Thilo Sarrazin hat wieder zugeschlagen

AW: Thilo Sarrazin hat wieder zugeschlagen

Netter Marketing-Gag, aber auch nicht mehr.
Grundlage einer gesunden Debatte kann dieses Buch jedenfalls nicht sein, denn - aus soziologischer Sicht - einwandfreier Schwachfug.
 
AW: Thilo Sarrazin hat wieder zugeschlagen

WDR2 - heute morgen um ca. 7:20 Uhr. Interview mit dem Vorsitzenden der "Adolf-Grimme-Gesellschaft" zum Thema Sarrazin und der Sendung mit "Beckmann" gestern abend, wo Herr Sarrazin einer der Gäste war (ich habe es nicht gesehen, ist in diesem Zusammenhang auch nicht wichtig).

Aussage des Herrn von der Grimme-Gesellschaft: "In diesem Zusammenhang ist es interessant zu erfahren, dass 70% der e-mails und Anrufe zu dieser Sendung "pro-Sarrazin" gewesen sind."

So denkt also das Volk und ggf. sollte die politische Kaste im Umgang mit diesem Thema kurzfristig umdenken - das Thema von Herrn Sarrazin scheint eine breite Masse sehr zu interessieren. Wenn man es weiter totschweigt, wird die Politikverdrossenheit weiter ansteigen und die Wahlbeteiligungen weiter schwinden.
 
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Netter Marketing-Gag, aber auch nicht mehr.
Grundlage einer gesunden Debatte kann dieses Buch jedenfalls nicht sein, denn - aus soziologischer Sicht - einwandfreier Schwachfug.

Interessant, hast Du es schon gelesen?

Kritiker behaupten, dass viele Thesen schon lange bekannt seien und er wenig Neues gesagt habe. In der Hauptsache entzündet sich die Debatte an der Wortwahl, insbesondere an aus dem Zusammenhang gerissenen Zitaten.
Aufgrund des offensichtlich hohen Intelligenzgrades von Sarrazin gehe ich nicht davon aus, dass ihm auch nur ein einziges provokantes Zitat im Buch "durchgerutscht" ist. Er provoziert bewußt, um die Debatte in Gang zu halten, die von der politisch-korrekten Führungselite unseres Landes totgeschwiegen wird. :)
 
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So denkt also das Volk und ggf. sollte die politische Kaste im Umgang mit diesem Thema kurzfristig umdenken - das Thema von Herrn Sarrazin scheint eine breite Masse sehr zu interessieren. Wenn man es weiter totschweigt, wird die Politikverdrossenheit weiter ansteigen und die Wahlbeteiligungen weiter schwinden.

Das ist der Kern der Sache meiner Meinung nach. Und es ist bedenklich, dass es einer derartigen Provokation von Sarrazin bedarf, um überhaupt die Debatte in Gang zu halten.
Wenn ich jetzt Gabriel höre, dass der Vorstand es sich ja ach so schwer gemacht hat mit dem Parteiausschlußverfahren, kann ich nur mit dem Kopf schütteln. Da wird jemand wegen inhaltlicher Differenzen ausgeschlossen.

Mittlerweile gibt es keine kantigen Politiker mehr, jeder schleift seine Worte drei mal, bevor er dann doch nur die Hälfte davon sagt. Typische Sprüche, wie sie ein Wehner oder Strauß früher vor dem Bundestag losgelassen haben, würden heute zu einem sofortigen selbstgerechten Sturm der Entrüstung incl. Parteiausschluß und Klage führen.

Probleme werden nicht dadurch gelöst, dass gebetsmühlenartig wiederholt wird, dass sie nicht existieren.
 
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Die Sache ist doch dass das Buch keinem hilft. Unsachliche Diffamierungen werden keinen Immigranten dazu bringen sich mehr zu interegrieren, das Gegenteil wird wohl der Fall sein.
Mal ganz davon abtgesehen dass das Problem der zuvielen Immigranten doch jetzt total übertrieben wird.
 
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Mal ganz davon abtgesehen dass das Problem der zuvielen Immigranten doch jetzt total übertrieben wird.

Politikwissenschaftler Stefan Luft im Kölner Stadtanzeiger schrieb:
Nach Berechnungen wird der Ausländeranteil in Deutschland von 1998 bis 2050 von neun auf 27,9 Prozent ansteigen (ohne Staatsbürgerschaftswechsel). In zahlreichen Städten und Stadtteilen wird dies allerdings dazu führen, dass die Anteile derjenigen mit Zuwanderungshintergrund über 50 Prozent liegen werden.
Es ist für mich beim besten Willen nicht vorstellbar, dass sich diese über 50 % in den Großstädten zu Zentren typisch deutscher Kultur entwickeln könnten.

Luft sagt weiter:
Niemand (auch nicht Türken oder Muslime) haben die Deutschen gezwungen, ihre Geburtenraten seit Anfang der 70er Jahre des 20. Jahrhunderts so zu drosseln, dass mehr Deutsche sterben als geboren werden.

Auch das ist wahr, und es darf gesagt werden. Macht Sarrazin allerdings eine Bemerkung über die Geburtenraten von Migranten, wird er als politisch unkorrekt dargestellt.

Quelle: http://www.ksta.de/html/artikel/1281431661475.shtml

Du hast Recht, das Buch alleine hilft keinem, die Probleme zu lösen.

Wenn ich aber lese, dass 70% der email-Zuschriften pro-Sarrazin sind (spiegelt sich hier ja auch wieder), während diejenigen, die die Probleme angehen müßten, von Parteiausschluß und Empörung über die Äußerungen reden, dann kommt vielleicht genau diese Diskrepanz endlich mal ans Tageslicht. Das wäre dann die Basis für eine tatsächliche Diskussion und Maßnahmen.
 
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Noch ein Zitat von Luft:

Eine Hauptursache für die mangelnde Integration einzelner Zuwanderergruppen hinsichtlich Spracherwerb, Bildungswesen und Arbeitsmarkt ist die Tatsache, dass die Bundesrepublik Deutschland (wie andere westliche europäische Länder auch) die Zuwanderung nicht nach Kriterien der Qualifikation gesteuert hat (wie in den USA oder Kanada). Das ist ein Faktum. Die Konsequenzen spüren wir bis heute - zurückdrehen können wir die Entwicklung allerdings nicht.

Das muß man sich auf der Zunge zergehen lassen. Da wird einerseits die politische Korrektheit und faire Behandlung verlangt, andererseits sagt dieses Zitat aber nichts Anderes aus als: Hätten wir die Gelegenheit, es noch einmal zu machen, sollten wir schon bei der Einwanderung kräftig aussieben, so wie es uns andere Länder vorgemacht haben.

Sowas darf man also sagen, wenn aber jemand auf die Folgen dieses nicht erfolgten Aussiebens hinweist, ist das inkorrekt?
 
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...und das Theater geht an anderer Front weiter. Ministerpräsident Platzeck hat in einem Interview "Anschluss" statt "Vereinigung" zur deutschen Einheit gesagt. Was für eine Aufregung... :uhoh:
Dabei ist es doch völlig egal wie man das Kind nennt... Anschluss, Beitritt. Da werden wieder Nebenkriegsschauplätze aufgemacht statt die Probleme zu erkennen und zu lösen.

Genau wie bei Sarrazin. Statt sich mit den zugegebenen teilweise sehr überspitzen Aussagen zu beschäftigen, werden reihenweise in Interviews Beispiele für Integration aufgefahren. Cem Özdemir (Die Grünen), Aygül Özkan (CDU) und allen vornweg Michel Friedman der sich immer und überall aufdrängt wenn auch nur ein Wort im Zusammenhang mit den Juden gesagt wird.

Nur warum schaut niemand der Politiker mal in die Brennpunkte. In Schulen und Bezirke in Berlin, Köln und Frankfurt. Warum können unsere Politiker nicht erkennen, dass Deutschland ein Einwanderungsgesetz benötigt wie es z.B. Canada, die USA oder Australien schon lange haben. Dazu müsste man allerdings ein Rückgrat haben und auch mal unangenehme Dinge aussprechen. Jedoch wie Dieter schon sagte, diese Politiker gibt es leider nicht mehr. Die fähigen gehen von allein.

Und was übrig bleibt zieht sich lieber an kritischen Aussagen Anderer hoch statt die Probleme anzugehen.

....immer die nächste Wahl im Auge.
 
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Die türkischstämmige Sozialwissenschaftlerin Neclá Kelek, die das Buch vorstellte, nahm Sarrazin dagegen in Schutz. "Hier hat ein verantwortungsvoller Bürger bittere Wahrheiten drastisch ausgesprochen und sich um Deutschland einen Kopf gemacht", sagte Kelek. "Um diesen Kopf soll Thilo Sarrazin offensichtlich jetzt kürzer gemacht werden." (dpa)
 
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....immer die nächste Wahl im Auge.

... bei der ich auf die Wahlbeteiligung gespannt bin.....

imgres
 
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Um etwas zum Thema Politiker und Feindkontakt (also Kontakt mit der Realität) beizusteuern.

http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,713759,00.html

Besonders schön finde ich folgendes Zitat:
Als eine andere Schülerin sich beklagt, die Hauptschüler würden das Leistungsniveau drücken, wirft Gabriel ihr ein "entsetzliches" Menschenbild vor. Die Schüler blicken ein wenig verdutzt drein.

Quelle: Artikel bei spon (s.o.)

Wie vieles bei spon mit Vorsicht zu geniessen, aber in das Bild das ich von Politikern habe passt es gut rein.:X

Gruß,

Björn
 
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Diese Meldung passt bestens zum Thema :

Der Einbürgerungstest ein Erfolg. Aber wer ist Christian Wulff?

Der vor zwei Jahren eingeführte Einbürgerungstest für Ausländer hat sich nach Einschätzung des Bundesinnenministeriums bewährt. 98 Prozent der Teilnehmer bestünden den Test im ersten Anlauf.

Die Testfragen würden regelmäßig evaluiert und angepasst. Beispielsweise sei nach der Wahl von Christian Wulff zum Bundespräsidenten die Frage nach dem Staatsoberhaupt kurzfristig herausgenommen worden. "Die Frage erscheint uns momentan etwas zu schwierig"....
Klar, wenn man die Fragen ständig so anpasst, bestehen den Test auch 98% der Teilnehmer. ;) Wenn ich mir da die Einwanderungshürden anderer Länder ansehe... (Arbeitsvertrag, Landessprache, Bürge usw. )
 
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Als ich diesen Thread anklickte, nahm ich schon das Allerschlimmste an...wohl wieder einmal eine
rituelle Empörungs-Schlammschlacht der politisch Oberkorrekten wie man es hier schon
mehrmals erleben konnte?

Weit gefehlt, eine scheuklappenfreie, offene Diskussion, ohne Moralkeulen und Apostel.

Danke! Das lässt hoffen...

Ich werde das Buch jetzt erst einmal lesen, bevor ich weiteren Senf hinzugebe.
 
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Ganz nach dem großen Vorbild vermute ich mal ;)

Es ist eine einfache Masche, auf diese Art und Weise zu suggerieren, Sarrazin hätte gegen alle möglichen Randgruppen was, z.B. Homosexuelle. Das ist für mich keine differenzierte Auseinandersetzung mit dem, was Sarrazin wirklich gesagt hat. Denn das wäre für mich der Sinn einer Satire. So grenzt es nur an Diffamierung.
 
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Gestern bei "Beckmann" 70% mails pro Sarrazin. D.h. für mich, dass sich die politische Führung (Kaste), die sich über diese Thesen ach so aufregt nicht mehr weiß was das Volk empfindet. Wenn sich jedoch die politische Führung soweit vom Volk entfernt, sehe ich das als eine Gefahr für unsere demokratische Grundordnung. Ich stelle mir vor was würde passieren, wenn ich rhetorischer / telegener / demagogischer "Volkspolitiker" auf der politischen Bühne erscheint (Typ: Jörg Haider) und die 70% Stimmung aufnimmt und für seine politischen / machtorientierten Ziele nutzt?

Mario
 
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. Ich stelle mir vor was würde passieren, wenn ich rhetorischer / telegener / demagogischer "Volkspolitiker" auf der politischen Bühne erscheint (Typ: Jörg Haider) und die 70% Stimmung aufnimmt und für seine politischen / machtorientierten Ziele nutzt?

Mario

Dann wird die etablierte Parteienszene vielleicht aufwachen..... ggf. ändert sich dann auch was.....
 
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