Vielleicht sollten wir das mal etwas weitgefasster sehen, und nicht nur mit dem üblichen Tunnelblick aus unserer Ecke daran gehen. Ja, richtig, die Kirche hat viele Fehler gemacht und ist in vielen Fällen den erforderlichen Aufarbeitungsansprüchen wirklich bei weitem nicht entsprechend begegnet, allerdings betreibt sie eine etwas (inzwischen, das war vor 150 Jahren noch nicht so) friedliebendere Missionierung in vielen Entwicklungsländern und stellt damit den dort lebenden Menschen einen Glauben zur Verfügung, der nicht sofort Steinigung oder Hand-Abhacken bei Fehltritten bedeutet.Oder möchtest Du viele Länder, wo die Menschen hungern und im Glauben einen Halt finden, den radikalen Islamisten überlassen ?
Bitte nicht falsch verstehen, ich bin auch eher weniger dem Christentum verbunden, und glaube auch dass ein Übel der Menschheit die Religionen bzw. die teilweise sehr eindeutig ausgelegte Deutung ist. Aber wir können den Kopf nicht in den Sand stecken, und ein Teil unseres westlichen Wertesystems hat auch mit dem Christentum zu tun.
Wahabismus - die westliche Welt macht übrigens Geschäfte mit Saudiarabien -, Salafisten und und und .... darf man nicht mit einem Islam vergleichen, der noch vor 200 Jahren sehr weltoffen war, die Wissenschaften förderte (also nicht als ketzerisch darstellte) die in dieser Zeit Ihresgleichen suchten. Auch war die Literatur nicht zensiert und voller Erotik

und mehr als liberal (jeder durfte dort seinen Glauben ausüben, ob nun christlich oder jüdisch und und und .... )
Wenn man diese Gebiete einfach mal nach dem Reißbrettschema territorial zerhackstückt hat (und das waren christliche westl. Staaten) und einen weitverbreiteten Glauben als sündhaft darstellt, da er konträr zu den eigenen Glaubensbekenntnissen steht, erntet man eben genau das, was in der heutigen Zeit rabiate Auswirkungen hat.
Das Christentum besteht aber, genau wie der Islam oder das Judentum nicht nur aus Orthodoxen Kräften. Eine Erziehung zur Angst vor einem allmächtigen Vater, der die Menschen bestraft ist Erziehung zur Paranoia .... und vorallem zu Angst vor dem Leben.
Scharia ist nichts anderes, als wenn sich die westl. aufgeklärten Staaten die Wiedereinführung der Todestrafe wünschen .... Auge um Auge, Zahn um Zahn .... Und der größte Schreihals der westl. Welt tötet noch immer (sogar Unschuldige) unter dem Deckmäntelchen eines "fortschrittlichen" Rechtssystems bei dem ausgewählte Bürger über Leben und Tod entscheiden ....
Egal in welcher Richtung des Glaubens, der Fisch fängt am Kopf zu stinken an ...
Radikaler Islamismus ist ebenso töricht, wie das Ausbilden von Exorzisten durch den Vatikan ....
Ich bin aufgrund meiner Herkunft auch christlich geprägt und fühle mich dadurch (weil man es eben kennt) auch in der westl. Welt besser zurecht als in Ländern des Islam also dort zu leben.
Egal wer hier in Deutschland lebt, es sind für mich christliche Deutsche, muslimische Deutsche, jüdische Deutsche .... oder meinetwegen auch Menschen die zugereist sind (so wie soviele US Bürger, die in Deutschland leben, also auch nen Migrationshintergrund haben. da kenne ich einige, die es auch nicht nötig haben die deutsche Sprache zu lernen)
Wenn für mich ein Mensch ein Idiot ist, dann mit Sicherheit nicht aufgrund seiner Religion oder seines kulturellen Hintergrundes, sondern als Mensch. Und vor diesen Idioten ist nun mal keine Religion gefeit