Die Abschaffung der Arbeit

Jetzt muss ich doch noch mal meine sicherlich irrelevanten 2 cents dazuwerfen...
Vorab: Mein Vater hat sich 1951 mit 16 Jahren als Hilfsheizer auf einem Frachter verdingt, und sich später vom Dreher über Abendschule und harte Arbeit zum Ingenieur hochgearbeitet. Für mich das Beispiel wie man aus eigener Kraft etwas erreichen kann.
Was wäre wohl gewesen, wenn er aus reicher Familie mit guter Bildung gekommen wäre? Wäre er dann mit gleichem Einsatz 3x so reich und damit 3x so erfolgreich gewesen?
Ich habe während des Studiums bis heute Jobs gemacht, die viele wohl nicht einmal kennen - vom Binsenschneiden in der Elbe, Kaffeesäcke schleppen im Hafen bis zu Ölabfüllen und Kurierfahren...und habe sowohl Vollpfosten als auch tolle und integre Menschen dabei angetroffen.
Wenn ich heute unsere Hausmeister sehe, die um 3 Uhr morgens aufstehen um mir und anderen Kollegen die "erfolgreiche" Arbeit überhaupt zu ermöglichen - dann möchte ich zum Einen nicht tauschen - und würde mir zum Anderen wünschen, dass solche Mitarbeiter sowohl respektiert als auch entsprechend bezahlt werden. Um dadurch Wertschätzung zu erfahren und ihre Arbeit mit Stolz erledigen zu können. Denn ich stehe mächtig im """" ohne diese Mitarbeiter. Es gibt immer "solche" und "solche"...

Das Problem heutzutage scheint mir, dass Erfolg und Wertschätzung zu sehr am Geld - respektive generiertem Geld - gemessen werden. Der Kausalzusammenhang, "Viel Geld = wichtiger Mensch" könnte falscher nicht sein. Wenn es einem von uns richtig schlecht geht oder wir blutend im Wrack unseres Autos sitzen, wer ist uns dann mehr Wert - ein Rettungssanitäter oder unser Investmentbanker?

Die wirklich wichtigen Dinge lernen wir leider erst zu schätzen, wenn wir in prekären Situationen sind. Aber die heutige Welt tickt halt anders...Zumindest kann man aber dem eigenen Umfeld mit offeneren Augen entgegentreten. Ist vielleicht ein Anfang.

Nacht,
Ralf
 
Jetzt muss ich doch noch mal meine sicherlich irrelevanten 2 cents dazuwerfen...
Vorab: Mein Vater hat sich 1951 mit 16 Jahren als Hilfsheizer auf einem Frachter verdingt, und sich später vom Dreher über Abendschule und harte Arbeit zum Ingenieur hochgearbeitet. Für mich das Beispiel wie man aus eigener Kraft etwas erreichen kann.
Was wäre wohl gewesen, wenn er aus reicher Familie mit guter Bildung gekommen wäre? Wäre er dann mit gleichem Einsatz 3x so reich und damit 3x so erfolgreich gewesen?
Ich habe während des Studiums bis heute Jobs gemacht, die viele wohl nicht einmal kennen - vom Binsenschneiden in der Elbe, Kaffeesäcke schleppen im Hafen bis zu Ölabfüllen und Kurierfahren...und habe sowohl Vollpfosten als auch tolle und integre Menschen dabei angetroffen.
Wenn ich heute unsere Hausmeister sehe, die um 3 Uhr morgens aufstehen um mir und anderen Kollegen die "erfolgreiche" Arbeit überhaupt zu ermöglichen - dann möchte ich zum Einen nicht tauschen - und würde mir zum Anderen wünschen, dass solche Mitarbeiter sowohl respektiert als auch entsprechend bezahlt werden. Um dadurch Wertschätzung zu erfahren und ihre Arbeit mit Stolz erledigen zu können. Denn ich stehe mächtig im """" ohne diese Mitarbeiter. Es gibt immer "solche" und "solche"...

Das Problem heutzutage scheint mir, dass Erfolg und Wertschätzung zu sehr am Geld - respektive generiertem Geld - gemessen werden. Der Kausalzusammenhang, "Viel Geld = wichtiger Mensch" könnte falscher nicht sein. Wenn es einem von uns richtig schlecht geht oder wir blutend im Wrack unseres Autos sitzen, wer ist uns dann mehr Wert - ein Rettungssanitäter oder unser Investmentbanker?

Die wirklich wichtigen Dinge lernen wir leider erst zu schätzen, wenn wir in prekären Situationen sind. Aber die heutige Welt tickt halt anders...Zumindest kann man aber dem eigenen Umfeld mit offeneren Augen entgegentreten. Ist vielleicht ein Anfang.

Nacht,
Ralf

Sehr schön =).

Ich habe mal vor einiger Zeit eine Diskussion mit mehreren Jura-studenten gehabt. Diese hatten sich sehr herabfallend gegenüber Lokführern geäußert -"assi job, sollen was Anständiges lernen, unnütz , abschaum etc." war schon sehr krass.
Allerdings haben sie dann ziemlich blöd geguckt als ich sie darauf aufmerksam gemacht habe, das sie jeden morgen 40km in die Uni mit der Bahn zurück legten damit sie "was besseres werden können".
Ohne den Lokführer würde sonst keiner zur Uni kommen...

Es ist halt schon so wie du sagst "viel Geld = wichtiger Mensch" - und das ist einfach falsch!
 
wie ich diesen herablassenden Spruch liebe " hättest halt was gescheites gelernt" :rolleyes:
Einige Leute hier sitzen wirklich auf einem sehr hohen Roß.
Von oben herab lässt es sich gut auf die Kleinen spotten.
Diese Sprüche wie "jeder hat es selbst in der Hand etwas aus sich zu machen" ...nenene:O_oo:
Manche Menschen haben eben nicht so viel Glück wie andere, sei es die allein erziehende Mutter, oder der vom Schicksal gefickte Nachbar.
Diese Leute machen oft (nicht immer) schlecht bezahlte Jobs, wo sie von ihren Arbeitgebern maßlos ausgenutzt werden, eben wegen ihrer Notlage.
Aber sie sind auf ihre Arbeit angewiesen um über die Runden zu kommen.
Egal wer das ist, der Busfahrer, der Taxifahrer, die Hebamme, der Kanalarbeiter, die Zahnarzthelferin, der Leiharbeiter, die Putzfrau oder die Kassiererin im Supermarkt.
Letztendlich ist jeder von uns, egal wieviel Geld er verdient und zu welcher Gesellschaftsschicht er gehört, auf genau diese Menschen im Alltag angewiesen!
Und eben weil wir wissen, dass diese Arbeiten nicht gerecht bezahlt werden, und weil wir mit diesen Menschen nicht tauschen möchten, sollten wir Ihnen den nötigen Respekt entgegen bringen! :thumbsup:
Das sollte sich jeder mal vor Augen halten.
Ich persönlich habe vor der Kassiererin im Supermarkt mehr Respekt, als vor meinem Kundenbetreuer in der Bank, oder meinem Versicherungsvertreter.
Umso schicker der Anzug, umso glänzender die Fassade, umso mehr muss man sich meinen Respekt und meine Achtung erst mal verdienen!
mehr habe ich zu dieser ganzen Diskusion auch nicht zusagen.
Peace out!......
 
Eine Kleinigkeit noch zum (opulenten) Frühstück.... - ein Zitat aus dem rl. :4oops:

"...vor 30 Jahren (in Worten "DREISSIG") habe ich einige Monate in der Fabrik gearbeitet. 2 Schichten, weil Frauen damals keine Nachtschicht machen durften. Und habe richtig gut verdient!
Vor 2 Jahren hat eine Freundin von mir in der Fabrik (allerdings eine andere) gearbeitet, nicht wie ich damals den Kram von der Maschine abnehmen und in Kartons packen sondern als Maschinenführerin für 3 Maschinen. 3 Schichten, weil Frauen das inzwischen nicht nur dürfen sondern sogar müssen. Dann habe ich mal mein Gehalt von damals in Euros umgerechnet und musste feststellen, dass ich damals mehr NETTO verdient habe als meine Freundin 28 Jahre später BRUTTO bekommen hat.
Aus lauter Angst, in H4 zu rutschen, machen Arbeitnehmer inzwischen jeden Scheiss mit .... und genau das war auch der Zweck des Ganzen!
Jetzt heulen die Arbeitgeber wegen lächerlichen 8,50 Mindestlohn. Und schämen sich noch nicht mal dafür! Ist ja auch billiger, sich die Arbeitnehmer vom Staat bezahlen zu lassen (siehe Aufstockung) und diese Aufstocker dann auch noch als Schmarotzer zu diffamieren...".
 
wie ich diesen herablassenden Spruch liebe " hättest halt was gescheites gelernt" :rolleyes:
Einige Leute hier sitzen wirklich auf einem sehr hohen Roß.
Von oben herab lässt es sich gut auf die Kleinen spotten.
Diese Sprüche wie "jeder hat es selbst in der Hand etwas aus sich zu machen" ...nenene:O_oo:
Manche Menschen haben eben nicht so viel Glück wie andere, sei es die allein erziehende Mutter, oder der vom Schicksal gefickte Nachbar.
Diese Leute machen oft (nicht immer) schlecht bezahlte Jobs, wo sie von ihren Arbeitgebern maßlos ausgenutzt werden, eben wegen ihrer Notlage.
Aber sie sind auf ihre Arbeit angewiesen um über die Runden zu kommen.
Egal wer das ist, der Busfahrer, der Taxifahrer, die Hebamme, der Kanalarbeiter, die Zahnarzthelferin, der Leiharbeiter, die Putzfrau oder die Kassiererin im Supermarkt.
Letztendlich ist jeder von uns, egal wieviel Geld er verdient und zu welcher Gesellschaftsschicht er gehört, auf genau diese Menschen im Alltag angewiesen!
Und eben weil wir wissen, dass diese Arbeiten nicht gerecht bezahlt werden, und weil wir mit diesen Menschen nicht tauschen möchten, sollten wir Ihnen den nötigen Respekt entgegen bringen! :thumbsup:
Das sollte sich jeder mal vor Augen halten.
Ich persönlich habe vor der Kassiererin im Supermarkt mehr Respekt, als vor meinem Kundenbetreuer in der Bank, oder meinem Versicherungsvertreter.
Umso schicker der Anzug, umso glänzender die Fassade, umso mehr muss man sich meinen Respekt und meine Achtung erst mal verdienen!
mehr habe ich zu dieser ganzen Diskusion auch nicht zusagen.

Peace out!......

:t:t:t:t:t:t


Mit mehr Geld und "künstlich höherem" gesellschaftlichen Status mutiert man nicht automatisch zu einem wertigeren Menschen der Gemeinschaft.
Die "Mein Haus, mein Auto, mein Pferd" Mentalität sagt lediglich darüber etwas aus, was ein Mensch nicht mit ins Grab nehmen kann.
 
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wie ich diesen herablassenden Spruch liebe " hättest halt was gescheites gelernt" :rolleyes:
Einige Leute hier sitzen wirklich auf einem sehr hohen Roß ...

Vielleicht habe ich etwas überlesen, aber ein "hohes Ross" sehe ich hier nicht. Im Gegenteil gibt es doch wohl einen vollständigen Konsens dahingehend, dass auch und insbesondere Menschen wie der/die ...
... Busfahrer, der Taxifahrer, die Hebamme, der Kanalarbeiter, die Zahnarzthelferin, der Leiharbeiter, die Putzfrau oder die Kassiererin im Supermarkt ...
... wichtige Beiträge für unsere Gesellschaft leisten und nicht zuletzt deshalb Respekt verdienen. Dieserhalb kommt mir dein Aufreger doch etwas künstlich daher.

Auch wurde es schon ausdrücklich gesagt, dass es leider so ist, dass nicht jeder Mensch bei der Berufswahl und -ausübung die gleichen Möglichkeiten hat. Bei all dem ging es allerdings vornehmlich um die Frage, inwieweit es gerecht ist, dass manche Menschen in ihrem Beruf deutlich weniger verdienen, als andere Menschen in anderen Berufen. Ebenso wenig ist es eine neue Erkenntnis, dass Geld und Eigentum in unserer Gesellschaft eine sehr - viel? - zu große Rolle spielen.

Wer beides kritisieren und ändern möchte, müsste dafür nur eben auch tragfähige Lösungen anbieten. Oder sich einfach in eines derjenigen Länder orientieren, in denen Beruf und Eigentum eine erheblich geringere Rolle spielen. Ob dort die soziale Gerechtigkeit dann höher ist, steht auf einem anderen Blatt.
 
Zuletzt bearbeitet:
Warum sollte man sich in eines derjenigen Länder orientieren, wo Eigentum und Beruf eine geringere Rolle spielt? Ist es nicht besser erst einmal vor der eigenen Haustüre zu kehren anstatt beim Nachbarn?

Hat was von den frühen Sprüchen unserer westlichen Grundgesetzväter "jaaa, dann geh' doch in den Osten, wirst' schon sehen, was Dich da erwartet" .... das hätten mal jemand im real existierenden Sozialismus zu einem Bürger sagen sollen "ja dann geh in den Westen ....." :d ... bis auf Biermann ist da keiner rausgeflogen :M ...


Soziale Gerechtigkeit setzt Sozialverhalten voraus. Sein Gegenüber als das wahrnehmen, was er auch ohne Kleider wäre: als Mensch, dessen Würde ein schützenswertes Gut ist.

Den Sinn von sozialer Gerechtigkeit trägt jedes Kind von klein auf in sich. Jeder der schon mal mit Kindern gespielt hat, wird es erlebt haben, dass diese recht schnell Spielzeug ranschleppen, anbieten und den anderen daran teilhaben lassen.
Zudem ist Spielen nicht zielgerichtet auf Belohnung von außen. Ein prima Training für das Leben
Das wird denen nur erfolgreich abtrainiert, da die Erfolgserwartungen von außen, wie gute Noten nach Hause bringen. da ist so mancher kl. Scheißer schnell bereit sich diese zur Not zu erschleichen, in dem man die typische Ellenbogenmentalität von außen annimmt.

Gerechtes Verteilen fängt da an, wo man/frau bereit ist etwas zu geben, ohne einen für außen messbaren Gegenwert .... und bezogen auf die Schule, unterstützt man sogar seinen Nachbarn durch "Lösungstipps" während der Klassenarbeit ;) (damit dieser nicht wie der Oberschlumpf mit seinem Misserfolg vom Lehrer vorgeführt werden kann)








Ist Verhütung jetzt Glückssache?&:
 
Es gibt mehrere Arten von gleich und ungleich. Die darf man nicht durcheinanderwerfen.

In der Menschenwürde = "Wert als Mensch" sind wir alle absolut gleich. Der verachtete Kinderschänder ist hier - nicht zuletzt vor dem Gesetz - gleich dem edlen Retter tausender Leben.

In unseren Fähigkeiten - in allen denkbaren Hinsichten - sind wir ungleich, größtenteils nicht selbstverschuldet (genetische Ausstatttung, sozialer Background), aber das spielt hier erstmal keine Rolle. Da es weniger Menschen mit den Fähigkeiten zur Erfüllung fachlich und sozial hochkomplexer Aufgaben gibt, sind diese in der Marktwirtschaft stärker nachgefragt und erhalten eine höhere Vergütung. Andere kommen sehr schlecht weg. Dies hat absolut keinerlei Einschränkung der Menschenwürde zur Folge, auch wenn ein höher Vergüteter sich mehr leisten kann und einen höheren Lebensstandard erreichen - und oft auch mehr Achtung erfährt. Diese Achtung kommt selten direkt durch das verdiente Geld an sich, sondern dadurch dass das Geld signalisiert: der muss was draufhaben. Jedenfalls solange es sich nicht um einen sozial verfemten Job handelt.

Damit kommen wir zum dritten Punkt. Von der sozialen Wertigkeit unserer Tätigkeit her sind wir ebenfalls ungleich. Eine Krankenschwester bekommt hier mehr Achtung als der Betreiber einer Spielhalle. Dieser Aspekt ist aber völlig unabhängig von den anderen. Der Chirurg, der 1000en das Leben rettet, verdient das zigfache der ihm helfenden Krankenschwester, ohne die er gar nicht operieren könnte. Warum das so ist - und zwar völlig richtigerweise - siehe eins weiter oben ;)

Ein Grundirrtum, dem viele hier aufsitzen, ist diese Aspekte zu vermengen.

Wie geht man nun mit der Ungleichheit um? Unsere Gesellschaft als soziale Marktwirtschaft sorgt durch Transferleistungen dafür, dass Menschen in ungünstigerer Lage oder mit schlechten Startbedingungen nicht entsprechend ihrer Lage völlig benachteiligt sind, sondern unterstützt sie in mannigfacher Weise. Dazu nimmt sie den vom Schicksal Bessergestellen ordentlich was von deren Mitteln ab (Steuern, Sozialbeiträge).

Natürlich geht das nur in Grenzen, denn in voller Umsetzung (Kommunismus) hätten wir alle das gleiche Einkommen. Dadurch würden die wichtigen Talente kaum noch sinnvoll eingesetzt, denn der Markt regelt nicht nur, dass sie mehr Vergütung erhalten, sondern auch dass sie sinnvoll eingesetzt werden, nämlich da, wo sie diese Vergütung auch erwirtschaften können. Bei völliger Gleichheit müsste das ein Planstaat regeln, was aber wegen der Komplexität der Wirtschaft nicht gelingen kann. Diese Aspekte und die Motivationsfrage bei zuviel Gleichheit haben die wirtschaftliche Unterlegenheit der sozialistischen Staaten verursacht.

Unser System ist sicher nicht perfekt (Perfektion geht da leider nicht), aber immer noch eines der besten. Das heißt natürlich nicht, dass man nicht schaut, wo man etwas verbessern kann oder wo Verwerfungen drohen.

Eigentlich sollte das jedem klar sein, der im Ethik- und Gesellschaftskundeunterricht seinerzeit etwas aufgepasst hat ;)
 
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Es soll ja auch Frauen geben, die Witwe sind oder vor dem Erzeuger eher geflüchtet sind (physische und psychische Gewalt), wo es nur Zoff gab .... usw.
Der erste Fall ist natürlich wirklich Pech,kommt aber in der Realität eher selten vor. Der zweite Fall ist schon häufiger,aber auch da kann ich die Eltern nicht aus ihrer individuellen Pflicht zur Sorgfalt bei der Partnerwahl entlassen. Mit Glück oder Unglück hat das meiner Ansicht nach eher weniger zu tun.
Niemand bestreitet die Verantwortung der Gesellschaft in Not geratenen Individuen zu helfen oder arbeitenden Menschen ein würdevolles Leben zu ermöglichen,sie kann aber unmöglich sämtliche individuelle Schieflagen gradebügeln,die Selbstverantwortung sollte nach wie vor an erster Stelle stehen.
Meiner Ansicht nach wird hier von Einigen aus einem diffusem Unbehagen heraus mit Vorurteilen nur so um sich geschlagen(Börsenzocker,habgierige Unternehmer,ausgebeutete Lohnarbeiter,etc...)ohne andererseits Lösungsansätze anzubieten oder wenigstens ein tragfähiges Alternativmodell aufzuzeigen.
 
Diese Ressentiments kommen einerseits daher, dass viele die Tätigkeit der Banker, Unternehmer etc. weder hinsichtlich dessen, was diese tun, noch die wertschöpfenden Zusammenhänge verstehen können. Da es aber kein Zauber sein kann, der diese Menschen in diesen Positionen für den Normalbürger unvorstellbare Summen bewegen und verdienen lässt, müssen das also Halbverbrecher sein, die durch Regelverletzungen dahin gekommen sind.

Andererseits bewegt man auf dieser Ebene soviel an Mitteln, dass dann auftretende strukturelle Verwerfungen oder persönliche Verfehlungen gleich hochrelevant sind und - zurecht - durch die Medien gehen, was den entsprechenden Berufsstand als solchen schädigt. Freilich bedienen die Medien die Ressentiments auch als solche gerne - mit Büchern wie "Nieten in Nadelstreifen" lässt sich sehr viel mehr Geld verdienen als mit seriösen Wirtschaftspublikationen.
 
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„Menschen, denen ihr ganzes Leben lang Vorschriften gemacht werden, die von der Schule an die Arbeit weitergereicht werden [...] sind an Hierarchien gewöhnt und psychologisch versklavt.....
...Wenn einmal die Lebenskraft der Menschen durch die Arbeit abgesaugt ist, unterwerfen sie sich sehr wahrscheinlich Hierarchien und Experten in jeder Beziehung...."

"Müssten wir nicht, bei allem, was wir wissen, alles dransetzen, die Gesellschaft völlig anders zu gestalten - so dass sie maximalen Freiraum für alle Menschen eröffnet? Warum lassen wir uns von Arbeit versklaven, einer Sache, die wir überhaupt erst erfunden haben?"

"Die Gesellschaft ist kein Naturgesetz, wir erschaffen und gestalten sie gemeinsam und letztlich steht es uns frei, unser Zusammenleben als Menschen zu organisieren, wie wir es möchten..."

"Es wird also Zeit für ein System, was wirklich den Menschen dient und wirklich unsere Bedürfnisse erfüllt. Stattdessen erfüllen wir aber die Zwänge eines Systems, das niemandem guttut und weder menschlich, noch logisch, noch ökonomisch gesehen irgendeinen Sinn ergibt. Es ist auch unser verdrehter Glaube an die Arbeit, der das möglich macht."
 
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Wie sagte schon Guareschi - der Erfinder von Don Camillo:

Sobald ein Optimist ein Licht erblickt, dass es gar nicht gibt, findet sich ein Pessimist, der es wieder ausbläst.
 
es gibt mittlerweile 6 Seiten mit über 140 Antworten ...
ich hab Vieles gelesen, aber nicht ganz alles ... :oops:

hier einfach mal meine (An)Sicht dazu:

morgen gehts nach 11 freien Tagen und einem ganz tollen Urlaub mit sehr netten Leuten wieder ins Büro ...

ich liebe meine Arbeit, seit ich nach dem Abi damit begonnen habe, immer noch ... :thumbsup:
das Umfeld paßt und somit gibts keinen Grund zum Meckern ...

durch diese Arbeit und das unterbrechungsfreie Ausüben derselben seit wirklich schon zig Jahren konnte ein Umfeld geschaffen werden, das echt lebenswert ist ... :notworthy: ... für mich ist es das, und nicht weil es irgendeinem Standard entspricht, der in den Augen anderer sein müßte ...


ich möchte nichts davon missen und versuche, Arbeit und Freizeit eben so gut es geht unter einen Hut zu bringen ... :) :-)

was soll ich sagen: für mich paßt es perfekt und ich bin jeden Tag dankbar dafür :notworthy:

ich könnte und möchte ohne Arbeit nicht ... NOCH NICHT ...
 
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Wie geht man nun mit der Ungleichheit um? Unsere Gesellschaft als soziale Marktwirtschaft sorgt durch Transferleistungen dafür, dass Menschen in ungünstigerer Lage oder mit schlechten Startbedingungen nicht entsprechend ihrer Lage völlig benachteiligt sind, sondern unterstützt sie in mannigfacher Weise. Dazu nimmt sie den vom Schicksal Bessergestellen ordentlich was von deren Mitteln ab (Steuern, Sozialbeiträge).

Natürlich geht das nur in Grenzen, denn in voller Umsetzung (Kommunismus) hätten wir alle das gleiche Einkommen. Dadurch würden die wichtigen Talente kaum noch sinnvoll eingesetzt, denn der Markt regelt nicht nur, dass sie mehr Vergütung erhalten, sondern auch dass sie sinnvoll eingesetzt werden, nämlich da, wo sie diese Vergütung auch erwirtschaften können. Bei völliger Gleichheit müsste das ein Planstaat regeln, was aber wegen der Komplexität der Wirtschaft nicht gelingen kann. Diese Aspekte und die Motivationsfrage bei zuviel Gleichheit haben die wirtschaftliche Unterlegenheit der sozialistischen Staaten verursacht.
Den Schlechter-Gestellten wird ebenfalls etwas weg genommen.

Und ich glaube nicht, dass irgend jemand erwartet, dass alle das gleiche verdienen, egal was sie für einen Beruf ausüben. Es geht darum, dass man für seine Arbeit gerecht bezahlt wird. Da fragt man sich, was ist jetzt gerecht? Gerecht ist es dann dann, wenn jeder, der arbeitet, seine Grundbedürfnisse vernünftig erfüllen kann, ohne dafür hungern zu müssen. Der sich vielleicht auch mal etwas leisten kann, dafür, dass er so hart arbeitet. Das muss jetzt sicher kein Z4 oder ein Porsche sein. Aber dass man sich trotz 40 Stunden harter Arbeit entscheiden muss, ob man jetzt eine neue Hose kauft und dafür den Rest des Monats nur noch Kartoffeln und Reis isst, oder weiter in der zerschlissenen Hose rum rennen muss, weil man doch lieber vernünftig satt werden möchte. Und da gibt es genug von. Bei mir wars auch mal so. Das ist nicht schön!

Ich glaube nicht, dass der Handwerker, die Zahnarzthelferin oder die OP-Schwester einen Anspruch auf die gleiche Bezahlung, wie bei einem Arzt oder Piloten oder ähnliches erhebt. ;) klar hätte niemand was dagegen. Aber Du kannst doch nicht den Ruf nach Gerechtigkeit so verstehen, dass sie alle gleich bezahlt werden wollen. Das ist nun wirklich ein wenig zu einfach gedacht und hat mit der Wirklichkeit nichts mehr zu zu. ;)
 
... ich liebe meine Arbeit, seit ich nach dem Abi damit begonnen habe, immer noch ... :thumbsup:
das Umfeld paßt und somit gibts keinen Grund zum Meckern ...
ich möchte nichts davon missen und versuche, Arbeit und Freizeit eben so gut es geht unter einen Hut zu bringen ... :) :-)

was soll ich sagen: für mich paßt es perfekt und ich bin jeden Tag dankbar dafür :notworthy: ...

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Was aber nun freilich überhaupt nicht zu der Verteufelung der Arbeit als moderne Sklaverei passt ... sowas aber auch! :D
 
... Das ist nun wirklich ein wenig zu einfach gedacht und hat mit der Wirklichkeit nichts mehr zu tun. ...
Eine gute Einleitung, die hervorragend dazu passt:
... Gerecht ist es dann , wenn jeder, der arbeitet, seine Grundbedürfnisse vernünftig erfüllen kann, ohne dafür hungern zu müssen. ...
Warum sollte es gerecht sein, wenn jede Arbeit für die Erfüllung der - nebenbei gesagt: für jeden Menschen individuell zu bestimmenden - "Grundbedürfnisse" ausreicht? Dass das gerade - für sich genommen - nicht gerecht sein kann, liegt auf der Hand.

Mit dem gleichen einfachen Denken lässt sich auch etwas anderes behaupten: Gerecht ist es, wenn Person A mit dreimal so wertiger (= z. B. "viel", "harter" und/oder "qualifizierter") Arbeit, wie sie Person B verrichtet, auch dreimal so viel verdient, wie Person B. Würde man das so sehen wollen, dann ergäbe sich daraus die einfache Konsequenz, dass nicht jede Arbeit für die Erfüllung der Grundbedürfnisse ausreichen kann, solange der Arbeitsmarkt auch wertige Arbeit mitunter nur sehr "zurückhaltend" belohnt.

Bekanntlich werden im Rahmen des so gerne bemühten Begriffs der sozialen Gerechtigkeit zahllose Ansätze diskutiert. Wer dabei das Prinzip umfassender staatlicher Fürsorge favorisiert, sollte zumindest konstatieren, dass die Deckung der Grundbedürfnisse per staatlicher Hilfe ganz gewiss nicht zu einem gerechten Verhältnis zwischen Arbeitseinsatz und Einkommen führt. Die Sozialschmarotzer unseres Landes können davon auf dem Sofa ihrer staatlich finanzierten Sozialwohnung ein lustiges Liedchen trällern, solange nicht gerade der 50-Zoll-Flachbildschirm allzu laute Töne von sich gibt.
 
:t :t :t
Was aber nun freilich überhaupt nicht zu der Verteufelung der Arbeit als moderne Sklaverei passt ... sowas aber auch! :D

Doch, doch - das passt sehr wohl, sie ist eben eine der gaaaanz wenigen Ausnahmen, die "Glück" gehabt haben ... (wenn ich manche Beiträge hier so lese)

Ich bin zwar eher der Meinung, dass es ihr eigener Verdienst ist, dass sie nun da ist wo sie ist und damit sehr zufrieden ist.

Geht mir ja ähnlich, aber ich hab bestimmt auch einfach nur "Glück" gehabt - undenkbar, selbst für die eigene Situation verantwortlich zu sein. :s

(natürlich gibt es Menschen, die "Pech" gehabt haben, aber in meinen Augen sind das die Einzelfälle und nicht diejenigen, die "Glück" hatten)
 
Nun ja, wo es doch ganze Völker bzw. Glaubensrichtungen gibt, wo das eigene Schicksal auf Glück oder das Wirken fremder Mächte zurückgeführt wird, ist es doch geradezu unvorstellbar, dass wir hier für unser eigenes Tun und mithin für unsere eigenen (Miss-) Erfolge selbst verantwortlich sein könnten. :+ :lipsrseal2
 
Der erste Mensch, der eine Wiese einzäunte und forsch verkündete: "Das ist mein Land!" und Leute fand, die dumm genug waren, es zu glauben, war der eigentliche Begründer der modernen Gesellschaft.
Wie viele Kriege, Verbrechen, Morde, wie viel Elend und Feindschaft wäre der Menschheit erspart geblieben, wenn damals einer beherzt vorgetreten wäre, die Pfähle herausgerissen, den Graben aufgefüllt und allen zugerufen hätte:
"Hört nicht auf die Behauptungen dieses Betrügers! Ihr seid verloren, wenn ihr vergesst, dass die Früchte der Erde allen gehören und die Erde niemandes Besitztum ist!"
(Jean Jacques Rousseau)
 
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