Herzliche Ausladung

  • Ersteller Ersteller Andreazzz
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Aber doch nicht anhand eines Fotos?
Das stimmt schon, ich kann nicht von einem Foto auf den Charakter eines Menschen schließen, was ich vielleicht erkennen kann, ob es ein ungepflegter Mensch ist, beziehungsweise wie sein Erscheinungsbild ist, falls das für den jeweiligen Job relevant ist. Anders herum wird es schon schwieriger, wenn das Foto sehr gepflegt aussieht kann es natürlich auch sein, dass er sich nur für das Foto herausgeputzt hat.
 
Das ist das wo drauf ich die ganze Zeit hinaus will, ein geflegtes Äußere oder ein seriöses Erscheinungsbild kann man nicht anhand eines piercings oder eines Tattoos festmachen, das Gesamtpaket ist entscheidend!

Genau, Tattoos und Piercings sind heute ja normal und gesellschaftlich anerkannt- im Gegensatz zu früher und in allen Schichten vertreten.
 
Finde es ein sehr unterhaltsames Thema. Zunächst fand ich diese "Stellenausschreibung" oder "Besucherbeschreibung" ganz amüsant und auch gar nicht so verkehrt. Allerdings habe ich nach ein wenig Bedenkzeit gar keine richtige Meinung mehr dazu. Es stellt sich mir die Frage, welche Motivation hinter dieser Anzeige steckt. Ist der Verfasser gefrustet von Leuten, die nicht seinen optischen Vorstellungen entsprechen und auch noch unfähig / faul sind und er sich Luft machen will? Ist der Text vielleicht gar nicht so ernst gemeint? Ist es vielleicht so ein Oberstudienrat der selbst nie nach seinen Wünschen auftreten durfte? Weiß man alles nicht. Ich für meinen Teil kann nur sagen, dass ich im Alter von 14-20 auch "ausgeladen" worden wäre. Ich war in der Schule stinkend faul, habe viel zu große Hosen getragen, Irokese in grün, orange und gelb gehabt. Trotzdem habe ich eine Ausbildung bekommen und nachdem automatisch ein gewisses Pflichtgefühl einsetzte, habe ich mir im letzten Ausbildungsjahr den Weg für ein (für mich) zufriedenstellendes Arbeitsverhältnis erarbeitet. In der Zeit, in der ich nicht in das von der Anzeige gewünschte Schema gepasst habe, hatte ich einfach andere Interessen und Prioritäten als irgendwelchen Arbeitgebern zuzusagen. Bei einigen ändert sich das irgendwann und bei anderen eben nicht. Es ist wie mit allem: Alles in Maßen. Das gilt m.M.n. sowohl für individuelles als auch für vorgeschriebenes Erscheinungsbild im Beruf.
 
... Zunächst fand ich diese "Stellenausschreibung" oder "Besucherbeschreibung" ganz amüsant und auch gar nicht so verkehrt. Allerdings habe ich nach ein wenig Bedenkzeit gar keine richtige Meinung mehr dazu. Es stellt sich mir die Frage, welche Motivation hinter dieser Anzeige steckt. ...
Diese Frage ist es ja vornehmlich, die hier zu einem Auseinanderfallen der Meinungen führt: ;)

Die einen verstehen den Text als mehr oder minder pauschale Ablehnung von Menschen mit einem bestimmten optischen Erscheinungsbild. Die anderen sehen in dem Text eher eine Kritik an der veränderten Einstellung mancher jungen Menschen in Bezug auf berufliches Engagement und Verantwortungsbewusstsein. :) :-)

Nachdem Tim mit der Verlinkung des SPON-Artikels relevante Hintergrundinformationen in die Diskussion eingebracht hat, könnte man die auch ruhig verwenden. Falls man unter dieser Prämisse Herrn Prof. Zoz gutwillig glauben möchte, dass es ihm bei dem Text der Einladung "... nicht um Äußerlichkeiten gegangen ..." sei, "... sondern vielmehr um das "Erscheinungsbild als Zeichen einer inneren Einstellung... ", dann steht diese Aussage wohl ungefähr in der Mitte zwischen den beiden o.a. Interpretationen. Wer sich dann noch ein paar Sekunden mit der ZOZ Group und deren Geschäftsführer beschäftigt, dürfte sich über den Mut - oder vielleicht sprachlich treffender: die Verwegenheit - zu einem derartigen Einladungstext kaum mehr wundern.

Übrigens hat es das Skandälchen zwischenzeitlich auch auf Wikipedia geschafft: :zrf

https://de.wikipedia.org/wiki/Henning_Zoz
 
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