War ja klar, dass dieses Thema hier auch aufkommt ...
Ich bin kein Bahnfahrer - mochte das noch nie sonderlich und nutze lieber den Wagen oder, von mir aus gesehen, ab einer Entfernung weiter als FFM, den Flieger - und ich bin auch nicht vom ÖPNV abhängig. Dennoch bekomme ich natürlich auch die Auswirkungen des Streiks zu spüren.
Ich versuche aber die Geschichte etwas abstrakter zu sehen und stimme Jan zu, indem ich auch Streiks als ein überholtes Mittel empfinde.: Heute mag man ja kaum noch von "Arbeitskampf" reden, aber in manchen Köpfen scheint mir diese Auslegung naheliegender zu sein. Daher vielleicht auch der Eindruck, dass es oft gar nicht mehr um die Sache an sich geht - also Tarifverhandlungen - sondern mehr darum, das Gefühl auszukosten, es den "Großen da oben" einmal richtig gezeigt zu haben.
Auf der anderen Seite ist leider weiterhin bei den Arbeitgebern zu beobachten, dass es dort eine Generation gibt, die den Sinn eines Unternehmens rein in der Mehrung von Umsatz und Gewinn sieht - und nicht selten auch von den eigenen Bezügen. Schön, dass diese Art Manager sich über kurz oder lang reduzieren wird - dennoch muss man sich fragen, wie man zu vernünftigen Wegen kommen kann, um die Interessen von Arbeitgebern- und nehmern unter einen Hut zu bekommen.
Ein erster Ansatz wäre, auf beiden Seiten über Verhältnismäßigkeit zu sprechen: ein Unternehmen, dass große Gewinne einfährt, sollte seine Mitarbeiter daran beteiligen. Angemessen. Auf der anderen Seite dürfen die Forderungen nicht überzogen sein und sollten mit Maß den Blick in die Zukunft nicht verstellen.
Ich sehe hier die Kommunikation der Unternehmen gefordert (klar, liegt bei mir nahe) auf beiden Seiten für mehr Verständnis zu sorgen. Was weiß schon - um bei dem Beispiel zu bleiben - der Lockführer vom DB-Vorstand, dessen Verantwortung, Verpflichtung, etc? Und was weiß der leitende Angestellte wirklich von der Basis, deren Sorgen und Beanspruchung?
Auf Arbeitnehmerseite sollte sich zudem noch ein Gedanke langsam durchsetzen: einen Job tritt man heute nicht mehr an, um ihn für die nächsten 40 Jahre zu haben. Das scheint noch immer in vielen Köpfen verankert und daher auch das Anspruchsdenken.
Tim