Oh mein Gott, nicht schon wieder...

AW: Oh mein Gott, nicht schon wieder...

Ich habe mal in einer Reportage gehört, daß man davon ausgeht daß etwa 1% der Bevölkerung unter Persönlichkeitsstörungen leiden sollen, die auch solche Täter meist auszeichnen. Das wären dann ca. 800.000....

Um die Dramatik des Skripts eines Journalisten zu unterstützen funktioniert solch eine Untersuchung selbstredend sehr gut. Wer hier "man" ist, der von solchen Tatsachen ausgeht und mit welchen Grundlagen solche Schlüsse gezogen werden ist wohl dem Großteil der Bevölkerung unbekannt - Fakten die undurchsichtig sind wirken wunderbar.

Nach dem Standardwerk der Persönlichkeitsstörungen (das jährlich um viele Seiten wächst) lässt sich mit ein wenig Kreativität bei der Diagnose bei 100% der Weltbevölkerung eine Persönlichkeitsstörung diagnostizieren.


Zum Thema Waffengesetz: Das deutsche ist hervorragend. Punkt.

Ballerspiele. Wieviele Millionen Jugendliche bilden dieser Schlussfolgerung nach hier ein Gefahrenpotential? Schwachsinn.


Hinter einer Tat steht einfach immer nur eine Absicht. Die Einflüsse die bei einer Person dann zu solch einer Auswirkung führen sind derart vielfältig dass ich so etwas nicht mit einer Antwort wie: Ballerspiel, Schulsystem, Waffengesetz, etc erklären würde. Um erklären geht es hier auch nicht, höchstens beim Quotemachen der TV Sender. Es sollte dann eher mal um Lösungen und Verstehen gehen. Wenn man die Äußerungen einiger Politiker nach dem Vorfall von Erfurt mit den danach erfolgten Resultaten vergleicht mag man vielleicht schneller nachvollziehen weshalb sich solche Tragödien wiederholen werden. Es passiert wenig. Als Einfluss würde ich dann höchstens Columbine anführen. Als Hype, so schrecklich das auch klingen mag.

Wie eine solche kleine Stadt auf lange Zeit gebranntmarkt bleiben wird und welche Auswirkungen das haben wird macht mich ebenso wie das Mitgefühl zu den Angehörigen sehr betroffen. Ich habe Familie in Winnenden und empfand das schon am Telefon sehr bedrückend. Vielleicht bringt das Geschrei und Getöse dieses Mal auch Veränderung.
 
AW: Oh mein Gott, nicht schon wieder...

deswegen bin ich dafür, dass die waffengesetze gelockert werden und jeder in der öffentlichkeit ne waffe tragen darf, weil dann kommts zu solchen "unglücken" erstgarnicht.

mit nem lockeren waffengesetzt hätten andere schüler auch waffen und dem spektakel nach dem ersten schuss schon ein ende setzen können :t

mal im ernst - ballerspiele sind bestimmt nicht der auslöser für solche amokläufe. da steckt schon mehr dahinter und zu 99% liegts wohl am elternhaus.
 
AW: Oh mein Gott, nicht schon wieder...

deswegen bin ich dafür, dass die waffengesetze gelockert werden und jeder in der öffentlichkeit ne waffe tragen darf, weil dann kommts zu solchen "unglücken" erstgarnicht.

mit nem lockeren waffengesetzt hätten andere schüler auch waffen und dem spektakel nach dem ersten schuss schon ein ende setzen können :t

mal im ernst - ballerspiele sind bestimmt nicht der auslöser für solche amokläufe. da steckt schon mehr dahinter und zu 99% liegts wohl am elternhaus.


hm konnte die ironie nich wirklich raus lesen....
da war doch eine versteckt oder....???&:
 
AW: Oh mein Gott, nicht schon wieder...

Mit sicherheit war da Ironie versteckt,


aber ich werf mal was in den Raum.

In der Schweiz müsste doch eigentlich jeder der in der Armee war/ist ein Sturmgewehr zu hause liegen haben oder?
Seltsamerweise hört man aus der Schweiz nie solche derartigen Vorfälle. (gut, kann natürlich sein das ichs einfach nicht mitbekomm oder totgeschwiegen wird)

Aber wundern kann man sich schon drüber, und wir hier in Deutschland mit einem der schärfsten Waffengesetze überhaupt sind anscheinend besonders gefährdert.

Mal im Ernst, jeder Sportschütze ist verpflichtet, seine Waffen in einem Panzerschrank einer bestimmten Sicherheitsklasse aufzubewahren. Die Munition ist gesondert von den Waffen in einem Extra Tresor der einzeln abschließbar ist aufzubewahren. Logischerweise sollte man die Schlüssel dazu nicht an den Schrank hängen damit auch wirklich jeder rankommt.

Für mich ist hier eindeutig in diesem Fall der Vater der allein Verantwortliche.
1. Waffen nicht vorschriftsmäßig gesichert
2. Munition nicht vorschritsmäßig gesichert
3. Vater hat Sohn scheinbar gezeigt wie man´s macht.
4. Erziehung (kann sein, muss nicht)

Im übrigen bin ich selber im Schützenverein und ich kenne keinen einzigen meiner Schützenkameraden der soviele Knarren zu hause hatt. 2 - 4 ist normal für verschiedene Disziplinen (KK, GK evtl. noch Langwaffen wobei man die auch nicht überall in jedem Schützenverein schießen darf.) Je nach Standlänge etc und wofür das ganze ausgelegt ist.
 
AW: Oh mein Gott, nicht schon wieder...

Gleichzeitig """" wir uns aber über die lauten, aufbrausenden Südländer auf. Gabs da schonmal ähnliche Amokläufe? Nicht dass ich wüsste...
Die schaffen entstehende Probleme nämlich sofort aus Welt und fressen sie nicht in sich hinein wie unser eins.
:g:g:g
ja genau, die sprengen sich naemlich sofort in die Luft und reissen dutzende unschuldige mit in den Tod z.B. Irak...

Zitat von Z on Speed
deswegen bin ich dafür, dass die waffengesetze gelockert werden und jeder in der öffentlichkeit ne waffe tragen darf, weil dann kommts zu solchen "unglücken" erstgarnicht.

mit nem lockeren waffengesetzt hätten andere schüler auch waffen und dem spektakel nach dem ersten schuss schon ein ende setzen können :t

interessanter Ansatz, so aehnlich ist ja auch der Argumentation der NRA (National Rifle Organisation)
 
AW: Oh mein Gott, nicht schon wieder...

:g:g:g
ja genau, die sprengen sich naemlich sofort in die Luft und reissen dutzende unschuldige mit in den Tod z.B. Irak...

Tja, ich hab zB nicht mitbekommen, wann das letzte mal einer an der Rütli-Schule in Berlin zig seiner Mitschüler abgemetzelt hat. Vielleciht weisst Du ja mehr..,.
Die wahren Problemschulen scheinen mir eher süddeustche Realschulen, bayerische Internate oder Gymnasien zu sein. Da gibts irgendwie mehr Tote als in den bösen, bösen Problemvierteln.

Rufe nach mehr Waffen sind natürlich von enormer Denkunfähigkeit geprägt :M
 
AW: Oh mein Gott, nicht schon wieder...

Hmm, ich greife hier niemanden persönlich an. Dumm finde ich nur eine andere Meinung nicht akzeptieren zu können.

Sorry, damit meinte ich nicht dich und niemanden hier aus dem Forum, sondern Politiker. Hätte ich ergänzend dazu schreiben sollen!
 
AW: Oh mein Gott, nicht schon wieder...

interessanter Ansatz, so aehnlich ist ja auch der Argumentation der NRA (National Rifle Organisation)

auch mit "aufbrausenden Südländern" war ich z.B. eher in der italienischen Eck als Nahost... aber gut, anderes Thema
 
AW: Oh mein Gott, nicht schon wieder...

Kanada (und viele andere Nationen) haben aehnlich "lasche" Waffengesetze wie die USA => der Rückschluß ist also nicht richtig

auch mit "aufbrausenden Südländern" war ich z.B. eher in der italienischen Ecke also Nahost... aber gut, anderes Thema
o.k. dann stimmt das schon was du schreibst :)
 
AW: Oh mein Gott, nicht schon wieder...

95% der Waffen, mit denen Amokläufe durchgeführt sind, sind legal erworben...

http://de.statista.com/statistik/daten/studie/1870/umfrage/herkunft-der-waffe-bei-amoklaeufen/

Von den 17 "folgenschwersten" Amokläufen fanden 8 in den USA statt, dem Land mit den laschesten Waffengesetzen.

http://de.statista.com/statistik/da...klaeufen-in-westlichen-demokratien-seit-1966/

Nur mal so als Denkanstoß.

Wenn Statistik, dann richtig.

3 von den 17 fanden in der Bundesrepublik Deutschland statt, mit den schärfsten Waffengesetzen. Wenn man mal davon ausgeht, dass in den USA 3-mal soviel Menschen leben, läßt sich die Rate in Deutschland auf 9 hochrechnen und damit dann mehr als im Land mit den laschesten Gesetzen. Glaube keiner Statistik, die du nicht selber gefälscht hast....
 
AW: Oh mein Gott, nicht schon wieder...

Mal was anderes. Hat sich mal jemand Gedanken über den ganzen Ablauf gemacht? Ich leider schon und ich frage mich: Wie kann es sein, dass eintausend(!) Polizeibeamte inkl. SEK hinter einem(!) Jungen her waren, trotzdem weitere Menschen sterben mussten, zwei Polizeibeamte schwer verletzt wurden und man es lediglich geschafft hat, dem Amokläufer einen Beinschuss zu verpassen, woraufhin er sich selbst gerichtet hat. Ich weiß nicht, aber irgendwie hört sich das für mich nach einem Armutszeugnis an. Lasse mich aber gerne berichtigen - was meint ihr dazu?
 
AW: Oh mein Gott, nicht schon wieder...

Wenn der ne Geisel hatte, kannste den ned einfach übern haufen braten.

Außerdem sind die 1000 Polizisten ned alle auf einem Fleck sondern über n relativ großes Gebiet verstreut zwecks absperrung etc. Somit dürften 98 Prozent der eingesetzten Polizsten überhaupt keinen Kontakt zu dem Amokläufer gehabt haben.

Der Polizei zu gute halten kann man das sie scheinbar innerhalb von 5 Minuten nach den ersten Schüssen bereits im Schulgebäude war und 10 weitere Minuten waren bereits die Einsatzkommandos vor Ort.

Der Typ ging mit ziemlicher sicherheit davon aus das die Polizei erst in 15 Minuten überhaupt vor Ort sein kann somit hätten es sicher noch viele weitere Opfer werden können.

Also auf die Polizei würd ich jetz nicht schimpfen.
 
AW: Oh mein Gott, nicht schon wieder...

Um die Dramatik des Skripts eines Journalisten zu unterstützen funktioniert solch eine Untersuchung selbstredend sehr gut. Wer hier "man" ist, der von solchen Tatsachen ausgeht und mit welchen Grundlagen solche Schlüsse gezogen werden ist wohl dem Großteil der Bevölkerung unbekannt - Fakten die undurchsichtig sind wirken wunderbar.

Nach dem Standardwerk der Persönlichkeitsstörungen (das jährlich um viele Seiten wächst) lässt sich mit ein wenig Kreativität bei der Diagnose bei 100% der Weltbevölkerung eine Persönlichkeitsstörung diagnostizieren.


Zum Thema Waffengesetz: Das deutsche ist hervorragend. Punkt.

Ballerspiele. Wieviele Millionen Jugendliche bilden dieser Schlussfolgerung nach hier ein Gefahrenpotential? Schwachsinn.


Hinter einer Tat steht einfach immer nur eine Absicht. Die Einflüsse die bei einer Person dann zu solch einer Auswirkung führen sind derart vielfältig dass ich so etwas nicht mit einer Antwort wie: Ballerspiel, Schulsystem, Waffengesetz, etc erklären würde. Um erklären geht es hier auch nicht, höchstens beim Quotemachen der TV Sender. Es sollte dann eher mal um Lösungen und Verstehen gehen. Wenn man die Äußerungen einiger Politiker nach dem Vorfall von Erfurt mit den danach erfolgten Resultaten vergleicht mag man vielleicht schneller nachvollziehen weshalb sich solche Tragödien wiederholen werden. Es passiert wenig. Als Einfluss würde ich dann höchstens Columbine anführen. Als Hype, so schrecklich das auch klingen mag.

Wie eine solche kleine Stadt auf lange Zeit gebranntmarkt bleiben wird und welche Auswirkungen das haben wird macht mich ebenso wie das Mitgefühl zu den Angehörigen sehr betroffen. Ich habe Familie in Winnenden und empfand das schon am Telefon sehr bedrückend. Vielleicht bringt das Geschrei und Getöse dieses Mal auch Veränderung.

Ich glaube es geht hier weniger um 1% oder 0,5 oder 0,1%, sondern schlicht um die Tatsache daß es leider eine relativ besorgniserregende Anzahl von augenscheinlich "ganz normalen" Menschen gibt, die leider einen gewaltigen Platten in der Großhirnrinde haben.

Menschen, die prinzipiell so disponiert sind, daß sie ähnliches tun könnten.

Und das macht mir persönlich schon ein wenig Angst, da zu diesem sicherlich schon immer vorhandenen Potential innerhalb der Gesellschaft diverse Rahmenbedingungen kommen, die insgesamt zu einer steigenden Anzahl derartiger Vorfälle führen.

Mit Rahmenbedingungen meine ich Defizite in der Erziehung was Werte und den Respekt vor menschlichem Leben angeht, eine gewisse "Sinnlosigkeit" des Daseins wie es wohl manche heutzutage empfinden, eine Informationstechnologie die jedem Halbaffen die Videos aus Littleton zugänglich macht, Computerspiele bei denen nicht jeder die Trennung zwischen Fiktion und Realität hinbekommt und und und.

Wenn dann noch die Wummen gut zugänglich im Haus lagern, dann haben wir den vorliegenden Fall.

Ich weiß leider auch kein Patentrezept :#
 
AW: Oh mein Gott, nicht schon wieder...

hab ja nüscht jeschimpft :M
Nur wenn ich sowas lese...
"Dort erschoss er in einem Autohaus zwei weitere Passanten und lieferte er sich einen Schusswechsel mit der Polizei. Dabei wurden zwei Polizisten schwer verletzt. Nachdem er selbst am Bein getroffen wurde, schoss Tim K. sich selbst in den Kopf."
... mache ich mir schon Gedanken.
 
AW: Oh mein Gott, nicht schon wieder...

Schimpfen könnte man auf:

- die Presse - Sensationsjournalismus (man muss sich nur mal die erste Seite der heutigen BILD-Zeitung anschauen (ja, beim Zigaretten holen in der Tankstelle ist die unübersehbar ausgelegt))
- die "betroffenen" Politiker, die sich mit neuen Präventionsvorschlägen (ob sinnvoll oder nicht) überbieten und so eine grausame Tat im Hinterkopf bereits in den Wahlkampf einbauen. Warum ist von diesen "schlauen" Leuten vorher keiner mit seinen Vorschlägen gekommen.....b:?
- die Sensationsgeilen :X, die sich mit "Details" und "zurverfügungstellen von Bildern" übertreffen
 
AW: Oh mein Gott, nicht schon wieder...

hab ja nüscht jeschimpft :M
Nur wenn ich sowas lese...
"Dort erschoss er in einem Autohaus zwei weitere Passanten und lieferte er sich einen Schusswechsel mit der Polizei. Dabei wurden zwei Polizisten schwer verletzt. Nachdem er selbst am Bein getroffen wurde, schoss Tim K. sich selbst in den Kopf."
... mache ich mir schon Gedanken.

Dann mach dir mal (losgelöst von der Fernsehwelt) Gedanken darüber, wie du denn uniformiert und somit für den Täter erkennbar, dich verhalten würdest. Der Polizist kennt seinen Gegener gar nicht, weiß nicht wie er aussieht, wie er bekleidet ist und wo er sich aufhält. Dazu ausgestattet mit einer 9mm Kurzwaffe, mit der man unter Schießstandbedingungen auf max. 20m schießt (mehr oder weniger erfolgreich).

Z.B. die Situation im Autohaus: spärliche Information über ein analoges Funksystem ohne Kopfhörer, MG, MP, 17-25 Jahre, einer oder mehrere Täter. Oder glaubst du die Polizei hätte andere Info's gehabt! Dann ein Autohaus im Gewerbegebiet. Trubel, Schrei, Passanten, Tote, Personal und ein unübersichtliches Gelände und dazu noch unbekannt. Wie soll man als "normaler" und auch entsprechend ausgestatteter Polizist jetzt vorgehen? Schließlich hat man ja auch nur einen Versuch!
Mit einer Rolle vorwärts, über ein Auto gehechtet und in einer Drehbewegung den Täter im Spiegelglas sehend erschießen funzt nur bei Cobra 11.
Die Wirklichkeit ist eine beschissene Situation ohne Spielregeln mit einem gewaltigen Vorteil für den Täter.

Z.B. die Situation Schule: Hier waren scheinbar nach 2 Minuten Krisenteams vor Ort.
Mit Krisenteams meint man aber "normale" Streifenwagenbesatzungen und keine Spezialeinsatzkräfte. Nach Erfurt wurde umgedacht: Nicht mehr der erste beurteilt die Lage und meldet bis Verstärkung eintrifft. Nein, der erste geht rein, kümmert sich nicht um schreiende, verletzte oder tote Personen; er fühlt noch nicht mal den Puls, sondern er versucht den Täter zu finden, ggf. zu töten.
Aber mach das mal in einem unbekannten Schulzentrum mit hunderten von hysterischen Personen unter denen sich auch der Täter befinden kann. Du siehst ihn nicht, aber er dich!
....und.... er will dich töten!!!

Respekt für diesen Mut sein eigenes Leben einzusetzen.


Gruß
FranCa
 
AW: Oh mein Gott, nicht schon wieder...

@ zqp klar gedanken macht sich wohl jeder, aber wir waren eben auch nicht dabei und was uns die presse vorschmeißt auf das kann man sich ja auch nicht verlassen.

Wer weiß warum die Polizei nicht gleich den Typ erledigt hat, hatte sicher mehrere Gründe.

@ tk1710
vollkommen zustimm

Hab gestern scho überlegt was heute die Bildzeitung für eine reißerische Überschrift wählen wird.
 
AW: Oh mein Gott, nicht schon wieder...

@ zqp klar gedanken macht sich wohl jeder, aber wir waren eben auch nicht dabei und was uns die presse vorschmeißt auf das kann man sich ja auch nicht verlassen.

Wer weiß warum die Polizei nicht gleich den Typ erledigt hat, hatte sicher mehrere Gründe.

Da hast du recht. Hier kann man nur spekulieren und das ist ja recht unsinnig. Also vergesst am besten meinen Unsinn :w
 
AW: Oh mein Gott, nicht schon wieder...

Na wenigstens läuft unsere gut geölte Medienmaschine auf Hochtouren. Direkt nach der Tat stellt der Focus und n-TV einen Liveticker zum Amoklauf in das Netz.

Ich hatte heute den Eindruck als ob Deutschland nicht seinen DSDSD sondern seinen Super-Amokläufer sucht – und nicht den Mörder von 12 Jugendlichen. Hunderte Polizisten versetzen eine ansonsten verschlafene Kleinstadt in den Ausnahmezustand. Dutzende Journalisten berichten in reiner Hysterie über ein Ereignis, das die News des Tages sein wird. Da werden Gerüchte und noch ganz anderer Dreck der gierigen Öffentlichkeit zum Fraße vorgeworfen. Die Öffentlichkeit ist wie berauscht – wenn auch vor Entsetzen.

Und natürlich hat auch jeder unserer Bonzen gleich wieder gute Ratschläge parat und gibt seinen Senf dazu

> Senf

Ich könnte kotzen.

Als Leser von Peter Strobl und seinem FAZ-Blog will ich ihm mal nachfolgend zitieren, weil er hat wie so oft den Nagel auf den Kopf getroffen:


"Man braucht kein Prophet zu sein, um die Debatten der nächsten Tage zu prognostizieren. Jetzt werden sogenannte Amoklauf Experten morgens beim Frühstücksfernesehen Erklärungen anbieten, die nur ein Problem haben – rein gar nichts zu erklären. Man wird nach strengeren Waffengesetzen rufen. Man wird die Computerspiele als Jugendverderber beschreiben. Man wird für die Schulen Sozialpädagogen und Schulpsychologen verlangen – die dann aber nie eingestellt werden, weil der Staat bekanntlich kein Geld hat.

Besonders wird man in der Biographie des jugendlichen Mörders nach Gründen für die Tatsache suchen, dass ein Siebzehnjähriger auf die grausige Idee kommen kann, zum Massenmörder zu werden. Ich hör schon wieder, da wird nach der Liebe der Mutter zu ihrem durchgeknallten Sohn gefragt werden – als ob Lieblosigkeit einen zum Massenmörder werden lässt. Den Eltern – und vor allem der Mutter, die sich jetzt die Augen ausheult – wird man ganz ohne Worte vorwerfen, diese Tat nicht verhindert zu haben.

Denn eins ist klar: Den Jungen will man möglichst weit weg bekommen. Wir wollen ihn nicht als unseren Jungen betrachten. Die Debatten der nächsten Tage haben nämlich nur ein Ziel: Möglichst nichts aufzuklären, sondern alles in einer Mischung aus Betroffenheit, Entsetzen und schierem Unverständnis zu ertränken. Wir alten Männer und Frauen in unserer Gesellschaft, die jetzt wieder das Debatten-Kommando übernehmen, wollen nur eins verhindern: Dass diese Tat etwas mit uns und unser Leben zu tun haben könnte. Dass der Junge genauso unser Sohn ist wie der der biologischen Eltern. Dass wir ihm das Leben vorgelebt haben, dass er jetzt mit einem Fanal brutal beendet hat. Wir hatten nicht den Finger mit am Abzug, keine Sorge. Dieser Vorwurf wäre absurd. Aber wir wollen weiterhin gut schlafen können - auch wenn ein Jugendlicher gerade in einem Provinznest zum Groß-Killer geworden ist.

In Wirklichkeit sehen wir in ihm wie in einen Spiegel. Dort erkennen wir in der Fratze seines Großverbrechens unsere eigenen Verhältnisse, die hier in brutalster Weise zum Tanzen gebracht worden sind. Jugendliche erkennen unsere Verlogenheit besser als wir denken. Was reden wir nicht gerne über Werte – von den Zehn Geboten bis zu modernen Dingen wie Solidarität. Davon ist jeden Tag die Rede. Unsere Praxis ist eine andere. Es geht um Konkurrenz und Status, natürlich auch um Geld. Man muss schön sein und attraktiv. Jeder soll das Besondere sein. Pech halt für den, dem es an Status, Attraktivität und Geld mangelt. Der nichts besonderes ist, sondern bloß ein Mensch. Davon wollen wir alten Männer und Frauen – die Eltern unserer Kinder – aber nichts wissen. Vor allem, wenn man noch das Privileg hat darüber in der öffentlichen Debatte reden zu dürfen. Damit ist man ja schon etwas besonderes – und hat nicht die Probleme von Jugendlichen, die mit ihrer Identitätsbildung kämpfen müssen.

Natürlich erklären solche Verhältnisse nicht, warum dieser Siebzehnjährige ausgerechnet heute so ein monströses Verbrechen begangen hat. Das läßt sich auch nicht erklären. Er hat in freiem Willen diese Entscheidung getroffen – und man kann davon ausgehen, dass er sie gut überlegt haben wird. Niemand wird einfach so zum Massenmörder. Er wird seine Vorgeschichte haben wie das bei solchen Tätern üblich ist. Aber es wird nichts nützen, wenn wir jetzt wieder wie nach Erfurt oder Emsdetten in der Biografie der Täter nach den Ursachen suchen. Wir werden sie dort nicht finden. Wahrscheinlich wird es jetzt hektische Debatten darüber geben, ob es keine Vorwarnsysteme für solche jugendlichen Zeitbomben geben kann. Wie wir die Jugendlichen präventiv besser kontrollieren bevor sie zum Mörder werden können. Wie wir ihre Gedanken positiv beeinflussen – etwa durch die Kontrolle des Internets.

Es wird nichts nützen.

Vielmehr müssen wir endlich den Kopf aus den Sand nehmen – und diesen Jungen als unseren Spiegel akzeptieren. Er ist einer von uns. Wir haben ihn zudem gemacht, der er geworden ist – ein Massenmörder. Das ist eine schmerzhafte Erkenntnis. Aber dieser Jugendliche stellt mit seiner Tat Fragen, die sich an uns richten. Sie betreffen nicht nur die Lebenswelt dieses einen Massenmörders, sondern aller Heranwachsenden.

Es ist unsere Welt, in der er zum Mörder geworden ist."

Bernhard
 
AW: Oh mein Gott, nicht schon wieder...

oder zählt Emsdetten mit 37 Verletzten nicht dazu? Intention des Amokläufers war die Gleiche
 
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