- Registriert
- 2 August 2004
- Wagen
- BMW Z8
An jedem 1.November gibt es bei uns das traditionelle Familientreffen mit Döppekooche und einer Flasche Wein. Heute werden wir zu 28 Personen sein, natürlich mit ukrainischer Beteiligung.
Die Familie war immer da, und ich habe das als selbstverständlich betrachtet. Alte Tanten konnten schon mal lästig sein, Streit in der Familie gab es auch immer mal wieder, aber es wurde immer und viel gelacht bei den Festen.
Irgendwann blieben immer mehr Stühle leer, wie es nun einmal so ist im Leben. Und dann stellt man fest, dass man selbst an der Reihe ist, die große Familie mit all ihren Zweigen zusammenzuhalten.
Seit dem Beginn der "Geiz ist geil"- und "Ich nehm mir, was ich will"-Zeit steht das Ego im Vordergrund, die Selbstverwirklichung, das Herausstechen aus der Masse und neuerdings die Anzahl der erzielten Klicks oder Follower.
Etwas in den Hintergrund getreten ist dabei, dass der Einzelne nur in Sackgassen leben kann, und dass eine fundierte Partnerschaft die Keimzelle für ein zufriedenes Leben darstellt. Aus ihr entwickelt sich die eigene Familie, die in der Verwandschaft ihren Platz findet. Durch vielfältige Verbindungen entstehen so die tatsächlichen sozialen Netzwerke in der Realität, die das Rückgrat unserer Gesellschaft bilden.
In der Wärme der eigenen Familie lernen Kinder die Werte, die sie im Internet kaum finden werden.
Nicht jede Familie funktioniert. Ist man selbst bereit, mehr zu geben als zu nehmen, und man findet dann einen Partner, der das ebenso sieht, dann hat man eine gesunde Basis. Ich beglückwünsche jede Beziehung, die das schafft.
Ich freue mich auf heute Abend, wenn alle mal wieder zusammenkommen, auch die, die ihren Stuhl jetzt an einer anderen Tafel stehen haben. Mit der einen Flasche Wein werden wir wohl hinkommen, weil die Jugend eher Corona trinkt. Wenn die Flasche leer ist, ist es auch gut. Denn mer soll et och nit övverdrieve, oder wie es so schön in dem kölschen Lied heißt:
Och Verwandte dat sin Minsche
jo dat muss mer doch verstonn
mer freut sich, wenn se kumme
un is jlöcklisch, wenn se jonn
jo dat muss mer doch verstonn
mer freut sich, wenn se kumme
un is jlöcklisch, wenn se jonn







