir ja schon seit einigen Jahren. Und dass ich unser Bildungssystem für desolat halte, habe ich ja auch schon das eine oder andere Mal durchblicken lassen. Dabei ist es im europäischen Vergleich nicht einmal schlecht.

Tatsache ist aber, dass ein Großteil der Schulabgänger nicht ausbildungsfähig ist, das gilt nicht nur, aber vor allem für Hauptschüler. Dazu kommt, dass die Unternehmen inzwischen deutlich höhere Anforderungen an Auszubildende und den Ausbildungsprozess haben als noch vor - sagen wir - 15 Jahren. Zu diesen und vielen weiteren Schlussfolgerungen kommen viele Untersuchungen der letzten Jahre, zuletzt eine McKinsey-Studie, die am 13.01.2014 veröffentlicht wurde:
http://www.mckinsey.de/mckinsey-studie-benennt-schwaechen-im-deutschen-ausbildungssystem

Um dieses Problem anzugehen, schlagen die Autoren dieser Studie unter anderem eine stärkere Zusammenarbeit von Ausbildungsinstitutionen und Wirtschaft vor. Genau! Dafür bin ich auch!

Und damit bin ich nun bei meinem „Punkt“.
Zusammen mit 4 ehemaligen Kollegen habe ich Ende des letzten Jahres einen gemeinnützigen Verein „Fit für den Beruf e.V.“ gegründet:

www.fitfuerdenberuf.de

Dieser Verein besteht überwiegend aus (Vor-) Ruheständlern und hat sich auf die Fahnen geschrieben, die Ausbildungsfähigkeit von Schulabgängern zu verbessern. Dazu führen wir in den Schulen Workshops mit den Schülern durch, um ihnen Hilfestellungen zum Bewerbungsprozess zu geben, theoretisch und auch praktisch. Begonnen haben wir unseren ehrenamtlichen Einsatz in mehreren Hauptschulen im Ruhrgebiet, derzeit sind wir aber auch schon in Realschulen und Gymnasien unterwegs. Wir haben bei unserem Ansatz übrigens auch die Demographie im Blick und wollen deshalb eine Brücke schlagen zwischen "Wenig Erfahrenen" und "Sehr Erfahrenen" sowie zwischen "jung“ und "alt". Ich halte das für ein echtes "Zukunftsmodell".

Wozu schreibe ich das alles?
Nun, ich möchte erstens dafür werben, dass sich interessierte Schulen oder andere Bildungseinrichtungen gern bei uns melden können. Kosten kommen wie gesagt keine auf. Allerdings beschränken wir uns im Moment (noch) auf die Region etwa zwischen dem Ruhrgebiet und Frankfurt. "Mehr" ist aber geplant.

Zweitens finanziert sich unser Verein aus Spenden von Unternehmen. Zum einen finanzieller Art, aber nicht nur, wir "nehmen" auch Spenden in Form von Praktikums- oder Ausbildungsplätzen, für die wir dann in den Schulen werben.

Worum ich Euch gern bitten möchte:
  • Ich würde mich sehr freuen, wenn mir der eine oder die andere helfen würde, diese Initiative bekannt zu machen.
  • Gebt bitte die Web-Adresse an jeden weiter, der interessiert sein könnte.
  • Solltet Ihr Firmen kennen, die spenden wollen (natürlich gegen Spendenquittung), findet Ihr offene Ohren.
  • Sollte jemand Interesse an einer Mitarbeit haben, möge er oder sie bitte mit mir Kontakt aufnehmen.
Gerade zu Beginn einer Initiative braucht man Förderer und Multiplikatoren. Es ist mir/uns klar, dass wir damit nicht "die Welt retten", aber ein hilfreicher Beitrag für junge Leute am Beginn ihres Berufsweges ist es allemal.

Ich zähl‘ auch Euch und würde mich auch über ein "Echo" hier sehr freuen!

Viele Grüße, Herbert
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:t

Tolle Sache, Herbert! Das verdient Unterstützung!!!!!

Gerade "ärgere" ich mich wieder fürchterlich über die Qualität der Bewerbungen für Ausbildungsplätze. Rechtschreibfehler, Kaffeeflecken, usw. sind ein Ausschlußkriterium. Vom Sozialverhalten bei einem Bewerbungsgespräch gar einmal ganz zu schweigen.

Gerne stelle ich einen Praktikumsplatz zur Verfügung - mit der Option, dass der geeignete Praktikant im Anschluß eine Ausbildung absolvieren kann.

Ich melde mich dazu aber mal per PN bei Dir, um die Einzelheiten zu klären. Ich wollte nur mit meinem öffentlichen Post eine "gewisse Signalwirkung" erzielen :w.
 
...t eine "gewisse Signalwirkung" erzielen .
.. vielen Dank, mein lieber Seb!!! :t

Genau so, wie Du es mit einem Satz beschrieben hast, machen wir es derzeit: Jeder "Absolvent" unserer Workshops bekommt ein "garantiertes Gespräch" für einen Platz. Und selbstredend machen wir den SchülerInnen klar, dass sie damit bereits ein Privileg und einen Wettbewerbsvorteil haben, der nicht zwingend zu einem tatsächlichen Platz führt. "Leisten" muss man trotzdem noch was dafür!

Ja, sehr gut - würde mich sehr freuen!!! :t

Grüße, Herbert
 
Hallo Herbert,

gute Sache das.
Ich habe den Link mal bei mir auf FB geteilt. Wenn Du für Deinen Zuständigkeitsbereich PR noch ein paar Ideen o.ä. benötigst, ping mich einfach mal an.

Tim
 
...Das als Tipp für Vernetzung und Erfahrungsaustausch. ....
Lieber Gerhard,

Du hast vollkommen Recht. Es gibt viele solcher regionaler Ansätze. Habe gerade mal gelesen, durchaus vergleichbar mit unsere! Vor allem in Bawü und Bayern, auch in Dresden, dort sogar mit demselben Namen. Diese beiden Adressen kannte ich aber bisher nicht, vielen Dank. Wie wir zukünftig mit anderen Initiativen zusammenarbeiten, wissen wir derzeit noch nicht genau, zunächst wollen wir aber noch weitere Erfahrungen sammeln.

Würde darauf zurückkommen!!!

Grüße, Herbert
 
Tolle Initiative, Herbert! :t

Ich war in einem früheren beruflichen Leben viele Jahre in der Jugendberufshilfe tätig und weiß daher um ihre Notwendigkeit und Dringlichkeit. Je weiter man sich bei diesem Personenkreis "nach unten" bewegt, um so mehr wird das Ganze zu einer wahren Sisyphusarbeit. In den letzten 15 Jahren hat sich die Situation - das kann man ohne Übertreibung sagen - dramatisch zugespitzt.

Wenn Du nicht so weit entfernt wärst, hätte ich sofort ein paar Kontakte hergestellt. Im Raum Ruhrgebiet/Frankfurt bringen die Dir natürlich nichts, denn entscheidend sind regionale Bezüge & Vernetzung (insbesondere gute Kontakte zu Arbeitgebern vor Ort).

Ein Tipp sei mir jedoch gestattet: Ich finde es gut, dass Ihr auf die Zusammenarbeit mit den Schulen setzt, d.h. auf die erste Schnittstelle zum Berufsleben. Je nach sozialem Engagement und eigenen Zielsetzungen ist man schnell versucht, sich auch um psychosozial benachteiligte junge Leute, Schulabbrecher/-verweigerer etc. zu kümmern. Diese Klientel würde ich aus mehreren Gründen auf jeden Fall den Profis überlassen. In diesem Bereich gibt es zudem zahlreiche Förderer, die sich mit mehr oder weniger Erfolg um berufliche Integration kümmern. Umso wichtiger scheint es mir daher, denjenigen jungen Mensch helfend unter die Arme zu greifen, die mit etwas Unterstützung ihren Weg in die Arbeitswelt finden können und bei denen man noch etwas erreichen kann. Das klingt jetzt vielleicht nach einer nicht besonders sozialen Einstellung, ist aber nicht so gemeint. Fakt ist jedoch, dass junge Menschen, die nur ein bisschen Anschubsen und Flankieren benötigen, oft durch die Maschen fallen, da sich unser Fördersystem leider zu sehr auf die ganz Schwachen konzentriert.

Ich wünsche Euch viel Erfolg bei Eurer Arbeit!

Gruß

Kai
 
Ich habe oben auf eine örtliche Initiative hingewiesen. So ein Projekt geht nur in Zusammenarbeit mit der Schule, und ein von der Gemeinde beschäftigter Pädagoge (Jugendpfleger) ist in dem Projekt dabei als eine Art Mentor für die Coaches. Er ist auch viel in der Schule präsent.
Den Schülern gegenüber ist er der Profi, während die Schülercoaches "Amateure" sind.

MfG Gerhard
 
... Ein Tipp sei mir jedoch gestattet: ....
.. aber gern, jederzeit.

Ich kann das bestätigen - sogar aus meiner noch geringen Erfahrung seit dem Herbst. Man kann sich kaum vorstellen, wie dramatisch das Gefälle ist für Leute wie uns, die jahrelang tagtäglich mit Vorständen von DAX-Unternehmen zu tun hatten und nun plötzlich in einer Hauptschule im Ruhrgebiet stehen. Es ist schon selten, dass ich mit meinen Erwartungen (die wohlweislich niedrig waren) so sehr daneben gelegen habe... das gilt für Schüler wie für Lehrer...

Ja, vielen Dank für den Tipp.
 
Super Idee Herbert und Respekt vor dieser Herausforderung.
Leicht werden es euch die Schüler, aber auch die Firmen, nicht immer machen.
 
Wir kennen uns (noch) nicht persönlich, aber Hut ab Herbert!
Ich arbeite als Pädagoge und weiß, was bei der Jugend gebacken ist oder eben auch nicht.
Tolles Projekt!
 
...Gerne stelle ich einen Praktikumsplatz zur Verfügung....
Lieber Seb,

ich möchte mich noch einmal hier bei Dir bedanken.
Ohne die Kooperation von Firmen verläuft sich ein solches Projekt schnell. Inzwischen ist "alles" angekommen. ;) Bin sehr gespannt, ob sich jemand meldet.

Viele Grüße, Herbert
 
"Die Seite kann nicht angezeigt werden"
 
Zu den Links:
Der aus Post #1 geht bei mir jetzt auch nicht; am Erstellungstag ging er aber.
Der aus Post #15 geht bei mir.
 
Mit Firefox funktioniert der Link in Beitrag #1.

Gruß

Kai
 
Mit Firefox funktioniert der Link in Beitrag #1....
Ja, Jetzt. ;) Der Frank (Jokin) hat meine Version vor ein paar Minuten gegen die ohne Umlaut ausgetauscht.

Aufgrund unserer Zielgruppe haben wir als "Haupt-Domain" die etwas leichter "eingängige" Version mit Umlaut und Bindestrichen ausgewählt. Also:

www.fit-für-den-beruf.de Technisch wird das aber umgeleitet auf www.fitfuerdenberuf.de

Komischerweise hat nur der Firefox ein Problem mit den Umlauten. Alle anderen können das. Auch iPhön und Android. Habe den dortigen Support schon informiert.

Toll, dass Ihr so mitdenkt. :t :t :t

Weiter so! :) :-)
 
... wir haben nun Kontakt aufgenommen zu einem Berufskolleg in Neuwied. Vor Ostern tut sich da zwar bestimmt nichts mehr, aber ich bin guter Hoffnung, dass das klappen könnte, da es über persönliche Verbindungen zustande gekommen ist.

Letzte Woche waren wir im Bonner Berufskolleg "Robert-Wetzlar". Das war die bisher beste Erfahrung: Weit überwiegend motivierte Schüler, die allesamt schon mindestens 1 Praktikum hinter sich hatten und teilweise Lehrer, die nicht immer Lehrer waren, was m.E. schon ein Vorteil ist. ;)

Schöne Grüße in die Carwoche, Herbert
 
... wir haben nun Kontakt aufgenommen zu einem Berufskolleg in Neuwied. Vor Ostern tut sich da zwar bestimmt nichts mehr, aber ich bin guter Hoffnung, dass das klappen könnte, da es über persönliche Verbindungen zustande gekommen ist.

Würde mich freuen, wenn sich bald ein motivierter, junger Mensch melden würde :t
 
Tolle Aktion ! Da ich auch noch relativ jung bin, finde ich es super, wenn die "Älteren" etwas von Ihrem Know-How abgeben und so anderen den Einstieg etwas erleichtern können! :) :thumbsup:
 
Hut ab vor deinem /eurem Engagement Herbert! Ich find die Aktion klasse.
Ich hatte in meiner Schullaufbahn (egal ob in der Realschule oder später im Gymnasium) sehr viele Mitschüler, die nicht so recht wussten, was mit Ihrem Leben anfangen, oder in welche Richtung sie sich entwickeln sollten. Hier könnt Ihr ansetzen und vllt gerade den "mittelmäßigen" Schülern, wie auch ich einer war, unter die Arme greifen.

Meine Mutter unterrichtet an einer Realschule + und Sie merkt zunehmend, dass es den klassischen Realschüler gar nicht mehr gibt, der mit ein wenig Potential und Willen Abitur machen und studieren kann.
Ich denke gerade an dieser oder ähnlichen Schulformen schlummert gewaltiges Potential, jungen Menschen unter die Arme zu greifen, die wirklich lern- und leistungswillig sind.

Macht weiter so, ich wünsche euch dabei alle nötige Unterstützung und den daraus resultierenden Erfolg
 
... Mitschüler, die nicht so recht wussten, was mit Ihrem Leben anfangen, .. sollten. ...
merkt zunehmend, dass es den klassischen Realschüler gar nicht mehr gibt, ...
Ich denke gerade an dieser oder ähnlichen Schulformen schlummert gewaltiges Potential...
Lieber Magin,

danke für das Lob und das Mutmachen! Nehme es gern an und teile es mit den Kollegen! Du sprichst mir tief aus der Seele!!!

Das gilt nicht nur für "Mitschüler", das ist die Crux an unserer Gesellschaft (z.B. helfen Eltern oft nicht mit, weil sie es selbst nicht können oder wollen und "Erziehung" an die Schulen delegiert haben) und an unserem Schulsystem. Woher sollen junge Menschen "Ziele setzen" können? Ich habe Vorstände von DAX-Unternehmen kennengelernt, die das nicht (richtig) konnten. Häufig kann man den jungen Leuten nicht einmal Vorwürfe machen, denn wo bitteschön lernt man "solche" Dinge systematisch? Und das gilt nicht nur für "Ziele", sondern auch für viele andere Techniken und Vorgehensweisen, für die unser Bildungssystem keine systematischen Konzepte kennt. Und statt "Sozialkompetenz" systematisch zu lernen und zu entwickeln, werden von irgendwelchen "pädagogischen Gutmenschen" die Kopfnoten aus den Zeugnissen gestrichen! Hallooo????? Man lernt vieles "on the job", aber eben nicht systematisch wie Mathe oder Geo.

Da hat sie Recht, Deine Mom! Ich bin darüber hinaus sogar der Meinung, dass es den klassischen Schüler eigentlich "so" gar nicht mehr geben darf. Ich überspitze mal, um deutlich zu machen, was ich meine: An dem klassischen Schulkonzept hat sich seit Bismarcks Zeiten - bis auf die inzwischen verzichtbaren Prügel - kaum etwas geändert. In meiner 4. Volksschulklasse waren Ohrfeigen noch an der Tagesordnung! Heute ist es fast umgekehrt. Was sich heute Lehrer gefallen lassen müssen, ist schon "nicht ohne". Aber dafür ist ein "Schulhof" heute kein simpler Schulhof mehr, sondern ein "Campus". Und damit man es dann auf die Spitze treibt, werden im Gegenzug die Anforderungen ständig herabgesetzt anstatt sie den Erfordernissen der Betriebe und Unternehmen anzupassen! Das Potential ist völlig zweifellos vorhanden, da bin ich ebenfalls sehr sicher!!! Aber mit "Zuwanderung" ist das definitiv nicht zu lösen, so viel steht für mich fest.

Aber derzeit sieht es so aus: Von vielleicht rund 100 Schülern, mit denen ich bisher gearbeitet habe, wussten ganze zwei, was sie wollten. Mit einem gesunden Selbstvertrauen, Mut und Initiative. Das war toll, eine Sternstunde gewissermaßen! Aber seine individuellen Stärken und Talente kennt kaum jemand. In diesem Punkt sehen die Lehrer - mit Verlaub - nicht gut aus! Das müssten sie können, mindestens einen messbaren Beitrag leisten!

...Macht weiter so, ...
Auf jeden Fall. Wir planen solche Trainings und Coachings übrigens zukünftig auch für "große Mädels und Jungs". Einen "Piloten" dazu habe ich in 2012 schon mit den Hochschulen Rheinbach und Esslingen durchgeführt. Da sind wir aber noch in der Findungsphase!

Viele Grüße, Herbert
 
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