AW: Unfall in Krefeld
Möchte hier auch mal meinen Senf dazu geben:
- Bei Betrachtung der "Baustellensituation" ist dort nur zu erkennen, dass sich wohl am linken Fahrbahnrand Verschmutzungen/Schäden befinden die mit Baken gesichert wurden. Ein grundsätzliches Befahren der Spur ist aber möglich/zulässig.
- Das hier ein 2-spuriges Rechtsabbiegen möglich ist, liegt auf der Hand. Rechtsabbiegerschild und Ampel auf der linken Seite. Logisch gedacht: Was wäre, wenn hier ein Fahrer eigentlich nach Links abbiegen will und vorne hin fährt und dort feststellt, dass er dort nur nach rechts darf.
- Pfeile auf der Richtungsfahrbahn haben keinen zwingenden Charakter und stellen nur eine Empfehlung dar. Theoretisch könnte man an einer 4 - spurigen Straße von der ganz linken Spur aus Rechts abbiegen. Macht man natürlich nicht, aber wie gesagt, Pfeile am Boden sind nicht bindend.
- Der Passatfahrer biegt von der rechten Spur ab und hat sich auf die rechte Spur einzuodnen. Ein sofortiges rüberziehen auf die linke Spur ist ein Spurwechsel, bei dem die Regeln für Spurwechsel eingehalten werden müssen.
Selbst wenn der Abbiegevorgang von Ahmet nicht sauber gewesen sein sollte, so hat der Passat klar die Regel missachtet und seine Spur gewechselt, ohne sich zu vergewissern ob dort nicht schon jemand ist.
Wichtig ist der Ort des Zusammenstoßes. Soweit ich erkennen kann liegt dieser schon innerhalb der 2 Fahrspuren und nicht mehr im Kreuzungsbereich. Somit ist eigentlich egal, woher Ahmed gekommen ist. Fakt ist: Der Passatfahrer hat die Spur gewechselt und ist Ahmed reingefahren. Was vorher war ist so ziemlich egal. Anders, wenn der Unfall im Kreuzungsbereich, also vor der Fussgängerquerung passiert wäre.
Dass sich beide da etwas stur verhalten haben mag sein, auch dass sie sich ein "Ampelrennen geliefert" haben.
Ich denke nur, die Sache ging ziemlich schnell über die Bühne. Beschleunigung, Lenkrad festkrallen, einlenken, Bummm,???, !!!!....
So richtig kapiert hat das erst jeder nachdem der "Tunnelblick" wieder weg war.
PS: An die ganzen Moralapostel hier. Egal ob 18, 28, oder 80. Egal ob Z3, Z4, Z8. Egal ob 170 PS, 300 oder 500 PS. Wir fahren sportlich und schnell anmutende (und fahrende) Autos. Wir werden im von Mitbürgern, Zeugen, Polizisten, Richtern, usw. immer den kürzeren ziehen. Wir sind Raser, waren zu schnell, Verkehrsrüpel, ... Es ist völlig egal wie "rücksichtsvoll" ihr euren Z bewegt, wenn es hart auf hart kommt, werdet ihr immer in die Ecke abgeschoben (und sei es nur aus taktischen Gründen). Dazu kommt, dass man als Fahrer eines solchen "Sportwagen" eine ganz andere Straßenverkehrsnutzung an den Tag legt als ein "Normalfahrer". Wie oft hatte ich den Fall schon, dass mich einen "Normalfahrer" nicht auf der Nebenspur vermutet hat und einfach die Spur wechseln wollt. Die "Normalfahrer" kommen mit unseren Beschleunigungs- und Bremswerten nicht zurecht. Dadurch entstehen zwangsläufig "blöde" Situationen. Wenn ich auf eine Autobahn abfahre, dann habe ich auf höhe der Einmündung in die AB halt nicht nur 70 drauf sondern 120. Wenn dann einer von der linken Spur auf die Rechte wechselt und nicht nochmal schaut, dann fahre ich bereits vorschriftsmäßig auf der rechten Spur und er hat es nicht gemerkt... somit muss ich deutlich mehr Vorsicht walten lassen als der andere Autofahrer.
Folge: Ich muss immer 2 mal mehr denken als andere Verkehrsteilnehmer. Diesen Vorwurf kann ich Ahmed machen, dass er das nicht bedacht hatte. Wobei ich in seiner Situation womöglich das Gleiche getan hätte und nicht daran geglaubt hätte, dass mir der einfach rein fährt...