Hallo,
ich möchte mich jetzt doch mal zu den hier zum Teil grausigen Äußerungen über den Berufsstand des Verkaufsberaters äußern. Jeder kennt das Sprichwort "Wie Du kommst gegangen..." und dies bezieht sich in dem Fall nicht auf Äußerlichkeiten oder der zur Schau getragenen Behausung seiner gerade getätigten Einkäufe, sondern auf das Benehmen, wenn man ein Geschäft betritt. Auch hier hat es meine Kinderstube mir gezeigt, dass ich als Kunde eine genauso freundliche Begrüßung gegenüber dem Verkaufspersonal äußern kann und nicht zwingend darauf warten muss, dass es diejenigen innerhalb von 2 Sekunden machen die dort beschäftigt sind, weil ich ansonsten natürlich diesen Laden nicht mehr betreten werde, und nur weil der von mir selber festgelegte Anspruch auf Zuwendung und Wichtigkeit meiner eigenen Person nicht befriedigt wird. Was für ein Quatsch.
Den Verkäufer mit dummen und zudem noch rhetorischen Fragen in die Enge treiben zu wollen ist mittlerweile ein Unding und eine zuehmend deutsche Tugend meinem eigenen Ego gegenüber Personen die ja mein Geld haben wollen, Ausdruck zu verleihen.
Jeder Kunde, der sich für ein bestimmtes Modell interessiert und Nächte lang zu Hause vor seinem Computer, dass Fahrzeug hoch und runter konfiguriert wird mehr Detailwissen besitzen als ein Verkaufsberater im Autohaus, der nicht nur innerhalb eines Tages unterschiedlichste Kunden mit den unterschiedlichsten Ansprüchen sondern auch eine etliche Anzahl von Ausstattungsvarianten und Ausschlüssen bei den Ausstattungen im Kopf halten muß. Aber dann ja nichts durcheinander werfen darf, weil sonst verlasse ich den Laden, denn die haben ja gar keine Ahnung. Dies ist beim Autokauf übrigens relativ einfach, da es eine Fülle von Informationsquellen für Interessenten gibt.
Es wird in diesem Berufsstand mit Sicherheit ebenso viele schwarze Schafe geben wie es auch hervorragende und sehr hilfsbereite Herrschaften gibt. Aber wie gesagt, "wie Du kommst gegangen..." Was hindert einen Kunden daran evtl. Sympathie zum Verkäufer aufzubauen, in dem auch von dieser Seite aus evtl. Fehler verziehen werden oder eben über definitiv falschen Aussagen des Verkäufers drüber gestanden wird. Das fällt den meisten leider schwer, weil sie ja ihren eigenen Wissensvorsprung gerne kundtun möchten. Ein guter Verkäufer gibt übrigens zu, dass er bestimmte Dinge nicht weiß und bemüht sich diese im Sinne des Kunden schnellstmöglich zu regeln oder in Erfahrung zu bringen.
Die Floskel, der Kunde ist König ist m. E. nach totaler Unfug. König ist eigentlich der Verkäufer, weil er das hat was ihr und ich haben wollt. Was nicht heißt, dass der Kunde nicht freundlich, fair und umfassend informiert werden sollte, wenn er es denn möchte.
Die Vergangenheit hat mich übrigens gelehrt, dass ich nicht alles wissen muss und kann, aber nach Möglichkeit wissen sollte, wo ich es nachlesen bzw. in Erfahrung bringen kann.
Zu guter letzt noch eine kleine Anmerkung. Wenn ihr dem Verkäufer sympathisch seid, bekommt ihr in der Regel einen besseren Preis als wenn man auftritt wie der totale Unsympath.
Ach so, bin übrigens Verkauflseiter im Autohaus.