Ausgeliefert! Leiharbeiter bei Amazon

Nun,wenn es um Deregulierung geht,sei es bei Steuern,Lohnnebenkosten,Lohnkosten usw.,also wenn es zugunsten der Unternehmen geschieht,dann nehmen die Unternehmen dies gern und stillschweigend hin. Aber wehe es kommt nur ein Politiker oder sogar eine Partei auf die Idee,wieder etwas mehr zu regulieren,dann laufen sofort die üblichen,Propaganda ähnlichen, Reaktionen durch die Medien.
Gerade weil in den letzten Jahrzehnten immer und immer wieder zugunsten der Wirtschaft dereguliert wurde,haben wir jetzt ein Billiglohnland,wo sogar Arbeitnehmer in Vollzeit aufstocken müssen und dies mit ALGII,was natürlich die Allgemeinheit trägt und nicht die Unternehmen,welche von den billigen Löhnen profitieren.

Wenn nich der Staat einschreitet,wer dann?

In den Skandinavischen Ländern gibt es viel mehr Unternehmen in öffentlicher Hand,das Lohnniveau liegt auch über unserem und die sozialen Ausgaben vom Staat auch. Da frage ich mich,wieso gibt es dort überhaut noch eine funktionierende Wirtschaft?

Es geht auch anders,aber nur mit weniger Einfluss der Wirtschaft in unser Politik!
 
Ähnliches Thema, kurz ausgeschweift:
Ist es nicht so, dass eine Firma, die ihre Angestellten in der Art bezahlt, dass diese ihren Lohn vom Staat aufgestockt bekommen müssen, nicht sofort das Handwerk gelegt bekommen müsste? Siehe Frisörkette Klie.x yz. Der Herr Geschäftsinhaber liegt mit Gattin auf der einsamen Insel und in den annähernd 1000 Salons rackern sich die Mitarbeiter für einen Lohn ab, der vom Staat aufgestockt werden muss.

zumal Friseure auch sonst nicht gerade viel verdienen .... und haben da auch oftmals Köpfe zu sitzen, welche ich nicht mal anfassen würde, müssen mit Chemikalien rumhantieren und ... und ... und ...

Selbst das Frontschwein des Handels, der Verkäufer, verdient nicht unbedingt viel.

Hier wurde durch die Politik ja auch die Ladenöffnungszeit erweitert. Das heißt Schichten fahren bis teilweise 22:00-24:00h .... und nur weil man sich an das Service Land USA orientiert :j und natürlich erwartet der deutsche Kunde dann auch noch um 22:00 Uhr einen fröhlich, nach amerikanischem Vorbild von Service aufgesetzten Verkäufer, der das Schild "Du König, ich nichts" mit sich rumträgt.


Das heißt 100 Euro Umsatz auf eine Woche zu verteilen, aber es bleiben 100 Euro.

Ich denke, dass das Qualitätsbewusstsein für den Kapitalfaktor Mensch vielen Arbeitgebern verloren ging.

Spätestens seit der sog. Yuppi-Zeit, wo weichgespülte Jünglinge meinten mit Ihrem frischen theoretischem Wissen die Wirtschaft erobern zu müssen, wird viel am grünen Tisch von Nadelstreifenträgern entschieden, die wirtschaftsmathematisch alle Zahlen berücksichtigen nur nicht den Menschen.

Wenn man sich die Privatisierungswelle von Kliniken in Deutschand ansieht, haben diese zwar ein seitenstarkes QM, ein funktionierendes Kontrolling nur eben keinen Plan davon, was wirklich an der Basis abläuft.

Das fängt bei einfachen Dingen wie: wieviel Verbandsmaterial pro Mensch im Durchschnitt verbraucht werden soll an und hört mit wie lange ein Arzt für ein Patientengespräch hat auf ....
Wieviele Minuten eine Schwester pro Kloschüssel braucht usw. ..... und bei alem

Ein Assistenzarzt ist nicht der Großverdiener, hat aber eine Schicht zu fahren, die nicht ganz ohne ist.
Eine Krankenschwester ist oftmals nur mit einer Kollegin auf der Station und muss sich um alle kümmern.

Beide tragen eine hohe Verantwortung für Menschenleben, haben diesen Beruf aus Berufung heraus gewählt und werden so auch richtig schön verheizt.

Ist in den Verwaltungen der Kliniken nicht anders. Das was vorher 2 1/2 Angestellte in 8 Std. erledigten, soll nun von einer Kraft bewältigt werden.

Der Faktor Mensch wird bei solchem Controlling nie berücksichtig, da offensichtlich für viele austauschbar, wie eine Glühbirne ... also nur eine weitere Zahl

Gewinnmaximierung ist die Devise, nicht Gewinnoptimierung (die mit Sicherheit nachhaltiger ist).
 
Martin vorzuwerfen, er prangere nur an und hätte keine Alternativen bzw. Lösungsansätze zu bieten (lediglich den Ruf nach staatlichen Sanktionierungen) ist ziemlich kindisch.*

Reformen oder Lösungen kommen zustande, in dem man auch Probleme/Schwierigkeiten aufdeckt, und dann in einer Runde ALLE diese zur Not nochmals aus ihrer Sicht diskutieren.

Über Gedankenaustausch und dem Aufgreifen von Ideen und Sichtweisen entstandenen Schwierigkeiten kommt man zu Reformen und sinnvollen Lösungen, da steht jedem Gehör in diesem Thread zu.



*Die Schule soll stets danach trachten, dass junge Menschen sie als harmonische Persönlichkeiten verlassen, nicht als Spezialisten
(Albert Einstein)
 
Was wir brauchen, sind ein paar verrückte Leute;
seht euch an, wohin uns die normalen gebracht haben.


George Bernard Shaw
 
Selbst das Frontschwein des Handels, der Verkäufer, verdient nicht unbedingt viel.

Zumindestens die Sozialleistungen und die Gehälter bei uns im Einzelhandel sind mehr als zufriedenstellend.
Das muss ich fairerweise auch erwähnen, obwohl meine Kollegen immer sagen, das sei Schmerzensgeld! :D

Wer allerdings direkt aus der Ausbildung kommt und fest einsteigt, der verdient als Leiharbeiter durchaus mehr.
Dafür gibt es aber auch seit kurzem laut Tarifvertrag für alle - unabhängig vom Alter - jetzt die gleiche Anzahl an Urlaubstagen.
 
zumal Friseure auch sonst nicht gerade viel verdienen .... und haben da auch oftmals Köpfe zu sitzen, welche ich nicht mal anfassen würde, müssen mit Chemikalien rumhantieren und ... und ... und ...

Selbst das Frontschwein des Handels, der Verkäufer, verdient nicht unbedingt viel.

Hier wurde durch die Politik ja auch die Ladenöffnungszeit erweitert. Das heißt Schichten fahren bis teilweise 22:00-24:00h .... und nur weil man sich an das Service Land USA orientiert :j und natürlich erwartet der deutsche Kunde dann auch noch um 22:00 Uhr einen fröhlich, nach amerikanischem Vorbild von Service aufgesetzten Verkäufer, der das Schild "Du König, ich nichts" mit sich rumträgt.


Das heißt 100 Euro Umsatz auf eine Woche zu verteilen, aber es bleiben 100 Euro.

Ich denke, dass das Qualitätsbewusstsein für den Kapitalfaktor Mensch vielen Arbeitgebern verloren ging.

Spätestens seit der sog. Yuppi-Zeit, wo weichgespülte Jünglinge meinten mit Ihrem frischen theoretischem Wissen die Wirtschaft erobern zu müssen, wird viel am grünen Tisch von Nadelstreifenträgern entschieden, die wirtschaftsmathematisch alle Zahlen berücksichtigen nur nicht den Menschen.

Wenn man sich die Privatisierungswelle von Kliniken in Deutschand ansieht, haben diese zwar ein seitenstarkes QM, ein funktionierendes Kontrolling nur eben keinen Plan davon, was wirklich an der Basis abläuft.

Das fängt bei einfachen Dingen wie: wieviel Verbandsmaterial pro Mensch im Durchschnitt verbraucht werden soll an und hört mit wie lange ein Arzt für ein Patientengespräch hat auf ....
Wieviele Minuten eine Schwester pro Kloschüssel braucht usw. ..... und bei alem

Ein Assistenzarzt ist nicht der Großverdiener, hat aber eine Schicht zu fahren, die nicht ganz ohne ist.
Eine Krankenschwester ist oftmals nur mit einer Kollegin auf der Station und muss sich um alle kümmern.

Beide tragen eine hohe Verantwortung für Menschenleben, haben diesen Beruf aus Berufung heraus gewählt und werden so auch richtig schön verheizt.

Ist in den Verwaltungen der Kliniken nicht anders. Das was vorher 2 1/2 Angestellte in 8 Std. erledigten, soll nun von einer Kraft bewältigt werden.

Der Faktor Mensch wird bei solchem Controlling nie berücksichtig, da offensichtlich für viele austauschbar, wie eine Glühbirne ... also nur eine weitere Zahl

Gewinnmaximierung ist die Devise, nicht Gewinnoptimierung (die mit Sicherheit nachhaltiger ist).

Schön geschrieben! Dem gibt es nichts mehr hinzu zufügen.
 
Der interessante Beitrag passt gut hierher, weil er eine Thematik betrifft, die sich direkt aus der Leiharbeiter-Thematik herleitet:

"Mit Werkverträgen versuchen immer mehr Arbeitgeber, den Mindestlohn für Leiharbeiter zu unterlaufen. Das führt zu einer gefährlichen Spaltung des Arbeitsmarkts: Am Ende sinken die Löhne überall. Die Politik hechelt bei der Regulierung hilflos hinterher. ..."

http://www.spiegel.de/karriere/beru...ufen-mindestlohn-bei-leiharbeit-a-884615.html

Vereinfacht gesagt geht es darum, dass Unternehmen externe Unterstützung nicht mehr als Tätigkeit nach Aufwand einkaufen, sondern als "Werk" gegen Bezahlung eines Festpreises. Damit wird, je nach Konstellation, ggf. eine etwaige Mindestlohnegrenze "unterlaufen".
 
Amazon,Zalando,DHL,AIDA Cruises,Apple,usw....
Ist doch fast überall zu finden,diese moderne Sklaverei.
...Kreuzfahrten mit AIDA werden weiterhin gebucht,

Nachdem ich die Kreuzfahrt mit AIDA gemacht habe, kann ich heute sagen: "So ein Quatsch!"
Wir sollten vlt. nicht immer unsere eigenen Maßstäbe anlegen und zur Beurteilung einer Situation mit den Betroffenen sprechen (das habe ich getan) und erst dann urteilen.
Natürlich würde von uns niemand zu diesen Bedingungen arbeiten, aber wie ich immer wieder hörte, ist das gesamte Service-Team mit den Arbeitsbedingungen sehr zufrieden.
Die Europäer (Bulgaren, Russen,usw.) werden in Euro bezahlt, die anderen Nationen in US-Dollar, die Verpflegung der Mitarbeiter ist außerordentlich gut und die Unterbringung für deren Verhältnisse auch.
Die dort arbeitenden Ausländer sind alle sehr freundlich, höflich, bescheiden und würden niemals in Ihren Heimatländern zu diesen Bedingungen Arbeit und Lohn finden.
Und ja, ich buche wieder ...und gebe ordentlich Trinkgeld für guten und freundlichen Service!
 
Wenn wir ehrlich sind, schwarz/weiß gibt es nicht, alles ein Grauton der mal in die eine oder andere Richtung tendiert.

Das Problem sind die Randbedingungen die v.a. unter Schröder massiv verändert worden sind, die Globalisierung und die immer ausufernde EU.

Eine Lösung kenne ich auch nicht, wirklich beeinflussen können wir als Verbraucher das schon lang nicht mehr und das wir jemals eine Regierung bekommen die was verändert, nun ja, eher friert die Hölle zu.

Es ist ja immer die Wahl zwischen Pest und Cholera, ich mag die Bundesmutti auch nicht aber das Wahlprogramm der SPD :j
 
Meinte eher wir wissen doch nicht mehr unter welchen Bedingungen Waren und Dienstleistungen entstehen. Beispiel selte Erden in Windrädern. Gefördert in China mit giftigsten Chemikalien das die Umwelt verpestet und die Arbeiter gesundheitlich massiv schadet.

Oder Klamotten. Oder Nahrung, selbst bei "Bio" wirste über's Ohr gehauen, selbst der Preis ist längst kein Hinweis auf die Produktion.

Auch wenn's ein abgedroschenes Wort ist, uns fehlt die Transparenz eben weil inzwischen alles aus der gesamten Welt kommt. Der nächste Dioxinskandal wird genauso kommen wie der nächste Gammelfleischskandal.

Was willste da als Verbraucher beeinflussen?

Beim letzteren nur beim Metzger kaufen, tja, dumm gelaufen, gerade die haben in Bayern gerade den nächsten Fall von Ekelfleisch.
 
Nachdem ich die Kreuzfahrt mit AIDA gemacht habe, kann ich heute sagen: "So ein Quatsch!"
Wir sollten vlt. nicht immer unsere eigenen Maßstäbe anlegen und zur Beurteilung einer Situation mit den Betroffenen sprechen (das habe ich getan) und erst dann urteilen.
Natürlich würde von uns niemand zu diesen Bedingungen arbeiten, aber wie ich immer wieder hörte, ist das gesamte Service-Team mit den Arbeitsbedingungen sehr zufrieden.
Die Europäer (Bulgaren, Russen,usw.) werden in Euro bezahlt, die anderen Nationen in US-Dollar, die Verpflegung der Mitarbeiter ist außerordentlich gut und die Unterbringung für deren Verhältnisse auch.
Die dort arbeitenden Ausländer sind alle sehr freundlich, höflich, bescheiden und würden niemals in Ihren Heimatländern zu diesen Bedingungen Arbeit und Lohn finden.
Und ja, ich buche wieder ...und gebe ordentlich Trinkgeld für guten und freundlichen Service!

naja, wenn Du von einem Arbeitgeber abhängig bist, hast Du kein Interesse daran, Infos nach draußen zu geben.
Und diese Menschen haben eben auch monatliche Kosten.

Und dass von den Deutschen keiner zu diesen Bedingungen arbeiten würde, hat schon etwas von Master and Servant.

Auch wenn man in Euro oder Dollar bezahlt wird, kommt es doch auf die Summe an ;)

Es würde mich freuen, wenn sich die Verhältnisse in den entsprechenden Ländern ändern würden.
 
Zurück
Oben Unten