Hoeneß Steuerhinterziehung

Edit: noch eine Anmerkung. Die oberste Politikerin verdient irgendwas zwischen 200.000 und 300.000 € / Jahr. Sie verantwortet teilweise Projekte, die in zwei- bis dreistellige Milliardenbereiche gehen (wer haftet persönlich für den Atomausstieg?). Ihr fordert ernsthaft, dass die mit ihrem Privatvermögen haftet? DAX-Vorstände, die zweistellige Millionenbeträge pro Jahr verdienen in Haftung nehmen zu wollen ist eine Sache, aber Politiker würden nach einer solchen Gesetzesinitiative extrem rar werden. Ich persönlich würde dann einen solchen Posten erst recht nicht mehr anstreben (tue ich schon jetzt aufgrund der 80-90 Stundenwoche für ein solch kümmerliches Gehalt nicht).
Wenn Haftung u.a. Rückstufung der Pensionsansprüche bedeuten würde, wäre das schon ein Erfolg. Aber die Konsequenz eines Verzichtes auf einen Ministerposten durch selbständigen Rücktritt bringt ausser mehr Freizeit keine Änderungen für den zurückgetretenen Politiker. Oder irre ich?
 
... Zudem muss man immerhin einräumen, dass kein Politiker absichtlich Geld verschwendet ...

Das stelle ich in Frage. Vorsatz kann - vereinfacht gesagt - auch dann vorliegen, wenn man den Tatbestand - also z. B. die unnötige Ausgabe des Steuergeldes - zwar nicht unbedingt will, aber zumindest billigend in Kauf nimmt - beispielsweise wenn man von einer sorgfältigen Planung absieht und dabei wissentlich in Kauf nimmt, dass das Projekt dadurch für den Staat teurer wird.

Unter dieser Prämisse liegt durchaus die Vermutung nahe, dass viele unnötige Geldausgaben vorsätzlich erfolgen. In vielen übrigen Fällen wird man zumindest Fahrlässgkeit vorwerfen können. Machen wir uns doch nichts vor: Wer mit fremdem Geld - z. B. mit dem des Bundes oder eines Landes - hantiert, wird dabei nicht immer so sorgfältig sein, wie mit seinem eigenen Geld. :cautious:
 
Das stelle ich in Frage. Vorsatz kann - vereinfacht gesagt - auch dann vorliegen, wenn man den Tatbestand - also z. B. die unnötige Ausgabe des Steuergeldes - zwar nicht unbedingt will, aber zumindest billigend in Kauf nimmt - beispielsweise wenn man von einer sorgfältigen Planung absieht und dabei wissentlich in Kauf nimmt, dass das Projekt dadurch für den Staat teurer wird.

Unter dieser Prämisse liegt durchaus die Vermutung nahe, dass viele unnötige Geldausgaben vorsätzlich erfolgen. In vielen übrigen Fällen wird man zumindest Fahrlässgkeit vorwerfen können. Machen wir uns doch nichts vor: Wer mit fremdem Geld - z. B. mit dem des Bundes oder eines Landes - hantiert, wird dabei nicht immer so sorgfältig sein, wir mit seinem eigenen Geld. :cautious:
Deswegen ja meine Privatisierungsgedanken. Da ist das Geld zwar auch nicht "privat", aber es kommt der Sache deutlich näher.
 
Hier noch mal ein Leserbrief aus der gestrigen Rheinzeitung, der´s wohl ziemlich gut trifft:

"Vielleicht sollte man, statt über Steuerhinterzieher zu schimpfen und sie öffentlich vorzuführen, das gesamte Steuersystem überarbeiten, es fair und für alle verständlich machen. Wenn Schlupflöcher möglich und die Verführung, unehrlich zu sein, gesetzlich angeboten wird, muss man sich nicht wundern, wenn die Versuchung stärker als die Ehrlichkeit ist.
Wenn sich nicht bald etwas zur Gleichbehandlung aller Steuerpflichtigen hin ändert, nutzt es wenig, sich als Politiker peinlich berührt von einem aufgeflogenen Sünder zu distanzieren.
Man hat dann nämlich bald keine Freunde und Wähler mehr, weil alle am Pranger stehen"

Danke Frau Petroschka, Sie hätten meine :) :-) Meinung nicht schöner formulieren können!
 
Ich sehe diese Rufe nach Vereinfachung kritisch. Zumindest, wenn es um einfache Arbeitnehmer geht.

Was hat Hoeneß denn für Schlupflöcher genutzt? Er hat Einnahmen, die auf ein Schweizer Konto geflossen sind, nicht angegeben. Wo ist hier das Schlupfloch? Das nicht jedes Konto präventiv vom Staat überwacht wird?

Und dieses ganze Gemecker über Steuererklärungen. In Deutschland wird halt, um es mal etwas vereinfacht auszudrücken, der Gewinn versteuert. Und dieser ist nunmal Einnahmen - Ausgaben. D.h.: Gehalt - Kosten, die zur Berufsausübung anfallen. Um diese Kosten zu berechnet, ist eben die Steuererklärung da. Wenn ich jetzt hier nach einer Vereinfachung rufe, dann verlange ich entweder:

a) dass es in Zukunft nicht mehr möglich ist, meine Ausgaben vom Gewinn abzuziehen (was bedeutet, dass jeder, der momentan eine Steuererklärung abgibt, in Zukunft mehr bezahlt als er müsste), oder
b) dass alles per Pauschale abgegolten wird, was bedeutet, dass diejenigen, welche hohe Aufwendungen haben, mehr zahlen werden als sie müssten, wohingegen andere was geschenkt bekommen, oder
c) eine staatliche Überwachung: dass nämlich alles vom Staat direkt "mitgeloggert" wird (z.B. die Fahrt zur Arbeit) und dann direkt elektronisch verrechnet wird.

Wohlgemerkt: es ist als Angestellter schon jetzt möglich, einfach keine Steuererklärung abzugeben. Dann zahl ich eben das Maximum an Steuern und verzichte auf eine Verrechnung meiner Ausgaben.

Diese schönen Rufe nach der Steuererklärung auf dem Bierdeckel führen also in meinen Augen entweder zu höheren Steuern, zu Ungerechtigkeit oder zu staatlicher Überwachung. Da schmeiß ich doch lieber einmal im Jahr mein Elster an, kopier die Steuererklärung des letzten Jahres, aktualisier innerhalb von zwei Stunden die Zahlen, drucke ein paar Belege aus und zahle am Ende die Steuern, die dem Staat wirklich zustehen und bekomme das, was ich zuviel gezahlt habe, wieder. So kompliziert ist das doch nun wirklich nicht.

Ich nehme von meiner Meinung jetzt mal Unternehmen und Selbstständige aus, da ich hiervon keine Ahnung habe. Ich behaupte aber mal, dass viele, die über unser kompliziertes Steuersystem meckern, nicht zu dieser Gruppe gehören.
 
Nur mal so ein Gedanke am Rande:

Wem ist damit geholfen, einen Steuersünder nun mit Schimpf und Schande ins Gefängnis zu werfen? Wer weiß eigentlich, wieviel €uro täglich ein Gefängnis-Insasse kostet?

Gut, Hoeness hat wohl eine Steuerhinterziehung begangen (das belegt ja wohl die Selbstanzeige). Warum muss er nicht einfach die Steuern zzgl. der aufgelaufenen Zinsen nachzahlen (was er ja ohnehin tun muss) und zahlt als "Strafe" den kompletten Rest seines Vermögens?

Vorteil: Die Starfe ist hart! Und der Geldbetrag kommt der Bevölkerungssicht zu, die vorher darum betrogen wurde: Die Allgemeinheit! Ich formuliere das mal etwas laienhaft als "Täter-Opfer-Ausgleich".

Weiterer Vorteil: Es werden Steuern und Strafe eingenommen und es wird kein zusätzliches Geld für eine Haftunterbringung aufgewendet. Ferner würde dem Steuersünder die Möglichkeit gegeben, sein Leben fortzusetzen und finanziell "von vorne" anzufangen.

Und ja: Mit Steuersündern kann man eine solche Vorgehensweise praktizieren. Sie sind zwar auch Straftäter, jedoch bei Weitem nicht so eine Gefahr für die Allgemeinheit, wie z. B. Mörder, Vergewaltiger, Räuber, etc.


http://www.steuerstrafen.de/steuerhinterziehung/index.html

http://www.wiwi.uni-siegen.de/recht...hle/downloads/sonstiges/pdfs/strafvollzug.pdf
(auf die Schnelle keinen anderen mehr oder weniger aktuellen Link gefunden .... habe auch keine Lust jetzt in den Ausgaben der Justiz zu suchen und zu rechnen)

pro Tag 80-90 Euro (bei vermögenden Inhaftierten wird eine Umlage - s. Link - berechnet .... lohnt sih nicht viel Geld zu haben :X )

Höchstsatz € 90 x 365 Tg =
€ 32.850,-- pro Jahr Kosten des Aufenthaltes pro Insasse


- € 1.650,60 pro Jahr Haftkostenbeitrag Einzelzelle €137,55/Monat
- € 2.432,40 " " " 3X Essen/´Tg €202,70/Monat
_____________

€28.767,-- /pro Jahr Gefängnis

in Relation mit der Nachzahlung und der Strafzahlung hält sich der Aufenthalt der vermögenden Mitbürger für den "kleinen" Steuerzahler in Grenzen zu halten im Gegensatz zur Einahme der Strafzahlung
 
Alles andere (evtenuelle Bevorzugung von Adidas gegen private Zahlungen an Hoeneß im Gegensatz zu Nike, die zu dieser Zeit auch Ante Portas beim FCB standen, müssen intern in dieser Gesellschaft geklärt werden, bzw. evt. auf zivilrechtlichem Weg geklärt werden)

Bei einem Verdacht auf privatem Vorteil (Zahlung Adidas-Chef an Hoeneß, Adiads wird Auststatter und weiterhin Aktionär ) wird FCB tätig werden müssen. Ein Verdacht ist mehr als naheliegend.

Allerdings bin zumindest ich gespannt, welches Ergebnis die Anzeige und der Strafantrag gegen Unbekannt bei der Staatsanwaltschaft ergibt. Es ist - egal von wem ausgeführt - eine Sauerei, dass irgendein Bürger wie die Sau durchs Dorf getrieben wird und diese Daten und Fakten an die Öffentlichkeit kommen.

Wenn - egal wer - gegen Gesetze verstößt, müssen diese Daten geschützt werden. Wer Dinge aus eigenem Vorteil rausplappert, sollte ebenso wie Hoeneß hart bestraft werden .... ekelhaft so ein Gequatsche :thumbsdown:
 
Wenn ich jetzt hier nach einer Vereinfachung rufe, dann verlange ich entweder:

a) dass es in Zukunft nicht mehr möglich ist, meine Ausgaben vom Gewinn abzuziehen (was bedeutet, dass jeder, der momentan eine Steuererklärung abgibt, in Zukunft mehr bezahlt als er müsste), oder
b) dass alles per Pauschale abgegolten wird, was bedeutet, dass diejenigen, welche hohe Aufwendungen haben, mehr zahlen werden als sie müssten, wohingegen andere was geschenkt bekommen, oder
c) eine staatliche Überwachung: dass nämlich alles vom Staat direkt "mitgeloggert" wird (z.B. die Fahrt zur Arbeit) und dann direkt elektronisch verrechnet wird.

Mein Vorschlag:
Auf jeden eingenommenen Euro wird von Jedem eine kleine (!!) Steuer XY abgeführt, alle Subventionen, Abschreibungen, MWSt, usw. werden abgeschafft.
Es gibt viele Multi-Millionäre, die sich durch Abschreibungen, Betriebsinvestitionen und angebliche Verluste seit Jahren (!!) so arm darstellen/rechnen, dass sie nahezu keine Steuern zahlen, obwohl ihr (Privat-)Vermögen überdurchschnittlich und stetig wächst.
Ich bin bestimmt kein Gewerkschafts-Freund, aber so etwas geht auch nicht und gerade solche Gauner werden dann auch steuerlich erfasst.
Und keine Sorge, Investitionen, die sich lohnen, werden auch ohne Abschreibungen und steuerliche Anreize weiterhin getätigt... man kriegt ja schließlich den Hals nicht voll!
 
Wohlgemerkt: es ist als Angestellter schon jetzt möglich, einfach keine Steuererklärung abzugeben. Dann zahl ich eben das Maximum an Steuern und verzichte auf eine Verrechnung meiner Ausgaben.

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Da irrst Du Dich. Das FA mahnt Erklärungen an und drohen mit Geldstraffen von wenigstens 300 EUR. Die Finanzämter gehen nämlich davon aus, dass evtl. noch mehr zu holen ist (könnten ja noch Zinserträge oder Mieteinahmen zu deklarieren sein). Da gehen sie lieber das Risiko ein ggf Steuern erstatten zu müssen.
 
Da irrst Du Dich. Das FA mahnt Erklärungen an und drohen mit Geldstraffen von wenigstens 300 EUR. Die Finanzämter gehen nämlich davon aus, dass evtl. noch mehr zu holen ist (könnten ja noch Zinserträge oder Mieteinahmen zu deklarieren sein). Da gehen sie lieber das Risiko ein ggf Steuern erstatten zu müssen.

Korrekt.
Sogar als "kleiner" Angestellter muss man nicht mit dem Sparbuch "Bremssparen" betreiben (welches allerdings auch Zinsen abwirft).
 
Korrekt.
Sogar als "kleiner" Angestellter muss man nicht mit dem Sparbuch "Bremssparen" betreiben (welches allerdings auch Zinsen abwirft).

Seit geraumer Zeit fällt eh nur "Negativ-Zins" an, so der Begriff in der Fachwelt. Also wer derzeit spart hat null Ahnung. Da zahlen sie lieber nochmals Kapitalertragsteuer drauf, anstatt zu leben oder es zu konsumieren.... :j
 
Seit geraumer Zeit fällt eh nur "Negativ-Zins" an, so der Begriff in der Fachwelt. Also wer derzeit spart hat null Ahnung. Da zahlen sie lieber nochmals Kapitalertragsteuer drauf, anstatt zu leben oder es zu konsumieren.... :j

Leider "leben" und "konsumieren" derzeit aber viel zu viele... und das über ihre Verhältnisse. Der doofe Steuerzahler wird´s schon richten.
Ich kann nicht mehr ausgeben als ich habe, damit habe ich immer gelebt, spare in guten Zeiten, dann hast Du was in der Not und/oder im Alter. Gilt zwar immer noch, aber sehen heute viele anders, leider.
Der Staat macht es einem ja in der sozialen Hängematte besonders leicht - Stichwort Privat-Insolvenz!
 
Leider "leben" und "konsumieren" derzeit aber viel zu viele... und das über ihre Verhältnisse. Der doofe Steuerzahler wird´s schon richten.
Ich kann nicht mehr ausgeben als ich habe, damit habe ich immer gelebt, spare in guten Zeiten, dann hast Du was in der Not und/oder im Alter. Gilt zwar immer noch, aber sehen heute viele anders, leider.
Der Staat macht es einem ja in der sozialen Hängematte besonders leicht - Stichwort Privat-Insolvenz!

Schulden werden allerdings nicht aus dem Steuersäckel an die Gläubiger gezahlt &:
 
Dennoch wird der "brave" Sparer an der Nase herumgeführt. Bekommt wenig Zins, dann die Inflationsrate davon abgezogen. Und die Inflationsrate macht sich ja auch indirekt am Guthaben selber zu schaffen. Der tatsächliche "Wert" (Kaufkraft) schrumpft. So viel zur "Spare für die Not und/oder das Alter". Seit Jahrzehnten kann man dagegen doch gar nicht ansparen. Das wird ein herrliches Desaster ... so ab anno 2030
 
Da irrst Du Dich. Das FA mahnt Erklärungen an und drohen mit Geldstraffen von wenigstens 300 EUR. Die Finanzämter gehen nämlich davon aus, dass evtl. noch mehr zu holen ist (könnten ja noch Zinserträge oder Mieteinahmen zu deklarieren sein). Da gehen sie lieber das Risiko ein ggf Steuern erstatten zu müssen.
Das ist so pauschal nicht richtig. Hier ist es zusammengefasst dargestellt:
http://de.wikipedia.org/wiki/Einkommensteuererklärung#Abgabepflicht.2FPflichtveranlagung

Der normale Arbeitgeber, ohne zusätzlich eingetragenem Freibetrag, ohne Zweiteinkommen etc. muss erstmal keine Lohnsteuererklärung abgeben, es sei denn, er wird konkret dazu aufgefordert. Das wird aber wahrscheinlich nur passieren, wenn man in vergangenen Jahren schonmal Steuerpflichtige Zinsen etc. kassiert hat, weil wahrscheinlich in dem Fall das Finanzamt davon ausgeht, dass es auch weiterhin passieren wird. Ich habe z.B. meine allererste Erklärung drei Jahre, nachdem ich angefangen habe zu arbeiten abgeben. Ich wurde noch nie Aufgefordert, das zu tun. Warum auch? Ist ja mehr Arbeit fürs FA und i.d.R. schulden die mir Geld, nicht andersherum.

Klar, wenn du seit Jahren Zinsen kassierst etc. glaubt dir das Finanzamt natürlich erstmal ohne Erklärung nicht, dass es nun plötzlich anders ist.
Mein Vorschlag:
Auf jeden eingenommenen Euro wird von Jedem eine kleine (!!) Steuer XY abgeführt, alle Subventionen, Abschreibungen, MWSt, usw. werden abgeschafft.
Es gibt viele Multi-Millionäre, die sich durch Abschreibungen, Betriebsinvestitionen und angebliche Verluste seit Jahren (!!) so arm darstellen/rechnen, dass sie nahezu keine Steuern zahlen, obwohl ihr (Privat-)Vermögen überdurchschnittlich und stetig wächst.
Ich bin bestimmt kein Gewerkschafts-Freund, aber so etwas geht auch nicht und gerade solche Gauner werden dann auch steuerlich erfasst.
Und keine Sorge, Investitionen, die sich lohnen, werden auch ohne Abschreibungen und steuerliche Anreize weiterhin getätigt... man kriegt ja schließlich den Hals nicht voll!
Da bin ich strikt gegen. Mir entstehen kosten, wenn ich zur Arbeit fahre. Dem Unternehmer entstehen, wenn er z.B. eine Werkstatt eröffenet, zunächst einmal erhebliche Kosten, weil er Maschinen kaufen muss, Miete zahlen muss etc. und vielleicht am Anfang erstmal nur marginale Einnahmen hat. Er ist eh schon im Minus. Verdient hat er erstmal nichts, es dauert wahrscheinlich Jahre, bis er in die grünen Zahlen kommt. Warum soll er nun Steuern zahlen? Er verdient doch noch garnichts. Erst, wenn sein Unternehmen profitabel ist, soll er von dem, was übrig bleibt, Steuern zahlen.

Mit einer solchen Forderung forderst du die Zugrunderichtung sämtlicher Existenzgründer mithilfe der Stammtischparole "steuerumgehende Gauner-Millionäre".
 
Da bin ich strikt gegen. Mir entstehen kosten, wenn ich zur Arbeit fahre. Dem Unternehmer entstehen, wenn er z.B. eine Werkstatt eröffenet, zunächst einmal erhebliche Kosten, weil er Maschinen kaufen muss, Miete zahlen muss etc. und vielleicht am Anfang erstmal nur marginale Einnahmen hat. Er ist eh schon im Minus. Verdient hat er erstmal nichts, es dauert wahrscheinlich Jahre, bis er in die grünen Zahlen kommt. Warum soll er nun Steuern zahlen? Er verdient doch noch garnichts. Erst, wenn sein Unternehmen profitabel ist, soll er von dem, was übrig bleibt, Steuern zahlen.

Mit einer solchen Forderung forderst du die Zugrunderichtung sämtlicher Existenzgründer mithilfe der Stammtischparole "steuerumgehende Gauner-Millionäre".

:t

Man sollte Unternehmer nicht pauschal als "die da oben, wir da unten" verurteilen. Es ist nunmal so, dass auch bei aller "Schönrechnerei" einer Bilanz, das FA in jedem Falle Aussenprüfungen macht. Ich habe jedenfalls noch von keinem Unternehmen gehört, welches sich innerhalb von 10 Jahren nicht dieses Prozedere unterziehen musste.

Der beliebte Inventurbetrug - Wert Vorräte (auch der unterschiedlichen Verbauungsstufen) werden zu niedrig angegeben, um den Bilanzwert zu verringern - geht mit Sicherheit nicht lange gut.

Das FA kann bei berechtigtem Verdacht sogar die Vorräte prüfen lassen. Und dann steht die Produktion, wenn da von aussen Prüfer herumwurtschteln und zählen, messen, wiegen. Die sind nicht doof und wüssten nicht, wo sie hingreifen müssten. Da ist eine Papierprüfung durch das FA noch harmlos.

Im Übrigen trägt der Arbeitgeber auch das volle Risiko seines Unternehmens.

Was spricht dagegen, wenn ein Unternehmen Gewinn erwirtschaftet? Mit Abschreibungen wird Kapital (im Buchwert) frei, welches dann wieder für Investitionen getätigt wird.

Im Übrigen sehen die heutigen Gesetze (GmbH ab 2008 MoMig) sehr enge Anforderungen für den Erhalt des Stammkapitals vor.

Sogar ein Herr Hoeneß musste, bevor er "reich" war, dieses Kapital erst einmal erwirtschaften (und sei es durch Erbschaft von den Eltern, steht ihm schließlich zu). Wenn er nun mit seinem Namen und einer Metzgerbasis seiner Eltern ein "Wurst"-Unternehmen - und dann noch mittels seiner eigenen öffentlichen Bekanntheit - groß zieht, ist das doch schön für die jeweilige Region.
 
Ich hatte es vermutet: Nun schlägt er (bezw. seine Anwälte) zurück. Finde ich nicht gut. Ist zwar sein gutes Recht, aber ich an seiner Stelle hätte mal zunächst kleine Brötchen gebacken.

Es dürfte das richtige Vorgehen sein, weil er auf diese Weise die Ermittlungsbehörden zu vorsichtigem und sorgfältigem Vorgehen "animiert". Wehrt man sich nicht gegen derartige Verfehlungen, erlaubt sich der nächste Ermittler bald die nächste Verfehlung.

Hinzu kommt, dass die Strafanzeige der Vorbereitung anderer Maßnahmen auf zivilrechtlicher Ebene dienen kann, oder aber sich für einen "Deal" mit den Behörden verwenden lässt. ;)

Alles in allem darf man wohl davon ausgehen, dass er gut beraten wird. :) :-)
 
Was auch immer die Gründe für solche Indiskretionen sein mögen, sie erschweren eine saubere Aufklärung des Sachverhalts. Öffentliche Meinungsmache gegen den Beschuldigten, oder auf der anderen Seite Angreifbarkeit der Behörden (die dann wie dargelegt in einem "Deal" enden kann..) haben m.E. mit einem ordentlichen Verfahren ohne Ansehen der Person nichts zu tun. Bedauerlich, dass eine dienstrechtliche Prüfung der Vorgänge nicht von Amts wegen eingeleitet wurde. Je nach Sichtweise muss sich Herr Hoeness leider selbst um die Wahrung seiner Rechte kümmern oder hat dadurch eíne Steilvorlage für seine Verteidigung bekommen.
 
Warum muss der Informant des Focus unbedingt ein Beamter der dt. Finanzbehörde oder der dt. Staatsanwaltschaft sein?

Es könnte ebensogut auch ein Mitarbeiter der Vontobel Bank oder eine nahestehende Person aus Herrn Hoeneß' Umfeld sein (hat er eventuell die vertrauliche Information selber weitergegeben?)

;) Es müssen nicht immer die Menschen betroffen sein, welche man (auch hier durch Medien vorschnell in die Richtung Staatsanwaltschaft gelenkt) als erste als solche wahrnimmt.

Auch hier gilt zuerst die Unschuldsvermutung, nicht nur die Person Hoeneß' sollte schützenswert sein ;) ansonsten sind manche Schweine wohl gleicher.

Die Verwendung dieser Strafanzeige gegen Unbekannt darf allerdings nicht Steigbügel für andere dienliche Maßnahmen in Herrn Hoeneß' Steuerbetrugsfall sein oder sogar die Staatsanwaltschaft zu einem "Deal" nötigen.

Die öffentliche Haltung, welche in Bewunderung den Narzißmus des Herrn Hoeneß bedient hat wird irgendwann ins Gegenteil gehen, sollte es zu einem "Deal" kommen.

Dass ein Deal bei Volk wenig werbewirksam ist, wird auch den Aktionären (für die der Mammon zählt) klar sein ;)

Zum Einen handelt es sich um den Steuerbetrug von Herrn Hoeneß (Datum Ermittlungen und Selbstanzeige dürften sich schnell ermitteln lassen) und zum anderen die Veröffentlichung dieser Tat.

Ich bin gespannt, wenn der Focus Journalist nennt (ich weiß allerdings nicht, ob dieser seinen Informanten nennen muss oder lediglich die Aussage, er habe davon Kenntnis gehabt, ausreicht)

Verdienen werden jedenfalls die Anwälte (was auch nicht verwerflich ist)
 
Da irrst Du Dich. Das FA mahnt Erklärungen an und drohen mit Geldstraffen von wenigstens 300 EUR. Die Finanzämter gehen nämlich davon aus, dass evtl. noch mehr zu holen ist (könnten ja noch Zinserträge oder Mieteinahmen zu deklarieren sein). Da gehen sie lieber das Risiko ein ggf Steuern erstatten zu müssen.

Die Verpflichtung zur Abgabe einer Einkommensteuererklärung ergibt sich grundsätzlich immer dann, wenn ein Steuerpflichtiger Einnahmen erzielt, die nicht einem Steuerabzug (wie z.B. LSt. und Abgeltungssteuer auf Kap.Erträge) unterliegen. Genau nachlesen kann man das in § 56 ESTDV.

Bei Mieteinnahmen, gewerblichen oder freiberuflichen Einkünfte gibt es keinen LSt. Abzug sondern das FA setzt i.d.R. Vorauszahlungen fest. Die genaue Steuerschuld ergibt sich dann bei der Bearbeitung der jew. Steuererklärung bzw. Erlass des ESt. Bescheides.

Die Aufforderung zur Abgabe einer Steuererklärung ergibt sich bei vielen Arbeitnehmern dadurch, dass sie Steuerklasse 3 und 5 gewählt haben oder einen Freibetrag beim LSt. Abzug geltend gemacht hatten. Ein Steuerpflichtiger mit ausschließlich Einkünften aus dem Arbeitsverhältnis und Steuerklasse 1 hat i.d.R. keine Steuererklärung abzugeben. Vielmehr handelt es sich bei diesem um eine Antragsveranlagung. Kann man im § 46 Abs. 2 Nr. 8 EStG nachlesen.

Ich habe die chance gehabt, das deutsche Steuersystem mit vielen anderen Steuersystem aus anderen Ländern zu vergleichen. Das deutsche ist wohl mit Abstand das komplizierteste...jedoch mE mit Abstand auch das gerechteste.

Steuerschlupflöcher gibt es mE nicht wirklich. Vielmehr handelt es sich bei diesen "Löchern" um Straftaten oder Gestaltungsmöglichkeiten.

"Es gibt viele Multi-Millionäre, die sich durch Abschreibungen, Betriebsinvestitionen und angebliche Verluste seit Jahren (!!) so arm darstellen/rechnen, dass sie nahezu keine Steuern zahlen, obwohl ihr (Privat-)Vermögen überdurchschnittlich und stetig wächst."

Dieser Gedanke schwirrt in vielen Köpfen unserer Gesellschaft; letztendlich funktioniert das aber so nicht. Mann kann sein zu versteuerndes Einkommen grundätzlich nur durch tatsächliche wirtschaftlicher Belastung mindern. Der Grundsatz der Besteuerung der Leistungsfähigkeit wird von den deutschen Gesetzen streng verfolgt. Leider wollen viele Menschen lieber 10 Euro in Schiffscontainer-Beteilgungen verlieren bevor sie 5 Euro dem Staat an Steuern zahlen. Wenn manche Firmen in vielen schlechten Jahren Verluste angesammelt haben, werden diese vorgetragen. Dann kann es gut sein, dass ein Unternehmen in den folgenden Jahren weniger bis keine Steuern zahlt. In der Gesamtbetrachtung wurde jedoch nichts verschenkt, sondern einfach nur nach der Leistungsfähigkeit besteuert.

"Man sollte Unternehmer nicht pauschal als "die da oben, wir da unten" verurteilen. Es ist nunmal so, dass auch bei aller "Schönrechnerei" einer Bilanz, das FA in jedem Falle Aussenprüfungen macht. Ich habe jedenfalls noch von keinem Unternehmen gehört, welches sich innerhalb von 10 Jahren nicht dieses Prozedere unterziehen musste."

Die meisten Unternehmer (Bäcker, Metzger, Wirte usw.) werden durchschnittlich einmal im Leben geprüft ( also richtige BP, keine LSt. Außenprüfung). Nur die größeren werden regelm. geprüft.

"Der beliebte Inventurbetrug - Wert Vorräte (auch der unterschiedlichen Verbauungsstufen) werden zu niedrig angegeben, um den Bilanzwert zu verringern - geht mit Sicherheit nicht lange gut."

Das wird gerne gemacht...handelt sich aber nur um "Steuerstundung", im nächsten Jahr wird wieder neu bewertet und die nicht realisierten Gewinne des Vorjahres schlagen zu Buche.
 
Die meisten Unternehmer (Bäcker, Metzger, Wirte usw.) werden durchschnittlich einmal im Leben geprüft ( also richtige BP, keine LSt. Außenprüfung). Nur die größeren werden regelm. geprüft.

"Der beliebte Inventurbetrug - Wert Vorräte (auch der unterschiedlichen Verbauungsstufen) werden zu niedrig angegeben, um den Bilanzwert zu verringern - geht mit Sicherheit nicht lange gut."

Das wird gerne gemacht...handelt sich aber nur um "Steuerstundung", im nächsten Jahr wird wieder neu bewertet und die nicht realisierten Gewinne des Vorjahres schlagen zu Buche.

Theoretisch ist das auch nur eine Verlagerung in das nächste Jahr.
In der Praxis werden allerdings teilweise einige Inventurposten (bewusst ?!?) auch nicht nachträglich aktiviert. Einen Nachweis des Betruges von Aussen zu erbringen, zumal der Prüfer zu einer Zeit prüft, in der der Fertigungsfluss bereits schon erfolgt ist, ist mehr als schwer,zumal niemand von aussen die Höhe des tatsächlichen angefallenen Schrotts/Schwunds wirklich beurteilen kann.

Dann gab es eben kaum Schwund und die Zahlen würden wieder inetwa passen ;)
 
Die Aufforderung zur Abgabe einer Steuererklärung ergibt sich bei vielen Arbeitnehmern dadurch, dass sie Steuerklasse 3 und 5 gewählt haben oder einen Freibetrag beim LSt. Abzug geltend gemacht hatten. Ein Steuerpflichtiger mit ausschließlich Einkünften aus dem Arbeitsverhältnis und Steuerklasse 1 hat i.d.R. keine Steuererklärung abzugeben. Vielmehr handelt es sich bei diesem um eine Antragsveranlagung. Kann man im § 46 Abs. 2 Nr. 8 EStG nachlesen.
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Keine Regel ohne Ausnahmen?

Was glaubst, wie viele Zwangsgeld-Androhungen ich schon seit Besitz meiner Steuerklasse 1 (seit 2001) bekommen hatte? ;) Ich habe jedoch Kinder, wo das Letzte dieses Jahr von meiner Steuerkarte fliegen wird - so hoffe ich endlich. Da bleibt niemandem groß die Wahl, sie nicht auf die Steuerkarte eintragen zu lassen. Alles andere wäre dumm.
 
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