Inwieweit hilft die Aussage "Reparaturen ... bei der Ober- und Luxusklasse GANZ ANDERS ausfallen KÖNNEN..."?
Eine Aussage der Art "Ein A8 kostet im Durchschnitt 1000 Euro jährlich mehr an außerplanmäßigen Reparaturen, als ein gleich motorisierter A4" wäre hingegen hilfreich.
Auch wenn es nicht an mich gerichtet war, möchte ich Jans Antwort durch folgendes Beispiel unterstreichen.
Wir haben noch immer 2x den E53 X5 in der Familie, 4.8 und 3.0d. Natürlich könnte man nun diskutieren, ob der alte X5 allgemein nicht mehr gehobene Mittelklasse als Oberklasse war... oder ob nur die V8 eine Anwartschaft auf Letztere haben (über den Preis u.a).
Der 3.0d hat 300tkm, 11 Jahre alt, und bis auf eine Reparatur (kein Tausch) am Turbo um die 500€ wirklich nichts, was ich unter "außergewöhnliche Kosten" anführen würde (2 Windschutzscheiben gingen auf die Versicherung). Wurde als Erstbesitz von der ersten Minute an nie gepflegt, dafür aber mißhandelt am laufenden Band, er kennt keine Garage von innen. Auch der angesprochene Auspuff ist noch original bei der Laufleistung, kein Rost an der Karosserie. Durch das standhafte Beispiel motiviert, griff ich dann vor 2 Jahren zum (zweiten) 4.8, den man durchaus als Schnäppchen bezeichnen kann. Halb so alt, keine 100tkm drauf, offensichtlich gut gepflegter Zustand, seriöser Vorbesitz. In 2 Jahren und 30tkm deutlich über 10k in das Auto versenkt, kam alles aus heiterem Himmel und funktionierte davor tadellos, hatte btw aber bis auf eine Kleinigkeit (~1,5k) nichts mit dem Motor zu tun, leichte Rostansätze obendrein sowohl am Auspuff als auch am Unterboden.
Was kann man daraus an konkreten Zahlen ableiten? Nichts.
Was kann man allgemein herausfiltern? Wurde alles schon gesagt.
Außer vllt, daß man natürlich einige der zu reparierenden Dinge ignorieren hätte können und in Zukunft eben nicht mehr nutzen. Mit der Herangehensweise ist es vllt. nicht ganz so schlimm, aber auch ziemlich unwürdig für so ein Auto.
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Der angesprochene 3.0 TDI A8 vs. 3.0 TDI A4 wäre ja eine dieser "Vernunftsentscheidungen", wenn man eine ältere Oberklasse haben möchte.
Natürlich sieht der nicht so belastend aus gg. den A4 und wenn sich die Sonderausstattung im Rahmen hält, umso besser.
Die andere Sache ist aber das mit der Preis-Leistungs-Gier. Normalerweise braucht man in der Klasse bei den 5-Jährigen und darüber auf den Preis eines gepflegten kleinen Diesels nicht einmal 20% draufschlagen und man hat eines der Topmodelle (darf dann auch ein popeliger V8 statt des V12 sein, wenn man nur zum Arbeitsamt und zurück muß). Und da stellt sich dann natürlich die Frage, wieso darf es nicht auch ein bißchen mehr sein... PS/€ oder Wertverlust vom Neupreis. :) Und wieviel Oberklasse hat man gefühlt, wenn man durchschnittlich motorisierten Mittelklassewagen nicht entschweben kann. 200 PS reichen für alles, aber mit 2 Tonnen fühlt sich das nicht mehr souverän an. Die würde ich dann lieber im A4 fahren ehrlich gesagt.
Wenn man das alles mit "ist mir egal, ich will nur im dicken Kastl gleiten und bleibe ansonsten bescheiden" beantworten kann, ist Deine Rechnung sicherlich nicht so verkehrt.
Nimmt man aber die "richtige" Oberklasse her, also mit Motoren und Funktionen, die sie egtl. erst dazu machen, kommt man da nicht hin.
Achja, eben fiel mir noch ein möglicher Grund für die Unbeliebtheit am Gebrauchtmarkt ein:
Vor 20 Jahren war der tatsächlich hohe Benzinverbrauch sicherlich ein entscheidender Faktor, der sich als Mythos bis heute gehalten hat.
Heute verbrauchen auch diese Autos mE durchaus moderat, allerdings ist die Lücke zur Mittelklasse auch deutlich geringer geworden.
E30 und E32, das sind 2 Welten - v.a auch bei der passiven Sicherheit. Wenn man sich in eine heutige satt ausgestattete C- oder gar E-Klasse setzt - ganz ehrlich - was fehlt und bewegt einen dazu, sich den S zu wünschen und dafür das Kostenrisiko in Kauf zu nehmen?
Gruß,
Marius