Du solltest dabei beachten, daß Du Deinen Mehrwert bereits genießt aufgrund der Tatsache, daß Deutschland (wie andere Industrienationen auch) seit Jahrhunderten Nutznießer billiger Rohstoffe, Arbeitskräfte und auch von Exportgewinnen ist.
Allerdings muß ich sagen, daß mir eine wirtschaftliche Betrachtung einer solchen Situation nur schwer in den Sinn kommt.
Wir haben 1986 die Auswirkungen des schweren Erdbebens in Mexico-City erlebt. Damals waren etliche Familienangehörige und viele Freunde dort betroffen. Das hilft einem, einen menschlichen Standpunkt zu solchen Katastrophen einzunehmen.
Den Standpunkt "Lieber versage ich dem Hungernden sein Brot, weil irgendjemand 20 Cent von meinem Euro dazwischen verbraten hat", kann ich kaum akzeptieren. Es gibt genügend Möglichkeiten, zielgerichtet zu spenden und es auch nachzukontrollieren.
Als Beispiel nenne ich mal die Kindernothilfe, über die wir seit fast 30 Jahren Kinder in Lateinamerika unterstützen. Da gibt es konkrete Abrechnungen, die Hilfe und die Entwicklung des einzelnen Kindes ist überprüfbar. Auf diese Weise haben wir schon einer Reihe von Kindern zu einer wesentlich anderen Zukunft verhelfen können, als es ihnen vorherbestimmt war.
Warum willst Du aus der Not anderer Menschen auch noch ein "Wohlbefinden" für Dich ziehen?