Bloß mal als (Gedanken-) Beispiel:
LPG-Fahrzeuge haben teils 99% reduzierten NOx-Ausstoß; ebenso ist der CO²-Ausstoß reduziert. Dennoch wird der aktuell noch vorhandene Steuervorteil aller Voraussicht nach (stückweise) entfallen. Welchen Anreiz haben also auch diejenigen, die eine Umrüstung nicht bis Ende 2018 amortisiert haben? Welchen Anreiz gäbe es für die Hersteller für neue, effizientere und mit Direkteinspritzern kompatible Systeme?
Der Kraftstoff ist jedenfalls mehr oder minder ein Abfallprodukt und sowieso vorhanden, die Infrastruktur gegeben (ca. 50% der gewohnten Tankstellendichte). So könnte man sich Zeit verschaffen bis neue Systeme ausreichend geschaffen sind.
Nach Ende der Subventionen kostet LPGdann ca. 20 Cent mehr, also immernoch weit weniger als Benzin und auch weniger als Diesel, wenn man "l/100km" in "Euro/100km" umrechnet - der Anreiz fuer LPG bleibt bestehen.
LPG wird nur nicht so stark von der Politik gepuscht, weil ... ja, warum eigentlich? Eventuell weil recht bald mit steigender Nachfrage auch die Preise steigen und dann die mit LPG heizenden Landhausbesitzer Probleme bekommen und auf Oel schwenken wuerden? Keine Ahnung ...
(Ähnlich sieht es bei CNG aus, wobei hier noch über eine weitere Steuerentlastung nachgedacht wird.)
CNG ist so gut wie tot - der Imageschaden durch explodierte Tanks ist immens und macht bewusst, dass nicht nur die energieintensive Komprimierung von CNG Mist ist, sondern, dass einem das auch schnell um die Ohren fliegen kann - will also keiner mehr im Auto haben.
Oder:
Wieso werden Güter immer weniger auf Schienen und Wasserwegen transportiert? Warum haben ÖPNV-Verkehrsmittel noch immer nicht flächendeckend wenigstens Hybridtechnik oder Oberleitungen? Warum darf "Kleinlogistik" (bspw. Paketdienste) noch mit herkömmlichen Verbrennungsmotoren stattfinden (hierfür wären Elektrofahrzeuge prädestiniert)?
Absolut richtig, an diesen Punkten muss erstmal angesetzt werden und leider stehen sich die Gesetzgeber selbst im Weg.
Es ist derzeit zu teuer Gueter auf Schienen oder auf dem Wasser zu transportieren - LKWs sind guenstiger. Und auch die LKW-Maut hat daran nichts geaendert.
Paketdienste sind kostengetrieben - E-Fahrzeuge sind teurer, also wird weiterhin auf Dieselfahrzeuge gesetzt. Ein Umdenken passiert jedoch gerade bei der Deutschen Post.
Das wären alles mehr oder minder kleine Ansätze, zeitnah realisierbar und würden einen Anfang bringen. Mit überschaubaren Subventionen ließe sich vieles real - nicht in bloßen theoretischen Studien - testen. Doch stattdessen wird gleich der ganz große Hammer rausgeholt, den kaum einer zu halten, geschweige denn zu schwingen und damit zu treffen vermag. Oder man debattiert über Ansätze, deren Nutzen nutzen sich im Promillebereich auflöst (bspw. generelles Tempolimit).
Ich denke auch, dass ganz gezielte Subventionen noetig sind um den Markt zu bewegen und teure Technologie durch groessere Stueckzahlen kostenguenstiger zu machen.
Das liebe generelle Tempolimit funktioniert in anderen Teilen der Welt ganz wunderbar .... nur die Deutschen finden das doof, weil es ihnen ein Stueck Freiheit nimmt.
Gerade vorhin wieder gelesen: Camaro und Mustang haben das Problem, dass ab 180 km/h die Dinger flatterig werden und das Fahren zum Eiertanz wird - die flatternden Motorhauben tragen ihren Anteil dazu bei.
Vorteil der beiden Autos: Sie haben massig Leistung und sind guenstig.
Ein generelles Tempolimit wuerde die Strassen definitiv sicherer machen, allerding nur in Verbindung mit weiteren Massnahmen:
1. LKWs muessen nach Ladelaenge begrenzt werden, nicht nach Gesamtlaenge. Nur so koennten Zugmaschinen mit langer Schnauze eingesetzt werden, die einen laengeren Radstand haben ... die laufen auch bei 120 km/h stabil geradeaus und im Falle eines Unfalls ist Knautschzone vorhanden.
2. Rechtsfahrgebot aufheben, denn wenn Autobahnabschnitte auf 120 begrenzt werden und in Bereichen von vielen Auf- und Abfahrten auf 100, dann kann jeder die rechte Spur freihalten damit der Verkehr gut ein- und ausfaedeln kann.
Auf diese Weise darf auch rechts an LKWs vorbei gefahren werden. Neue Regel sollte werden: "keep in lane", also das Vermeiden von Spurwechseln.
3. Konsequenter Autobahnausbau in Ballungsraeumen - Auffahrspuren mit den naechsten Abfahrspuren verbinden damit der Verkehr fluessiger rollen kann.
... und als naechstes gehoert die mittlere Spur auf Autobahnen mit einer Oberleitung elektrifiziert, dort koennen dann autonom gesteuerte LKWs eingeklinkt werden und im Verband von 3 Zuegen fahren - der uebrige Verkehr rollt rechts und links an diesen Verbuenden vorbei.
Somit wird der Verkehr leiser, fluessiger und auch entspannter.
Elektro-PKWs sind dank Tempolimit auch ordentlich unterwegs und brauchen keine Angst zu haben auf der linken Spur vom 250-km/h fahrenden Z4 M ueberrollt zu werden.
Und ja, mir ist klar, dass es den meisten hier im Forum gar nicht passt, wenn sie nicht mehr schneller als 120 km/h fahren duerfen ... is mir aber egal, so sieht die Zukunft nunmal aus, Schritt fuer Schritt eingefuehrt werden die meisten Gegner hier im Forum bis dahin eh schon tot sein (Altersschwaeche) ...