Nein, Motoren fahren nicht immer an der Klopfgrenze.
Der Motor hat einen oder mehrere Klopfsensoren. Die können nur melden, "dass" es klopft, "wenn" es klopft. Aber genau dies soll ja vermieden werden. Ein Motor darf möglichst niemals klopfen. Somit sollte ein Motor nie "an der" Regelgrenze fahren, sondern immer im sicheren Bereich darunter.
Dazu hilft ihm der Zündwinkel. Wenn sich Sprit super komprimieren lässt, kann man ihn deutlich vor dem oberen Totpunkt zünden. Dabei ist die Komprimierung durch das Zünden gemeint, nicht die Kompression des Motors!
Denn wenn das Gemisch explodiert steigt der Druck im Brennraum mit der sich ausfreitenden Flammenfront an. Die Flammenfront breitet sich nach außen zu den Zylinderwänden hin aus.
Minderwertiger Sprit neigt dazu beim zu hoher Komprimierung sich selber zu zünden.
... also kann es passieren, dass sich an der Zylinderwand eine gegenläufige Flammenfront ausbildet.
Zwei Flammenfronten bedeuten einen noch deutlicheren Druckanstieg und hat zur Folge, dass noch vor dem oberen Totpunkt der Maximaldruck erreicht ist. Der immernoch hochlaufende Kolben bekommt also den vollen Druck des Arbeitstaktes ab.
... jede einzelne klopfende Verbrennung schadet dem Motor und fördert den Verschleiß massiv.
Sobald die von den Klopfsensoren gemeldeteten Vibrationen nicht ins Muster passen, muss der Zündzeitpunkt nach hinten verstellt werden. Dadurch arbeitet der Motor natürlich nicht mehr im optimalen Arbeitsbereich.
Da es logisch ist, dass für mindestens 400 km kein hochwertiger Sprit im Tank sein wird, braucht es auch gar nicht zu versuchen den Zündzeitpunkt früher zu legen ... klopft doch eh wieder und das ist schädlich.
Die Regelzyklen liegen bei deutlich über 400 km - unter ganz bestimmten Betriebsbedingungen sind sie kürzer.
Das mit dem Zündzeitpunkt ist aber nicht so, dass generell bei einem festen Zündzeitpunkt gezüdet wird, nein - die Zündwinkel werden ständig verändert in Abhängigkeit von der Last und der Drehzahl.
Bei schlechtem Sprit sind alle Zündwinkel (Teil der Zündkennfelder!) um einen bestimmten Betrag nach hinten geschoben.
... aber auch über das Drehzahl/Last-Kennfeld verschieden ...
Daraus folgt, dass im Motorsteuergerät mehrere Zündkennfelder abgelegt sind.
... und genau da drehen die Tuner dran. (mehrere Kennfelder für mehrere Parameter, wie auch z.B. für die Einspritzzeiten)
Früher ging das auch mal ohne Kennfelder - da war alles egal. Aber da war nicht ansatzweise daran zu denken für strenge Abgasnormen die möglichst vollständige Verbrennung des Sprits zu gewährleisten.
Ich denke auch, dass genau das aufgetreten ist.