Oberklasse Autos günstig als Gebrauchte?

Ah jetzt weiß ich auch worauf du hinaus wolltest... Hab deine Antwort falsch interpretiert.

Was die "Leute" denken ist mir natürlich egal, dann hätte ich mir auch weder einen Z4 noch einen Smart gekauft :D
 
Es ist sicher überwiegend die Angst vor überhöhten Unterhaltskosten, teilweise zurecht, teilweise aber auch gnadenlos überschätzt, die Interessenten abschreckt. Wenn man die gebrauchte Oberklasse mit einer ordentlichen Differenz zur jeweiligen Alternative ansetzt, gewissermassen eine Rückstellung für Dinge, die ein "normales" Auto seinem Besitzer nicht antut, läßt sich das schon entspannt angehen.

Vor allem kann man bei so einem Kauf einiges falsch machen oder der eigenen Gier zum Opfer fallen, da gerade die Oberklassefahrzeuge als Technologieträger das eine oder andere Damoklesschwert verbaut haben. Luftfederung zB hat meist eine überschaubare Lebensdauer und kostet satt. Andererseits gibt es auch Möglichkeiten, Oberklasse finanziell sehr unauffällig zu genießen. Bei den neueren Modellen kenne ich mich nicht wirklich aus, wo die Schwachstellen sind... aber der E38 728i zB war ziemlich kugelsicher, was böse Überraschungen angeht. Tendenziell würde ich meinen, daß durch zunehmenden Technologiewahn die Gelegenheit für Schnäppchen in dem Bereich eher abnimmt, wenn man langfristig was von der Anschaffung haben will.
 
Mein Onkel hat seinen Phaeton damals nach einem Jahr für 60.000€ statt 120.000€ gekauft.
Er musste allerdings erst neulich ein neues Getriebe + der hier angesprochenen Luftfederung zahlen.

Das Auto hat er jetzt seit 7 Jahren und 20.000€ reingesteckt.
Kann man natürlich drüber streiten, ob das viel Geld ist.

Aber wenn ich mir so angucke, wie in meinem alten Scirocco forum reihenweise die VW Motoren verrecken...
 
Tendenziell würde ich meinen, daß durch zunehmenden Technologiewahn die Gelegenheit für Schnäppchen in dem Bereich eher abnimmt, wenn man langfristig was von der Anschaffung haben will.

So sehe ich das auch. Was kaputt gehen kann, wird auch kaputt gehen :M. Ich habe für mich definiert, nur solche Fahrzeuge gebraucht zu kaufen,
die ich mir auch neu leisten könnte. Funktioniert seit 33 Jahren perfekt ! :+
 
Angesichts der Tatsache, dass Oberklasse - Fahrzeuge schon immer (also auch vor der Oberklasse - SUV - Welle) horrenden Wertverlust hatten, ist für mich die Antwort ganz klar die Unwissenheit der Folgekosten im Vergleich zu Mittelklasselimousinen, sowie das von der Gesellschaft aufgezwungene Understatement. Von der geringeren Zuverlässigkeit (3er gg 7er, A4 gg A8) habe ich bisher nichts gehört.

Fragt mal einen lebenslangen VW - Fahrer (Polo, Golf, Passat), was seiner Einschätzung nach eine S430 im Verbrauch, Versicherung, Wartung kostet. Ich denke, da bekommt Ihr durchschnittliche Überschätzungen von 50 - 100 %. Und Deutschland wird zur Hälfte von solchen Leuten bewohnt.

Wenn ich überlege, wie viele ich schon zu überzeugen versuchte, dass mein 3.0si ohne Probleme unter 10L/100km bewegen lässt und mit Typklasse 14 zumindest in der Haftpflicht eine niedrigere Versicherungseinstufung hat, als 80% der VW - Flotte.
 
Hallo,
Oberklasse Wagen sind doch fast nur Firmenfahrzeuge.
Solche Autos werden halt selten gebraucht gekauft. Und auf Grund der relativ hohen Unterhaltungskosten ist die Nachfrage auf dem Gebrauchtwagen Markt relativ gering und somit auch die Preise. Oder glaubt ihr wer in der Position ist so ein Auto als Firmenwagen zu fahren gibt sich mit einem gebrauchten zufrieden??
Wer sich so ein Auto neu kauft weiß was er da an Geld verbrennt.
 
Das war doch wirklich schon immer so!

Das Klientel, welches sich solch ein Fahrzeug privat, egal ob neu oder gebraucht, im Unterhalt leisten kann und
auch will, ist doch sehr begrenzt.

Klar würde man einen guten 7er, A8, etc. für das Geld eines jungen A4 oder Passat bekommen.
Aber Spritverbrauch, Versicherung, Steuer usw. würde bei so manchen sofort das Budget sprengen.

Deshalb sind die Preise für gebrauchte Oberklasse Fahrzeuge ja auch im Keller!
Hier schlägt einfach das Prinzip der Marktwirschaft wieder zu: Angeobt und Nachfrage!
 
Man hört hier immer nur die Pauschalaussagen über die hohen laufenden Kosten...

Ist denn ein 7er/SKlasse wirklich so viel teurer im Verbrauch, Versicherung, Steuer und Wartung?
 
Ich stell mir gerade vor, was mein Chef so sagt, wenn ich mit einer S-Klasse auf den Parkplatz fahre. Kann mir vorstellen, daß die nächste Gehaltsverhandlung schwierig wird 8-)
 
...Ist denn ein 7er/SKlasse wirklich so viel teurer im Verbrauch, Versicherung, Steuer und Wartung?

Teuer als wer oder was? :w

Verglichen mit der Mittelklasse, also z. B. Mercedes E-Klasse oder BMW 5er, sind die Unterhaltskosten der Ober- und Luxusklasse in aller Regel nicht extrem, aber doch deutlich höher.
 
Klar würde man einen guten 7er, A8, etc. für das Geld eines jungen A4 oder Passat bekommen.
Aber Spritverbrauch, Versicherung, Steuer usw. würde bei so manchen sofort das Budget sprengen.

Teuer als wer oder was? :w

Verglichen mit der Mittelklasse, also z. B. Mercedes E-Klasse oder BMW 5er, sind die Unterhaltskosten der Ober- und Luxusklasse in aller Regel nicht extrem, aber doch deutlich höher.

Darf man fragen, welche Annahmen Ihr zu Grunde gelegt habt??

Ich habe mir mal (nur weil ich gerade Urlaub habe :) ) die Mühe gemacht, folgenden Vergleich zwischen A8 und A4 (!), jeweils 3.0 TDI, durchzurechnen (jeweils jährliche Angaben)

Steuer: gleich
Versicherung: 900 zu 600 Euro (bei relistischen Attributen eines 40jährigen Nutzers bei HUK24)
absoluter Wertverlust: bei einem 8jährigen A8 und 4jährigen A4 gleich
Inspektion: 700 zu 400 Euro (Erfahrungswerte, kein Anspruch auf Richtigkeit)
sonstige Wartungskosten (Reifen, Reparaturen): pauschal 1000 zu 500 Euro, bei Einwänden will ich Beweise sehen!
Verbrauch: 0.7l/100km mehr laut spritmonitor.de, macht bei 10.000km und 1,60€ pro Liter dekadente 112€ Mehrkosten.

Insgesamt also 1200 Euro jährliche Mehrkosten. Wenn 100 Euro im Monat sofort mein "Budget sprengten", würde ich mich generell fragen, ob ich besser Bus fahren sollte.

Ich stell mir gerade vor, was mein Chef so sagt, wenn ich mit einer S-Klasse auf den Parkplatz fahre. Kann mir vorstellen, daß die nächste Gehaltsverhandlung schwierig wird 8-)

DAS ist nämlich ein Grund, wieso die Nachfrage so gering ist! Das Argument mit Firmenwagen zieht nicht, weil deren Anteil beim VW Passat auch sehr hoch sein dürfte (immerhin Deutschlands Firmenwagen Nr.1), was der Nachfrage auf dem Gebrauchtwagenmarkt keinen Abbruch tut.
 
Darf man fragen, welche Annahmen Ihr zu Grunde gelegt habt??
...

Beispielsweise die Daten aus unserem Fuhrpark.

In deinen "berechneten" Zahlen fehlen u. A. die Kosten für außerplanmäßige Reparaturen. Es wurde bereits gesagt, dass diese bei der Ober- und Luxusklasse ganz anders ausfallen können.
 
Mehr als der kalkulierbare Unterschied der Fix-, Wartungs- und Betriebsmittelkosten (auch der ADAC kommt bei einem 740i gegenüber einem 330i auf ca. 100€ Mehrkosten/Monat) dürfte manchen Interessenten an einem alten Auto der Oberklasse das kaum abzuschätzende Reparaturkostenrisiko von einem Kauf abhalten. Es kann gutgehen und wesentliche Teile bleiben über die Nutzungsdauer heil, aber ein Automatikgetriebe im Austausch zahlt nicht jeder aus der Portokasse. Allein durch Laufleistung und Alter ist in jedem Fall bei einem 8 Jahre alten Auto mit einen deutlichen Mehraufwand gegenüber einem halb so alten zu rechnen. Dazu kommen neben Fragen der sozialen Akzeptanz (die sicher nicht jeden berühren) ganz simple praktische Erwägungen wie das Format der heimischen Garage.
 
Man hört hier immer nur die Pauschalaussagen über die hohen laufenden Kosten...

Ist denn ein 7er/SKlasse wirklich so viel teurer im Verbrauch, Versicherung, Steuer und Wartung?

Mal ein Beispiel bei einem Porsche Cayenne S, V8 4,5l. Inspektion 1200.- incl 9 Liter Motoröl a 30.-, Bremsen rundherum 2350.-, Batteriewechsel 350.-. DAS kann Mann sich leisten, aber Mann muss es sich auch leisten wollen ;)
 
Beispielsweise die Daten aus unserem Fuhrpark.

In deinen "berechneten" Zahlen fehlen u. A. die Kosten für außerplanmäßige Reparaturen. Es wurde bereits gesagt, dass diese bei der Ober- und Luxusklasse ganz anders ausfallen können.

Erstens habe ich sehr wohl die Reparaturkosten berücksichtigt (unter sonsitgen Wartungskosten). Zweitens: wieso "u.A."? Was habe ich denn vergessen? Parkknöllchen?

Und zu guter Letzt: Ich will nicht die Repräsentativität Eures Fuhrparks (wer auch immer Ihr seid) in Frage stellen, aber kannst Du bitte mit konkreten Zahlen argumentieren? Inwieweit hilft die Aussage "Reparaturen ... bei der Ober- und Luxusklasse GANZ ANDERS ausfallen KÖNNEN..."?
Eine Aussage der Art "Ein A8 kostet im Durchschnitt 1000 Euro jährlich mehr an außerplanmäßigen Reparaturen, als ein gleich motorisierter A4" wäre hingegen hilfreich.

Ausreißer, wie kapitale Motor- und Getriebeschäden, kann man in der Tat schwer in die Kalkulation einbeziehen, daher habe ich mich bewusst auf gleich motorisierte Fahrzeuge der des gleichen Herstellers beschränkt. So sollte das Risiko zumindest ähnlich hoch sein.

Von Luxusklasse (darunter fällt bei mir RR, Bentley, Ferrari und Konsorten) war eh nie die Rede.

Mich interessiert das Thema offensichtlich auch, deswegen habe ich mich auf dieses Thread sehr gefreut. Aber wem ist bitte schön mit "kann gutgehen", "deutlichem Mehraufwand" geholfen?

Und glaubt mir, ich erhebe hier keinen Anspruch auf die Richtigkeit meiner Zahlen, ganz im Gegenteil würde ich mich freuen, wenn mir einer das Gegenteil bewiese.

Aber ich glaube, wir schweifen jetzt vom Thema ab...
 
...Und zu guter Letzt: Ich will nicht die Repräsentativität Eures Fuhrparks (wer auch immer Ihr seid) in Frage stellen, aber kannst Du bitte mit konkreten Zahlen argumentieren? ...

Nein. ;) Es wurde hier schon hinlänglich erläutert, inwiefern und warum bei Ober- und Luxusklasseautos mit höheren Kosten zu rechnen ist. Wenn du einen anderen Standpunkt vertreten möchtest, dann ist dir das unbenommen. Letztlich muss ohnehin jeder Interessent seine eigene Kalkulation machen. Allgemeine Berechnungen bringen da eher wenig.
 
Verglichen werden schon Fahrzeuge eines Herstellers. Allerdings ein relativ neues "kleines" mit einen älteren großen Auto zum jeweils gleichen Preis. Da ist ohne Zweifel das ältere Auto reparaturanfälliger. Fahrwerkslager, Abgasablagen (auch solche aus "Edelstahl") haben eine begrenzte Lebensdauer. Auch die oft sehr hohe Laufleistung der Schnäppchen sollte ins Kalkül gezogen werden. Vieles ist zwar auf "Lifetime" ausgelegt, aber das ist nicht ewig sondern irgend etwas zwischen 150 und 200Tkm. Schon ist bei ATG doch ein Ölwechsel fällig. Dem gut situierten Privatier, der wenig fährt, kann wohl egal sein. Wenn zu den vielleicht 150.000km beim Kauf jedes Jahr noch einmal 30-40Tkm hinzu kommen, sieht sie Sache anders aus (wie auch die Differenz der Betriebskosten, die im ADAC-Beispiel auf relativ geringen 15.000km Jahresfahrleistung beruhen).
 
Ich habe gerade einige alte Rechnungen rausgekramt, muß ich mal entsorgen...

E38, 740D ,im Jahre 2005

Ölservice + Mikrofilter = 421
Ölservice + Scheiben vorne und hinten + Beläge = 1633

E65, 750i, aktuell

Ölservice = 362

was der Zettie kostet wißt ihr selbst
 
Servus!

Nach nun mittlerweile 15 Jahren (ich bin 38) und 18 BMW 7er quer über alle Baureihen mit aktuell 5 Fahrzeugen im Bestand melde ich mich dann auch mal mit echten Erfahrungswerten zu Wort. Vorab: Gebrauchte Oberklasse zu Oberklassepreisen ist nach meiner persönlichen Erfahrung eine Rubrik für Grimm's Märchen. Wenn man Ersatzteilpreise und -Qualität vergleicht, selbst schraubt, sich mit den Autos thematisch und technisch befasst und - wie hier auch - gemeinschaftlich organisiert und austauscht, durchblickt man schnell, dass hier auch nur mit Benzin gefahren wird und man viel Geld sparen kann, wenn man sich nicht den (vermeintlichen Fach-)Werkstätten des Herstellers und Berichten der sog. Fachpresse willenlos aussetzt.

Und noch eine Definition: Billig sind gebrauchte Oberklassefahrzeuge sicher nicht; also einigen wir uns bitte auf den Begriff preiswert. Vor der Anschaffung müssen stets die Fragen im Vordergrund stehen: Was muss das Auto können bzw. wie und wo will ich es nutzen? Wie lange will ich es nutzen? Kann bzw. will ich selbst schrauben? Wer hilft mir bei Problemen? Wie ist die Teileversorgung? Wie hoch ist mein Budget für Anschaffung, monatliche Fixkosten sowie für variable Kosten? Hier hat ein jeder seinen persönlichen Spielraum und Wertevorstellungen. Wer sich mal schnell für 1-2 Jahre ohne fachliche Beratung einen V12 anlacht, der womöglich einen Wartungsstau hat, diesen nur im Kurzstrecken- oder Stadtverkehr fährt und ab und an auf der Bahn auf den Pin drückt, wird damit nicht glücklich werden und sein finanzielles wie emotionales Waterloo erleben!

Ersatzteile sind nicht teurer als bei anderen Autos auch; mitunter sogar recht günstig, weil sich mehr (namhafte) Hersteller auf dem Ersatzteilmarkt tummeln. Die Menge macht höchstens den Unterschied: Mindestens 8,5 Liter Motoröl beim 730d, mal eben 12 gescheite Zündkerzen beim V12, vier Innenraumluftfilter mit Aktivkohle beim E38, 9-11 Liter Getriebeöl beim E65 usw. usw. - Aber alles vertretbare Werte, wenn man die zu bewegende Masse von Fahrzeug, das persönliche Anforderungsprofil und die Nutzungsdauer berücksichtigt. Laufleistungen von über 300 TKM sind auch für Gebrauchtkäufer kein Ausschlusskriterium. Wenn man sich die Mühe macht und den Betriebsstundenzähler im Kombiinstrument ausliest, wird man schnell feststellen, dass die Motoren gegenüber den sog. Wenigfahrern oder Stadtflitschen weniger gelaufen sind. Aber dafür stets in optimalen Betriebstemperaturen mit wenigen Kaltstarts und auf Langstrecke. Anbei eine kleine Aufstellung von Verschleißteilreparaturen und Zurüstungen. Nur Material, Arbeit selbst erledigt:

730d E38 aus 06.2000, aktuell 348 TKM:
LiMa bei 320 TKM, war noch die erste, ca. 180,-- EUR
Getriebeölwechsel bei 330 TKM zu ca. 400,-- EUR
Vorder- und Hinterachse komplett präventiv revidiert bei 280 TKM, ca. 800,-- EUR
Turbolader neu bei 220 TKM, ca. 700,-- EUR
Motorlager ca. 70,-- EUR

750iL E32 aus 03.1992, aktuell 253 TKM:
Bremsen vorne, S+B komplett ca. 320,-- EUR
Kardanwellenmittellager 72,-- EUR
Satz Dunlop SP Sport 560,-- EUR

732iA E23, Baujahr 1984, aktuell 112 TKM:
Bremsen vorne, S+B komplett ca. 180,-- EUR
Mittelschalldämpfer nach 20 Jahren neu, ca. 170,-- EUR
Kofferraumdichtung 32,-- EUR, morgens bestellt, nachmittags geliefert (siehe Baujahr!)

750iL E32 aus 04.1991, aktuell 143 TKM, Auto steht seit 10 Jahren eingelagert
Motorhaube diamantschwarz, ca. 3 qm Blech, Ebay 50,-- EUR
abnehmbare AHK Oris 300,-- EUR

735i E32 Art Car aus 06.1990, aktuell 285 TKM
Klimabedienteil, Ebay ca. 30 EUR
Lederausstattung grau, komplett mit Türpappen 400,-- EUR

Klar könnte man auch "vernünftig" kalkulieren und mit Golf, Passat und Co. mobil sein und emotionsfrei Auto fahren. Aber will man das? Bei 30 TKM jährlich lege ich persönlich viel Wert auf Komfort, Ambiente, Haptik, Optik und eine gewisse Abschottung von "da draußen". Beispiel 730d: Täglich 80 km Arbeitsweg bei 8,3 Litern Diesel sind für mich okay. Dafür werden dann der Po vom Sitz massiert, die Hände vom Lenkrad gewärmt und das Auge von Bi-Color Leder Nappa sowie Erlenholz geschmeichelt. Navi und Telefon sind via Sprachsteuerung bedienbar, den korrekten Abstand zum Vordermann hält das Radar und die Servotronik macht Richtungswechsel zum Kinderspiel. Und man gewöhnt sich an gewisse Selbstverständlichkeiten:

Fahrt ins Wochenende mit 4 Personen plus Gepäck? - Einladen, Abfahrt!
Beheizte und elektrisch verstellbare Sitze für jeden Insassen? - Jawoll!
Vordersitz vorrücken, wenn hinten jemand sitzt? - Ich verstehe die Frage nicht!
Automatik? - Sowieso! - Traktionskontrolle und Steptronic? - Klaro!
Besuch im Baumarkt? - Anhänger bis 2 to dran und ab damit!
Caravan ziehen oder mit Anhänger beim Umzug helfen? - Ist mein Ding!
Auto für Hochzeit benötigt? - Allzeit chic und bereit! Schampus liegt kühl im Barfach.
Winter? - ASC, DSC, zwei Säcke Sand im Kofferraum und Schleppstange für die Fronttriebler, die den Berg nicht hoch kommen.
Verbrauch? - Ein gut gewarteter 12-Zylinder fährt mit/ab 13,5 Litern Normal/Super95. Dafür habe ich dann aber auch das Nonplusultra an Laufkultur.
Wertverlust? - Nach fünf Jahren ist der größte Wertverlust weg, den der Erstbesitzer trägt. Danach verläuft die Kurve wesentlich flacher. E23 und E32 steigen sogar wieder im Wert!

Final noch einmal die klare Ansage: Wenn man nicht selbst schrauben kann oder will, läßt man besser die Finger davon! - Ansonsten kann man mit den dicken Brummern viel Spaß haben und günstig und gediegen durch die Lande reisen. - Wobei der Begriff dicker Brummer relativ ist: Ein 7er vermittelt mir im Innenraum gerade soviel Platz und Geborgenheit, wie ich es von einem Auto erwarte.

Fazit: Luxus ist nicht Überfluss, sondern die Perfektion des Notwendigen!

Freude am Fahren
Alex
 
Inwieweit hilft die Aussage "Reparaturen ... bei der Ober- und Luxusklasse GANZ ANDERS ausfallen KÖNNEN..."?
Eine Aussage der Art "Ein A8 kostet im Durchschnitt 1000 Euro jährlich mehr an außerplanmäßigen Reparaturen, als ein gleich motorisierter A4" wäre hingegen hilfreich.

Auch wenn es nicht an mich gerichtet war, möchte ich Jans Antwort durch folgendes Beispiel unterstreichen.
Wir haben noch immer 2x den E53 X5 in der Familie, 4.8 und 3.0d. Natürlich könnte man nun diskutieren, ob der alte X5 allgemein nicht mehr gehobene Mittelklasse als Oberklasse war... oder ob nur die V8 eine Anwartschaft auf Letztere haben (über den Preis u.a).
Der 3.0d hat 300tkm, 11 Jahre alt, und bis auf eine Reparatur (kein Tausch) am Turbo um die 500€ wirklich nichts, was ich unter "außergewöhnliche Kosten" anführen würde (2 Windschutzscheiben gingen auf die Versicherung). Wurde als Erstbesitz von der ersten Minute an nie gepflegt, dafür aber mißhandelt am laufenden Band, er kennt keine Garage von innen. Auch der angesprochene Auspuff ist noch original bei der Laufleistung, kein Rost an der Karosserie. Durch das standhafte Beispiel motiviert, griff ich dann vor 2 Jahren zum (zweiten) 4.8, den man durchaus als Schnäppchen bezeichnen kann. Halb so alt, keine 100tkm drauf, offensichtlich gut gepflegter Zustand, seriöser Vorbesitz. In 2 Jahren und 30tkm deutlich über 10k in das Auto versenkt, kam alles aus heiterem Himmel und funktionierte davor tadellos, hatte btw aber bis auf eine Kleinigkeit (~1,5k) nichts mit dem Motor zu tun, leichte Rostansätze obendrein sowohl am Auspuff als auch am Unterboden.

Was kann man daraus an konkreten Zahlen ableiten? Nichts.

Was kann man allgemein herausfiltern? Wurde alles schon gesagt. ;)

Außer vllt, daß man natürlich einige der zu reparierenden Dinge ignorieren hätte können und in Zukunft eben nicht mehr nutzen. Mit der Herangehensweise ist es vllt. nicht ganz so schlimm, aber auch ziemlich unwürdig für so ein Auto.

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Der angesprochene 3.0 TDI A8 vs. 3.0 TDI A4 wäre ja eine dieser "Vernunftsentscheidungen", wenn man eine ältere Oberklasse haben möchte.
Natürlich sieht der nicht so belastend aus gg. den A4 und wenn sich die Sonderausstattung im Rahmen hält, umso besser.

Die andere Sache ist aber das mit der Preis-Leistungs-Gier. Normalerweise braucht man in der Klasse bei den 5-Jährigen und darüber auf den Preis eines gepflegten kleinen Diesels nicht einmal 20% draufschlagen und man hat eines der Topmodelle (darf dann auch ein popeliger V8 statt des V12 sein, wenn man nur zum Arbeitsamt und zurück muß). Und da stellt sich dann natürlich die Frage, wieso darf es nicht auch ein bißchen mehr sein... PS/€ oder Wertverlust vom Neupreis. :) Und wieviel Oberklasse hat man gefühlt, wenn man durchschnittlich motorisierten Mittelklassewagen nicht entschweben kann. 200 PS reichen für alles, aber mit 2 Tonnen fühlt sich das nicht mehr souverän an. Die würde ich dann lieber im A4 fahren ehrlich gesagt.

Wenn man das alles mit "ist mir egal, ich will nur im dicken Kastl gleiten und bleibe ansonsten bescheiden" beantworten kann, ist Deine Rechnung sicherlich nicht so verkehrt.
Nimmt man aber die "richtige" Oberklasse her, also mit Motoren und Funktionen, die sie egtl. erst dazu machen, kommt man da nicht hin.

Achja, eben fiel mir noch ein möglicher Grund für die Unbeliebtheit am Gebrauchtmarkt ein:
Vor 20 Jahren war der tatsächlich hohe Benzinverbrauch sicherlich ein entscheidender Faktor, der sich als Mythos bis heute gehalten hat.
Heute verbrauchen auch diese Autos mE durchaus moderat, allerdings ist die Lücke zur Mittelklasse auch deutlich geringer geworden.
E30 und E32, das sind 2 Welten - v.a auch bei der passiven Sicherheit. Wenn man sich in eine heutige satt ausgestattete C- oder gar E-Klasse setzt - ganz ehrlich - was fehlt und bewegt einen dazu, sich den S zu wünschen und dafür das Kostenrisiko in Kauf zu nehmen?

Gruß,
Marius
 
Final noch einmal die klare Ansage: Wenn man nicht selbst schrauben kann oder will, läßt man besser die Finger davon! - Ansonsten kann man mit den dicken Brummern viel Spaß haben und günstig und gediegen durch die Lande reisen. - Wobei der Begriff dicker Brummer relativ ist: Ein 7er vermittelt mir im Innenraum gerade soviel Platz und Geborgenheit, wie ich es von einem Auto erwarte.

Fazit: Luxus ist nicht Überfluss, sondern die Perfektion des Notwendigen!

Freude am Fahren
Alex

Ich denke, gerade diese Aussage ist der springende Punkt. Kann/will man selbst schrauben und mit der Materie befassen, oder nicht?

Ich habe mir z.B. Im Herbst als Winterauto einen 525i mit runtergerocktem Fahrwerk für nen guten Tausender gekauft. Insgesamt habe ich für die unterschiedlichen öle, Kerzen, Filter, Fahrwerksteile, diverse andere kleinigkeiten, einen guten gebrauchten Fahrersitz und einen neuen Satz Winterreifen nen knappen Tausender ausgegeben, so dass ich mittlerweile ca. 2000€ investiert habe.

Dafür habe ich wahnsinnig komfortable, trotzdem sportliche Limousine mit knapp 200 PS, die mit 8-9 Litern fahrbar ist und Stauraum zur Genüge hat. Diesen Winter habe ich damit knappe 15.000km abgespult und hatte meine helle Freude an jedem einzelnen Kilometer.

Wenn ich im Bekanntenkreis sehe, was manche für nen 70 PS Polo hinlegen, wieviel Geld sie bei Inspektionen oder Reparaturen in den (Vertrags)Werkstätten lassen, kann ich mich nur wundern.
Neulich bin ich besagten Polo 500km quer durch Deutschland gerattert, verbraucht hat der auch 9 Liter. Dafür hatte man keinen Platz, es war laut und man kam nicht vom Fleck.

Ich persönlich bin froh, alles selbst machen zu können, verstehe aber auch die Allgemeinheit, die alles machen lässt. Die entsprechende Preisgestaltung von Gebrauchten im Luxusbereich kann ich so durchaus nachvollziehen. Wir hätten sicherlich nicht nur Jaguare und BMWs in der Familiengarage, wenn ich nicht selbst schrauben würde. Bei manchen Kostenvoranschlägen in der Fahrzeugklasse weiß man nicht ob man lachen oder heulen soll. Erst den letzten XJ mit brutalem Wartungsstau (Bremsen rundum, Reifen, große Inspektion, Fahrwerkslager) haben wir einem einem Rentner abgekauft, der sich den Wagen günstig als gebrauchten gegönnt hat und zwei Jahre gefahren hat. Er hatte nen KVA für die anstehenden Arbeiten von Jaguar über mehr als 7000€. Allein für einen Querlenkertausch an der Hinterachse verlangen die dort glatte 1000€. Wenn man sich auskennt, kann man in England zwei entsprechende Gummilager für 90 Pfund kaufen, die in weniger als einer Stunde getauscht sind. Jaguar verkauft hingegen nur komplette querlenker.

Deshalb auch mein Fazit: Es steht und fällt mit den eigenen Schrauberkünsten. Ein Hexenwerk ist das alles nicht, ich bin auch kein KFZler. Wer darüber hinaus das Internet bemüht, findet in entsprechenden Foren zu fast allem irgendwelche Anleitungen, wertvolle Tips und teilweise gute Rabatte bei bestimmten Händlern/Ersatzteillieferanten.

Grüße.

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Jetzt haben wir echte Zahlen von Inspektionen usw. von alten 7ern beim Vertragshändler gehört, die ja scheinbar deutlich über z.B. denen des Z4's liegen.

Dagegen steht die Pflege in Eigenregie wie bei Highliner, wodurch es so billig wird, dass es kaum noch einen Unterschied macht.

Allerdings sind beide Extreme bei mir, und ich denke mal bei den meisten "Schnäppchenjägern" für Oberklassefahrzeuge unrealistisch: die wenigstens Menschen haben erstens Platz und Werkzeug, zweitens Bock: schon alleine den Reifenwechsel schieben ich und meine Bekannten immer Wochen vor uns her. Ebenso unrealistisch finde ich den Fall, ein gebrauchtes "Schnäppchen" im Oberklassemarkt zu machen und anschließend zu einer Vertragswersktatt zu rennen, um dort für eine Inspektion 1/4 des Kaufpreises des Schnäppchens zu zahlen.

Die freie Werkstatt wäre also das, was bei den meisten Käufern einer 10 Jahre alten S-Klasse/ 7er realistisch wäre.

Was mich daher interessiert:

Gehen wir nochmal zum Beispiel A8 3,0 TDI vs. A4 3,0 TDI. Ich nehme mal stark an, dass hier die gleichen Motoren, die gleichen Getriebe, die gleiche Abgasanlage, die gleiche Ölmenge, Kupplung usw. verbaut ist. Wenn man den Generationsunterschied miteinbezieht, wahrscheinlich sogar die gleichen technischen Schmankerl wie Navi, Xenon usw. Wenn der A8 einen Motor- oder Getriebeschaden hat oder zur Inspektion muss, und ich damit zu einer freien Werkstatt gehe: ist das da wirklich teurer als mit dem A4? Oder hauen nur die Vertragswerkstätten bei Oberklasse einen Zuschlag drauf, sodass es scheint, als wären Oberklassefahrzeuge viel teurer?
 
Es ist ja jetzt nicht gerade so, als ob bei einem A8 irgendwelche Ventile aus Gold wären, oder der Motor komplexer wäre als bei einem Mittelklassewagen.
Ausserdem verstehe ich nicht warum hier immer alle gleich über Acht- oder Zehnzylinder reden müssen, wenn wir über Oberklassewagen sprechen.

Wie schon schön gesagt gibt es ja auch einen A8 3.0TDI usw.

Mir würde es bei so einem AUto weniger um den Motor, sondern eher um die Ausstattung und den Komfort für den Preis gehen.
 
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