Standschäden sind nicht zwingend das Resümee des Reparaturbedarfs, wenn man den Wagen gerade auspackt und erfreut feststellt, wie gut noch alles aussieht.
Darunter fallen vor allem die Dinge, die "zufällig" kaputt gehen, kurz nachdem man ihn wieder nutzt. Der typische Standschaden ist für mich kein Rost von schlechter Lagerung oder Reifen mit Standplatten, etc - das ist zwar auch einer im Grunde, aber zu trivial.
Sieh es so... wenn man im Winter depressiv Woche um Woche arbeitslos nur vor dem Computer sitzt und im Forum Beiträge "powert", wann denn endlich wieder Schönwetter ist und was man dann alles am Auto basteln wird, nebenbei aus Frust unkontrolliert ißt, usw ... ist man an sich noch voll gesund. Dann erkennt man plötzlich wie unvorteilhaft man in diesem neuen Körper im Cabrio aussehen wird... springt von Selbstzweifeln zerfressen auf und startet mit intensivem Sport - und zerrt oder verreißt sich direkt etwas.
Was ist der Auslöser? Der Sport, denn Sport ist Mord... oder eher doch die Faultierwochen, deren Auswirkungen der Wiedereinstieg zu Tage gefördert hat?
Niemand wird eines von beiden zweifelsfrei beweisen können.
Ebenso wird Dir beim Auto niemand beweisen können "Das wäre frühestens in 6 Jahren undicht, wenn der Wagen jedes Jahr 2x ordentlich gefahren worden wäre". Es sind einfach Erfahrungswerte (primär anderer, die ich mehrfach bestätigt sah), daß nach längerer Zeit eine Häufung von Schäden auftritt.
Jeder sorgsame Gebrauchtwagenkäufer sollte sich bei einem Auto mit langer Standzeit finanziell wappnen. Auf den ersten Blick sieht ja alles gut und unverbraucht aus... "Ölwechsel, neue Reifen, Gummipflege - das war's, richtig?"
Natürlich gibt es für einen greifbaren Schaden keine bestimmbare Wahrscheinlichkeit. Wie im obigen Beispiel: Man wäre zwar definitiv weniger fit als vorher, könnte aber auch direkt ohne Aufwärmen mit intensivem Sport loslegen - unverletzt.
Selbst Schadlosigkeit beweist nichts: Es wäre auch möglich, daß Du den Wagen mit einer "Fitness" von (fiktiven) 80% abgestellt hast, und nun hat er noch 75%, dennoch funktioniert weiterhin alles.
Es hängt selbstverständlich auch stark vom Auto ab. Wenn es einfache Technik ist, wird es weniger Drama geben als mit hydropneumatischen Spielerei'n oder sensiblen Systemen.
Klar sollte das nu natürlich kein Dauerzustand sein, aber, wenn man einen freien Platz in der Garage hat etc, dann kostet es doch kein weiteres Geld wenn der Wagen vorübergehend abgemeldet ist...
Zwischen vorübgergehend abgemeldet und dem in dem Thread vorgeschlagenen "Statt verkaufen auf unbestimmt wegstellen" sehe ich einen großen Unterschied.
Vorübergehend abgemeldet ist für fast jeden Oldie üblich, nehme ich an. Bei mir sind auch Autos vorübergehend abgemeldet, wo ich dann nur zusehe, daß jedes ein paar Mal im Jahr an die frische Luft kommt.
Übertreiben sieht dann auf der anderen Seite so aus, was ich hin und wieder in der Innenstadt-Tiefgarage mitbekommen durfte im Winter: Unser geliebter Jaguarsammler dreht seine Runden ohne Kat mit E-Type und Co am Parkdeck bis die Schotten vom Feueralarm schließen. Da man da unten auch Stunden danach nur erschwert atmen kann und er keine Sauerstoff-Flasche trägt, läßt das nur einen Schluß zu: Würde er bis knapp an den Suizid herumkurven, wenn es denn nicht gelte, dem Standschaden um jeden Preis davonzufahren?
Alles Gute für den 3er,
Marius