Maut weg, aber dafür höhere Benzinpreise; sagt ADAC

@Brummm: Ich würde die Aussage von ZQP dahingehend modifizieren, dass es "Finanzwirtschaft" heißen müsste.
Es geht in dem Manifest zum großen Teil um die Finanzmärkte, die natürlich auch Teil der Wirtschaft sind, aber nach eigenen Gesetzen funktionieren. ...

Mit dieser Präzisierung aus meiner Sicht völlig zutreffend. :) :-) Ich bezog mich dieserhalb auch nicht auf die Finanzwirtschaft, sondern allgemein auf die Wirtschaft, namentlich auf die Grundsätze der Unternehmensführung.

Allein der leiseste Gedanke, Verhaltensweisen aus der Finanzwirtschaft in die Politik übertragen zu wollen, mutet aus Sicht des Bürgers doch etwas skurril an. :+
 
@Brummm: Ich würde die Aussage von ZQP dahingehend modifizieren, dass es "Finanzwirtschaft" heißen müsste.
Es geht in dem Manifest zum großen Teil um die Finanzmärkte, die natürlich auch Teil der Wirtschaft sind, aber nach eigenen Gesetzen funktionieren.

Nicht unbedingt. Natürlich bereitet es mehr Bauchschmerzen, wenn eine Kanzlerin sich von einem Ackermann beraten lässt. Nicht viel weniger schlimm ist es, wenn sich eine Kristina Schröder von Maschmeyer beraten lässt. Ein oft gefeierter erfolgreicher Manager wie Peter Hartz hat nun nicht wirklich für die Allgemeinheit bekömmliche politische Arbeit abgeliefert. Gerade auf internationaler Ebene fallen mir da noch einige drastische Negativbeispiele ein. Positivbeispiele hingegen nicht.

Generell wäre ich auch vorsichtig, der Realwirtschaft weniger manipulative Einflussnahme vorzuwerfen als der Finanzbranche. Letzterers ist zwar aus gegebenen Anlass populär und teils gerechtfertigt. Doch verleiht das der Realwirtschaft und deren Managern noch längst keinen Heiligenschein.

Und um den Schwenk zur Maut zu bekommen: Die seltsamen Verträge zwischen Toll-Collect (dahinter stehen Daimler und die Telekom) und Bundesverkehrsministerium dürften vielen hier bekannt sein - wenn nicht:
http://www1.wdr.de/mediathek/video/sendungen/die_story/videodiestorystaatsgeheimnislkwmaut100.html

Soviel zu den hellen Köpfen aus der Wirtschaft...
 
Tja irgendwie müssen ja die lukrativen Nebenjobs bzw. die Pensionsposten unserer Politiker gesichert werden. Schröder hat damals ja auch einen lukrativen Vertrag zwischen der Bundesregierung und Gasprom durchgesetzt. Und wo arbeitet er jetzt?
 
Soviel zu den hellen Köpfen aus der Wirtschaft...

Wer nach denen ruft, möchte sich meist nur selbst auf die Schulter klopfen. Und dass großer beruflicher und unternehmerischer Erfolg durchaus auch von echten Idioten erreicht werden kann (die sich natürlich für helle Köpfe halten, sich dauernd auf die eigene Schulter klopfen und andere geringschätzen), sieht man immer mal wieder, vor kurzem wurde es in allereindrücklichster Weise auf der politischen Bühne Österreichs von Frank Stronach bewiesen.

Das sind zwar extreme Fälle, sie zeigen aber, dass die Fähigkeit zu Erfolg in einem Lebensbereich sich nicht automatisch auf andere übertragen lässt, eine Annahme, die meist gerade der Erfolgreiche selbst hat. Was durchaus gewöhnlich ist, sonst hätte es nicht der Volksmund in eine eigene Wendung gegossen: "Der Erfolg ist ihm zu Kopf gestiegen".

Es bedarf also neben der Frage des Interessenkonflikts auch anderweitig einer genauen Auswahl, wer aus der Wirtschaft der Politik wirklich helfen kann. Am Ende muss man vor allem hoffen, dass das politische System trotz vieler Mängel als solches ausreichend funktioniert, auf besondere Menschen sich zu verlassen hat noch nie funktioniert.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich finde es sehr schade, das viel zu viele sich hier gar keinen Kopf machen und scheinbar alles hinnehmen:

Die Argumente des ADAC "lieber noch höhere Steuern" sind trotzdem nicht richtig gedacht.
Eine höhere Benzin oder Mineralösteuer oder auch Mehrwertsteuer (denn wir zahlen ja schon Steuern auf Steuern beim Benzin!!) belasten doch wieder nahezu nur die deutschen Steuerzahler.
Die Ausländer nutzen vor allem im Sommer unsere BAB , dürfen hier viel schneller als zu Hause fahren, und beschädigen und verstopfen unsere Autobahnen mit alles anderen als ökologisch moederne Fahrzeugen. Tanken tun Sie im meist günstigeren Ausland .
Klar erzeugen jede Art von Maut auch Kosten - und aber auch Arbeitsplätze und Umätze der Hersteller und Kontrolleure der Maut - aber es wäre der einzige und ultimative Ansatz alle Nutzer der deutschen Strassen zur Kasse zu bitten und unsere BAB und Umwelt ggfs. zu entlasten wenn die deutschen Autofahrer wirklich nicht noch mehr zur Kasse gebeten werden.

Ich verstehe Deutschland nicht - immer wird nur gemosert aber keiner traut sich was .
Die Deutschen sind für alles in Europa die Zahlmeister (zu 27%) und die Hilfen und Versprechungen und Subventionen der Politiker kommen nicht nur aus den derzeitigen Steuern - das wäre ja noch OK- Nein Sie versprechen Finanzhilfen und Dinge die unsere zukünftigen Generationen noch bezahlen müssen - unsere Kinder - wenn es die Politiker, die das verzapft haben, schon lange nicht mehr gibt.

Ich beneide hier die Schweiz, denn deren Volksabstimmungssystem ermöglicht es gar nicht einen solchen Quatsch zu verzapfen .

Unsere Politik werden wir nicht mehr in den Griff bekommen, weil der normale deutsche politikunfähig ist und sich lieber damit nicht beschäftigt, (Man kann ja eh nicht sändern !) aber wenn ein Verein dem ich angehöre und dem ich doch richtig Mitgliedsbeiträge zahle noch so einen nachteilhaften Vorschlag macht , dann muß man und sollte mann diesem Verein zeigen wo die Grenzen sind!

Das kann man nur, wenn dieser Verein erheblich und schmerzliche Konsequenzen sieht und diese Konsequenz kann nur eine Beschwerde oder gar Kündigungsflut zeigen, dass er daneben liegt bis der Verein einsieht dass er wirklich wieder die Interessen seiner Mitglieder zu vertreten hat und keine faulen politischen Kompromisse eingeht.

Das Kernproblem ist doch nur:

Wie beteiligen wir auch die ausländ. Nutzer unserer Strassen (nicht nur Autobahnen) an unseren Instandhaltungskosten und evtl. entlasten unsere BAB und Umwelt vor allem im Sommer ohne den gemeinen deutschen Steuerzahler noch mehr zu belasten. Die Maut muß so hoch sein, dass wir als Transitland nicht mehr mißbraucht werden.

Der Steuerzahler und Verbraucher hat Macht gegenüber Einzelunternehmen wenn er will:
>Wer kann sich noch an Shell und Brent Spa erinnern und damals ging es auch um unsere Umwelt:

http://de.wikipedia.org/wiki/Brent_Spar

Es liegt doch an uns allen und jeder sollte Aktivität zeigen, denn so wie es derzeit aussieht bekommen wir in jedem Falle mit den Konsequenzen zu tun.

Wenn schon ein Interessenverband der Autofahrer lieber zu Steuererhöhungen rät....
einen größern Gefallen kann man ja wohl unserer Politik nicht tun.

In vielen Foren wird darüber diskutiert und sich beschwert aber leider wie so oft handelt kaum einer.

Der ADAC verschickt derzeit ArguSchreiben an die die gekündigt haben,
die derart schwach sind, dass ich zumindest meine Kündigung mehr als gerechtfertigt sehe!

Jetzt suche ich mir einen neuen Verein der auch meine Interessen wirklich vertritt!

Gute Fahrt Leute!
 
Zuletzt bearbeitet:
Abgesehen von dem Umstand, dass du in deinem Rundumschlag Themen zusammenbringst, die miteinander eher wenig zu tun haben, ein paar kleine Anmerkungen zu Detailaspekten:

... Klar erzeugen jede Art von Maut auch Kosten - und aber auch Arbeitsplätze und Umsätze der Hersteller und Kontrolleure der Maut ...

So einfach ist es eben nicht. Wenn die Kosten für ein Mautsystem die Einnahmen auffressen oder auch nur erheblich verringern, ist das System für Staat und Steuerzahler im Ergebnis womöglich wirtschaftlich unsinnig. Dieserhalb muss man das ordentlich durchrechnen, weshalb es "womöglich" nicht gänzlich daneben ist, wenn unter anderem der ADAC Bedenken anmeldet.

... Wie beteiligen wir auch die ausländ. Nutzer unserer Strassen (nicht nur Autobahnen) an unseren Instandhaltungskosten und evtl. entlasten unsere BAB und Umwelt vor allem im Sommer ohne den gemeinen deutschen Steuerzahler noch mehr zu belasten. Die Maut muß so hoch sein, dass wir als Transitland nicht mehr mißbraucht werden. ...

Das ist ein hehres Ziel, nur gibt es eben - einfach gesagt - europaweit verbindlich geltende Regeln des Miteinanders. Dazu gehört auch das grundsätzliche Gebot der Gleichbehandlung der Bürger Europas, weshalb eine inländische Lösung mit diesem Gebot vereinbar sein muss. Möchtest du aber wirklich eine Maut, die derart hoch ist, dass sie ausländische Bürger von unseren Straßen fernhält, wenn diese Maut auch gleichzeitig von den deutschen Bürgern bezahlt werden muss? Auch das muss man bedenken, wenn man eine Lösung etablierten möchte, die nicht in Luxemburg "gleich" wieder gekippt wird.

... Wenn schon ein Interessenverband der Autofahrer lieber zu Steuererhöhungen rät...

Das hat er ja wohl, jedenfalls derart pauschal, nicht getan, sondern zumindest klargestellt, dass der ADAC eine Mehrbelastung der Autofahrer ablehnt. Inwieweit das zusammenpasst, ist freilich eine andere Frage.

Ich will nicht sagen, dass eine Maut keine sinnvolle Lösung sein kann. Nur hilft es eher wenig, wenn man bereits die Fakten nicht korrekt betrachtet und dann bei der Verargumentierung der eigenen "Lösung" wichtige Umstände außer acht lässt - weshalb ich deine Einleitung
Ich finde es sehr schade, das viel zu viele sich hier gar keinen Kopf machen ...
nur unterstreichen kann. ;)
 
Vielleicht sollte man, jetzt wo die Wahl vorbei und die große Koalition geschmiedet ist, beim Thema "Ausländer" die Stimmungsmache, deren wahres Anliegen nicht die Verbesserung der Straßen war, wieder einstellen. Es hat sich im Verlauf der Diskussion auch hier im Forum die Erkenntnis breit gemacht, dass die Abnutzung der Verkehrsinfrastruktur ganz überwiegend auf den Schwerlastverkehr zurückzuführen ist. Für den gibt es bereits eine Mautregelung, die In- wie Ausländer trifft. Eine, ja bereits angedachte und sicher kommende, Ausweitung auf Bundes- und Landstraßen stellt m.E. eine sinnvolle Erweiterung dar. Die ausländischen PKW und Motorräder fallen da nicht wirklich ins Gewicht. Man sollte auch besser sagen, die im Ausland zugelassenen PKW und Motorräder, stammen die doch zu einem erheblichen Teil aus deutscher Produktion und haben hier bereits zum Wohlstand beigetragen. Wie auch die Fahrer nur in vernachlässigbar geringer Zahl die Herrlichkeit deutscher Straßen zu egoistischen Transitzwecken mißbrauchen. Es wird eben doch getankt, Rast gemacht, mache kommen sogar zum Einkaufen extra über die ehemaligen Grenzen und sehr viele von Ihnen machen hier Urlaub (und atmen dabei nicht nur "unsere" Luft und nehmen uns die knappen Parkplätze weg), die Freiheiten auf den deutschen Straßen sind da hin und wieder auch der Grund für die Wahl des Urlaubslandes. Der wirtschaftliche Sinn einer Maut, die mal gerade ihren Verwaltungsaufwand einbringt, wurde ja auch schon richtigerweise hinterfragt. Also besser nicht das dumpfe Bauchgefühl sprechen lassen, sondern wirklich einen "Kopf machen".
 
... Das Größte dabei ist jedoch der angedachte Preis von 100,- Euro (!!).
In der Schweiz kommen die mit über 65% weniger aus und machen offensichtlich auch keinen Verlust.
 
... Das Größte dabei ist jedoch der angedachte Preis von 100,- Euro (!!).
In der Schweiz kommen die mit über 65% weniger aus und machen offensichtlich auch keinen Verlust.

Meines Wissens machen die CH derzeit sehr wohl "Verlust" mit der Infrastruktur - nicht umsonst wurde über eine Erhöhung abgestimmt, die aber negativ ausging, da die Beträge aus der Erhöhung wohl nicht in die Instandhaltung der Strassen gehen sollte, sondern für das Stopfen von Geldlöchern bei der SBB geplant war. Das haben die Schweizer wohl nicht akzeptiert. Das zumindest die Info von meinen CH-Arbeitskollegen.
 
Meines Wissens machen die CH derzeit sehr wohl "Verlust" mit der Infrastruktur - nicht umsonst wurde über eine Erhöhung abgestimmt, die aber negativ ausging, da die Beträge aus der Erhöhung wohl nicht in die Instandhaltung der Strassen gehen sollte, sondern für das Stopfen von Geldlöchern bei der SBB geplant war. Das haben die Schweizer wohl nicht akzeptiert. Das zumindest die Info von meinen CH-Arbeitskollegen.

Infrastruktur?
Machen die Schweizer jetzt Verlust mit der Verwaltung der Maut oder reicht die Maut nicht um die Straßen instandzuhalten?

In Deutschland sehe ich die Maut nur als kleinen Zuschuss zu den tatsächlichen Instandhaltungskosten.
Hier und an andere Stelle wird aber des öfteren angeführt, dass in D die Verwaltungskosten höher sein werden als die Einnahmen.
 
Infrastruktur?
Machen die Schweizer jetzt Verlust mit der Verwaltung der Maut oder reicht die Maut nicht um die Straßen instandzuhalten?

Natürlich für die Instandhaltung der Strassen, ... Ich denke, die Verwaltung von dem Aufkleber wird nicht soviel Geld kosten, da es sich seit Jahren eingespielt hat.
 
... Hier und an andere Stelle wird aber des öfteren angeführt, dass in D die Verwaltungskosten höher sein werden als die Einnahmen.

Genauer gesagt wird angeführt, dass der Betrieb des Mautsystems hierzulande unwirtschaftlich sein könnte. Dazu dürfte ein Vergleich mit der Schweiz auch allenfalls Indizwirkung haben. ;)

Wie gesagt: Das müsste eben ordentlich geplant und umgesetzt werden, damit es sich rechnet. :) :-)
 
Da wir weder wissen wie hoch die eingetriebene Maut ausfallen noch wie kompliziert der dahinterliegende Modus sein wird, kann man kaum etwas über das Verhältnis Einnahmen / Verwaltungskosten sagen. Ich bin mir aber sicher, dass sich - wenn die Maut denn kommt - ein Weg findet, der das Ganze wirtschaftlich möglichst negativ ausgehen lassen wird, entsprechend komplizierte Vorschläge gibt es ja schon von höchster Stelle.

Wenn ich allerdings drauf wetten sollte, würde ich sagen, dass das Ganze wegen EU-Recht am Ende unter den Tisch fällt, das ja jede Kompensation, auch mit Steuern, verbietet (so liest man jedenfalls immer mal wieder). Und so dumm, die CSU zum Geburtshelfer einer für alle zusätzlich belastenden PKW-Maut zu machen, ist unser weißblauer Populismuskönig dann doch wieder nicht.
 
Für Vergleich mit A/CH lest mal so ab Seite 6, für die richtig interessierten würde ich ab Seite 1 empfehlen ;)

Jetzt klink ich mich aus...

(Trotzdem) LG
 
Genauer gesagt wird angeführt, dass der Betrieb des Mautsystems hierzulande unwirtschaftlich sein könnte. Dazu dürfte ein Vergleich mit der Schweiz auch allenfalls haben. ;)

Wie gesagt: Das müsste eben ordentlich geplant und umgesetzt werden, damit es sich rechnet. :) :-)

.... offensichtlich wurde das in der Schweiz für 40 Franken (ca.33 Euro) im Jahr ordentlich geplant und umgesetzt. :t
 
Die Schweiz bekommt Vieles sehr ordentlich hin, womit "wir" und hier herzlich schwer tun. :X

Was die Maut betrifft, so sind die Infrastrukturen beider Staaten aber womöglich nicht vollständig vergleichbar. Auch spielt es eine gewisse Rolle, dass die Schweiz nicht den EU-rechtlichen Anforderungen unterliegt.
 
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