Ich habe nun meine Erfahrungen der letzten Tage noch einmal zusammengefasst, die Fotos kennt Ihr ja schon von weiter oben:
Hybride Erfahrungen, Teil 2
Nach ein paar Tagen mit dem 740e wird es doch wieder langsam Zeit für die Isetta. Ich finde es zwar spannend, dieses Auto mal für ein paar Tage fahren zu können, aber für mich wäre das derzeit nichts. Dabei ist der neue 7er ein geniales Auto, das mir wirklich gut gefällt. Ich bin auch noch jung genug, um genug Zeit zu haben, alle Funktionen des Autos zu lernen. Gut, 80% davon werde ich wohl nur einmal nutzen, aber sei's drum.
Solange Strom vorhanden ist, gibt es gegen das Fahrerlebnis nichts zu Meckern, im Gegenteil. Bei Kombination beider Antriebe schiebt das Auto mächtig an. Im Stadtbetrieb ganz ohne Verbrennungsmotor herumzufahren, ist ebenfalls nett. Auch da reicht die Leistung des E-Motors mehr als gut aus. Auf der Autobahn sieht es aber schnell anders aus. Die Kapazität der Batterie ist sehr schnell erschöpft, dann läuft nur noch das Motörchen mit etwas E-Unterstützung. Drehzahlmesser gibt es wohl bei diesen Autos nicht mehr, es wird eine Skala von 0 bis 100 angezeigt, was immer die auch aussagen mag. Fährt man normal auf der Autobahn, jubelt das Motörchen oft deutlich hörbar im 60 bis 90%-Bereich. Dabei werden durch Gaspedalbewegungen so viele Gangwechsel ausgelöst, dass man nach 10 Sekunden mit dem Zählen nicht mehr nachkommt. Souveränes 7er-Fahren geht anders, immerhin handelt es sich hier um eine große Reiselimousine. Trotzdem ist die Leistung da ausreichend. Ein Aufladen erfolgt nur im Schubbetrieb oder beim Bremsen. Bei einigermaßen freier Strecke kommt das aber nicht vor, und damit kann man der Entladung der Batterie zuschauen.
Das Aufladen mit Kabel ist lästig. Sorry, ist so. Ständig muss man dran denken, das Auto in jeder freien Minute an eine Steckdose zu hängen. Er muss geschützt stehen, da ich das Auto mit intakter Ladeklappe zurückgeben will. Auch muss ich darauf achten, wo das Kabel herumliegt. Der erste Blödmann ist schon drüber gestolpert. Das war natürlich ich. Wer denkt schon an Kabel, wenn man die Arme voll mit Einkäufen hat. Wenn was herumliegen darf, dann höchstens Stroh.
Ich hab ihn mal voll aufgeladen, da wurden mir 44 Restkilometer für Strombetrieb angezeigt. Ich habe dann mal im iDrive herumgesucht, welche anderen Einstellungen zum Fahrbetrieb es gibt. Als ich fertig war, waren es nur noch 42 km. Das hängt natürlich damit zusammen, dass das Auto mit gefühlten 37 Innenleuchten, Einstiegsleuchten, rundumlaufenden Lichtleisten und einem Computer mit einer Leistung ausgerüstet ist, für die man in den Neunzigern noch Morde begangen hätte. Da wäre es schon nett, bestimmte Dinge erst dann einzuschalten, wenn das Motörchen läuft.
Ach ja, das Motörchen. Ein 4-Zylinder mit 2 Liter Hubraum. Ich habe ihn dann tatsächlich auch im Motorraum gefunden (siehe Foto), unter dem riesigen Luftsammler, der für einen 12-Zylinder ausreichen würde. Das erinnert mich stark an die Autos meiner Jugend, da war im Motorraum auch immer noch so viel Platz, dass man zum Schrauben mit hineinsteigen konnte.
Nichts gegen den Motor, 258 PS aus 2 Litern ist wirklich gut. Zum 7er passt das aber nicht, genausowenig wie der pubertierende Dreizylinder in den i8 gehört. Da würde ich einen reinen Elektroantrieb vorziehen.
Schönes Auto, aber ungeeignet, um damit den Umwelthelden zu spielen. Allerdings weiß ja nicht jeder Zuschauer, dass man kurz hinter der nächsten Ecke das Motörchen anwerfen muss, wenn man mit Grandezza und lautlos vor der Oper losfährt. Würde vielleicht zu Claudia Roth passen.
Anfang der Woche geht er wieder zurück zu BMW. Mein nächstes Familienauto wird noch einmal ein Diesel (er hat Jehova geschrieen...). Und die Isetta sollte ich auch wieder fertigmachen.