Als erstes muss ich zugeben, dass ich mich etwas trollhaft verhalten habe. Ich wollte ein wenig provozieren und zur Diskussion anregen um zu sehen, wie die Reaktionen und Meinungen ausfallen. Sorry dafür und Asche auf mein Haupt. In einem Porsche-Forum wäre ich dafür gelyncht worden.
Dennoch stehe ich leider mit dieser Meinung nicht ganz alleine da. Ich habe mir erlaubt zum trollen Jeremy Clarkson aus TopGear zweimal sinngemäß zu zitieren und der ist bekanntermaßen etwas provokant.
Um das noch mal klar zu stellen: Der Boxster ist ein ganz tolles Fahrzeug mit spitzen Fahreigenschaften, Sound, Fahrwerk und Motor. Mit seinem Mittelmotor geht der richtig gut und macht auch richtig Spass. Er mag durchaus besser sein als ein SLK oder ein Z4 oder ein TT, das habe ich niemals in Frage gestellt.
Er hat halt nur dieses Imageproblem und er wird dieses Imageproblem immer behalten und niemals los werden, solange Porsche selbst daran nichts ändert. Image ist aber subjektiv, ich selbst definiere daran nicht den Erfolg eines Menschen.
Porsche hat dieses Konzept schon einmal versucht, ich glaube der hieß 914. Wer sich dran erinnern kann, es gab damals nur dieses eine Modell und keinen Nachfolger und wer noch tiefer gräbt weiß, dass er nur „Volksporsche“ im Volksmund genannt wurde. Später folgte mal der 924 als „Audi-Porsche“ bekannt. Der Boxster hatte anfänglich die gleichen Probleme, speziell als 986 wurde er als „Hausfrauen-Porsche“ abgetan (das ist nicht meine Erfindung).
Und jetzt gehe ich noch einen Schritt weiter. In jeder Fachzeitschrift, in welcher der Boxster getestet wird kommen sie natürlich auch zu dem Schluss, dass er ein ganz tolles Auto ist aber stets wird er mit dem 911-er verglichen und das wird immer so bleiben. Schaut nach im neuen Auto-Motor-Sport Heft 7: „Der Boxster ist nun gefühlt näher dran am offenen Elfer, kostet aber nur die Hälfte.“ oder „Das reizt doch wohl die meisten Sportwagen-Fans, denn im Gegensatz zum heiß geliebten, finanziell aber eher fernen 911 Cabrio verkörpert er den noch erreichbaren Porsche“. Fazit: Es wäre gerne ein 911-er geworden wenn ich das nötige Kleingeld gehabt hätte. Solange Porsche den Boxster nicht anders platzieren kann, wird sich an diesem Image nichts ändern.
Ich kenne keine Testberichte, in denen ein Z4 mit einem Z8, 3-er oder 6-er in Konkurrenz stünde oder ein Audi TT mit einem Audi-Spyder oder A4 oder A5 oder sogar ein SLK mit einem SL oder gar SLS. Diese Firmen haben es geschafft ihren Wagen entsprechend zu positionieren. Den SLK kriegt man sogar mit mehr Leistung als das Einsteiger-Modell beim SL. Bei Porsche undenkbar, denn der Boxster steht ja in direkter Konkurrenz zum 911-er. Er darf nie mehr PS haben als der Einstiegs-911, er wird künstlich im Hubraum begrenzt. Nur die Inneneinrichtung wird immer mehr 911-like denn der Kunde soll ja denken er hätte einen.
Dass der 911 überteuert verkauft wird ist mir auch klar. Darum ist es bei mir auch kein Porsche geworden, auch kein 911.
Und damit eines noch klar wird, wird sind hier in einem Z-Forum. Warum verneigt ihr euch so tief vor Porsche. Hieße das vielleicht im Umkehrschluss, ich fahre einen Z4 weil ich mir keinen Porsche leisten kann. Das kann nicht sein, das will ich nicht glauben.
Für mich kann ich nur sagen, ich fahre keinen Porsche auch wenn ich ihn mir leisten kann.
Neben meinen anderen Cabrios/Roadstern fahre ich einen Z4-E85 3.0i und ich bin stolz auf meinen Z4, ich fahre ihn gerne, ich hege und pflege ihn und hoffe, dass er mir noch lange Freude bereiten wird. Er ist ein gutes Auto mit tollen Fahreigenschaften, wenn auch vielleicht nicht ganz so wie ein Boxster dafür aber wenigstens eigenständig. Dahinter stehe ich (nicht nur mit meinem Namen, wie Herr Hipp im Fernseher betont).
Jetzt könnt ihr mich gerne weiter als arroganten Schnösel abkanzeln, es wird aber weiterhin Tatsache bleiben, dass der Boxster gern ein 911 wäre, es aber nie sein darf und dieses Image wird er nie loswerden.
Pattebaer