Ich habe fertig - Ende des deutschen Motorbaus in Deutschland

Für 95% aller Fahrzeugbesteller ist doch entscheidend, Made bei BMW, egal ob in D, EU oder China gebaut.
Die guten BMW werden eh in Berlin zusammen gedengelt.
 
Da hier und anderenorts noch ziemlich viel um den Kern des Problems herum geschrieben wird, jetzt nochmal ganz klar "Verbrennungsmotoren sind tot!"
Klar ist das sehr drastisch formuliert, aber es ist so, auch wenn ich das persönlich sehr bedaure. Die Politik in der EU und vielen weiteren westlichen Ländern (in denen nunmal die meisten Autos hergestellt werden) hat im Namen des Klimaschutzes die langfristige Dekarbonisierung der Wirtschaft bzw. Gesellschaft bereits beschlossen, die ein mittelfristiges Verbot von "neuen Autos" mit Verbrennungsmotoren absolut bedingt. Daher jetzt auch der Antritt bei der Abgasnorm Euro 7 (siehe mein Beitrag oben) und dem bereits in vielen Ländern beschlossenen Verbot des Verkaufs von Neuwagen mit Benzin oder Diesel ab 2030.
Wenn dies die deutschen Autohersteller ernst nehmen, dann müssen sie umsteuern, da es nicht mehr wirtschaftlich ist noch für viele Milliarden neue Verbrennungsmotoren bzw. Autos zu entwickeln, die in 4-9 Jahren nicht mehr verkauft werden dürfen.
Daher müssen sie jetzt massiv umsteuern und die ganze Produktion umstrukturieren, in der Hoffnung, dass sie diesen politisch gewollten und ziemlich radikale Paradigmenwechsel überleben und auch in Zukunft noch erfolgreich Autos verkaufen können.
Wir in Deutschland haben bekanntermaßen eine extrem große und starke Automobilindustrie, insofern sind die Auswirkungen und Risiken auch massiv. Mangels großer Unternehmen in den neuen IT-Branchen hängt ein großer Teils des deutschen Wohlstands am Auto- und Maschinenbau, inkl. der rieseigen Zuliefererindustrie.
Hoffen wir also, dass die Politik richtig liegt mit ihrer Festlegung auf Elektromobilität und der Wirtschaft der Umstieg gelingt!

Die ganzen politischen Klimaziele sind doch das Papier nicht wert. Was alles über Kyoto und Pariser Abkommen diskutiert wurde alles nur warme Luft. Damit hatte Trump sogar recht. Ich habe 1999 eine Diplomarbeit über Kyoto Ziel 2010 geschrieben, alles nicht erreicht und sinnlos. In 10 Jahren passiert sehr wenig. Was ist in den letzten 10 Jahren passiert?
Weil ein paar Politiker sich was vorstellen, werden nicht überall auf der Welt Batterieautos verkauft und Infrastruktur errichtet. Denkt mal an Südamerika, Afrika, Asien, Russland, oder auch nur Südeuropa dort werden die Menschen sicher keine teuren Batterieautos kaufen und zigtausend in PV und Wallboxen investieren.
Und ob e-Motore, Batterien, Displays, etc. in Europa produziert werden?
 
23.11.2020


Daimler könnte die neuen Motoren auch in Deutschland fertigen lassen. Das wurde aber, so Brecht, gar nicht erst in Erwägung gezogen. „Das ist ein schlechter Stil, mit dem wir uns leider immer häufiger konfrontiert sehen“, sagte Brecht dem „Handelsblatt“. „Wichtig ist für uns, dass die deutschen Standorte bei weitreichenden Produktentscheidungen wie beispielsweise der neuen Motorengeneration eine faire Chance erhalten und beim Zuschlag in Betracht gezogen werden.“ Das sei aber nicht der Fall gewesen.

//Madcon
 
Die Tragweite dieser Entscheidung von den Premium Herstellern ist bezeichnend für den Niedergang der Deutschen Wirtschaft. Wodurch wurde unsere Industrie unser Maschinenbau zu Höchstleistungen getrieben? Es war der Automobilsektor der immer bessere Maschinen forderte und das fehlt jetzt weg. Eine E-Motor oder Batterien zu bauen ist keine Kunst und benötigt nicht mehr sehr viel Engineering. Der Vorsprung im Motorenbau konnten die Chinesen nicht aufholen, aber E-Motoren bauen können Sie alle mal. Wir werden mit solchen Entscheidungen ein Massiven Stellenabbau im Bereich der Zerspanenden Technik sehen. Viele kleine und mittlere Unternehmen die viel für den Automobilsektor gearbeitet haben sind
von der Insolvenz bedroht. Erst geht der Motorenbau ins Ausland und bald wird die Montage der Fahrzeuge folgen. Die sehr hohen Energiekosten in Europa sei dank. Wenn man sich die Zahlen und die Statements der CEO`s großer Industrieunternehmen durchliest werden die Auswirkungen dieser Dekarbonisierung schnell sichtbar.

 
Da bin ich aber mal gespannt ob die ganzen E Autos dann auch verkauft werden ich habe ja für mich beschlossen in diesem leben keines zu kaufen. Wir werden sehen wann man den letzten Verbrenner kaufen muss. Zudem gibts ja noch viele Wege Verbrenner unattraktiv zu machen................
 
Weil ein paar Politiker sich was vorstellen, werden nicht überall auf der Welt Batterieautos verkauft und Infrastruktur errichtet. Denkt mal an Südamerika, Afrika, Asien, Russland, oder auch nur Südeuropa dort werden die Menschen sicher keine teuren Batterieautos kaufen und zigtausend in PV und Wallboxen investieren.
Und ob e-Motore, Batterien, Displays, etc. in Europa produziert werden?

Deswegen sind die Altfahrzeuge der letzten Jahre auch alle direkt auf dem Schrottplatz zerlegt und eingeschmolzen worden? ;)
 
Also in einem anderen Artikel wird folgendes zitiert: "bis zu 20.000 Mitarbeiter sind davon betroffen".
Hintergrund sei, dass die ganzen E-Auto Achsen-Motoreinheiten viel weniger Mitarbeiter benötigen würden.

...eventuell als Endresultat noch nicht einmal viel weniger Mitarbeiter - aber definitiv mit ganz anderen Skills. Grob ausgedrückt: selbst wenn ich 20.000 Mechaniker durch (im Idealfall, der voraussichtlich nicht eintritt) 1:1 mit 20.000 Elektotechniker und Softwerker ersetze, ist dies für die „nicht mehr benötigten“ Mitarbeiter der Supergau.
 
So oder so sollte man beim Thema MotorenKUNST das Thema US-V8 raus halten, coole Technik und macht sicher auch Spaß, mit der Finesse anderer Hersteller hat es aber nunmal nix zu tun.
 
Nicht gleich wieder pissig werden...
Die V8 sind legendär, das stelle ich nicht in Frage. Innovationstreiber sind sie aber nicht.
Dass man die alten Motoren weiter feiert und sie robust sind usw das kennt man ja alles.
Ich in aber noch mehr Hightech Fan als V8 Fan und wenn man die BMW Motoren thematisiert, dann kann ein US V8 nunmal nur ein anderer Weg sein aber kein vergleichbarer.
 
Die Tragweite dieser Entscheidung von den Premium Herstellern ist bezeichnend für den Niedergang der Deutschen Wirtschaft. ...
So schnell geht die deutsche Wirtschaft nicht nieder, egal wie häufig und platt es auch hinaufbeschworen wird. :rolleyes: Dass sich aber einiges ändern muss und wird, um weiter bzw. wieder vorne mitzuspielen, das sollte bereits nach einem kurzen Blick gen Fernost klar sein. Gut wäre es wohl, wenn das allmählich auch mal die Gewerkschaften realisieren würden. :whistle:
 
Zuletzt bearbeitet:
"Der US-Autokonzern GM hat erstaunlich plötzlich erkannt, dass E-Autos die Zukunft der Branche sind. Das Unternehmen verkündete am Montag, dass es nicht länger eine Klage der Trump-Regierung gegen die strengen Abgasnormen des Bundesstaats Kalifornien unterstützt. Stattdessen wolle man künftig mit der Regierung Biden bei der Reduktion klimaschädlicher Emissionen zusammenarbeiten. "Der gewählte Präsident Biden sagte kürzlich, 'Ich glaube, dass wir uns den Automarkt des 21. Jahrhunderts wieder aneignen können, indem wir zu Elektrofahrzeugen wechseln'. Wir können dem voll und ganz zustimmen", verkündete GM-Chefin Mary Barra nun, nachdem ihr Konzern jahrelang die Politik Trumps mitgetragen hatte, Umwelt- und Klimaauflagen aller Art aufzuweichen oder aufzuheben, um den Markt für Spritschlucker zu beleben."
Quelle: ntv.de 24.11.2020

Auch in den USA werden sich die Autobauer auf die geänderte politische Windrichtung einstellen (müssen).
 
Zuletzt bearbeitet:
"Der US-Autokonzern GM hat erstaunlich plötzlich erkannt, dass E-Autos die Zukunft der Branche sind. ...“

Auch in den USA werden sich die Autobauer auf die geänderte politische Windrichtung einstellen (müssen).
Die Formulierung in dem Artikel passt allerdings nicht sehr gut, weil insbesondere die Marke Cadillac innerhalb GM bereits seit einiger Zeit stark in Richtung der Elektromobilität ausgerichtet wird. Insoweit war GM durchaus schneller und entscheidungsfreudiger als die hiesige Automobilindustrie. :unsure:

Dass Biden übrigens, neben allem Engagement für den Emissionsschutz, ein “Car Guy“ ist und u.a. Corvette und Cadillac in der Garage hat(-te), dürfte wohl bekannt sein. :) :-)
 
Gestern Abend lief in Welt (vormals N24) eine Doku über den Bau des Porsche Taycan - u.a. auch natürlich Bau des Elektromotors ... - so ein E-Motor ist halt bei Weiten einfacher aufgebaut als ein herkömmlicher Verbrenner. In der Produktion des Motors - und natürlich auch des kompletten Fahrzeuges - sind viele Prozesse automatisiert.

Daher braucht es dann weniger Mitarbeiter in der neuen Fabrik - dieser Prozess läuft natürlich schon länger. Und im Zweifelsfall werden Tätigkeiten außer Haus gegeben - und dann halt beim Zulieferer und / oder gleich ins Ausland verlagert, weil dort die Kosten geringer sind.

Für die jeweils betroffenen Mitarbeiter nicht schön - aber Teil unseres Wirtschaftssystem mit der stetigen Optimierung ...
 
Das Handelsblatt hat auf seinen eigenen Bericht (den Eingangspost hier) reagiert und Hintergründe versucht darzustellen.
Warum BMW und Daimler Ihre Verbrennerproduktion auslagern und Risiken

Da kommt einiges auf die Schlüsselindustie Deutschlands zu...so seit mindestens 10 Jahren... Was von Anfang an klar war, Zulieferer haben das nachsehen und die großen Hersteller können vergleichsweise flexibel reagieren, wenn nötig auch völlig ohne Rücksicht.
Vorteil haben die die früh die Zeichen der Zeit erkannt haben, sich nicht auf Lorbeeren ausgeruht und selber weitere innovative Standbeine geschaffen haben. Wer rastet der rostet, schon immer...
 
...eventuell als Endresultat noch nicht einmal viel weniger Mitarbeiter - aber definitiv mit ganz anderen Skills. Grob ausgedrückt: selbst wenn ich 20.000 Mechaniker durch (im Idealfall, der voraussichtlich nicht eintritt) 1:1 mit 20.000 Elektotechniker und Softwerker ersetze, ist dies für die „nicht mehr benötigten“ Mitarbeiter der Supergau.

Da hilft nur Bildung und Interesse sich an den geänderten Bedingungen anzupassen.

Die Äußerungen der Gewerkschaften lassen diesen Schluss nicht immer zu...
 
Vorteil haben die die früh die Zeichen der Zeit erkannt haben, sich nicht auf Lorbeeren ausgeruht und selber weitere innovative Standbeine geschaffen haben. Wer rastet der rostet, schon immer...

Welche Firmen wären das z.B. im europäischen Raum? Momentan sehe ich bei den großen Playern (Porsche ausgenommen) nur Jammern und Wehklagen 😳.

//Madcon
 
Welche Firmen wären das z.B. im europäischen Raum? Momentan sehe ich bei den großen Playern (Porsche ausgenommen) nur Jammern und Wehklagen 😳.

//Madcon

...lustigerweise gehört BMW durchaus dazu - im europäischen Vergleich sind die inzwischen recht weit und auch durchaus innovativ unterwegs.
 
Welche Firmen wären das z.B. im europäischen Raum? Momentan sehe ich bei den großen Playern (Porsche ausgenommen) nur Jammern und Wehklagen 😳.

//Madcon
Damit meinte ich insbesondere die Zulieferer.
Bspw. Bosch, Phoenix, Siemens, SGL, BASF sind m. E. gut gerüstet. Auch Conti oder Schaeffler aktuelle Probleme zum Trotz denke ich kriegen die Kurve nach oben hin. Sowas wie ZF wird spannend, Hybride brauchen viel kompliziertere Getriebe, aber danach muss man eben mal kreativ/innovativ sein, oder Mahle... :/...

Die Auto Hersteller wissen schon längst das es kein Zurück mehr gibt. Klar Jammern die jetzt nach außen weil die Entwicklungsarbeit entgegen der Lobbyarbeit anstrengender ist und keine kurzfristigen Gewinne verspricht, sondern genau das Gegenteil.

Edit: Wort verdreht
 
Zuletzt bearbeitet:
Damit meinte ich insbesondere die Zulieferer.
Bspw. Bosch, Phoenix, Siemens, SGL, BASF sind m. E. gut gerüstet.

Die Auto Hersteller wissen schon längst das es kein Zurück mehr gibt. Klar Jammern die jetzt nach außen weil die Lobby Arbeit entgegen der Entwicklungsarbeit anstrengender ist und keine kurzfristigen Gewinne verspricht, sondern genau das Gegenteil.
Dann passt aber dieser Artikel m.E. nicht ganz ins Bild:

Elektromobilität würde Arbeitsplätze bei Bosch reduzieren​

Die Mitarbeiter wollen die Öffentlichkeit darauf aufmerksam machen, dass für die Elektromobilität neun von zehn Stellen in der Automobilindustrie abgebaut werden müssten, so Mario Gutmann, Betriebsratsvorsitzender von Bosch in Bamberg. Die Elektromobilität werde von der Regierung zu einseitig gefördert, lautet die Kritik von Beschäftigten und Gewerkschaft.


//Madcon
 
Also das E Mobilität bei den konventionellen und sehr wahrscheinlich auch erstmal in Summe Arbeitsplätze in Deutschland kostet ist für mich sonnenklar. Dafür haben wir einfach zu lange gewartet. Und wie schon geschrieben ist ein E Motor im Vergleich simpel und in vielen anderen Anwendungen absolut bewährt. Das Know How und die USP muss man anderweitig etablieren.
 
Die Zahlen (9 von 10 Arbeitsplätzen) stelle ich jedoch in Frage, die resultieren nicht nur aus einem geänderten Antriebskonzept, selbst wenn ich Steuergeräteentwicklung, Dichtungshersteller und Maschinenbau ohne Ausgleich nehme...
Zumal bei Bosch durch E-Mobilität im gesamten auch Arbeitsplätze entstanden sind (oder woher kommen die Antriebe für bspw. E-Bikes und co).

Das sind genau die Phrasen, die Betriebsräte und Gewerkschaften unglaubwürdig erscheinen lassen. Anstatt ihren Mitgliedern von mir oben geschriebenes zu raten...

In der IT der gleiche Schwachsinn: Da wird auch der Abgesang der Arbeitsplätze aufgrund Zentralisierung- und Cloudisierung gesungen. Seltsamerweise nimmt die Arbeit dennoch nicht ab...
 
Hier noch ein interessanter Artikel zum Thema:


//Madcon
 
Und hier noch der dazu passende Artikel aus der Autobild:


Es zeigt sich, dass dem Verbrenner keine Chacne mehr beigemessen wird - entsprechend wird am Stammsitz die Zukunft gebaut ... (ob wir es so wollen oder oder nicht)
 

Neuwagen Benziner/Diesel bis 2030, Hybrid Fahrzeuge bis 2035

Was BMW nach dem 31.12.2020 mit den dann wirksamen Zöllen machen will 🤷‍♀️

Naja, dann ist eine E Karre so teuer wie ein Verbrenner, nur dass es für die E-Wagen dann halt Förderungen gibt.
 
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