AW: Ab 65 sollte mancher Politiker besser in Rente gehen!
Man möge mir verzeihen ... aber ... um nur einige fragwürdigen Punkte anzusprechen.
Aber immer gerne
Wir haben also ca. 40 % Arbeitgeber und Großindustrielle in Deutschland?

Humbug, die CDU ist als Volkspartei ein Konglomerat unterschiedlichster Strömungen, wie sicherlich Wirtschaftsflügel aber eben auch christlich Wertkonservative bis hin zu Herz-Jesu-Marxisten uvam. Zugegebenermaßensie wirkt sie geschlossener, weil die Flügelkämpfe nicht so offen ausgetragen werden. Aber Du willst doch nicht ernsthaft behaupten, daß ein Horst Seehofer oder ein Heiner Geißler die Interessen des Großkapitals vertreten, oder?
Sicher weiß ich, daß es unterschiedliche Strömungen in jeder Partei gibt. Allerdings hat jede Partei eine politische Grundausrichtung. Das muß ja auch so sein. Weswegen sollte sich ein Wähler sonst für eine bestimmte Partei entscheiden können? Gerade deswegen ist eine indifferente politische Landschaft, die die großen Volksparteien ja leider ausbilden, auch schädlich für die Demokratie. Nicht das Erstarken der Linkspartei sollte uns Sorgen bereiten, sondern die große Anzahl der Anhänger der "Partei der Nichtwähler" sollte dies tun, denn sie degradiert mittlerweile jede Regierung zu einer Minderheitenregierung.
Dies aber wollte ich in meinem letzten Posting nicht ansprechen, weswegen diese Differenzierung für meine Argumentation nicht notwendig war. Schließlich wollte ich ja auch keine Arbeit über die Politische Situation verfassen.
Ach ja, ein deutliches Zitat für die CDU, welches schon sehr alt ist, lautet: "Hascht 'ne Kuh, wähl CDU."
Zitat:
... Die FDP fungierte als Mehrheitsbeschaffer ...
Was soll das denn sein und warum hätte man die dann wählen sollen?

Nee, die hatten schon eigene Inhalte zu bieten, wie Freiheit und Rechtsstaatlichkeit. Die waren zum Beispiel im Gegensatz zu vielen anderen gegen den großen Lauschangriff, weil der die Bürgerrechte deren Meinung nach inakzeptabel verletzte.
Mal hat die FDP mit der SPD koaliert, dann mit der CDU/CSU. Was sagt das über eine Partei sonst aus.
Dein Beispiel stammt aus jüngerer Zeit. Und da gebe ich dir insofern recht, daß die FDP Profil gezeigt hat und erstmalig wegen zu großer Differenzen zu den Regierungsparteien in die Opposition gegangen ist. Das sei ihr hoch anzurechnen. Aber auch dieser Punkt war für die Argumentation belanglos, da ein größerer Zeitraum betrachtet wurde.
Daß Hartz von der Gewerkschaft war und auch von der Gewerkschaft in den Posten des Personalvorstandes im VEB VW gehievt worden ist, hast Du anscheinend nicht mitbekommen.
Das ist doch belanglos, was der Herr Peter Hartz mal gewesen ist und wer ihn gehievt hat. Von Belang ist nur, was er zum Zeitpunkt seiner Berufung durch Schröder gewesen ist und was er getan hat.
So lautet jedenfalls der Vorwurf derer, die sich mit Freibierpolitik Wählerstimmen kaufen wollen. Warum sollte aber der anfangs doch eher recht opportunistisch agierende Schröder so etwas tun? Es war schlicht so, daß der Sozialstaat überfordert war und vor dem Zusammenbruch bewahrt werden mußte. Ich halte nicht übermäßig viel von Schröder aber immerhin hat er den Charakter besessen diesen unbequemen Job zu erledigen Chapeau!
Naja, wer die letzten Jahre über Freibier en mas bekommen hat, muß ja nicht weiter erwähnt werden, gell

Daß der anfangs opportunistisch agierende Schröder mehr dem Arbeitgeberlager zugetan war, ist doch kein Geheimnis. Und auch die enge Verquickung wirtschaftlicher mit politischer Macht ist kein Geheimnis. Genauso wie bekannt ist, daß viele prominente Politiker ihre Reden von Bertelsmannstiftung verfassen lassen. Spätestens da sollte doch einem ein Licht aufgehen. Nicht daß ich etwas gegen die Bertelsmannstiftung hätte, denn ich hatte mit Vertretern der Bertelsmannstiftung interessante und konstruktive Gespräche geführt, in denen unsere Positionen große Schnittmengen hatten.
Joh, der olle Schröder, der Büttel des Kapitals, der war's, nur noch Billiglöhne und Prozeßoptimierung.
Jetzt wird's aber abstrus
Wir stehen nun mal im globalisierten Wettbewerb. Nicht zuletzt auch deshalb, weil wir als Verbraucher möglichst billige Produkte wollen. Viele Tätigkeiten können jedoch in Deutschland nicht mehr wirtschaftlich ausgeführt werden. Daß der Staat diejenigen unterstützt die nicht in der Lage sind aus eigener Kraft eine verkaufbare Leistung zu erbringen finde ich ausgesprochen sozial. Und daß die Zahl der Transferempfänger stark gestiegen ist liegt auch daran, daß durch die deutlichen Erhöhungen der Sozialleistungen immer mehr Menschen anspruchsberechtigt geworden sind.
Hier vollziehst du leider einen Ringschluß. Weswegen müssen wohl die Sozialleistungen angehoben werden? Weil die Lebenshaltungskosten, die in Deutschland eh schon vergleichsweise hoch sind, immer weiter steigen, aber die Reallöhne sinken. Desweiteren ist die Anzahl der Geringverdiener nachweislich stark gestiegen. Diese Arbeitnehmer leisten aber keine Sozialbeiträge, sondern sind im Gegenteil Leistungsempfänger. Und das muß natürlich ausgeglichen werden. Ist der Groschen jetzt gefallen?
Zu deiner Frage, warum der Staat das zuläßt: Weil die Regierung die Interessen derer vertritt, die eben von dieser Art der Arbeitssubvention profitieren.
Das geht überhaupt nicht zu weit. Mit seinen Enteignungsphantasien tritt er unsere freiheitliche Grundordnung mit Füßen. Unsere Verfassung schützt das Eigentum. Der Mann ist also ein Verfassungsfeind. Mit seinen Thesen will er also da Volk zum Verfassungsbruch verführen. Also ist er ein Demagoge. Und mit seinen Fremdarbeitersprüchen fischt er in der gleichen trüben Brühe wie die Rechten. Das er Sozialist ist wird wohl keiner bestreiten. National und Sozialist: Fertig ist der Nationalsozialist. Gut, zugegeben, Goebbels hätte vielleicht besser gepaßt
Nun, Aufrufe zur Enteignung sind nicht nur Verfassungswidrig, sondern auch moralisch höchst fragwürdig. Und diesen Vorwurf wird sich Lafontaine auch gefallen lassen müssen.
Aber Rechtsradikal? Das ist doch sehr weit hergeholt. In unserer Gesellschaft wird man leider sehr schnell zum Rechtsradikalen abgestempelt, wenn man nicht den alienofilen Kurs gradgenau folgt. So wird beispielsweise jeder Gegner der gigantischen Moschee, die in Köln entstehen soll, in die rechtsradikale Ecke gedrängt.
Vergleiche mit Adolf Hitler und Göbbels da anzustellen ist deswegen reine Polemik.
PS. Was in aller Welt ist Liquiditionpotential?
Sorry, vertippser. Gemeint war natürlich das Liquiditätspotential
Wie ich deinem Fuhrpark entnehme, gehörst du eher zu den Personen, die im Leben alles richtig gemacht haben und daher auf der Sonnenseite des Lebens stehen. Daher kann ich deine Position und Argumentation sehr gut nachvollziehen. Und wäre ich in deiner Position, würde ich sicherlich genauso argumentieren. Dem ist aber leider nicht so, weswegen wir unterschiedliche Perspektiven haben.
Und jetzt verabschiede ich mich aus diesem Thread, da ich nicht ganze Romane verfassen möchte, werde aber die Diskussion mit Interesse weiter verfolgen.