- Es ist nicht das Ziel und technisch auch nicht möglich einen 100% CO2-neutralen Kraftstoff herzustellen, weil Energieumwandlungen jeglicher Art ihre Wirkungsgrade haben. Einen Verbrenner jedoch mit -10% (Szenario Beimischung) oder -90% CO2 (Szenario 100% eFuel) zu betreiben ist dagegen eine lohnenswerte Vision bei 1,4 Mrd Autos weltweit. Es würde einige Dekaden dauern diese Flotte in E-Autos umzuwandeln wenn überhaupt. Zeit, die die Menschheit nicht hat und das kommt in Brüssel auch so langsam an. CO2-Budget ist CO2-Budget, das Guthaben schmilzt und wir brauchen eine Vollbremsung.
- Der Strom in Chile ist zu 100% grün. Es herrschen dort 365 Tage im Jahr Windstärken, die hierzulande die Menschen in die Häuser treiben würden. Deshalb können die Windräder flacher gebaut werden und müssen sich nicht wie in D dem Wind ausrichten, weil nur alle paar Stunden ein Lüftchen weht. Die Anlagen sind simpler und günstiger. Diese Windenergie ist kostenlos und unendlich. Wie man den grünen Strom nutzt oder besser nutzen sollte, dazu unten mehr...
- Die offenen Punkte der Anlage wie sie HEUTE ist: Das CO2 wird nicht vor Ort eingefangen und das Wasser hat Trinkwasserqualität. Beide Themen sind aber lösbar.
Die Reihenfolge Flugzeug, Schiff, Auto ist auch so vorgesehen solange die Volumina gering sind. Der output wird aber bis 2030 um einige Nullen anwachsen.
Das Argument, dass eFuels zu teuer oder nicht ausreichend verfügbar sind, wird häufig von Leuten verbreitet, die eine andere Richtung verfolgen und sicher keine technologieoffene. Leider schreiben zu dem Thema vermehrt Leute, die Germanistik studiert haben.
Es würde einen gewaltigen Effekt auf die Dekarbonisierung des Verkehrs haben wenn wir auch nur 5-10% Beimischung hätten, analog zu E5/E10 heute. Mit steuerlichen Anreizen wäre der Literpreis keinen Cent über dem was wir bereits kennen.
Die (unrealistischen) Hausnummern von 5-10 Euro/Liter sind gezielt platziert um das Thema zu töten und den Hochlauf der BEVs nicht negativ zu beeinflussen.
- Ich schmunzel auch aber weil ich ich freue. Endlich können die OEM planen, weil sie ein Gesetz haben falls der EU-Gerichtshof nicht noch dazwischen funkt. Ein OEM kann nun sauber planen für welche Märkte und Gesetzeslagen er welche Antriebsform anbietet und Stand heute sehe ich BMW und Porsche weit vorn mit ihrer Langzeitstrategie.
- Der umweltbewusste Verbraucher kann in 2030, 2035, 2040 endlich seinen sehr sauberen (EU6/7) und effizienten (z.B. Hybrid) Verbrenner behalten, weil er sich keinen neues BEV leisten kann oder will. Von den Petrolheads, die in 2040 einen Z1 fahren ganz zu schweigen. Diese Leute können auch dann einen Beitrag zum Umweltschutz leisten. DAS ist neu mit dem aktuellen Komproiss.
- Der Grund weshalb Audi sein g-tron Projekt eingestampft hat: Es gab keine gesetzliche Stütze seitens der EU, die diese Pioniersarbeit in Form von credits anerkannt hätte und ohne legislative Sicherheit wird kein OEM Gelder verbrennen. Porsche war hier extrem mutig und hat mit Haru Oni bewiesen, dass es geht. Glück gehört natürlich dazu. Wir sehen eFuels bald in den Porsche Cups und in der Formel 1. Das wird ein Katalysator sein.
- Thema Nutzung grünen Stroms: Bekanntlich ist der Wirkungsgrad bei der Herstellung von eFuels nicht hoch. Bei der unendlichen Verfügbarkeit einer Primärenergieform ist der Wirkungsgrad allerdings irrelevant, zumindest wenn es um umwelttechnische Themen geht. Der Wind weht halt. Wir sehen das Thema zu sehr aus der deutschen Brille und vergessen, dass man beispielsweise mit eFuels made in Australia in Australien einen gewaltigen Beitrag zur Dekarbonisierung leisten kann.
Jedes nicht neu gebaute Fahrzeug (BEVs erst recht) ist ein Beitrag zur Dekarbonisierung. Was das grüne Brüssel nicht versteht, es gibt nicht die eine Lösung für die Dekarbonisierung. Wen man Brüssel sagt, woher die grüne Energie für 50 Mio E-Fahrzeuge in D kommen soll, sagen sie:
"Gar nicht. Das Ziel sind ja auch 30 Mio Fahrzeuge."
Deindustrialisierung und BEVormundung pur.