Bahnstreik

crake

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17 Juli 2009
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BMW Z4 G29 M40i
Wenn man die Medien bezüglich des aktuellen Bahnstreikes verfolgt, scheint sich eine "Unverhältnismäßigkeit" der Mittel herauszukristallisieren. Seid Ihr derselben Meinung? Ich persönliche nutze die Bahn momentan nicht, habe aber früher einige Streiks "durchlebt" - ich kann die Missstimmung durchaus nachvollziehen. Ich gehe sogar soweit, die Sinnhaftigkeit solcher Streiks, die ja Dutzende von Millionen Euro kosten, prinzipiell in Frage zu stellen...
 
Ich frage mich woher die GDL die ganze Kohle her hat um den Streik zu finanzieren. Schließlich haben die nur bei den Lokführern die Mehrheit. Beim anderen Personal nur 30%.
 
Wenn man die Medien bezüglich des aktuellen Bahnstreikes verfolgt, scheint sich eine "Unverhältnismäßigkeit" der Mittel herauszukristallisieren. Seid Ihr derselben Meinung? Ich persönliche nutze die Bahn momentan nicht, habe aber früher einige Streiks "durchlebt" - ich kann die Missstimmung durchaus nachvollziehen. Ich gehe sogar soweit, die Sinnhaftigkeit solcher Streiks, die ja Dutzende von Millionen Euro kosten, prinzipiell in Frage zu stellen...

Bahnstrecken stillegen und als Schnellstraßen umbauen, dann sind auch genug Straßen für die ehemaligen Bahnfahrer da. Gut, dass ich in den letzten 30 Jahren keinen Zug mehr von innen gesehen habe... abgesehen davon, dass bei uns auf dem Land (Westerwald-Bereich) kein Zug unter mindestens 30 Minuten Verspätung ankommt, wenn denn überhaupt einer kommt und nicht wieder - wie so oft, auch ganz ohne Streik - nur durch ständige Pannen, komplette Verbindungen ausfallen.
Die Pendler in Richtung Köln und Frankfurt bekommen im Schnitt nur noch 15% aller ihrer Anschlüsszüge.
Ja, sollen die ruhig streiken, damit die Leute endgültig die Schnauze von der Bahn voll haben!


PS / Hab kürzlich eine Werbung von einem Autovermieter gesehen, da stand auf dem Plakat:
HDGDL, GDL ( = Hab Dich ganz doll lieb, GDL! ) :D
 
Es hatte schon seine Gründe warum einst die Grundversorgung staatlich war und kein privatisiertes Antlitz brauchte. Wie treffend, dass Beamte nicht streiken dürfen.
Aber was würden wir nur machen, wenn dann womöglich auch noch die Sozialversicherungsträger keine (milliardenschwere) Gewinne mehr erzielen dürften, weil sie wieder allein der Umlagefinanzierung unterlägen?!

Nun ja...die Fernbusse wirs es freuen, dass sie das Bahn-"Monopol" gestürzt haben und die Politik freut sich darüber, nicht nur Moralapostel spielen zu können, sondern dass auch bestens von anderen Problemen abgelenkt wird.

Wohl dem, der getrost auf Die Bahn verzichten kann.
 
Das die Politik (CDU/CSU - SPD ist auch nicht mehr sozial) bzw. besser gesagt die "Interessenvertreter" der Wirtschaft das jetzt gerne aufgreifen und zum Anlaß nehmen werden, durch Verordnungen/Gesetze die Tarifautonomie noch weiter zu demontieren, ist doch wie auf dem Silbertablett serviert worden. Es lebe TTIP, CETA usw. .... Hurra, Hurra, Hurra.

Wobei ich andererseits nicht verstehen möchte, weshalb der "Guru" der GDL unbedingt mehr als nur seine Klientel "Lokomotivführer" vertreten wissen will. Ja, ja.... die Macht-Gier....
 
Ja, die Werbeabteilung von SIXT ist wirklich gut. :thumbsup:
 
GDL oder ISIS, der Zweck heiligt die Mittel:

image-772569-panoV9free-ovtu.jpg
 
Ich habe es an anderer Stelle schon geschrieben:

Interessant, dass nun 25 Jahre nach dem Fall der Mauer ausgerechnet ist Sachse dafür verantwortlich zeichnet, dass die Reisefreiheit massiv eingeschränkt ist :s:X&: #Weselsky
 
So ganz richtig ist es nicht was die Medien da verbreiten. Hier steckt ganz viel Politik und nichtwissen drin.
Sicher ist es nicht schön das so lange und oft gestreikt wird. Aber ganz ohne Grund und nur aus Profilierungssucht passiert das nicht.
Es ist leicht ohne Hintergrundwissen einfach mal draufzuhauen. Wer mehr wissen will

nachdenkseiten.de/?p=23772

Und diejenigen die meinen das Streikrecht wäre falsch haben ganz viel in der Vergangenheit der Bundesrepublik nicht mitbekommen. Denen empfehle ich sich mal schlau zu machen.
 
So ganz richtig ist es nicht was die Medien da verbreiten. Hier steckt ganz viel Politik und nichtwissen drin.
Sicher ist es nicht schön das so lange und oft gestreikt wird. Aber ganz ohne Grund und nur aus Profilierungssucht passiert das nicht.
...
Und diejenigen die meinen das Streikrecht wäre falsch haben ganz viel in der Vergangenheit der Bundesrepublik nicht mitbekommen. Denen empfehle ich sich mal schlau zu machen.

Der Vorwurf des Nichtwissens geht erheblich fehl, so einfach ist es nicht. Man kann auch in Kenntnis der Historie und der rechtlichen Hintergründe - die ich sicherlich um Längen besser kenne, als du es tust - mit guten Argumenten gegen das Streikrecht - wohlgemerkt: in seiner aktuellen Form - sein.
 
Und diejenigen die meinen das Streikrecht wäre falsch haben ganz viel in der Vergangenheit der Bundesrepublik nicht mitbekommen. Denen empfehle ich sich mal schlau zu machen.
Diese Empfehlung solltest du selbst berücksichtigen und dich mal informieren, warum gestreikt wird.

Es ist ja nicht so, dass die Bahn nicht bereits auf die Lohnforderungen der GDL bezüglich der Lokführer eingegangen wäre. Es geht bei diesem Streik allein darum, dass Herr Weselsky auch die Zugbegleiter vertreten möchte. Diese sind jedoch mehrheitlich in der größeren Bahngewerkschaft organisiert. Damit hat Herr Weselsky für diese Berufsgruppe kein Vertretungsrecht. Deshalb versucht Herr Weselsky dieses Recht jetzt über den Streik zu erpressen. Die Bahn hat bereits signalisiert, wenn die beiden Gewerkschaften sich diesbezüglich einigen, akzeptiert die Bahn das. Jedoch muss diese Einigung zwischen den Gewerkschaften stattfinden. Die Bahn ist die falsche Adresse. Die in Haft genommenen Bahnkunden und Pendler sind die Leidtragenden für die Machtgier von Herrn Weselsky.

Es geht also nicht um das Streikrecht. Das steht allen in unserem Land frei. Es geht um den Machtkampf den Herr Weselsky auf den Rücken unbeteiligter ausfechten möchte. Denn wie gesagt, den Lohnerhöhungen den Lokführer hat die Bahn längst zugestimmt.
 
War ja klar, dass dieses Thema hier auch aufkommt ...

Ich bin kein Bahnfahrer - mochte das noch nie sonderlich und nutze lieber den Wagen oder, von mir aus gesehen, ab einer Entfernung weiter als FFM, den Flieger - und ich bin auch nicht vom ÖPNV abhängig. Dennoch bekomme ich natürlich auch die Auswirkungen des Streiks zu spüren.

Ich versuche aber die Geschichte etwas abstrakter zu sehen und stimme Jan zu, indem ich auch Streiks als ein überholtes Mittel empfinde.: Heute mag man ja kaum noch von "Arbeitskampf" reden, aber in manchen Köpfen scheint mir diese Auslegung naheliegender zu sein. Daher vielleicht auch der Eindruck, dass es oft gar nicht mehr um die Sache an sich geht - also Tarifverhandlungen - sondern mehr darum, das Gefühl auszukosten, es den "Großen da oben" einmal richtig gezeigt zu haben.

Auf der anderen Seite ist leider weiterhin bei den Arbeitgebern zu beobachten, dass es dort eine Generation gibt, die den Sinn eines Unternehmens rein in der Mehrung von Umsatz und Gewinn sieht - und nicht selten auch von den eigenen Bezügen. Schön, dass diese Art Manager sich über kurz oder lang reduzieren wird - dennoch muss man sich fragen, wie man zu vernünftigen Wegen kommen kann, um die Interessen von Arbeitgebern- und nehmern unter einen Hut zu bekommen.

Ein erster Ansatz wäre, auf beiden Seiten über Verhältnismäßigkeit zu sprechen: ein Unternehmen, dass große Gewinne einfährt, sollte seine Mitarbeiter daran beteiligen. Angemessen. Auf der anderen Seite dürfen die Forderungen nicht überzogen sein und sollten mit Maß den Blick in die Zukunft nicht verstellen.
Ich sehe hier die Kommunikation der Unternehmen gefordert (klar, liegt bei mir nahe) auf beiden Seiten für mehr Verständnis zu sorgen. Was weiß schon - um bei dem Beispiel zu bleiben - der Lockführer vom DB-Vorstand, dessen Verantwortung, Verpflichtung, etc? Und was weiß der leitende Angestellte wirklich von der Basis, deren Sorgen und Beanspruchung?

Auf Arbeitnehmerseite sollte sich zudem noch ein Gedanke langsam durchsetzen: einen Job tritt man heute nicht mehr an, um ihn für die nächsten 40 Jahre zu haben. Das scheint noch immer in vielen Köpfen verankert und daher auch das Anspruchsdenken.

Tim
 
... muss man sich fragen, wie man zu vernünftigen Wegen kommen kann, um die Interessen von Arbeitgebern- und nehmern unter einen Hut zu bekommen.
Ein erster Ansatz wäre, auf beiden Seiten über Verhältnismäßigkeit zu sprechen: ein Unternehmen, dass große Gewinne einfährt, sollte seine Mitarbeiter daran beteiligen. ...

Ich hätte da auch noch einen Ansatz, der durchaus zu deinem passt: Jeder Mensch sollte im Beruf in erster Linie und ganz maßgeblich durch sein eigenes Engagement vorankommen. Nicht vorankommen sollte er, weil er sich selbst das Meiste zuteilt. Und ebenso wenig sollte er vorankommen, weil er sich in bzw. hinter einer strei(t/k)enden gewerkschaftlichen Vereinigung versteckt.

Soweit die Theorie... ;)
 
... Man bekommt durch die Medien ja den Eindruck, dass in Deutschland nur noch gestreikt wird, das scheint aber nur ein subjektives Empfinden zu sein und hat mit der Realität nicht viel zu tun. ...

Allerdings bringt dem eigenen Staat ein Vergleich mit anderen, noch streikbelasteteren Staaten eher wenig, wenn es nun einmal so ist, dass die inländische Wirtschaft - und damit letztlich der gesamte Staat mitsamt seinen Bürgern - durch die Streiks empfindlich geschädigt wird. Soll man sich da freuen, dass es noch schlimmer sein könnte? :O_oo:
 
Natürlich ist mir klar, dass zu einem derart brisanten Thema so ziemlich alles geschrieben wird, und das auf so gut wie jedem Niveau. Dennoch kann ich mich über manche - offenkundig ernst gemeinten - Kommentare nur wundern:

http://www.spiegel.de/politik/deuts...-arbeitskampf-ist-ein-geschenk-a-1001337.html

Auszüge - wenn auch aus dem Zusammenhang gerissen:

"Der Bahnstreik ist kein Skandal - sondern ein Geschenk. Er erinnert uns an die Macht der Arbeitnehmer."

"... Weselskys Vergehen: Er macht von einem Grundrecht Gebrauch - dem Recht auf Streik. Kleine Erinnerung für die Empörten: Solange Weselskys Leute ihm folgen und kein Arbeitsgericht Einwände hat, kann er zum Ausstand aufrufen. Wem das nicht passt, sollte den Umzug nach China erwägen. ..."

"... Die Bahn ist ein Unternehmen in Staatshand, das aber nach den Prinzipien des privaten Profits betrieben wird - das ist die vollkommene Perversion des modernen Kapitalismus. Um es klar zu sagen: Wer nicht will, dass Lokführer streiken, der soll sie wieder zu Beamten machen. ..."


Bisweilen wird man doch, und offensichtlich nicht nur hier im Forum, eindrücklich daran erinnert, dass unser Grundgesetz die freie Meinungsäußerung ohne Betrachtung der inhaltlichen Qualität schützt. ;)
 
Ebenso wie mit der "bösen GDL" wo darauf rumgereitet wird warum die doch streiken wollen...
Warum die streiken hatte ich beschrieben. Das ist weder verständlich noch von Streikrecht abgedeckt. Es geht also nicht um eine "böse" GDL sondern darum, dass Weselsky der größeren Bahngewerkschaft die Zugbegleiter nicht abringen konnte und das jetzt über die Bahn per Streik erzwingen will. Das ist ein kleiner aber feiner Unterschied.

... warum die Bahn ein zweifelhaften "Knechtvertrag" unterbreitet wird aber nicht hinterfragt....
Dann beschreibe doch bitte mal diesen "zweifelhaften Knechtvertrag" der Bahn. Der Einzige, der diesen Sprachgebrauch pflegt ohne konkrete Fakten zu nennen, ist Weselsky. Die Fakten, die in den Nachrichten verbreitet werden bzw. die man im Netz nachlesen kann, lesen sich nicht als "zweifelhafter Knechtvertrag".

Aber ok. Evtl. weißt du ja mehr und kannst uns mal erklären, was diesen "zweifelhaften Knechtvertrag" ausmacht.
 
Wenn der Scheiß-Streik nicht auf dem Rücken der Bahnnutzer ausgetragen werden würde, sollen sie doch streiken bis sie grün werden.

Dass zudem auch die Nicht-Bahnnutzer durch verstopfte Straßen leiden müssen, finde ich unter aller Sau.
 
Wenn der Scheiß-Streik nicht auf dem Rücken der Bahnnutzer ausgetragen werden würde, sollen sie doch streiken bis sie grün werden.

Sehe ich auch so :t! Würde mich einmal brennend interessieren, wie voll die Streikgeldkassen der Gewerkschaft wirklich sich :w:w:w
 
MIt Bedauern stelle ich fest das
- man das von mir verlinkte nicht gelesen hat mich aber angreift (ich habe es nie als die alleinige Wahrheit dargestellt sondern nur gebeten das mal zu lesen)
- man aus einem Einzelfall das Streikrecht infrage stellt

Genau dieses Verhalten.
Nicht lesen von Argumente und weitergehenden Informationen aber draufhauen weil es einfacher ist und so zu tun als wüßte man das ja eh alles besser finde ich immer wieder sch....

Ich habe lediglich versucht etwas Licht in die historischen Hintergründe des Streiks zu bringen. Ich habe ihn nicht für gut geheisen oder verurteilt.
Weiterhin habe ich in widerspruch zu den rufern "Weg mit dem Streikrecht" versucht klar zu machen das man die Ursachen angehen muß. Das heißt nicht über Jahrzehnte erkämpfte Rechte die für eine Demokratie wichtig sind zu streichen.

Ich kann manchen nur raten: Geht doch zurück ins Mittelalter zu Tribunalen ohne Hörung von Argumenten aber laßt die zivilisierten (dafür steht das Wort) Menschen die weiter sind so leben.
 
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