... Um schön auszusehen reicht der Mindestlohn von 8,50€ vollkommen.
Noch etwas Ernstes zu dem Thema: Wer Leiharbeit und/oder zu geringe (Mindest-) Löhne kritisieren möchte, sollte dazu allerdings wenigstens wirtschaftliches Grundwissen mitbringen und gewisse Zusammenhänge verstehen, andernfalls die Kritik schnell fehl geht. Sehr einfach gesagt steht jedes Unternehmen nun einmal in Konkurrent zu anderen Unternehmen, und das häufig nicht nur auf nationaler Ebene, sondern auch international. Spätestens in anderen Staaten gibt es aber andere Spielregeln, arbeiten Menschen zu ganz anderen (wirtschaftlichen und rechtlichen) Konditionen, als hier.
Für deutsche Unternehmen bedeutet das, dass sie (auch) im internationalen Wettbewerb mithalten müssen, andernfalls sie untergehen werden und es dann vielen Menschen hierzuland erheblich schlechter gehen wird. Dass Deutschland eine Exportnation ist, dürfte keine neue Erkenntnis sein, mithin das Risiko unserer Republik im internationalen Wettbewerb erheblich ist.
Unter diesen Prämisse stellt sich die ausgesprochen wichtige, häufig existenzielle Frage, zu welchen Konditionen ein Unternehmen Arbeitnehmer einsetzen kann und darf. Personalkosten sind in den meisten Unternehmen der erheblichste Kostenfaktor, weshalb gesetzliche Konstrukte wie Mindestlöhne, Gewerkschaften, Regulierung der Arbeitnehmerüberlassung und Tarifbindungen nicht nur ein Segen für die betroffenen Arbeitnehmer sind, sondern gleichzeitig auch Fluch und Risiko für die Unternehmen.
Das alles schreibe ich in erster Linie um aufzuzeigen, dass alle diejenigen, die nach höheren Löhnen schreien, die Hand in Hand mit ihren Gewerkschaftskollegen poltern oder streiken, sich vielleicht herzlich gut überlegen sollten, ob ihnen das Geforderte wirklich zusteht und ob es auch in einem größeren Kontext fair ist, oder ob es einfach nur um den eigenen Vorteil "um jeden Preis" geht.
Man kann es auch einfacher formulieren: In vielen anderen Ländern arbeiten unzählige Menschen für erheblich weniger Geld, und das häufig sehr viel härter und länger als hier, aber nicht immer schlechter. Je schwieriger unter dieser Prämisse der Wettbewerb wird, umso mehr wird sich unsere Wirtschaft in das Ausland verlagern. Und umso mehr Menschen werden hierzulande ohne Arbeit herumsitzen. Nicht nur die hiesige Automobilindustrie lässt immer mehr Autos im Ausland herstellen oder montieren.
Unter alledem sollte man sich gut überlegen, ob die Leiharbeitsmodelle wirklich immer so unerträglich sind, wie es häufig dargestellt wird. Meine höchstpersönliche Auffassung:
Den Wert der eigenen Arbeit steigert man nicht durch Betriebsräte, nicht durch Gewerkschaften, nicht durch Mindestlöhne oder andere rechtliche Konstrukte. Sondern durch eigene Leistung!