Aggressive Fahrer

Was wäre der Mensch ohne Emotionen. Grausige Vorstellung. Manche Instinkte mögen begraben oder auch unterdrückt sein, aber sie sind nicht deaktiviert.
 
Schon interessant, das man bei Installation einer zur Aufzeichnung geeigneten Kamera anscheinend vollends davon ausgeht, dass das Aufgezeichnete ausschließlich zu den eigenen Gunsten verwendet wird...;)

http://www.justiz.bayern.de/gericht/ag/m/presse/archiv/2013/04014/index.php

Und ein kleiner probabilistischer Nachtrag:

Wenn ich im Affekt zu der Auffassung gelange oder intrinsisch motiviert den Schluss ziehe, dass für Leib und Leben Gefahr besteht, so ist das Überfahren einer Kreuzung bei Rotlicht menschlich nachvollziehbar.
Wenn ich reflexiv – in Form der kognitiven Verarbeitung des Geschehenen (also in diesem Thread) – immer noch der Überzeugung bin (und hier beziehe ich mich auf die Aussage "Es ist Gott sei dank nichts passiert", die semantisch nun nicht für eine kontrollierte Querung der Fahrbahnen, sondern eine eher fatalistische Verhaltensweise a la "Ich lege unser Leben in Gottes Hände" spricht), dass mein Verhalten das Richtige gewesen sei, so möchte ich mir – bei allem Verständnis und in Unkenntnis einer Reihe intervenierender Variablen (Kreuzungsgröße, Verkehrsdichte, Unfallstatistik etc.) – in aller Höflichkeit die folgende Frage erlauben:

Ist die Vermeidung einer vermuteten physischen Auseinandersetzung – im Sinne der Wahrscheinlichkeit ihres Eintritts – höher zu bewerten, als die Wahrscheinlichkeit, dass ein aus Angst resultierendes Queren der Fahrbahnen (also ein Verhalten und keine Handlung)
  1. andere unschuldige VerkehrsteilnehmerInnen,
  2. meine Freundin
  3. und schließlich mich selbst
in eine physisch kaum abschätzbare Gefahrensituation involviert?
 
Was wäre der Mensch ohne Emotionen. Grausige Vorstellung. Manche Instinkte mögen begraben oder auch unterdrückt sein, aber sie sind nicht deaktiviert.
Völlig richtig.
Ob aber der Straßenverkehr der richtige Ort für deren Auslebung ist ist fraglich obwohl grade User von motophilen Foren dazu neigen.:w
 
Schon interessant, das man bei Installation einer zur Aufzeichnung geeigneten Kamera anscheinend vollends davon ausgeht, dass das Aufgezeichnete ausschließlich zu den eigenen Gunsten verwendet wird...;) ...

Das wurde hier doch nicht einmal ansatzweise angedeutet. Nur geht man hier offenbar - und zutreffend - davon aus, dass der Inhaber einer Cam deren Aufnahme sinnvoller Weise nur dann einbringen wird, wenn ihm das zupass kommt.

Dass bei einem schweren Unfall die Cam beschlagnahmt werden kann, dürfte wohl ebenfalls keine spektakuläre Erkenntnis sein.
 
Das wurde hier doch nicht einmal ansatzweise angedeutet. Nur geht man hier offenbar - und zutreffend - davon aus, dass der Inhaber einer Cam deren Aufnahme sinnvoller Weise nur dann einbringen wird, wenn ihm das zupass kommt.

Dass bei einem schweren Unfall die Cam beschlagnahmt werden kann, dürfte wohl ebenfalls keine spektakuläre Erkenntnis sein.

Es war nicht meine Absicht, dies für die Kommentierungen in diesem Thread zu unterstellen. Ich bezog mich hier (augenzwinkernd) auf die dargestellte Sachlage im konkreten Fall.
 
...Wenn ich reflexiv – in Form der kognitiven Verarbeitung des Geschehenen (also in diesem Thread) – immer noch der Überzeugung bin (und hier beziehe ich mich auf die Aussage "Es ist Gott sei dank nichts passiert", die semantisch nun nicht für eine kontrollierte Querung der Fahrbahnen, sondern eine eher fatalistische Verhaltensweise a la "Ich lege unser Leben in Gottes Hände" spricht), dass mein Verhalten das Richtige gewesen sei, so möchte ich mir – bei allem Verständnis und in Unkenntnis einer Reihe intervenierender Variablen (Kreuzungsgröße, Verkehrsdichte, Unfallstatistik etc.) – in aller Höflichkeit die folgende Frage erlauben:

Ist die Vermeidung einer vermuteten physischen Auseinandersetzung – im Sinne der Wahrscheinlichkeit ihres Eintritts – höher zu bewerten, als die Wahrscheinlichkeit, dass ein aus Angst resultierendes Queren der Fahrbahnen (also ein Verhalten und keine Handlung)
  1. andere unschuldige VerkehrsteilnehmerInnen,
  2. meine Freundin
  3. und schließlich mich selbst
in eine physisch kaum abschätzbare Gefahrensituation involviert?

Nur zum Verständnis, der Verkehr links und rechts hatte wohl ebenfalls rot und somit bestand keine akute Gefahr, da diese An der Ampel still standen.

Hatte ich eingangs nicht erwähnt.

Gruß Michael
 
Was ich die ganze Zeit in der hiesigen Diskussion vermisse ist eigentlich nachstehendes Szenario.

Spätestens an der Ampel hätte ich in Ruhe den Zetti verriegelt und "gelassen" das Verdeck verschlossen. Da hätte der "Animateur" lange neben dem Wagen stehen können. Auf die Idee, eine Kreuzung bei Rot zu überqueren wäre ich nie gekommen. Alleine deshalb, weil der "Animateur" wenigstens diese Verstoß zur Anzeige hätte bringen können (Zeugin hatte er ja anscheinend mit in seinem Fahrzeug)
 
Wäre auf jedenfall die elegantere Lösung gewesen, die Idee kam mir hinterher auch, nur in dem Augenblick habe ich nicht so schnell geschaltet.
 
Es gibt Situationen, in denen man nicht gewinnen und bestenfalls nicht verlieren kann.
Gerade wenn man mit dem Auto unterwegs ist, würde ich nach bisherigen Erlebnissen wie anspucken oder Handgreiflichkeiten gegen das Auto idR Distanz vorziehen.
Ich hätte btw auch überholt, weil "das Problem" habe ich im Zweifel immer lieber hinter als vor mir. Anhalten und aussitzen ist zwar auch stets eine Option (rational wohl die Beste), hinterläßt aber ebenso einen unerfreulichen Beigeschmack.
 
Was ich die ganze Zeit in der hiesigen Diskussion vermisse ist eigentlich nachstehendes Szenario.

Spätestens an der Ampel hätte ich in Ruhe den Zetti verriegelt und "gelassen" das Verdeck verschlossen. Da hätte der "Animateur" lange neben dem Wagen stehen können. Auf die Idee, eine Kreuzung bei Rot zu überqueren wäre ich nie gekommen. Alleine deshalb, weil der "Animateur" wenigstens diese Verstoß zur Anzeige hätte bringen können (Zeugin hatte er ja anscheinend mit in seinem Fahrzeug)
Und was mache ich mit meinem E89 und seinem 20-sekündigen Zeitbedarf für das Schließen in so einer Situation :(.
Ich bin auch schon mal bei Rot über die Ampel, weil mir sonst ein Betonmischer den Kofferraum deformiert hätte. Natürlich nicht ohne auf möglichen Querverkehr zu achten, was ich dem TE in seiner Lage auch unterstelle. Der Mann mit Betonmischer kam dann mitten auf der Kreuzung zum Stehen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Und was mache ich mit meinem E89 und seinem 20-sekündigen Zeitbedarf für das Schließen in so einer Situation :(.
Ich bin auch schon mal bei Rot über die Ampel, weil mir sonst ein Betonmischer den Kofferraum deformiert hätte. Natürlich nicht ohne auf möglichen Querverkehr zu achten, was ich dem TE in seiner Lage auch unterstelle. Der Mann mit Betonmischer kam dann mitten auf der Kreuzung zum Stehen.

Ist ja wohl absolut nicht vergleichbar! In diesem Fall blieb gar keine ander Möglichkeit... außer vielleicht rüber auf einen Gehweg.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich denke, dass viele hier im Forum, mich eingeschlossen, sich nicht immer vorbildlich im Straßenverkehr verhalten, aber was derweil auf Deutschen Straßen, ganz zu Schweigen auf Ausländischen Straßen, abgeht, das ist schon manchmal Furcht erregend.
Die vom TE geschilderte Begebenheit ist schon krass, aber in ähnlicher Weise sicher vielen von uns schon passiert. Ich selbst fahre jährlich 50-60 TSD und vielleicht auch nicht täglich aber doch wohl wöchentlich passiert so etwas auf der Autobahnfahrt.
Nichtblinken, was ich hasse, ist schon zum Alltag geworden; ohne Rücksicht auf den herannahenden Verkehr ausscherende LKWs; Geschwindigkeitsbegrenzungen sind häufig, aber wer hält sich daran und wenn man ein langsamer fahrendes Fahrzeug überholt und genau das Limit von z.B. 100 einhält oder wenige KM/h schneller fährt, dann hast du gleich schon einen an der Stoßstange kleben, der keine Geduld hat und dem das schon zu langsam ist. Wenn das Limit dann aufgehoben ist, hast du genau den "Drängler" wieder vor der Nase und er seine 120 oder 130 stoisch weitertuckert. Oh Mann, das nervt ungemein.

Ich könnte Bücher über diese und schlimmere Vorfälle schreiben.
Auch ich rege mich fast täglich darüber auf, nur ändern tut sich nichts. Ich würde eher sagen, es wird immer dramatischer und die Unfälle auch.
Letztlich ist es die Kunst des "Überlebens", die jeder Autofahrer erlernen muss. Das Nachgeben ist dabei eine Tugend oder Talent, die dabei sehr hilfreich sein kann.

Aber das muss jeder selbst wissen und entscheiden, wie er sich in solchen Situation verhält oder überlebt.
 
Ist ja wohl absolut nicht vergleichbar! In diesem Fall blieb gar keine ander Möglichkeit... außer vielleicht rüber auf einen Gehweg.
Warum nicht? Auslöser für meinen Rotlichtverstoß war zunächst einmal eine subjektiv empfundene Bedrohung. Ich hätte mich ebenso täuschen können und der LKW wäre rechtzeitig zum Stehen gekommen wie es beim TE bei einer anderen Entscheidung mit einem Kieferbruch oder einer eingetretenen Tür hätte enden können. Solchen Entscheidungen fallen in Sekundenbruchteilen und können dann am grünen Tisch oder im Foren in aller gebotenen Ruhe anders bewertet werden.
 
Und was mache ich mit meinem E89 und seinem 20-sekündigen Zeitbedarf für das Schließen in so einer Situation :(. ...

Das bringt dann die Spannung, die ansonsten in so manch einem geordneten Arbeitsalltag fehlt. :D

Aber ein schnell schließendes Stoffverdeckt hilft ja auch nix, lädt es doch erhitzte Gemüter geradezu dazu ein, wild darauf herumzuhämmern. :confused:
 
Warum nicht? Auslöser für meinen Rotlichtverstoß war zunächst einmal eine subjektiv empfundene Bedrohung. Ich hätte mich ebenso täuschen können und der LKW wäre rechtzeitig zum Stehen gekommen ...

Ich bin mir recht sicher, dass man der für die Ahndung des Rotlichtverstoßes zuständigen Behörde eine subjektiv empfundene Bedrohung erheblich leichter mit einem herannahenden Betonmischer erklären kann, als mit einem schnaufenden Golf-Fahrer. :) :-)
 
Mich erinnert das an eine Frau, die irgendwie nicht damit einverstanden war, als ich sie auf einer Landstraße (völlig Regelkonform) überholt habe.:unsure: In der nächsten Ortschaft stand sie dann hinter mir an einer Ampel. Als sie ausstieg und in meine Richtung kam wusste ich in etwa, was sie wollte. Also Fenster hoch und Schiebdach schließen. Draußen hat das Rumpelstilzchen sich dann etwas aufgeregt.... :gMein Sohn verstand das nicht und wollte wissen um was es geht. Ich habe nur gesagt: "ich glaube, die wollte ein Kind von mir...!"

Warum die Jugend unnötig belasten?

Bei einer "Kante" wäre ich vielleicht auch auf die Idee gekommen das Rotlicht zu ignorieren. "Rotlichtverstoß" ist ein schöner Name dafür! Das rettet mir den Tag...
 
... Als sie ausstieg und in meine Richtung kam wusste ich in etwa, was sie wollte. Also Fenster hoch und Schiebdach schließen. Draußen hat das Rumpelstilzchen sich dann etwas aufgeregt ...

Warum sich der Kommunikation entziehen? Mir wäre das zu defensiv bzw. kleinlaut. Ich bin da im Gegenteil gerne bereit, dem Diskussionsteilnehmer in der kurzen Ampelwartezeit höflich bis nachdrücklich zu erläutern, warum ich im Recht bin und er/sie sich gerade zum Affen macht. :) :-) Ohnehin weiß ich ja, dass ich das letzte Wort haben werde, bevor ich bei grüner Ampel meinen Weg entspannt fortsetze und den Diskussionsteilnehmer mit sich selbst alleine lasse. :D

Ich hatte das vor ein paar Monaten mal "umgekehrt": Da hatte ich innerorts - ordentlich - eine vierrädrige Schnecke überholt, die sich einfach nicht dazu entschließen konnte, in eine schlicht völlig leere Straße einzubiegen. Diese unerhörte Aktion wurde dann mit wildem Licht- und Signalhornhupen ausdrücklich missbilligt. Wenige Sekunden später "traf" man sich auf dem gleichen Parkplatz, weshalb ich dann doch direkt mal ausgestiegen und zu dem Fahrzeug gegangen bin. Nach einem vorsichtigen (!) Klopfen an die Scheibe der Fahrertür wollte ich nachfragen, was denn die Huperei und insbesondere das Herumstehen auf der Straße soll. Die Scheibe blieb allerdings oben, und die beiden Damen mittleren Alters starrten penetrant und stockstarr ins Leere, bis ich wieder weg war. Unsouveräner kann man sich eigentlich nicht mehr benehmen. 8-)
 
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