AW: Unfall in Krefeld
So.. nach all den vielen (mehr oder weniger...

) schlauen Kommentaren hier nochmal etwas Senf von mir dazu:
wie schon geschrieben, sah es für mich zunächst auch nicht so ganz klar aus, wie die Sache zu sehen ist.
Vermutlich gibt es hier auch tats. "erweiterten Ermessungsspielraum" für den Richter.
Wenn Ahmet Glück hat, bekommt er einen Richter, der NICHT dem typ. (und manchmal auch zutreffenden) Vorurteil
unterliegt, was jugendliche Fahrer mit PS-starken Autos (+ zus. "Migrations-Hintergrund") angeht.
Ich wünsche es ihm.
Klar ist, dass sich hier zwei "gefunden" haben und der Unfall hätte vermieden werden können, wenn sich beide
korrekt verhlaten hätten und den "obersten Grundsatz" (= gegenseitige Rücksichtnahme) beherzigt hätten.
Haben sie aber beide nicht, daher empfände ich es aus meinem "Gerechtigkeits-Empfinden" (nicht gleichzusetzen
mit RECHTS-Empfinden!) heraus richtig, wenn beide eine Teilschuld bekämen.
Über die Aufteilung der %-Anteile sag ich jetzt mal nichts - das wird von der Sicht der tats. Verkehrssituation heraus
beurteilt werden.
Wäre ich an Ahmets Stelle, würde ich (klar, 100% Wahrheits-gemäss

) so argumentieren:
als Ortskundiger wusste er, dass die linke Spur im Normalfall nicht zum Rechtsabbiegen da ist.
Er wollte auch ursprünglich nicht Rechts fahren, weshalb er sich auf der linken Spur eingeordnet hatte
(logisch: zum links bzw. geradeaus Fahren).
Die Spur war für ihn nicht als gesperrt zu erkennen. Die Barken waren für ihn klar als Warnung vor der verschmutzten
Fahrbahn aufgestellt.
Ein Befahren war aber wohl weiter möglich und auch zulässig.
Erst ganz vorne war für ihn das temporär aufgestellte Schild zu erkkennen, dass aktuell nur rechts abgebogen werden
darf (siehe Bild in Post # 187) - gültig auch für die linke Spur, so wie es dort steht.
Und da er sich vorschriftsmässig verhalten wollte, MUSSTE er also entgegen seiner eigentlichen Absicht (= geradeaus
bzw. links zu fahren) von der linken Spur aus auch rechts abgebogen. Und zwar SEINER Spur folgend.
Völlig überascht wurde er davon, dass der Unfallgegner gleich nach dem Kreuzungsbereich, praktisch noch
im Abbiegevorgang die Spur wechselte und ihn abdrängt und in die Seite fährt.
Wie gesagt: so würde ich argumentieren.... und natürlich nur, wenn's auch so war und zu 100% den Tatsachen entspricht

... dann sollte es zumindest zu einer Teilung der Schuld kommen.
Viel Glück & Grüsse,
Rudi