Ich unterscheide die Trainings nach der Zielsetzung:
Sicherheitstrainings
hier geht es darum, überhaupt mal in sicherer Umgebung Dinge mit dem Auto zu tun, die man auf öffentlicher Straße besser unterlassen sollte. Man bekommt ein erstes Gefühl für's Auto, z.B. auf der Schleuderplatte.
Drifttrainings
hier geht es nur darum, Spaß beim Driften zu haben, soweit das mit dem eigenen Fahrzeug möglich ist. Der Spaß ist begrenzt, wenn man keine Sperre hat.
Fahrercoachings
Da geht es um das sportliche Fahren oder sogar um das angemessene Bewegen eines Rennwagens. Die hier vermittelten (Kurven-)Techniken sind so ziemlich das exakte Gegenteil von dem, was in einem Driftkurs vermittelt wird. Wer quer fährt, sieht vielleicht mehr, ist aber immer langsam. (Spezielle Rallyesituationen mal ausgenommen)
In welche Richtung man sich orientiert, liegt am Interesse des Fahrers. Für den sportlichen Landstraßenfahrer würde ich ein Sicherheitstraining und dann Rundstreckentrainings mit Coach vorschlagen. Das muss nicht immer ein Coach sein, der direkt neben einem sitzt. Allein schon das Hinterherfahren hinter jemandem, der es kann und der auf einen wartet, bringt sehr viel.
Oft sind die Ziele falsch gesteckt, z.B. versucht jemand, mit dem falschen Auto und ohne entsprechende Ausrüstung auf der Landstraße Renntempo zu fahren. Das kann nur irgendwann in einer Sackgasse oder auch im Graben enden. Wer wirklich Renntempo fahren will, sollte sich frühzeitig in Richtung der Rennstrecken orientieren und dort am Besten mit einem entsprechend vorbereiteten Auto fahren. Mir kommt es z.B. heute überhaupt nicht mehr in den Sinn, mit meinen Autos auf der Landstraße sehr schnell fahren zu wollen. Wer einmal in einem Rennauto gefahren ist, verliert die Lust an sowas. Der will dann schnellstmöglich wieder ins Rennauto zurück.
In diesem Zusammenhang sehe ich dann auch die Ausbaustufen der Autos. Klar kann man mit einem hart eingestellten Gewindefahrwerk für die Rundstrecke noch einiges herausholen. Damit habe ich aber ein permanent knallhartes Auto, auch beim Brötchenholen. Zu einem 35i/is passt das überhaupt nicht, zumal der dann in kürzester Zeit überall das Knirschen anfängt (Verdeck etc).
Wer also wie Isoklinker-Jürgen das Auto für den Rennstreckeneinsatz "opfert", der kann so einiges machen, um das Auto schnell zu bekommen. Für die Landstraße ist dann das Auto aber schon nichts Rechtes mehr, weil es viel zu hart wird.
Mit unseren Renn-Z4 in den V-Klassen konnten wir ja auch noch Probefahrten auf der normalen Straße machen, da sie zugelassen waren. Das hat einem fast die Zähne ausgeschlagen. Völlig unbrauchbar für den Alltag.
Deshalb rate ich dazu, frühzeitig die eigenen Ziele abzustecken. Wer wirklich den Drang zum Schnellfahren hat, der sollte mal - zumindest für ein paar Runden - in einen BMW 325i oder einen kleinen Cayman im Renntrimm steigen und über die GP-Strecke fahren. Alternativ wäre eine Taxirunde in einem Rennauto auch aussagekräftig. Sowas erweitert den Horizont, und man merkt, dass die endlosen Fahrwerksdiskussionen nur Spielerei sind über diesen und jenen minimalen Fortschritt, wenn man den Dämpfer noch einen Viertelklick in diese Richtung, den Stabi ein halbes Loch in die andere Richtung, den Reifen mit Möbelpolitur einreibt, oder was auch immer.
Auf einer normalen Landstraße fährt Euch Markus (oder ein anderer versierter Fahrer) mit einem E89 30i im Serienzustand und mit Runflats jederzeit um die Ohren, egal mit was Ihr unterwegs seid, auch wenn es über 400 PS hat.
Die schönsten und befriedigendsten Tuningerlebnisse hat man beim Fahrertuning.