Autokartell VW, Audi, Daimler, Porsche, BMW seit den 90er Jahren?

Es ist fürchterlich, dass die großen Verbrechen überhaupt nicht geahndet und bestraft werden. Für die Gesellschaft, nicht nur in Deutschland wirft das ein ganz schlechtes Licht auf unsere Wirtschaft und unseren Staat. Der nennt sich ironischer weise Rechtsstaat. Und wenn ich sehe, dass Politiker, die von PKW, Verbrennungsmotoren UND Umwelttechnik KEINE Ahung haben hier rumschwadronieren wird mir ganz anders.

Ein einfaches Beispiel: Max Mustermann baut aus seinem Golf 2 den Katalysator aus. (Weil defekt, weil er mehr Leistung will, einen besseren Klang, weniger Verbrauch, was auch immer.) Er wird dabei erwischt. Was passiert? Das Auto wird still gelegt. Außerdem gibt es sicher einen Punkt oder mehrere. (Weiß nicht genau wie das jetzt geahndet wird.) Dazu bekommt er eine Anzeige wegen Steuerhinterziehung und muss zumindest den Betrag für ein Katloses Fahrzeug nachzahlen plus eine Strafe. Fahren darf das Ding erst, wenn wieder der Zustand hergestellt ist, für den legal Steuern gezahlt werden.

VW, Porsche usw. entwickeln eine Software, die ganz klar dem Betrug dient. Das Auto stößt real dann mehr Schadstoffe aus, als es dürfte und damit wäre ein anderer Steuersatz zu zahlen. (Ganz davon ab, wären dann ggf. die Verkaufszahlen andere gewesen.)
In meinen Augen gibt es nur eine Möglichkeit: Die Autos werden still gelegt, VW zahlt für jedes Auto die Steuern nach, die z.B. für die nächst höhere Schadstoffklasse fällig gewesen wären.
Dazu ist eine Strafe fällig, ganz genau so wie es bei jedem Privaten ist, der Steuern hinterzieht. Im Straßenverkehr bewegt werden darf jedes Auto erst wieder wenn es die angegebenen Werte ausstößt.

Aber was passiert hierzulande? Die Leute fahren mit den Autos weiter.... (was man ihenn ja nicht verdenken kann) und es passiert... nichts. Eine neue Software... die dann in der Realität in den nächsten 1-2 Jahren bei den meisten Fahrzeugen aufgespielt wurde. Vielleicht aber auch nicht und nachvollziehen kann es auch keiner. Zahlt überhaupt irgendjemand eine Strafe?
Unsere Politiker, die ja vom Volke gewählt und auch bezahlt werden, kümmern sich jetzt um VW und Co, wer zahlt das... wäre es nicht das Mindeste das VW und Co derlei Kosten übernehmen?
Oder haut das alles nicht hin, weil der Staat Anteile an VW hat?


Die Kartellvorwürfe sind nur ein neuer Verdacht, hier hingegen wird aber eine Staatsanwaltschaft ermitteln und vielleicht kommt sogar was dabei heraus. Bei der Abgsamanipulation und dem Umgang damit hat Deutschland sich mal wieder richtig lächerlich gemacht.
 
Eigentlich wollte ich mir dieses Niveau hier ja nicht mehr antun ... aber so etwas geht mir wirklich auf den Senkel! :confused:

Es ist fürchterlich, dass die großen Verbrechen überhaupt nicht geahndet und bestraft werden. Für die Gesellschaft, nicht nur in Deutschland wirft das ein ganz schlechtes Licht auf unsere Wirtschaft und unseren Staat. Der nennt sich ironischer weise Rechtsstaat. Und wenn ich sehe, dass Politiker, die von PKW, Verbrennungsmotoren UND Umwelttechnik KEINE Ahung haben hier rumschwadronieren wird mir ganz anders. ...
Wie kommst du denn darauf, und welche Belege - oder wenigstens Indizien - hast du dafür, dass "... die großen Verbrechen ..." hierzulande nicht geahndet werden? :cautious: Und wo versagt aus deiner Sicht der Rechtsstaat? Und wie kommst du darauf, dass die "... Politiker ..." keine Ahnung haben?

Dann lass' uns doch mal der Reihe nach schauen, wer hier der ist, der ohne Ahnung "rumschwadroniert":

... Ein einfaches Beispiel: Max Mustermann baut aus seinem Golf 2 den Katalysator aus. ... Er wird dabei erwischt. Was passiert? Das Auto wird still gelegt. Außerdem ...
Das ist eine einseitig gefärbte Darstellung. Richtig ist wohl eher: Wenn der Max an seinem Auto herumbastelt und dabei erwischt wird, dann droht ihm in vielen Fällen nicht sonderlich viel - weil der Rechtsstaat hier bislang relativ milde ist. Bis zu einer Stilllegung muss recht viel passieren. Dass es beim Ausbau des Kats so kommen kann, ist unbenommen.

Aber vor allem: Das mit dem Max, das ist ein rechtlich ausgesprochen einfacher Vorgang. Da muss nicht viel ermittelt, geprüft etc. werden, sondern der Max hat sich halt eindeutig rechtswidrig verhalten und bekommt dafür, wenn er denn erwischt wird, die Quittung.

Bei großen Wirtschaftsdelikten, wie sie im Fall der "Dieselaffäre" in Betracht kommen, ist das völlig anders. Das sind rechtlich hoch komplexe (!) Angelegenheiten, verbunden mit riesigen Schwierigkeiten bei der Ermittlungsarbeit, mithin die Staatsanwaltschaften einen immensen Ermittlungsaufwand haben. Dass im Fall der "Dieselaffäre" durchaus reichlich ermittelt wird, dass es sogar Durchsuchungen gab, sollte (auch dir) bekannt sein. Wo also siehst du eine "Ironie" des Rechtsstaates oder ein Indiz dafür, dass "große Verbrechen" nicht geahndet werden? :cautious:

Oder, anders gefragt: Wie war das noch gleich mit dem "... rumschwadronieren ..."?

... VW, Porsche usw. entwickeln eine Software, die ganz klar dem Betrug dient. ... In meinen Augen gibt es nur eine Möglichkeit: Die Autos werden still gelegt, VW zahlt für jedes Auto die Steuern nach, die z.B. für die nächst höhere Schadstoffklasse fällig gewesen wären. Dazu ist eine Strafe fällig, ....
Du meinst, es sei so einfach? :confused: Wie gesagt: Wirtschaftskriminalität ist überaus komplex - und die rechtsstaatliche Ermittlung und Verfolgung umso mehr. Ob und was nach langer Ermittlung und ggf. danach eingeleiteten Strafverfahren herauskommt, lässt sich bislang kaum einschätzen. Jedenfalls ist es absurd zu glauben, man könnte einfach "... VW, Porsche usw. ..." irgendwelche Steuern nachzahlen lassen und Strafen aufbrummen.

Wie war das mit dem "... rumschwadronieren ..."?

... Aber was passiert hierzulande? Die Leute fahren mit den Autos weiter.... (was man ihenn ja nicht verdenken kann) ...
Was sollen sie auch sonst tun? In der Tat müsste man nämlich, wollte man die von dir vom Rechtsstaat geforderte Konsequenz walten lassen, erst einmal und direkt gegen die Halter der Fahrzeuge vorgehen. Erst auf zweiter Ebene könnten die dann versuchen, ihrerseits Ansprüche gegen den Autohändler geltend zu machen - und der gegen den Hersteller. So etwas zu fordern kann ja wohl nicht ernst gemeint sein.

Wieder siehst du also, dass es beileibe nicht so einfach ist, wie du es gerne sehen möchtest. Könnte es womöglich doch sein, dass die "... Politiker ..." es besser wissen als du? Übrigens habe ich im Laufe der Jahre an einigen Expertentreffen zwischen Wirtschaft und Politik teilgenommen und dort immer wieder mit Politikern diskutiert, die ein bemerkenswertes Fachwissen zu den Themen hatten. Dass nicht alle so positiv auffallen ist klar. Auch unter uns "Bürgern" gibt es gute und schlechte.

... Unsere Politiker, die ja vom Volke gewählt und auch bezahlt werden, kümmern sich jetzt um VW und Co, wer zahlt das... wäre es nicht das Mindeste das VW und Co derlei Kosten übernehmen?
Oder haut das alles nicht hin, weil der Staat Anteile an VW hat? ...
Nein, es "haut nicht hin", weil die Rechtslage eben - wie dargestellt - viel komplizierter ist. Was soll dabei eigentlich die zwar korrekte, hier allerdings despektierlich anmutende Feststellung, dass unsere Politiker "... vom Volke gewählt und auch bezahlt ..." werden? Was glaubst du denn, würde "dem Volk" passieren, wenn unsere Automobilindustrie den Bach runter gehen würde? Was glaubst du denn, wer letztlich geschützt wird, wenn "... unsere Politiker ..." sich, wie aktuell, in der Rettung einer immens wichtigen Industrie versuchen? :cautious: Arbeitsplatzverluste, Fahrverbote, Steuerausfälle, alles kein Thema für dich?


Damit dürfte alles in allem deutlich geworden sein, warum mir solches Herummosern am Rechtsstaat, all diese Vorwürfe gegen Politik und Wirtschaft, all diese Unterstellungen, wie ach so ungerecht doch alles sei, wirklich erheblich auf die Nerven gehen. :thumbsdown: Unsere "Politik" und unsere "Wirtschaft", die machen weiß Gott nicht alles richtig. Aber vieles sieht nur so schlecht, ungerecht und was-weiß-ich-alles aus, weil es schlicht nicht verstanden wird. :confused:

Aber es meckert sich ja immer so leicht und angenehm, anstatt sich mal zu informieren und sich Gedanken zu machen, nicht wahr? :thumbsdown:
 
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Das Ergebnis des mit großem Tamtam angekündigten „Diesel-Gipfels“ blieb sogar noch hinter den ohnehin schon sehr niedrig bemessenen Erwartungen zurück. Offensichtlich hat die Kungelei zwischen Automobilherstellern und Politik in der Dieselrepublik Deutschland bereits ein irreparables Maß angenommen. Die Kommentare der meisten Medien sind dementsprechend verheerend. Man muss sich zunächst einmal die ganz grundsätzlichen Fragen stellen, um die volle Tragweite dessen zu verstehen, was gestern in Berlin seinen vorläufigen Höhepunkt hatte. Vor den Augen der Öffentlichkeit haben Politik und Wirtschaft nicht nur dem Verbraucher, sondern auch dem Rechtsstaat den Stinkefinger gezeigt. Gesetze und EU-Verordnungen gelten offenbar nicht für Deutschlands Schlüsselindustrie. Wer so agiert, darf sich über die fortschreitende Politik- oder gar Systemverdrossenheit nicht beschweren. Doch Obacht – schmutzige Diesel sind beileibe kein rein deutsches Problem. Ausländische Hersteller machen sich einen schlanken Fuß. Das sollte man nicht aus dem Auge verlieren. Von Jens Berger.

Was wir unter dem Begriff „Euro 5“ oder „Euro 6“ kennen, ist bürokratisch korrekt formuliert die „Verordnung (EG) Nr. 715/2007 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 20. Juni 2007 über die Typgenehmigung von Kraftfahrzeugen hinsichtlich der Emissionen von leichten Personenkraftwagen und Nutzfahrzeugen“. Hinter diesem schaurigen Titel verbirgt sich ein ganzer Wust von Abgas-Grenzwerten, die PKW einhalten müssen, um in der EU eine Typgenehmigung zu bekommen. Autos ohne eine solche Typgenehmigung dürfen in der EU nicht zugelassen werden. National erteilt das Kraftfahrtbundesamt Typgenehmigungen, die dann auch ausdrücklich bescheinigen, dass die betreffenden Fahrzeuge die EU-Verordnungen erfüllen. Und hier fängt der eigentliche Skandal bereits an.

Breit angelegte Testreihen des Fachverbands ICCT hatten ergeben dass die Stickoxid-Emissionen moderner Euro-6-Dieselfahrzeuge im Schnitt um den Faktor 7 über dem gesetzlichen Grenzwert liegen. 22 von 32 getesteten Modellen hätten demnach nie eine Typgenehmigung bekommen dürfen. Was in den deutschen Medien als „VW-Skandal“ die Runde machte und heute als „Kartell“ deutscher Hersteller verkürzt wird, war von Anfang an ein Problem der gesamten Branche.

Was folgte, war der erste handfeste Skandal. Anstatt den Herstellern ein Ultimatum zu stellen, definierte im Oktober 2015 ein Fachausschuss der EU einen „Konformitätsfaktor“. Ab September dieses Jahres gilt, dass Dieselfahrzeuge bei Typenzulassungen 110% mehr Stickoxide ausstoßen dürfen, als es die EU-Verordnung gestattet. Ab 2020 soll der Konformitätsfaktor gesenkt, dann dürfen Fahrzeuge noch 50% mehr Stickoxide ausstoßen als ursprünglich vorgesehen. De facto wurde also von der EU Euro 6 klammheimlich wieder abgeschafft – denn der Stickoxid-Grenzwert der nun gilt, liegt mit 168 mg/km NOX nur noch knapp unter dem alten Euro-5-Wert von 180 mg/km NOX aus dem Jahre 2009.

Doch dieses großzügige Entgegenkommen der Politik an die Automobillobby reicht noch nicht einmal im Ansatz, um die modernen Diesel-Fahrzeuge gemäß der EU-Verordnungen auf Europas Straßen zulassungsfähig zu machen. Testreihen des Umweltbundesamtes ergaben im April dieses Jahres, dass der reale Stickstoffdioxidausstoß der Dieselflotte stolze 767 mg/km NOX beträgt. Die getesteten Fahrzeuge mit Euro-6-Zulassung stießen im Schnitt 507 mg/km NOX aus. Das übertrifft nicht nur den bereits verwässerten Euro-6-Grenzwert um ein Vielfaches, sondern liegt sogar noch über dem höchsten jemals festgelegten Grenzwert von 500 mg/km NOX der Euro-3-Norm aus dem Jahre 2000! Und das muss man sich einmal auf der Zunge zergehen lassen: Die modernsten Diesel-Fahrzeuge auf Europas Straßen hätten bei sorgfältiger Prüfung im Jahre 2000 keine Zulassung bekommen, weil sie zu umweltschädlich sind.

An diesem extremen Widerspruch ändert auch der Minimalkonsens des gestrigen Diesel-Gipfel nichts. Es ist kaum anzunehmen, dass der von den Herstellern versprochene „Patch“ der Betriebssoftware überhaupt etwas bringt. Aber selbst die versprochene 25% bis 30% Reduktion der Stickoxide (NOX) ist ein schlechter Witz, wenn man sich die Daten des Umweltbundesamtes einmal anschaut. Ein Mercedes C 220 CDI (Euro 5) stieß im UBA-Test 990 mg/km NOX aus. Der BMW X3 xDrive 20d (Euro 6) gehörte schon zu den „Sauberen“ unter den Sündern, lag jedoch mit 383 mg/km NOX immer noch weit über den Grenzwerten. Noch nicht einmal beim „sauberen“ BMW reicht eine Reduktion von 30% auch nur im Ansatz, um die verwässerten gesetzlichen Grenzwerte einzuhalten.

Das Ergebnis des Diesel-Gipfels ist also eine staatlich tolerierte Anarchie. Gesetze, Verordnungen, Normen und Grenzwerte existieren zwar auf dem Papier, haben aber keine Bedeutung, wenn sie von industriell übergeordneten Interesse sind. Die Gesundheit der Bürger ist ganz offensichtlich das unwichtigere Gut. Dieselrepublik Deutschland.

Es wäre aber auch falsch, die ganze Thematik auf Deutschland zu begrenzen. Richtig ist, dass das vom SPIEGEL aufgedeckte „Diesel-Kartell“ nur aus deutschen Premiumherstellern besteht – aber auch nur deshalb, weil ausländische Interessenten abgewiesen wurden. Der französische PSA-Konzern (Peugeot, Citroen, Opel) hätte beispielsweise gerne beim Kartell mitgemacht, wurde aber nicht hereingelassen. Der dreckigste Diesel des UBA-Tests ist beispielsweise ein Fiat Doblo (Euro 5), der mit 1.483 mg/km NOX dem Grenzwert um mehr als Achtfache reißt. Und auch der Kia Optima (Euro 5, 1.383 mg/km NOX), der Renault Grand Scénic (Euro 6, 937 mg/km NOX), der Mazda CX-5 (Euro 6, 498 mg/km NOX) und der Peugeot 508 (Euro 6, 469 mg/km NOX) zeigen, dass zu hohe Stickoxide beileibe kein rein deutsches Problem sind.

Bei all dem Trubel um VW, Schummelsoftware, Kartelle und Dieselgipfel geraten die ausländischen Hersteller gerne aus dem Sichtfeld der Öffentlichkeit. Das ist fatal. Egal, was man vom Diesel-Gipfel und den versprochenen Patches halten mag – Besitzer ausländischer Dreckschleudern gehen komplett leer aus und andere EU-Länder tun sich auch nicht eben mit progressiver Politik gegenüber der Automobilbranche hervor. Dreckige Diesel sind kein deutsches Problem, sondern ein Problem der gesamten Branche!

Das mickrige Ergebnis des Dieselgipfels wird von den meisten Medien als Erfolg der Automobilbranche interpretiert. Doch das ist falsch. Was die Hersteller errungen haben, ist bestenfalls ein Pyrrhussieg, der sich schnell zu einem Desaster entwickeln könnte. Zwei Risikofaktoren saßen nämlich gestern nicht mit am Tisch – die Gerichte und die EU-Kommission. Bereits in der Vergangenheit hat die EU-Kommission sich äußerst zerknirscht gezeigt, weil Deutschland die Abgasnormen einfach nicht ernst nimmt. Die nicht eben uninteressante Frage, welche Strafe denn nun den Herstellern droht, da sie sich nicht an die Abgasnormen halten, kann beispielsweise niemand beantworten. Warum? Weil Deutschland immer noch keine Strafen bei Verstößen gegen die Abgasnormen festgelegt hat, obgleich man dies laut EU-Regeln bereits 2009 hätte umsetzen müssen. Nun läuft ein Vertragsverletzungsverfahren. Sicher nicht das Letzte. Sollte die EU es ernst meinen, würde am Ende des Weges eine Klage gegen Deutschland vor dem Europäischen Gerichtshof stehen, die dann für die Bundesregierung bindend wäre.

Noch größere Gefahr droht jedoch aus den Städten. Das Stuttgarter Verwaltungsgericht hat klipp und klar entschieden, dass „Nachrüstungen“ für Dieselfahrzeuge keine Option sei, um Fahrverbote abzuwenden. Es wird immer unwahrscheinlicher, dass die Politik aus dieser Sache noch mit industriefreundlichen Tricksereien herauskommt. Und spätestens wenn in Stuttgart, München, Hamburg und Berlin Diesel nicht mehr in die Innenstadt dürfen, ist der Diesel für den deutschen Markt de facto tot. Der Dieselgipfel war vielleicht eine der letzten Chancen für die Branche, dem angekündigten Desaster noch „proaktiv“ zu begegnen. Vielleicht haben die Hersteller nun aber ihr Blatt überreizt. Denn die Justiz dürften sie nicht so einfach über den Tisch ziehen wie die Politik.

Quelle: nachdenkseiten.de
 
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@The Z Kid: Sei doch bitte so nett und mache zitierte Texte als solche kenntlich und benenne auch die Quelle - am besten mit Verlinkung.

Bei deinem oben verlinkten Video lässt sich ja "wenigstens" noch ersehen, dass es sich um durch den russischen Staat finanziertes TV handelt. :whistle:
 
Forscher über Gesamtbilanz von Fahrzeugen: „Elektroauto ist ähnlich schädlich wie ein Diesel“
In einem Punkt aber scheinen sich alle einig zu sein: Für die Umwelt sind Elektrofahrzeuge grundsätzlich die bessere Wahl. Das Umwelt- und Prognoseinstitut, ein gemeinnütziges Forschungsinstitut mit Sitz in Heidelberg, kommt allerdings zu ganz anderen Ergebnissen. Der Leiter des Instituts, Dieter Teufel, sagte im Deutschlandfunk Kultur, der Ausbau regenerativer Energien ersetze bis 2030 lediglich den Strom, der durch die Abschaltung der Atomkraftwerke wegfalle. Die Verstromung von Stein- und Braunkohle werde im gleichen Zeitraum ungefähr gleich bleiben. Teufel weiter: „Daraus entsteht bei der Stromerzeugung für die Elektroautos relativ viel CO2. Und wenn man eine Gesamtbilanz macht, Betrieb der Elektroautos und Herstellung der Elektroautos, insbesondere der Batterie, dann ergibt sich, dass ein einzelnes Elektroauto von der Klimawirksamkeit her praktisch ähnlich schädlich ist wie ein Benziner oder Diesel.“
Elektroautos sind für die Umwelt nur dann gut, wenn sie mit Wind-, Wasser- oder Solarstrom unterwegs sind. Eine komplette Umstellung auf Elektroautos wäre in der Gesamtbilanz, in der auch der Ressourcenverbrauch bei der Herstellung der Wagen einfließt, laut Teufel vor diesem Hintergrund sogar schädlicher für die Umwelt, als wenn wir einfach nichts tun würden.
Die Automobilindustrie habe sich in den letzten 10, 15 Jahren durch die Umweltgesetzgebung hindurchgemogelt, sagte der Experte. Bei den Elektroautos sei ihr sogar ein „besonderer Coup“ gelungen. Denn sie habe durchgesetzt, dass Elektroautos in der EU-Gesetzgebung per definitionem als Null-Emissionen-Fahrzeuge gelten – und sich damit günstig auf die Berechnung des gesamten CO2-Flottenverbrauchs eines Herstellers auswirken. Die Elektroautos glichen damit die hohen Emissionen der beliebten SUV aus. Zugleich finanziere der Steuerzahler Kaufprämien für Elektroautos in Höhe von 4000 Euro. Das sei „der Einsatz von Steuergeldern zur Erhöhung der CO2-Emissionen, um der Automobilindustrie den Verkauf von großen Fahrzeugen, die über den Grenzwerten liegen, zu ermöglichen“, so Teufel.
Quelle: Deutschlandfunk Kultur
 
...Bei der Abgsamanipulation und dem Umgang damit hat Deutschland sich mal wieder richtig lächerlich gemacht.

...nicht nur Deutschland - sondern die ganze EU. Oder habt Ihr außerhalb D schon vernommen, dass Peugeot, Fiat & Co. auch nur annähernd so drastisch am Pranger stehen, wie die deutschen Hersteller aktuell ? Und dies, obwohl diese Fahrzeuge keinen Deut besser, in der Praxis häufig so gar nochmals erheblich über den schon viel zu hohen deutschen Fahrzeugen liegen.

Was mich unter anderem extrem an der aktuellen Diskussion & Treibjagd stört, ist die Tatsache, dass seitens der Medien und der Politik wider besseren Wissens völlig ignoriert wird, was technisch durchaus machbar wäre. Hier wird einfach nur das Lemminge-Verhalten und der Herdentrieb in den Vordergrund gestellt und damit der "einfachere" Weg gesucht...

Das Thema "Einhalten und Kontrolle von praxisrelevanten Grenzwerten" wird mit einer seitens der Politik undefinierten Grenzwertvorgabe (ein nicht praxiskonformer Wert ist nichts wert und bisher war in D ja auch nur der CO2 Wert als Gruppenvorgabe maßgeblich) mit einem halbgaren, surrealen politischen Traum der allumfassenden Elektromobilität vermischt. Da kann dann als Resultat nur Mist und solch ein Quatsch wie das Ergebnis des Dieselgipfels herauskommen. Da müssen sich übrigens ALLE Parteien den Schuh anziehen und nicht nur auf die aktuelle Regierung schimpfen, denn seit langem haben ALLE durch Lobbyismus dazu beigetragen, dass die Situation so ist wie sich sich aktuell darstellt - und Wegschauen und die Schnauze halten ist exakt ebenso sträflich und moralisch verwerflich, wie nicht zu tun, obwohl man etwas unternehmen hätte können. Dies gilt aber nicht nur für die deutschen Hersteller, sondern für weltweit alle!
 
Eigentlich wollte ich mir dieses Niveau hier ja nicht mehr antun ... aber so etwas geht mir wirklich auf den Senkel! :confused:
Wieso, nur weil du als Anwalt Teil dessen bist, was ich kritisiere? Ich hätte mich da gar nicht angesprochen gefühlt.

Wie kommst du denn darauf, und welche Belege - oder wenigstens Indizien - hast du dafür, dass "... die großen Verbrechen ..." hierzulande nicht geahndet werden? :cautious: Und wo versagt aus deiner Sicht der Rechtsstaat? Und wie kommst du darauf, dass die "... Politiker ..." keine Ahnung haben?
Wie ich darauf komme: Ganz einfach: Gibt es gerade einen Prozess, in dem "Verantwortliche" gerade stehen müssen? Wieso gibt es den nicht? Ist es tatsächlich nicht möglich herauszufinden wer die "Schummelsoftware" in Auftrag gegeben hat, wer sie Entwickelt hat? Oder will man das nur gar nicht?
Politiker die keine Ahung haben: Ich könnte jetzt die Politiker und deren berufliche Qualifikation googeln. Ich könnte dir aber auch sagen, dass selbst Juristen schon sehr häufig auf Gutachter angewiesen sind um viele Dinge korrekt bewerten zu können. Es verwundert mich doch sehr, dass die Berufsgruppe Politiker hier mithilfe der "Angeklagten" die Lösung erarbeitet. Dahingegen sagen viele "Experten" (ich meine damit Leute aus der Branche und keine Lehrer, Juristen oder BWLler) das die "Lösung" Softwareupdates alles andere als optimal ist.

"
Forscherverband: Updates allein reichen nicht aus
Unklar ist ohnehin, ob die Software-Updates ein effektives Mittel sind, um die Schadstoffbelastung in den Städten zu senken. Experten bezweifeln, dass sich so Fahrverbote in deutschen Innenstädten - in Niedersachsen sind Hannover, Hildesheim und Oldenburg stark stickoxidbelastet - verhindern lassen. Verkehrsexperte Peter Mock vom Forscherverband ICCT, der die VW-Abgasaffäre mit aufgedeckt hatte, glaubt nicht, dass Software-Updates allein ausreichen. Laut Umweltbundesamt stoßen die Euro-6-Diesel mit 507 Milligramm Stickoxid pro Kilometer ein Sechsfaches des im Labor erlaubten Grenzwertes aus. "Wenn man nun annimmt, dass das Software-Update tatsächlich bei allen Fahrzeugen 30 Prozent bringen würde, dann wären wir bei 355 Milligramm pro Kilometer", sagte Mock der Deutschen Presse-Agentur. "Das ist immer noch mehr als viermal so hoch wie das gesetzliche Euro-6-Limit." Ein Motorenumbau wäre effektiver, sei aber teurer und in manchen Fällen technisch nicht möglich." (Zit.: https://www.ndr.de/nachrichten/nied...zdemir-greift-Mueller-an,dieselgipfel100.html )

Das ist eine einseitig gefärbte Darstellung. Richtig ist wohl eher: Wenn der Max an seinem Auto herumbastelt und dabei erwischt wird, dann droht ihm in vielen Fällen nicht sonderlich viel - weil der Rechtsstaat hier bislang relativ milde ist. Bis zu einer Stilllegung muss recht viel passieren. Dass es beim Ausbau des Kats so kommen kann, ist unbenommen.

Also irgendwie widersprichst du dir selbst. Erst sagst du der Ausbau (nur davon schrieb ich) führt dazu das nicht viel passiert... dann aber sei es unbenommen das soein Auto still gelegt wird? Nunja, ich hatte damals einen Freund, der genau dies getan hat. Kat raus, Edelstahlrohr rein. Er bekam u.a. eine Anzeige wegen Steuerhinterziehung. Und ja, weiter fahren durfte er nicht. Und das hat nichts mit Rechtsstaat zu tun, dass ist simple Arbeit die, zwei Beamte ganz alleine innerhalb weniger Zeit bewältigen. In weiterer Konsequenz werden natürlich noch andere Menschen tätig.
Das jetzt nicht millionen von Autos angehaltenw erden, überprüft werden und an Ort und Stelle still gelegt werden können leuchtet ein. Darum ist hier eine Lösung gefragt, da die vorhandenen Gesetze wohl leider nicht durchsetzbar sind. Und genau da passiert in Meinen Augen nicht das richtige.


Du meinst, es sei so einfach? :confused: Wie gesagt: Wirtschaftskriminalität ist überaus komplex - und die rechtsstaatliche Ermittlung und Verfolgung umso mehr. Ob und was nach langer Ermittlung und ggf. danach eingeleiteten Strafverfahren herauskommt, lässt sich bislang kaum einschätzen. Jedenfalls ist es absurd zu glauben, man könnte einfach "... VW, Porsche usw. ..." irgendwelche Steuern nachzahlen lassen und Strafen aufbrummen.

Natürlich ist Wirtschaftskriminalität komplex. Habe ich nicht abgestritten. Aber nur weil eine Straftat komplex ist, heißt es ja nicht, dass man hier einfach mal mit Wattebällchen werfen muss und das auch noch über Monate. Es ist doch schon jetzt klar, dass Vorstände von dem Betrug wussten und nichts gesagt haben. Und... es ist ganz sicher nicht absurd, dass ein Konzern Strafe bezahlt. In den USA geht das auch, allerdings haben die keine Anteile von VW. Nur weil man gerade unfähig ist überhaupt jemanden zu finden der verantwortlich ist kommt man natürlich auch nicht dazu jemandem eine Strafe aufzuerlegen.

Was sollen sie auch sonst tun? In der Tat müsste man nämlich, wollte man die von dir vom Rechtsstaat geforderte Konsequenz walten lassen, erst einmal und direkt gegen die Halter der Fahrzeuge vorgehen. Erst auf zweiter Ebene könnten die dann versuchen, ihrerseits Ansprüche gegen den Autohändler geltend zu machen - und der gegen den Hersteller. So etwas zu fordern kann ja wohl nicht ernst gemeint sein.

Siehst du, du denkst in deinem zivilrechtlichem Anspruchsschema wie in der Examensarbeit. Und genau das klappt bei Peter Müller der nach 3tkm nen Schaden an seinem Auto hat... bei hundertausenden betrogenen Menschen wird das nun schwer. Darum ist es ja sinnvoll, dass der Staat sich einmischt, das die Vertreter des Volkes sich einmischen. Jedoch nicht für eine Lobby, sondern für die Opfer. Und genau das passiert doch gar nicht.
Und wieso kann es nicht ernst gemeint sein? Das Ganze ist ein Betrug und der wird so hingenommen. Konsequenterweise muss man diese Autos still legen oder die Steuern korrekt berechnen und dies seit Erstzulassung. Und ja das meine ich ernst. Und alles andere ist einfach ein Beschiss. In zwei Jahren wissen wir nichts mehr davon und die ganzen Autos die Jahrelang zu wenig Steuern bezahlt haben sind vergessen.

Nein, es "haut nicht hin", weil die Rechtslage eben - wie dargestellt - viel komplizierter ist. Was soll dabei eigentlich die zwar korrekte, hier allerdings despektierlich anmutende Feststellung, dass unsere Politiker "... vom Volke gewählt und auch bezahlt ..." werden? Was glaubst du denn, würde "dem Volk" passieren, wenn unsere Automobilindustrie den Bach runter gehen würde? Was glaubst du denn, wer letztlich geschützt wird, wenn "... unsere Politiker ..." sich, wie aktuell, in der Rettung einer immens wichtigen Industrie versuchen? :cautious: Arbeitsplatzverluste, Fahrverbote, Steuerausfälle, alles kein Thema für dich?

Du widersprichst dir schon wieder. Wozu müsste denn wer gerettet werden, nach deiner Meinung machen die doch alles gar nicht so schlecht? Ich fühle mich jetzt nicht sonderlich geschützt, wenn sich Politiker mit der Autoindustrie einigen, dass ein Softwareupdate den Beschiss erledigt und das wars. Und selbst wenn das funktioniert vergessen wir die Zeit in der die PKW davor betrieben wurden einfach mal. Genau mit soeiner Scheiße geht viel mehr als die Automobilindustrie unter. Und du schreibst doch selbst von Steuerausfällen. Genau die haben wir doch jetzt, weil eigentlich mehr Steuern hätten bezahlt werden müssen.
Und wer hat denn in den letzten Jahren rote Zahlen geschrieben und wer war erfolgreich... VW war erfolgreich und hat beschissen. Bei Opel sind viele Leute auf der Strecke geblieben, sicher auch ein Stück weit weil VW so dominierend war. (Opel Diesel war nie so erfolgreich wie VW Diesel...) Das man jetzt meint das man Arbeitsplätze rettet, wenn man jetzt ohne großes Aufsehen eine Lösung findet ist doch ein Armutszeugnis... . Wie viele Marktanteile VW wohl durch den Betrug mehr hat und wie viele "faire Firmen" ihre Leute entlassen mussten. Egal. Wir brauchen ja unsere Arbeitsplätze die retten wir jetzt.

Unsere "Politik" und unsere "Wirtschaft", die machen weiß Gott nicht alles richtig. Aber vieles sieht nur so schlecht, ungerecht und was-weiß-ich-alles aus, weil es schlicht nicht verstanden wird. :confused:

Das war dein stärkstes Argument. Und selbiges bringe ich dir auch entgegen. Wer als Organ der Rechtspflege vereidigt ist und der in einem Beitrag wo es um millionenfachen Betrug der Industrie am Verbraucher geht genau diesen hier Zitierten Satz bringt hat auch irgendetwas "schlicht nicht verstanden".
 
Ob Softwareupdates die Stickoxydbelastung in den Innenstädten senken ist doch erst mal sekundär. Zuerst geht es doch darum,dass die Fahrzeuge nicht mehr schummeln durch eine kriminelle Software. Schaltet die Software nicht mehr die Abgasreinigung ab sobald sie erkennt nicht mehr im Prüfstandsmodus zu agieren werden ja auch im Fahrbetrieb niedrigere Emissionen erzielt. In Kauf nehmen müssen wird der Kunde im Gegenzug allerdings Leistungseinbußen und Mehrverbrauch,legal sollten die Kisten dann allerdings sein.
Man sollte außerdem nicht außer Acht lassen wie es überhaupt zu dem Dilemma kam. Es wurden im EU Parlament relativ willkürlich niedrige Grenzwerte für NOx und CO2 festgelegt. Leider bedingen Maßnahmen zur Abgasreinigung eigentlich auch immer Leistungseinbußen und Mehrverbrauch,wie soll man dem Kunden da ein neues Auto verkaufen wenn der Alte kräftiger und sparsamer ist?
 
Ich versuche es wieder der Reihe nach:

... Gibt es gerade einen Prozess, in dem "Verantwortliche" gerade stehen müssen? Wieso gibt es den nicht? Ist es tatsächlich nicht möglich herauszufinden wer die "Schummelsoftware" in Auftrag gegeben hat, wer sie Entwickelt hat? Oder will man das nur gar nicht? ...
Nochmal: Du übersieht, dass es umfangreiche staatsanwaltliche Ermittlungen gibt. Mithin ist die Antwort: Ja, es gibt einen solchen Vorgang. Ganz so, wie es der von dir kritisierte Rechtsstaat vorsieht.

... Politiker die keine Ahung haben: Ich könnte jetzt die Politiker und deren berufliche Qualifikation googeln. Ich könnte dir aber auch sagen, dass selbst Juristen schon sehr häufig auf Gutachter angewiesen sind um viele Dinge korrekt bewerten zu können. Es verwundert mich doch sehr, dass die Berufsgruppe Politiker hier mithilfe der "Angeklagten" die Lösung erarbeitet. ...
Auch hier erklärt sich der Fehlgang deiner Aussage wieder mit deiner fehlenden Kenntnis (was ich nicht als Kritik meine): Es ist nicht so, dass die "... Politiker ..." die "Lösungen" völlig alleine und ohne die Mithilfe von (mehr oder minder) fachkundigen Beratern, Experten etc. entwickeln. Das ist (d)ein grundfalsches Verständnis der Abläufe. Selbstredend arbeiten "hinter den Kulissen" viele Dritte mit - sowohl solche aus der Regierung, solche aus der Automobilindustrie als auch solche, die man wohl als "unabhängige" Dritte bezeichnen könnte (und übrigens, weil du ja mehrfach darauf anspielst (was soll das eigentlich?): auch die eine oder andere Anwaltskanzlei... :whistle:).

Das Ergebnis all dieser Arbeit ist dann freilich wieder ein anderes Thema. Selbstredend lässt sich das Ergebnis kritisch hinterfragen und diskutieren. Auch dafür braucht es dann allerdings wieder ein wenig Verständnis dafür, dass und warum die vorliegend gefundene Lösung nur ein Kompromiss sein konnte und kann.

... Also irgendwie widersprichst du dir selbst. ...
Nein, du hast es nur nicht verstanden: Das "Herumbasteln" war allgemein gemeint, bevor ich konkret auf das Entfernen des Kats einging. Lies es einfach nochmal.

... Natürlich ist Wirtschaftskriminalität komplex. Habe ich nicht abgestritten. Aber nur weil eine Straftat komplex ist, heißt es ja nicht, dass man hier einfach mal mit Wattebällchen werfen muss und das auch noch über Monate. Es ist doch schon jetzt klar, dass Vorstände von dem Betrug wussten und nichts gesagt haben. ...
Auch hier nochmal: Du übersiehst, dass die staatsanwaltlichen Ermittlungen laufen. Und das wird - auch das übersiehst du - noch lange dauern. Niemand wirft mit "... Wattebällchen ...". Aber ein funktionierender Rechtsstaat kann und darf erst dann vorgehen, wenn dafür genug "auf dem Tisch liegt". Dass so etwas in den USA manchmal schneller geht, hat (auch) Gründe, die dem dortigen Rechtsstaat nicht immer gut zu Gesichte stehen.

... du denkst in deinem zivilrechtlichem Anspruchsschema wie in der Examensarbeit. Und genau das klappt bei Peter Müller der nach 3tkm nen Schaden an seinem Auto hat... bei hundertausenden betrogenen Menschen wird das nun schwer. Darum ist es ja sinnvoll, dass der Staat sich einmischt, das die Vertreter des Volkes sich einmischen. Jedoch nicht für eine Lobby, sondern für die Opfer. Und genau das passiert doch gar nicht.
Und wieso kann es nicht ernst gemeint sein? Das Ganze ist ein Betrug und der wird so hingenommen. Konsequenterweise muss man diese Autos still legen oder die Steuern korrekt berechnen und dies seit Erstzulassung. ...
Verstanden: Du möchtest also gerne, dass unsere Regierung einen Kampf für die Verbraucher führt. Das kann man so wollen, es wäre allerdings mit einiger Wahrscheinlichkeit ausgesprochen schlimm für unser Land. Weil der Schaden, der aus einer niedergehenden Automobilindustrie für uns alle voraussichtlich viel größer wäre als der - zweifelsohne riesig ärgerliche - Schaden, den derzeit der einzelne Dieselfahrer hat - auch bei kumulativer Betrachtungsweise.

Einfacher gesagt: Wenn eine Wahl zwischen Pest und Cholera getroffen werden muss, dann wählt man wohl eher diejenige Krankheit, die mutmaßlich weniger Opfer fordert. Das mag man anders sehen. Wie es unsere Regierung sieht, ist jedenfalls deutlich. Ich halte es dem Grunde nach für das richtige Vorgehen. Denn - stark vereinfacht gesagt - der Dieselfahrer wird letztlich das Schlamassel wohl besser überstehen, als ein den Arbeitsplatz langfristig verlierender Angestellter in der Automobilindustrie.

An dieser Stelle mache ich dann auch mal Schluss. Aus meiner Sicht fehlt dir (noch) ein gehöriges Maß an Erfahrung und Weitsicht, und es ist recht mühselig, dagegen anzuschreiben. Immerhin vertrittst du deinen Standpunkt ausführlich. :t Nur sind die Dinge halt nicht so einfach, wie du sie gerne sehen möchtest.
 
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Eigentlich wollte ich mir dieses Niveau hier ja nicht mehr antun ... aber so etwas geht mir wirklich auf den Senkel! :confused:


Wie kommst du denn darauf, und welche Belege - oder wenigstens Indizien - hast du dafür, dass "... die großen Verbrechen ..." hierzulande nicht geahndet werden? :cautious: Und wo versagt aus deiner Sicht der Rechtsstaat? Und wie kommst du darauf, dass die "... Politiker ..." keine Ahnung haben?

Dann lass' uns doch mal der Reihe nach schauen, wer hier der ist, der ohne Ahnung "rumschwadroniert":


Das ist eine einseitig gefärbte Darstellung. Richtig ist wohl eher: Wenn der Max an seinem Auto herumbastelt und dabei erwischt wird, dann droht ihm in vielen Fällen nicht sonderlich viel - weil der Rechtsstaat hier bislang relativ milde ist. Bis zu einer Stilllegung muss recht viel passieren. Dass es beim Ausbau des Kats so kommen kann, ist unbenommen.

Aber vor allem: Das mit dem Max, das ist ein rechtlich ausgesprochen einfacher Vorgang. Da muss nicht viel ermittelt, geprüft etc. werden, sondern der Max hat sich halt eindeutig rechtswidrig verhalten und bekommt dafür, wenn er denn erwischt wird, die Quittung.

Bei großen Wirtschaftsdelikten, wie sie im Fall der "Dieselaffäre" in Betracht kommen, ist das völlig anders. Das sind rechtlich hoch komplexe (!) Angelegenheiten, verbunden mit riesigen Schwierigkeiten bei der Ermittlungsarbeit, mithin die Staatsanwaltschaften einen immensen Ermittlungsaufwand haben. Dass im Fall der "Dieselaffäre" durchaus reichlich ermittelt wird, dass es sogar Durchsuchungen gab, sollte (auch dir) bekannt sein. Wo also siehst du eine "Ironie" des Rechtsstaates oder ein Indiz dafür, dass "große Verbrechen" nicht geahndet werden? :cautious:

Oder, anders gefragt: Wie war das noch gleich mit dem "... rumschwadronieren ..."?


Du meinst, es sei so einfach? :confused: Wie gesagt: Wirtschaftskriminalität ist überaus komplex - und die rechtsstaatliche Ermittlung und Verfolgung umso mehr. Ob und was nach langer Ermittlung und ggf. danach eingeleiteten Strafverfahren herauskommt, lässt sich bislang kaum einschätzen. Jedenfalls ist es absurd zu glauben, man könnte einfach "... VW, Porsche usw. ..." irgendwelche Steuern nachzahlen lassen und Strafen aufbrummen.

Wie war das mit dem "... rumschwadronieren ..."?


Was sollen sie auch sonst tun? In der Tat müsste man nämlich, wollte man die von dir vom Rechtsstaat geforderte Konsequenz walten lassen, erst einmal und direkt gegen die Halter der Fahrzeuge vorgehen. Erst auf zweiter Ebene könnten die dann versuchen, ihrerseits Ansprüche gegen den Autohändler geltend zu machen - und der gegen den Hersteller. So etwas zu fordern kann ja wohl nicht ernst gemeint sein.

Wieder siehst du also, dass es beileibe nicht so einfach ist, wie du es gerne sehen möchtest. Könnte es womöglich doch sein, dass die "... Politiker ..." es besser wissen als du? Übrigens habe ich im Laufe der Jahre an einigen Expertentreffen zwischen Wirtschaft und Politik teilgenommen und dort immer wieder mit Politikern diskutiert, die ein bemerkenswertes Fachwissen zu den Themen hatten. Dass nicht alle so positiv auffallen ist klar. Auch unter uns "Bürgern" gibt es gute und schlechte.


Nein, es "haut nicht hin", weil die Rechtslage eben - wie dargestellt - viel komplizierter ist. Was soll dabei eigentlich die zwar korrekte, hier allerdings despektierlich anmutende Feststellung, dass unsere Politiker "... vom Volke gewählt und auch bezahlt ..." werden? Was glaubst du denn, würde "dem Volk" passieren, wenn unsere Automobilindustrie den Bach runter gehen würde? Was glaubst du denn, wer letztlich geschützt wird, wenn "... unsere Politiker ..." sich, wie aktuell, in der Rettung einer immens wichtigen Industrie versuchen? :cautious: Arbeitsplatzverluste, Fahrverbote, Steuerausfälle, alles kein Thema für dich?


Damit dürfte alles in allem deutlich geworden sein, warum mir solches Herummosern am Rechtsstaat, all diese Vorwürfe gegen Politik und Wirtschaft, all diese Unterstellungen, wie ach so ungerecht doch alles sei, wirklich erheblich auf die Nerven gehen. :thumbsdown: Unsere "Politik" und unsere "Wirtschaft", die machen weiß Gott nicht alles richtig. Aber vieles sieht nur so schlecht, ungerecht und was-weiß-ich-alles aus, weil es schlicht nicht verstanden wird. :confused:

Aber es meckert sich ja immer so leicht und angenehm, anstatt sich mal zu informieren und sich Gedanken zu machen, nicht wahr? :thumbsdown:

tldr
Hast du auch Urlaub oder bist du beruflich nicht ausgelastet? ;)
 
Einfacher gesagt: Wenn eine Wahl zwischen Pest und Cholera getroffen werden muss, dann wählt man wohl eher diejenige Krankheit, die mutmaßlich weniger Opfer fordert. Das mag man anders sehen. Wie es unsere Regierung sieht, ist jedenfalls deutlich. Ich halte es dem Grunde nach für das richtige Vorgehen. Denn - stark vereinfacht gesagt - der Dieselfahrer wird letztlich das Schlamassel wohl besser überstehen, als ein den Arbeitsplatz langfristig verlierender Angestellter in der Automobilindustrie.
Dazu gibt's übrigens eine - wenn auch in den möglichen Ausmaßen erheblich drastischere - Parallele. Nämlich die Banken- und Finanzkrise von 2007ff, als auch der Staat letztendlich auf Kosten der Steuerzahler diverse Banken rettete um eben den Steuerzahler, vor allem den, der Geld spart, vor noch größeren Schäden zu bewahren. Bei Lehman Brothers hatte der (in dem Fall amerikanische) Staat dies zunächst noch nicht gemacht, d.h. man ließ die Bank pleite gehen, und die Folgen waren verheerend. Glücklicherweise haben daraufhin Politiker in den wichtigsten Staaten, auch in Deutschland (Merkel/Steinbrück) besonnen und klug reagiert. Wer weiß, wie die Welt sonst heute aussehe...

Und für den Stammtisch: Auch ich hätte mir damals gerne härtere Strafen für die Verursacher der Krise, insbesondere derjenigen, die in betrügerischer Absicht gehandelt haben (Stichwort: Rammschpapiere neu verpackt), gewünscht. Entscheidender ist aber, dass die Welt, vor allem Europa, mit einem blauen Auge davon kam und Politiker (d.h. die Legislative - sic!) allerorten Gesetze so angepasst haben, dass solche Auswüchse nicht mehr so schnell passieren können. (Ironischerweise versucht jetzt Jemand jenseits des Atlantiks das Rad der Zeit wieder zurückzudrehen, der ausgerechnet von den größten Verlieren der damaligen Auswüchse gewählt wurde. :rolleyes:)

Und damit zurück zum Thema: Auch hier erwarte ich, dass Gesetze entsprechend angepasst werden, um solche Schummeleien in Zukunft besser aufzudecken und vor allem Verantwortlichkeiten klarer zu definieren. Und wenn die Strafen für solche Delikte verschärft werden, z.B. weil empfindliche Gefängnisstrafen drohen, wird das auch seine Wirkung nicht verfehlen. Vgl. Korrelation Strafverschärfung für Steuerhinterziehung mit Selbstanzeigen... :b
 
Man kann es aber auch mit der Energiepolitik nach Fukoshima vergleichen. Was danach mit den Energiekonzernen passiert ist spottet jeder Beschreibung. Ein wunderbares Beispiel wie ideologische Energiepolitik in Deutschland Firmen in den Ruin treibt.
 
Jetzt wird allerdings der Steuerzahler nicht geschützt - im Gegensatz jedoch die Autoindustrie geschützt.

Dazu gibt's übrigens eine - wenn auch in den möglichen Ausmaßen erheblich drastischere - Parallele. Nämlich die Banken- und Finanzkrise von 2007ff, als auch der Staat letztendlich auf Kosten der Steuerzahler diverse Banken rettete um eben den Steuerzahler, vor allem den, der Geld spart, vor noch größeren Schäden zu bewahren. Bei Lehman Brothers hatte der (in dem Fall amerikanische) Staat dies zunächst noch nicht gemacht, d.h. man ließ die Bank pleite gehen, und die Folgen waren verheerend. Glücklicherweise haben daraufhin Politiker in den wichtigsten Staaten, auch in Deutschland (Merkel/Steinbrück) besonnen und klug reagiert. Wer weiß, wie die Welt sonst heute aussehe...

Und für den Stammtisch: Auch ich hätte mir damals gerne härtere Strafen für die Verursacher der Krise, insbesondere derjenigen, die in betrügerischer Absicht gehandelt haben (Stichwort: Rammschpapiere neu verpackt), gewünscht. Entscheidender ist aber, dass die Welt, vor allem Europa, mit einem blauen Auge davon kam und Politiker (d.h. die Legislative - sic!) allerorten Gesetze so angepasst haben, dass solche Auswüchse nicht mehr so schnell passieren können. (Ironischerweise versucht jetzt Jemand jenseits des Atlantiks das Rad der Zeit wieder zurückzudrehen, der ausgerechnet von den größten Verlieren der damaligen Auswüchse gewählt wurde. :rolleyes:)

Und damit zurück zum Thema: Auch hier erwarte ich, dass Gesetze entsprechend angepasst werden, um solche Schummeleien in Zukunft besser aufzudecken und vor allem Verantwortlichkeiten klarer zu definieren. Und wenn die Strafen für solche Delikte verschärft werden, z.B. weil empfindliche Gefängnisstrafen drohen, wird das auch seine Wirkung nicht verfehlen. Vgl. Korrelation Strafverschärfung für Steuerhinterziehung mit Selbstanzeigen... :b
 
Jetzt wird allerdings der Steuerzahler nicht geschützt - im Gegensatz jedoch die Autoindustrie geschützt.
Doch, in einer Volkswirtschaft, in der rund 14% der Arbeitsplätze zumindest indirekt an der Automobilindustrie hängen, werden einige Steuerzahler geschützt. Nämlich die, die - ganz @Brummm s Argumentation folgend - nicht arbeitslos werden.

Ich glaube übrigens auch, dass die Autohersteller, vor allem die, die nachweislich betrogen haben, nicht so einfach mit einem blauen Auge davon kommen werden, wie es derzeit den Anschein hat. Diverse Umweltverbände haben ja schon angekündigt, dass Sie sich mit dem Ergebnis des "Dieselgipfels" nicht zufrieden geben und Klagen werden (z.B. für Fahrverbote in Innenstädten). Pluralistische Gesellschaften haben schon was für sich, aber das ist jetzt wieder ein anderes Thema...
 
zurück zum Diesel-Gipfel
ich habe gestern einen interessanten Bericht gesehen.....
Alle sind sich einig, der Diesel ist schlecht für die Umwelt!
Und die Autoindustrie ist mittelfristig nicht bereit auf den Diesel zu verzichten.
Da stellt sich eine Frage:
Warum wird noch immer der Diesel in der Mineralölsteuer begünstigt?? :j
Der Dieselkraftstoff ist ca. 30-40% günstiger wie Benzin.
Warum dreht man den Spieß nicht einfach um??
Diesel 40% rauf, Benzin 40% runter.
Folglich geht die Nachfrage für Diesel deutlich zurück, und die Autoindustrie wird drauf reagieren müssen.
Die Autoindustrie baut nur, wass am Ende vom Kunden gefragt wird.
Die Politik bzw. der Staat, könnte dies recht einfach über die Mineralölsteuer steuern.
Solche Modelle werden schon seit 20 Jahren diskutiert, wurden aber vom Staat nie umgesetzt :g
Heute stellt man sich hin, droht mit Fahrverboten für Diesel, schafft utopische Grenzwerte für die Industrie, und wundert sich dann, wenn alles über einem zusammen bricht :j
 
zurück zum Diesel-Gipfel
ich habe gestern einen interessanten Bericht gesehen.....
Alle sind sich einig, der Diesel ist schlecht für die Umwelt!
Und die Autoindustrie ist mittelfristig nicht bereit auf den Diesel zu verzichten.
Da stellt sich eine Frage:
Warum wird noch immer der Diesel in der Mineralölsteuer begünstigt?? :j
Der Dieselkraftstoff ist ca. 30-40% günstiger wie Benzin.
Warum dreht man den Spieß nicht einfach um??
Diesel 40% rauf, Benzin 40% runter.
Folglich geht die Nachfrage für Diesel deutlich zurück, und die Autoindustrie wird drauf reagieren müssen.
Die Autoindustrie baut nur, wass am Ende vom Kunden gefragt wird.
Die Politik bzw. der Staat, könnte dies recht einfach über die Mineralölsteuer steuern.
Solche Modelle werden schon seit 20 Jahren diskutiert, wurden aber vom Staat nie umgesetzt :g
Heute stellt man sich hin, droht mit Fahrverboten für Diesel, schafft utopische Grenzwerte für die Industrie, und wundert sich dann, wenn alles über einem zusammen bricht :j
im diskutieren san se die Grössten...... was gscheits kommt aber meist ned raus
 
Der Dieselkraftstoff ist ca. 30-40% günstiger wie Benzin.
Das (geringere Besteuerung) ist in der Tat die Ursache des Übels, denn der geringere Verbrauch alleine würde die teureren Herstellkosten (selbst ohne AdBlue etc.) gegenüber Benzinern nicht wettmachen. Weswegen der Diesel-PKW bis auf wenige Ausnahmen auch vor allem ein deutsches Phänomen ist.
 
Das (geringere Besteuerung) ist in der Tat die Ursache des Übels, denn der geringere Verbrauch alleine würde die teureren Herstellkosten (selbst ohne AdBlue etc.) gegenüber Benzinern nicht wettmachen. Weswegen der Diesel-PKW bis auf wenige Ausnahmen auch vor allem ein deutsches Phänomen ist.
Angeblich, haben einige Länder diesen Vorteil der Dieselbesteuerung auch schon korrigiert, hierzu fehlen mir aber verlässliche Quellen.
Es ist aber leider wirklich so, der Kunde entscheidet letztendlich an der Tankstelle, welches Auto er kauft!
Wenn das Netz nicht ausgebaut ist, und die Preise an der Tanke nicht stimmen, dann setzt sich keine Technologie durch.....bestes Beispiel "Autogas" &:
Der Staat hätte vor vielen Jahren hier schon die Weichen anderes stellen können:rolleyes2
 
So ist es ja nun auch nicht!
Der Dieselanteil in Spanien ist von 69% (2012) auf 56% (2016) zurückgegangen,
in Deutschland von 48% auf 45%.
 
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