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macht Rennlizenz
"Die Gesellschaft ist kein Naturgesetz, wir erschaffen und gestalten sie gemeinsam und letztlich steht es uns frei, unser Zusammenleben als Menschen zu organisieren, wie wir es möchten..."
Genau darum sind auch alle Versuche der Kommunisten und Kommunarden, Sozialisten, Maoisten so erfolgreich verlaufen. Ganz im Gegensatz zum weltweit völlig erfolglosen System der sozialen Marktwirtschaft mit repräsentativer Demokratie, das sich in einem Jahrhunderte langen Kampf um den besten Ausgleich nach und nach entwickelt hat.
Mit anderen Worten: ja, es steht uns frei, unser Zusammenleben als Menschen zu organisieren, wie wir es möchten - und wir haben es auch getan und tun es immer noch. Aber nicht per Revolution von Pseudosoziologen, sondern im Rahmen dessen, was per sinnvollem Ausgleich möglich ist. Dass das Ergebnis nicht perfekt ist und dir und anderen nicht so ganz gefällt, damit können wir leben.
Aber Du kannst doch nicht den Ruf nach Gerechtigkeit so verstehen, dass sie alle gleich bezahlt werden wollen. Das ist nun wirklich ein wenig zu einfach gedacht und hat mit der Wirklichkeit nichts mehr zu zu.![]()
Ich verstehe das nicht so, es gibt aber sehr wohl Ideologien, die das tun. Ich habe damit lediglich die Extreme von gar keinem Transfer zu komplett ausgleichendem Transfer beschreiben wollen.
Wo das Optimum dazwischen liegt, ist eine sehr schwere Frage, die die Schwächeren immer mit dem Schrei nach noch mehr Transfer beantworten werden, die Stärkeren mit dem Ruf, man möge ihnen doch mehr von dem lassen, was sie erwirtschaftet haben.
Ein Beispiel gegen die Rufe nach "mehr Gerechtigkeit für die Armen": ein "Besserverdiener", der den Lebensunterhalt seiner studierenden Kinder komplett finanzieren muss, da sie kein Bafög erhalten, der natürlich keinerlei sozial bedingte Vergünstigungen bei Wohnen, Baufinanzierung, öffentlichem Verkehr etc. erhält, und am Ende mit etwas Pech auch noch die Pflege seiner Eltern aus seinen Ersparnissen finanzieren muss, während die "Schlechterverdiener" allerlei Unterstützung erhalten und ihre Kinder und Eltern komplett vom Staat versorgt werden, dabei sehr hohe Steuern zahlt und damit all die schönen Bafög-Zahlungen, Vergünstigungen etc. für andere finanziert, wird sich schon fragen, ob denn DAS noch gerecht ist.
Denn der Transfer sorgt dafür, dass er im Vergleich zum Normalverdiener bei weitem nicht soviel besser lebt, wie es die Verdienstdifferenz vermuten lassen sollte. Er wird zurecht fragen, ob der Transfer nicht nur das Allernötigste betreffen sollte.
Es sind ja offenbar immer mehr Leute, die dann in das sogenannte Downshifting gehen, und nicht mehr leisten, was sie könnten, weil es sich nicht für sie lohnt, wo also der Gegenwert nicht mehr stimmt. Das ist vor allem dumm für die Transferempfänger, denn es fehlt damit an Steuern, aus denen sie bedient werden können.
Sicher kann es auch Verwerfungen geben wie die Kapitalertragsfrage oder die Besteuerung extrem hoher Vermögen und Einkommen. Aber die sind nur ein Teilproblem.
Weniger Arbeit heißt immer: weniger materielle Werte; und lustigerweise propagieren die Abschaffung der Arbeit meist die, die am meisten durch den Transfer der Arbeitsergebnisse anderer profitieren. Man könnte auch etwas pointiert formuliert sagen: wenn sie nicht so dumm wären, sich selbst ins Knie schießen zu wollen, wären sie wahrscheinlich "Besserverdiener" und damit auf der intelligenteren argumentativen Seite.
Also formuliere ich es mal einfach: treibst du die Kuh, die du melken willst zu sehr an, wird sie irgendwann umfallen und du hast gar keine Milch mehr. Und davon sind wir hier nicht allzu weit entfernt.
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