Helft dem Handwerk

... In meinen Anfängen bei der Abwicklung von Großprojekten habe ich gelernt, dass ein Zulieferer von Teilen nur für sein(e) Teil(e), aber nicht für Folgeschäden in der Anlage haftet. ...
Übertragen auf die Situation oben: Ich (=Hersteller) liefere Teile für 100 €, der Handwerker baut sie für 300 € ein. Jetzt stellt sich heraus, dass die Teile fehlerhaft waren. Ich kann doch nicht für mehr haften als die Teile. ...
Prima - auf so eine Darstellung hatte ich gewartet. :t Denn sie zeigt, dass es eben immer unterschiedliche Interessen gibt, die unser Rechtssystem möglichst fair und interessengerecht unter einen Hut bringen soll. :) :-)
 
Ganz allgemein gesagt ist es nach hiesigem Schadensersatzrecht so, dass der Geschädigte so zu stellen ist, als ob der Schaden nie eingetreten wäre. Am Beispiel der Fußbodenheizung erläutert bedeutet das, dass der Bauherr gegen den Handwerker einen Anspruch auf Austausch der defekten Fußbodenheizung hat. Das inkludiert die Teile und die Arbeitsleistung.

Wenn nun, und hier beginnt offenbar die Problematik, der Handwerker die Teile der Fußbodenheizung seinerseits von einem Zulieferer bezogen hat und der Defekt allein in diesen Teilen liegt, hätte der Handwerker nach dem vorstehend skizzierten Grundsatz seinerseits einen Anspruch auf Schadensersatz gegen den Zulieferer. Dieser Anspruch müsste wieder Teile und erbrachte Arbeitsleistung inkludieren, weil genau das der erlittene Schaden des Handwerkers ist.

Nun scheint aber der BGH, falls ich es richtig verstehe, der Auffassung zuzuneigen, dass der Zulieferer die Arbeitsleistung des Handwerkers nicht erstatten muss. An dieser Stelle könnte mal jemand erklären, ob ich es richtig dargestellt habe und warum der BGH dieser Auffassung ist. Grundlos kann sie ja nicht sein. :) :-)

Richtig.
 
Hallo Jan,
auf die Gefahr hin, dass das jetzt etwas boshaft wirkt: Ich bin ja Ingenieur, und benutze deshalb lieber den gesunden Menschenverstand als BGH-Urteile :w
In meinen Anfängen bei der Abwicklung von Großprojekten habe ich gelernt, dass ein Zulieferer von Teilen nur für sein(e) Teil(e), aber nicht für Folgeschäden in der Anlage haftet. Z.B. ein Trafo brennt ab, weil die Isolation eines Teiles nicht ausreichend dimensioniert war.
Übertragen auf die Situation oben: Ich (=Hersteller) liefere Teile für 100 €, der Handwerker baut sie für 300 € ein. Jetzt stellt sich heraus, dass die Teile fehlerhaft waren. Ich kann doch nicht für mehr haften als die Teile. Alles andere wäre unbillig (juristischer Begriff!).

just my 2 c

MfG Gerhard

Aus Sicht der Industrie auch richtig.
Das die Handwerker das völlig anders sehen dürfte auch klar sein, warum soll man für etwas haften, wofür man nichts kann.
 
Hmm, eigentlich verstehe ich die Kontra Stimmen nicht so ganz, weil objektiv und fair gesehen, wenn ein fehlerhaftes Produkt tatsächlich ursächlich für einen Schaden ist, warum sollte der Hersteller nur für das Teil selber haften und der Handwerker für Ein- Ausbau und Folgekosten?

Wer haftet denn eigentlich, wenn der Verbraucher, wie im obigen Fall, das Fußbodenheizungsrohr selber besorgt und der Handwerker baut es ein?

Wenn ein Teil am Auto defekt ist oder wenn wegen einem sicherheitsrelevanten Teil ein Rückruf durchgeführt wird, wer zahlt Aus- und Einbau, die Werkstatt oder der Hersteller?
 
Ich Versuchs mal zu erklären.
....................
Wie teuer soll die Fußbodenheizung werden, wenn ich nun versuche das Risiko mit einzuberechnen?

Auch ein Handwerker sollte die kaufmännischen Grundlagen einer Kalkulation benutzen.
Es wird ja nicht bei jedem Gewerk dieser Fehler auftreten. Somit sind Schäden als Gemischtkalkulation mit einzubeziehen. Einfach ausgedrückt, wenn durchschnittlich jedes 100. Rohr wieder "ausgegraben" und ersetzt werden muß, dann fließt so ein Schaden mit 1% in die Kalkulation ein. Dies einfach nur zur Frage "Wie teuer soll die Fußbodenheizung sein, wenn....". Ich gehe mal davon aus, dass das Schadensrisiko bei Fußbodenheizungen sehr viel besser als 100 ist, so dass der zu kalkulieren Betrag noch kleiner sein dürfte.
 
Das ist der Grund, warum sich Sanitärbetriebe weigern, Teile die der Kunde im Baumarkt besorgt hat einzubauen, da sie mit dem Einbau als Handwerksbetrieb auch die Haftung für das Produkt, bzw. für Folgeschäden übernehmen.
Versucht mal jemand zu finden, der das Baumarkt Waschbecken als Handwerksbetrieb offiziell montiert. Ihr werdet niemanden seriösen finden. Und wer es dennoch macht ........selber schuld.
 
Wenn wir mit Fremdmaterialien arbeiten müssen, z.b. weil der Architekt jemanden kennt oder davon profitiert. Dann lassen wir immer einen Vertreter (die kommen eigentlich immer gerne ;) ) vom Hersteller kommen um solchen Problemen vorzubeugen. Orga ist alles im Handwerk. Und ein bisschen Durchsetzungsvermögen schadet auch nicht. Mann muss sich nicht immer alles aufschwatzen lassen. Außer das Denkmalamt steckt mit drin ;)
 
Das ist der Grund, warum sich Sanitärbetriebe weigern, Teile die der Kunde im Baumarkt besorgt hat einzubauen, da sie mit dem Einbau als Handwerksbetrieb auch die Haftung für das Produkt, bzw. für Folgeschäden übernehmen.
Versucht mal jemand zu finden, der das Baumarkt Waschbecken als Handwerksbetrieb offiziell montiert. Ihr werdet niemanden seriösen finden. Und wer es dennoch macht ........selber schuld.


Ich habe erst kürzlich unser Gäste-WC komplett saniert.
Von Abfluss, Waschbecken, Armaturen, über Duschabtrennung, Fliesen, Kleber, usw. alles komplett selbst besorgt.
Und das war sogar der ausdrückliche Wunsch unseres Installateurs, ganz offiziell und auf Rechnung!
Ich habe ihn sogar noch auf die Gewährleistung angesprochen und er sagte, das sei überhaupt kein Problem.
Wenn da wirklich mal was sein sollte, er hätte dafür eine Versicherung, die Schäden übernehmen würde.
Also kann ich das hier irgendwie alles nicht so ganz nachvollziehen, dann macht da jemand definitiv was falsch!
 
Das ist der Grund, warum sich Sanitärbetriebe weigern, Teile die der Kunde im Baumarkt besorgt hat einzubauen, da sie mit dem Einbau als Handwerksbetrieb auch die Haftung für das Produkt, bzw. für Folgeschäden übernehmen.
Versucht mal jemand zu finden, der das Baumarkt Waschbecken als Handwerksbetrieb offiziell montiert. Ihr werdet niemanden seriösen finden. Und wer es dennoch macht ........selber schuld.

..... und im Baumarkt kann ich alles kaufen was ich möchte und es wird ggfls. ganz offiziell auch der Handwerker zum Einbau des Materials vom Baumarkt vermittelt. :t
Offensichtlich leben auch diese Handwerker gut mit solchen Geschäften. Eventuell ist es ja genau anders herum, wer solche Zusatzgeschäfte nicht mitnimmt...... selber Schuld.
 
..... und im Baumarkt kann ich alles kaufen was ich möchte und es wird ggfls. ganz offiziell auch der Handwerker zum Einbau des Materials vom Baumarkt vermittelt. :t
Offensichtlich leben auch diese Handwerker gut mit solchen Geschäften. Eventuell ist es ja genau anders herum, wer solche Zusatzgeschäfte nicht mitnimmt...... selber Schuld.


Da leben die ganz schlecht von, daher machen die das meistens auch nur kurz, darum werden auch immer wieder doofe gesucht.

Schon mal die Idee gekommen das wir Hauptsächlich unser Geld mit dem Material verdienen?
Komischer weise meckert keiner wenn er bei BMW >100 Euro bezahlt, SHK liegt zwischen 40-50 Euro die Stunde. Aber wir arbeiten dran.;)
 
Ich habe erst kürzlich unser Gäste-WC komplett saniert.
Von Abfluss, Waschbecken, Armaturen, über Duschabtrennung, Fliesen, Kleber, usw. alles komplett selbst besorgt.
Und das war sogar der ausdrückliche Wunsch unseres Installateurs, ganz offiziell und auf Rechnung!
Ich habe ihn sogar noch auf die Gewährleistung angesprochen und er sagte, das sei überhaupt kein Problem.
Wenn da wirklich mal was sein sollte, er hätte dafür eine Versicherung, die Schäden übernehmen würde.
Also kann ich das hier irgendwie alles nicht so ganz nachvollziehen, dann macht da jemand definitiv was falsch!

Ja dein Handwerker.
 
..... und im Baumarkt kann ich alles kaufen was ich möchte und es wird ggfls. ganz offiziell auch der Handwerker zum Einbau des Materials vom Baumarkt vermittelt. :t
Offensichtlich leben auch diese Handwerker gut mit solchen Geschäften. Eventuell ist es ja genau anders herum, wer solche Zusatzgeschäfte nicht mitnimmt...... selber Schuld.
sorry, aber das ist falsch, die wenigsten Meisterbetriebe machen das und wenn dann nur in Ausnahmefällen, so wie ich auch.
Ich kenne aber wohl selbstständige Handwerker ohne Meisterbrief, demzufolge auch ohne Zugang zum Großhändler, oder Firmen die auf der roten Liste der Großhändler stehen und auf solche Aufträge angewiesen sind.
Es gab ja hier auch schon Diskussionen mit Kollegen, die ihr Öl oder Bremsbeläge mit in die Werkstatt nehmen, ist direkt vergleichbar.

P.S. ich habe kürzlich auch den Auftrag für die Sanierung von 2 Bädern übernommen, wo der Kunde die Sanitärgegenstände selber besorgt und auch einbaut.
Auf das Installations Material bekommt er dann natürlich keinen Rabatt und ich bezweifele, dass er so viel Geld dabei spart.
 
Zuletzt bearbeitet:
Schon mal die Idee gekommen das wir Hauptsächlich unser Geld mit dem Material verdienen?


Schon mal auf die Idee gekommen, dass das auch möglicherweise der Grund dafür ist, dass einige Handwerker genau deshalb das vom Kunden gekaufte Material nicht einbauen wollen?
Nee, ist schon klar, der Kunde kauft natürlich teurer ein, weil er vom Handwerker ja noch Rabatte bekommen würde... genau wie beim teuren Öl, was man zur Werkstatt mitnimmt... :D

Ich habe noch eine Tüte Mitleid irgendwo im Keller liegen, die bekommst Du von mir geschenkt!
Ich kann das Gejammere jetzt echt nicht mehr hören...
Wer zwingt Euch Handwerker eigentlich, die aus Eurer Sicht minderwertigen Materialien einzubauen?
Dann auch bitte ganz konsequent Aufträge ablehnen, statt nur rum zu meckern.
Ihr habt Euch Euren Job doch selbst ausgesucht und könnt auch selbst entscheiden, ob ihr eine Arbeit machen wollt oder nicht - das ist nichts anderes als unternehmerisches Risiko!
 
... Dann auch bitte ganz konsequent Aufträge ablehnen, statt nur rum zu meckern.
Ihr habt Euch Euren Job doch selbst ausgesucht und könnt auch selbst entscheiden, ob ihr eine Arbeit machen wollt oder nicht - das ist nichts anderes als unternehmerisches Risiko!
Gefällt mir. :t

Übrigens hat hier noch immer noch niemand erläutert, warum der BGH mit seiner Begründung falsch liegen soll. ;)
 
sorry, aber das ist falsch, die wenigsten Meisterbetriebe machen das ...


Woher nimmst Du dieses Wissen?

Ich arbeite bei einem der großen Discounter Deutschlands mit über 100 Filialen und könnte Dir zu diesem Thema einiges aus meiner täglichen beruflichen Praxis erzählen... ;)
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
... SHK liegt zwischen 40-50 Euro die Stunde. ...
Das ist aber doch nicht wenig. Natürlich gehen die Meinungen zu Stundenlöhnen interessenbedingt auseinander, aber gemessen an der Leistung und an den Stundensätzen anderer Berufe muss man sich über einen solchen Stundenlohn als Handwerker nicht unbedingt beschweren.
 
Schon mal auf die Idee gekommen, dass das auch möglicherweise der Grund dafür ist, dass einige Handwerker genau deshalb das vom Kunden gekaufte Material nicht einbauen wollen?
Nee, ist schon klar, der Kunde kauft natürlich teurer ein, weil er vom Handwerker ja noch Rabatte bekommen würde... genau wie beim teuren Öl, was man zur Werkstatt mitnimmt... :D

Ich habe noch eine Tüte Mitleid irgendwo im Keller liegen, die bekommst Du von mir geschenkt!
Ich kann das Gejammere jetzt echt nicht mehr hören...
Wer zwingt Euch Handwerker eigentlich, die aus Eurer Sicht minderwertigen Materialien einzubauen?
Dann auch bitte ganz konsequent Aufträge ablehnen, statt nur rum zu meckern.
Ihr habt Euch Euren Job doch selbst ausgesucht und könnt auch selbst entscheiden, ob ihr eine Arbeit machen wollt oder nicht - das ist nichts anderes als unternehmerisches Risiko!

Mitleid ist nicht nötig, wir lehnen solche Aufträge grundsätzlich ab.
 
Es steckt da deutlich mehr hinter als auf dem ersten Blick zu erkennen ist.
Unter anderem möchte das Handwerk gerne den dreistufigen Vertrieb, wenn man darauf pocht kann man es nicht selber unterwandern.
Natürlich verdienen wir daran.
Zu recht reagieren einige Großhändler sofort auf Handwerker, die Verträge mit Baumärkten abschließen, da die Großhändler Endkunden weg schicken weil sie nur ans konzessionierte Handwerk verkaufen.
Die Großhändler sorgen schon aus Eigeninteresse dafür das die Qualität des Materials nicht ins Bodenlose fällt.

Es gibt in Deutschland nun mal Spielregeln und die sagen aus das nur Konzessionierte Installateur Betriebe an Wasser und Gasleitungen arbeiten dürfen.
Selbst jemand mit Meisterbrief darf nicht an Wasserleitungen arbeiten wenn er keine Konzession hat.

Man lässt ja auch niemanden mit Juristischen Halbwissen vor Gericht zu, das ist Gott sei dank Juristen vorbehalten.
 
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Selbst jemand mit Meisterbrief darf nicht an Wasserleitungen arbeiten wenn er keine Konzession hat.

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.... ist das wirklich so oder in den verschiedenen Bundesländern unterschiedlich?

Ich habe in meinem Neubau sämtliche Wasserleitungen und Sanitäreinrichtungen gemäß den örtlichen Vorschriften selbst installiert und behördlich abnehmen lassen.
Lediglich der Wasseranschluß an das Haus mußte von einem Konzessionierten Meisterbetrieb vorgenommen werden und das war eine einzige Katastrophe. Das ging von nicht isolierten Kupferleitungen im Erdreich bis zur fehlenden Aufgrabungsgenehmigung der Straße. Soviel zum Thema Konzessionierter Meisterbetrieb.

Übrigens Malermeister scheinen eine rühmliche Ausnahme zu sein. Bisher wurde bei uns durch diese immer sauber und Top renoviert.
 
Auch bei uns im Umkreis ist es so, dass viele Häuslebauer ihre Sanitär- und Elektro-Installationen selbst machen.

Als gelernter Energieanlagenelektroniker kann ich sagen, dass für die Abnahme der E-Installation zwingend die Unterschrift eines konzessionierten Elektrikers erforderlich ist,
sonst bekommt man nicht mal einen Zähler vom EVU.
Und wie das dann läuft, wissen doch alle Bauherren - "Kaufst Du bei mir das Material ( natürlich nur das Gute und rabattierte! :D ), dann bekommst Du von mir auch Deine Abnahme"...


Guckst Du z.B. hier:

www.mangelberger.com/loesungen/privater-hausbau/unsere-leistungen/do-it-yourself.html
www.dein-elektriker-info.de/kosten-elektroinstallation
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
.... ist das wirklich so oder in den verschiedenen Bundesländern unterschiedlich?

Ich habe in meinem Neubau sämtliche Wasserleitungen und Sanitäreinrichtungen gemäß den örtlichen Vorschriften selbst installiert und behördlich abnehmen lassen.
Lediglich der Wasseranschluß an das Haus mußte von einem Konzessionierten Meisterbetrieb vorgenommen werden und das war eine einzige Katastrophe. Das ging von nicht isolierten Kupferleitungen im Erdreich bis zur fehlenden Aufgrabungsgenehmigung der Straße. Soviel zum Thema Konzessionierter Meisterbetrieb.

Übrigens Malermeister scheinen eine rühmliche Ausnahme zu sein. Bisher wurde bei uns durch diese immer sauber und Top renoviert.


Seit wann verwendet man denn für die Wasserversorgung zum Haus Kupferrohre im Erdreich? &:
Das muss ja wirklich ein komischer Meister gewesen sein! ;)
 
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