Das Auto als unfreiwillige Datenquelle

@Brummm Konstruktiv ist gut. Das dann bitte auch umzusetzen. Auf Basis von obscurity - und ggf. 'Reputation' hier im Forum - Angstszenarien zu etablieren, halte ich für sehr fragwürdig ...
Ganz sicher verbreite ich hier keine Angstszenarien. Du wirst es mir nachsehen, dass ich angesichts derartiger Vorwürfe mit dir nicht weiter diskutiere. ;)
 
Ein aktuelles Urteil zur Speicherung und Verknüpfung der Daten "im" Auto - Käufer wollte das FZG nicht abnehmen.

http://www.heise.de/newsticker/meld...en-nicht-unzulaessig-gespeichert-3100234.html


Nach Vertragsunterzeichnung entstand bei dem Kläger der Eindruck, dass das bestellte Fahrzeug mit einem Permanentspeicher ausgestattet sein könnte, in den fortlaufend Daten abgelegt werden, bei denen Fahrzeuginformationen (Gas-/ Bremsstellung, Licht, Scheibenwischer etc.) mit Informationen aus dem Navigationssystem verknüpft werden, ohne dass dem Fahrzeugnutzer ein Löschen dieser Daten möglich wäre.

Werde mir die Tage mal den Beschluss in Ruhe mal durchlesen.

https://www.justiz.nrw.de/nrwe/olgs/hamm/j2015/28_U_46_15_Beschluss_20150702.html

Da sind IMO ein paar interessante Aspekte angesprochen und "beleuchtet" worden.
 
Das Fahrzeug mit einem Smartphone zu vergleichen hingt meines Erachtens gewaltig da ich im Smartphone selber auch
bei Verwendung von Apps explizit diese Funktionen abschalten kann wenn ich danach gefragt werde und zustimmen muss
oder ablehnen kann.

Bei einem Fahrzeug habe ich solche Abfragen bisher noch nie gesehen, daher wird wohl immer vorausgesetzt das man
zu allem zustimmt.

Sollte ein Fahrzeughersteller nun der Auffassung sein solche Abfragen machen zu müssen, man ablehnt und dadurch z.B.
die Navifunktion nicht im Fahrzeug verwendet werden kann, dann spare ich mir das werksinstallierte Navi für 2000€ und kaufe
mir ein TOMTOM für 149€ und schmeisse das nach 2 Jahren weg und hole mir noch viele schöne neue über die Jahre.

In Deutschland über Datenschutz nachzudenken und sich über Freunde der NSA aufzuregen lohnt sich nicht mehr, wir als
Verbraucher werden eh von vorne bis hinten verarscht.
 
In der Tat wird man für eine fundierte Auseinandersetzung mit dem Thema die relevanten Technologien ab einem gewissen Punkt dezidierter betrachten müssen. Denn freilich gibt es da erhebliche Unterschiede. Beispielsweise ermöglichen die aktuellen "In-Car-App-Technologien", die immer mehr Hersteller optional anbieten, gegenüber dem Standard deutlich weitergehende Möglichkeiten der Datenverwendung. Auch kommen durch solche Technologien Dritthersteller mit "ins Boot", bzw. in das Auto, was wiederum neue Aspekte aufwirft.

Ein wesentlicher Unterschied zu dem hier erwähnten Smartphone liegt in der Tat darin, dass sich Datenerhebungen und -verwendungen im Auto vielfach weder abschalten lassen, noch (bisher) rechtswirksame Einwilligungsmechanismen etabliert sind.

Ach, und eine Kleinigkeit noch:
... In Deutschland über Datenschutz nachzudenken ... lohnt sich nicht mehr, wir als
Verbraucher werden eh von vorne bis hinten verarscht.
Ein Nachdenken lohnt sich fast immer, und "... verarscht ..." wird im Allgemeinen nur der, der sich bereitwillig "verarschen" lässt - wozu der Verzicht auf ein Nachdenken nicht selten maßgeblich beiträgt. ;)
 
Das passt ja gut zu Forum und zu dem Thema - der Fachartikel ist m. E. reichlich lesenswert und aufschlussreich: :) :-)

http://www.zeit.de/mobilitaet/2016-02/datenschutz-autos-adac-aufklaerung-transparenz

"... Eine ADAC-Untersuchung deckt auf: BMW sammelt in vernetzten Autos Daten über das Fahrverhalten und die Gewohnheiten ihrer Fahrer. Die Autofahrerlobby fordert Transparenz. ...
...

Doch daneben gibt es offenbar auch andere Informationen, die der ADAC in seinem Bericht als "auffällige Daten" bezeichnet. Sie sind nach Ansicht der Datenexperten geeignet, Erkenntnisse über die BMW-Kunden und ihre persönlichen Gewohnheiten auszukundschaften. ..."
 
Interessant. Insbesondere die Auskunft seitens BMW zur individuellen Vereinbarung der Datennutzung. Wissen die Kunden das auch, vor allem um welchen Informationsmfang es geht, oder verliert sich das im Dickicht des Kleingedruckten? Verständlich, dass die Preise für klassische Automobile, die dem Besitzer samt Nutzung tatsächlich gehören, durch die Decke gehen.
 
Interessant. Insbesondere die Auskunft seitens BMW zur individuellen Vereinbarung der Datennutzung. Wissen die Kunden das auch, vor allem um welchen Informationsmfang es geht, oder verliert sich das im Dickicht des Kleingedruckten? ...
Diese Frage lässt sich sehr einfach beantworten - weil derartige Einwilligungserklärungen nämlich in aller Regel unwirksam sein werden. :) :-)

Das folgt, kurz und einfach gesagt, bereits aus der gesetzlichen Anforderung, dass eine rechtswirksame Einwilligung zur Verwendung der Personendaten nur insoweit erteilt werden kann, als dass die betroffene Person über alle relevanten Details der Datenverwendung vollständig und verständlich informiert werden muss.

Das erschließt sich auch bereits durch die Logik - denn aus freien Stücken einwilligen kann man nur in das, was man in Inhalt, Umfang und Reichweite kennt und verstanden hat. Genau das kann bei derartigen Datenverwendungen aber kaum funktionieren, denn wie will ich als Automobilhersteller oder -verkäufer denn dem Kunden umfassend und verständlich erläutern, was ich in den kommenden Jahren mit seinen persönlichen Daten so alles anstellen möchte? ;)

Man wird sehen, ob die EU-Datenschutzreform hierzu Änderungen bringt. Nach derzeitiger Rechtslage ist es für die Automobilindustrie jedenfalls furchtbar schwer, die Datenverwendungen rechtskonform zu bekommen.
 
Ganz sicher verbreite ich hier keine Angstszenarien. Du wirst es mir nachsehen, dass ich angesichts derartiger Vorwürfe mit dir nicht weiter diskutiere. ;)





Ich habe mich lange zurückgehalten, aber jetzt muss ich mal wieder sagen
DU bist einfach der BESTE, GRÖßTE , ALLWISSENDE usw:D:D:D
 
... und du hast gesehen, dass die von dir zitierte Äußerung vom Januar war? :rolleyes:
MfG Gerhard
 
Ich habe mich lange zurückgehalten, aber jetzt muss ich mal wieder sagen
DU bist einfach der BESTE, GRÖßTE , ALLWISSENDE usw:D:D:D
Und was möchtest du mit dieser ausgesprochen unintelligenten Bemerkung zum Besten geben, außer dass dir eine Laus über die Leber läuft - und offenkundig nicht nur darüber? :w
 
Zuletzt bearbeitet:
Es mag ja durchaus seiin, dass es einer ganze Reihe von Menschen recht egal ist, wem und zu welchem Zweck sie ihre persönlichen Daten überlassen. Wobei Daten ja so harmlos klingt, und nicht jedem klar ist, dass es über Name und Anschrift hinaus um Lebensgewohnheiten bis hin zur Überwachung der Bewegungen, Tagesabläufe, Einkaufsgewohnheiten etc. geht. Selbst bei den bekannten Datenkraken muss man irgendwo sein Häckchen setzen, nur die Automobilindustrie scheint sich da Sonderrechte herauszunehmen, mit der Begründung einer wie auch immer gearteten technischen Überwachung im Sinne des Kunden. Ohne den Umfang preisgeben zu wollen. Ich halte es für richtig und dringend geboten, dass diese Grauzone erhellt wird.
 
Zuletzt bearbeitet:
Es mag ja durchaus seiin, dass es einer ganze Reihe von Menschen recht egal ist, wem und zu welchem Zweck sie ihre persönlichen Daten überlassen. ...
Wobei man den und die eine(n) oder andere(n) hier vermutlich bereits in Schockzustand versetzen könnte indem man ihm/ihr eröffnet, was sich so alles mit ein wenig Aufwand und/oder Inanspruchnahme fachkundiger Unterstützung über die Person in Erfahrung bringen lässt bzw. ließ. :whistle:

Im Ernst: Die Datenerhebung und -nutzung in Kraftfahrzeugen ist tatsächlich eines derjenigen Szenarien, das für die betroffenen Personen sehr relevant werden kann: Krankenversicherungstarife, Nachweisfragen bei Pannen, Unfällen oder Fahrzeugdefekten, Informationen an den Arbeitgeber, Partner oder Fahrzeugvermieter und vieles mehr...

Das alles kann den Autofahrern ebenso Vorteile bringen, wie Nachteile. Nur vertreten diejenigen, die die Daten sammeln und/oder verwenden, in der Regel nicht allzu sehr die Interessen der Autofahrer. ;)
 
Interessant. :t

Ich darf noch hinzufügen, dass die Automobilhersteller noch deutlich mehr personenbezogene Daten erheben (können), als es der SPON-Bericht deutlich macht. Das geht, je nach den vorhandenen Datenerfassungs-Systemen, bis in klein(ste) Details und damit so weit, das man ggf. für jeden Zeitpunkt oder -raum sehr genau rekonstruieren kann,

- wie schnell/aufmerksam/aggressiv/gemütlich etc. der Fahrer unterwegs ist,
- was der Fahrer konkret macht (z. B. Radio, Telefonie, Abbiegen, Überholen, Abbremsen etc.) und
- wie es dem Fahrer (mutmaßlich) gerade geht (z. B. Aufmerksamkeit u. Temperaturempfinden).
 
Gehört zwar nicht zu 100% hier her, solange man aber nicht weiß, was da (anonymisiert) ausgetauscht wird und ohne Anonymisierung der jeweilige Hersteller an Daten bekommt, passt es schon.
BMW, Audi und Daimler haben sich über "Here" verständigt zum Echtzeit-Datenaustausch
https://www.mobilegeeks.de/artikel/here-maps/

Das soll jetzt starten.
Natürlich stehen die positiven Ziele wie Informationen über "Unfallgefahren, Staus, freie Parkplätze oder ähnliche verkehrsrelevante Dinge" im Vordergrund. ;)
 
Ich zitiere kurz aus dem verlinkten Bericht:

"Nach den bisher vorliegenden Angaben kann die Open Location Platform von HERE Fahrzeugdaten aus den folgenden Bereichen verarbeiten:

- Geschwindigkeit, Fahrtrichtung und Position eines Fahrzeugs
- Scharfes Bremsen, gekennzeichnet durch starke Geschwindigkeitsabnahme
- Baustellen, Sperrungen von Straßen und Fahrspuren sowie Verkehrsunfälle, die von den Fahrzeugkameras erfasst werden
- Gefährliche Straßen- oder Witterungsverhältnisse, bestimmt durch bspw. Regensensoren, verstärkt zum Einsatz kommende Scheibenwischer, geringe Reifenhaftung und den Einsatz von Nebelscheinwerfern und Warnblinklichtern
- Verkehrsschildinformationen sowie Geschwindigkeitsbegrenzungen (sowohl permanent als auch temporär), die von der Frontkamera des Fahrzeugs erfasst werden."


Falls es passieren sollte, dass derartige Daten nicht nur vollständig anonymisiert erfasst, gespeichert und/oder übermittelt werden, sondern (auch) mit Personenbezug, so wären das überwiegend Daten, die ganz wesentlich eine Überwachung der jeweiligen Fahrer ermöglichen. In diesem Fall könnte jeder teilnehmende Hersteller auch Erkenntnisse über die Fahrer der Autos der anderen Hersteller gewinnen.
 
Zurück
Oben Unten