Veränderung der Arbeitswelt/-Bedingungen

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7 Juli 2009
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Hallo zusammen,
Da in einem anderen Thread das Thema 4-Tage Woche sehr interessiert diskutiert wurde und die Arbeitswelt wohl vor großen Veränderungen steht ( zb. Digitalisierung, Grundeinkommen etc)
erlaube ich mir dreist ein neues Thema zu eröffnen.

Gruß
Markus
 
Ich arbeite seit 2018 im Homeoffice, seit März 2020 ausschließlich von zu Hause ohne Dienstreisen. Sofern mein Arbeitgeber ein 4 Tage Modell anbieten würde, entweder mit einer erhöhten Stundenzahl/Tag oder gewissen finanziellen Einbußen, wäre ich dabei.
Ich habe viele Kollegen in den Niederlanden und da sieht man es viel häufiger, dass Mitarbeiter ihre Stundenzahl auf 4 Arbeitstage reduzieren.
 
Meine Frau arbeitet in einem Krankenhaus. Dort werden auch neue Arbeitskräfte angeworben. Meine Frau möchte schon länger einen festen Parkplatz im Hause haben, ohne Erfolg. Die neuen Mitarbeiter werden unter andern mit einen Parkplatz angeworben.
So ist Mitarbeiteranwerbung natürlich auch nicht zielführend. Das vorhandene Personal darf natürlich nicht benachteiligt werden.
Da kommt natürlich schnell die Frage auf, was denn der Arbeitgeber dafür tut, um die vorhandenen Mitarbeiter zu halten.
Für Arbeitgeber keine leichte Aufgabe.
 
Da kommt natürlich schnell die Frage auf, was denn der Arbeitgeber dafür tut, um die vorhandenen Mitarbeiter zu halten.
Wenig bis gar nichts. Wenn denn der Arbeitnehmer nicht selbst tätig wird und dem Vorgesetzen/Chef mal die Lage erklärt.

Bei uns in der Firma sind Leute seit 30 Jahren dabei und die neu eingestellten, frisch von der Schulbank erhalten eine höhere Vergütung, von Anfang 30 Tage Urlaub und nicht erst nach 10 Berufsjahren usw und so fort.
Leider denken sich aber die "alten Knochen" man sei zu alt um ein Risiko bei einer neuen Firma in Kauf zu nehmen und machen nur noch Dienst nach Vorschrift.
30 jähriges Wissen wird dann natürlich auch nicht mehr an die Neuen weitergegeben, warum auch. Die bekommen doch eh alles in den A....h geschoben.

Und unsere hohen Herren und Damen sind zu blöd das zu merken und ignorieren die Alten einfach.... Die nehmen in Kauf das der Betriebsfrieden massiv gestört wird, es eine Zweiklassengesellschaft in einer Abteilung gibt.... Die richten sich selbst zu Grunde.

Von daher würden sich viele überhaupt keine Veränderungen wünschen, ging ja 30 Jahre auch mit 5 Tagen a 9 Stunden.
 
Ich finde Veränderungen der Arbeitswelt und -bedingungen ausgesprochen wichtig und notwendig.
Weil die Welt und die Rahmenbedingungen sich auch ständig verändern.

Die Sache mit dem HomeOffice , da hatte Corona eine extrem beschleunigende Wirkung. Und plötzlich merken viele dass es geht.
Und darüber hinaus werden plötzlich Vorteile des HomeOffice erkannt, z.B. weniger Büroflächenbedarf.

Wo der klassische Mitarbeiter/Angestellte noch ein Problem hat ist die befristete Anstellung, da wird die Festanstellung immer noch bevorzugt, obwohl sie auch nicht wirklich Arbeitsplatzsicherheit bietet.

Die Sache mit dem hohen Alter ist hoch sensibel.
Erstens soll man länger arbeiten (bis 67), gleichzeitig wird es anstrengender durch das Alter,
Zweitens bauen die Alten auf die Werthaltigkeit ihrer Erfahrung, „alte“ Erfahrung blockiert aber ggf. neue Ideen.
Drittens ist das eines dieser schwer lösbaren „magischen Dreiecke“ und das ist möglicherweise, bis wahrscheinlich, nur individuell zu lösen.

In der Firma/Holding, in der ich arbeite, gibt es Unternehmen mit Durchschnittsalter >47
Das kann nicht gut sein für die Zukunft der Firma.

Dass Mitarbeiter unterschiedlich bezahlt werden ist völlig normal, weil die Menschen nicht alle gleich sind.
Gleichmacherei finde ich hochproblematisch.
Wobei ich das sogenannte „Gendergap“ allerdings auch nicht akzeptieren kann.

Einfach lösbar das Thema? Nein!

(zur Einordnung: Ich bin 64, habe sehr coole Projekte in der Firma und tatsächlich immer noch große Gaudi)
 
Zuletzt bearbeitet:
Dass Mitarbeiter unterschiedlich bezahlt werden ist völlig normal, weil die Menschen nicht alle gleich sind.
Das Problem was bei uns ist, dass die Alten ihr Wissen erarbeitet haben, dafür gut entlohnt werden, aber nun die jungen kommen, die noch nichts geleistet haben außer eine Ausbildung und evtl. einen Master/Meiser etc. haben. Genau diese jungen bekommen ein höheres Einstiegsgehalt. Der Alte wird dabei komplett vergessen was das betrifft. Und der Betriebsrat findet das dann auch noch gut :sick::13wallz:
 
Das Problem was bei uns ist, dass die Alten ihr Wissen erarbeitet haben, dafür gut entlohnt werden, aber nun die jungen kommen, die noch nichts geleistet haben außer eine Ausbildung und evtl. einen Master/Meiser etc. haben. Genau diese jungen bekommen ein höheres Einstiegsgehalt. Der Alte wird dabei komplett vergessen was das betrifft. Und der Betriebsrat findet das dann auch noch gut :sick::13wallz:

Das kann ja nur bedeuten dass die Unternehmensführung diesen neuen Mitarbeitern, aus Gründen, einen höheren Wert beimisst als den alten Mitarbeitern.
Kann bedeuten: Die Unternehmensführung denkt nicht nach, oder, das Wissen der Alten ist eben alt und nicht mehr zukunftsorientiert.
Ich denke da gibt es keine pauschale Aussage.
 
Kann aber auch sein, dass man als Geschäftsleitung denkt, die langjährigen Mitarbeiter trauen sich keine Veränderungen mehr zu und schlucken die Kröte und bleiben trotzdem.

Neue Fachkräfte muss man heutzutage umgarnen um sie für das Unternehmen zu gewinnen.
 
Das Thema 4 Tage Woche, welches mich sehr begeistert, ist jedoch auch nicht branchenübergreifend leicht umsetzbar. Es gibt halt Jobs, da kannst du die Arbeit vom fünften Tag nicht oder schlecht auf die 4 Tage verteilen. Somit fällt Umsatz weg.
Ein Arbeiter auf dem Bau könnte, weil auf Langzeitbaustellen arbeitend, jeden Tag länger arbeiten und schafft somit in 4 Tagen soviel wie an 5.
Bei einer Küchenmontage wird das schwieriger. In der Regel hat man Küchen für einen Tag ( kleine,einfache Küchen), 1,5 Tage oder 2 Tage.
Fällt ein Tag weg, steht eine Küche weniger. Selbst wenn man 10 Stunden pro Tag plant, ist eine 1,5 Tages Küche schwer zu schaffen.
Der Unternehmer muß also mehr Leute einstellen um die selbe Anzahl Küchen montieren zu lassen. Ergo Mehrkosten.
Um eine 1,5 Tagesküche an einem Tag montieren zu können gäbe es vielleicht die Möglichkeit, diese am Vortag von einer Spedition anliefern zu lassen. Am Tag drauf kommen die Monteure und montieren. Hätte zudem den Vorteil, dass damit geworben werden könnte, dass ,man als Monteur nicht anliefern muss und somit seine Knochen schont. Nachteil wäre, dass der Kunde evtl 2 Tage Urlaub nehmen muß. Irgendwas ist ja immer.
Dies waren auch meine Gedankenspiele als ich selbstständig war. Anliefern lassen und so größere Küchen an einen Tag schaffen. Jedoch muß auch bedacht werden, dass, wenn ich hätte anliefern lassen, ich auch weniger Geld verdient hätte pro Küche. Das hätte ich mal genau gegenrechnen müssen.
Die Zukunft wird herausfordernd für Arbeitgeber und Arbeitnehmer, aber auch interessant…
 
Ich arbeite seit 2018 im Homeoffice, seit März 2020 ausschließlich von zu Hause ohne Dienstreisen. Sofern mein Arbeitgeber ein 4 Tage Modell anbieten würde, entweder mit einer erhöhten Stundenzahl/Tag oder gewissen finanziellen Einbußen, wäre ich dabei.
Ich habe viele Kollegen in den Niederlanden und da sieht man es viel häufiger, dass Mitarbeiter ihre Stundenzahl auf 4 Arbeitstage reduzieren.
geht mir auch so und unterschreibe ich
 
Wenig bis gar nichts. Wenn denn der Arbeitnehmer nicht selbst tätig wird und dem Vorgesetzen/Chef mal die Lage erklärt.

Bei uns in der Firma sind Leute seit 30 Jahren dabei und die neu eingestellten, frisch von der Schulbank erhalten eine höhere Vergütung, von Anfang 30 Tage Urlaub und nicht erst nach 10 Berufsjahren usw und so fort.
Leider denken sich aber die "alten Knochen" man sei zu alt um ein Risiko bei einer neuen Firma in Kauf zu nehmen und machen nur noch Dienst nach Vorschrift.
30 jähriges Wissen wird dann natürlich auch nicht mehr an die Neuen weitergegeben, warum auch. Die bekommen doch eh alles in den A....h geschoben.

Und unsere hohen Herren und Damen sind zu blöd das zu merken und ignorieren die Alten einfach.... Die nehmen in Kauf das der Betriebsfrieden massiv gestört wird, es eine Zweiklassengesellschaft in einer Abteilung gibt.... Die richten sich selbst zu Grunde.

Von daher würden sich viele überhaupt keine Veränderungen wünschen, ging ja 30 Jahre auch mit 5 Tagen a 9 Stunden.
Ähnliche Situation bei uns (mehr als 1000 MA)...die Neuen bekommen HO angeboten weil man keine Neuen MA sonst mehr bekommt , die Alten wie ich (Vertrieb seit 21 Jahren ) müssen zwangsweise ins Büro ohne einen Sinn dahinter (ich pendle noch dazu 300 km einfach)....da schaltet man einfach innerlich ab und kommt zum Schluss was man schon immer wusste es dankt die lein AG was du in der Vergangenheit geleistet hast....der Alte bekommt ja woanders keinen Job also kann man es mit Ihm machen....und wenn man Nachhaltigkeit anspricht (Fahrstrecke)..keine Antwort und auch mal nach E Auto als Dienst PKW trägt heisst es nein zu teuer in der Anschaffung....und man muss ja sowieso als ATler 60 Std in der Woche leisten weil man bekommt ja AT (so die Einstellung der Chefs)
 
Ich halte von der Viertagewoche nichts. Der Mensch wird auch in diesem reduzierten Setup die Grenzen des Systems antesten und effektiv nur noch 3,5 Tage arbeiten. Die kommende Generation fordert dann die Dreitagewoche. Das Fordern der Viertagewoche darf daher gern als Indikator für unseren Wohlstand angesehen werden denn die Kfz-Zuliefererindustrie, die sich in vornehmlich Ost-/Südeuropa befindet, darf weiter >>40 Std. arbeiten.

Das Thema Home office als neues "Normal" hat sich glücklicherweise nicht überall durchgesetzt. Virtuelle Teams sind eben doch deutlich anders als solche aus Fleisch und Blut. Ein Mix macht es, alles andere ist, wie bei den Antriebstechnologien, Ideologie.

Ich bin nicht ewig im Arbeitsleben aber mir gehts schon auf den Sack, was teilweise vom Arbeitgeber gefordert wird ohne dass man in Leistungsvorschuss gegangen ist, sprich Young Professionals. Die Liberalisierung der Arbeitswelt ist aber nicht mehr aufzuhalten.

Ü55? Die sind in Konzernen weich gebettet. Ab da steigt die Wahrscheinlichkeit, dass man bei einer kommenden Optimierung (so alle 3-5 Jahre) nen goldenen Handschlag bekommt und so kann man einen 150k€ Mitarbeiter durch einen 70k€ Berufsanfänger ersetzen und wie gewohnt weiter machen. Sieht man in der Autoindustrie ganz häufig wenn altgediente Verbrennerkollegen keine Lust haben sich auf neue Technologien umschulen zu lassen und dann den Schleudersitzknopf drücken.

Auf der anderen Seite zeigt sich aber auch, dass viele bis über 70 noch einem Mini-Job nachgehen müssen und auch das Thema liberalisiert wird, weil man sieht, dass das Thema Altersarmut aktuell und die Renten mau sind.
 
Ich halte von der Viertagewoche nichts. Der Mensch wird auch in diesem reduzierten Setup die Grenzen des Systems antesten und effektiv nur noch 3,5 Tage arbeiten. Die kommende Generation fordert dann die Dreitagewoche. Das Fordern der Viertagewoche darf daher gern als Indikator für unseren Wohlstand angesehen werden denn die Kfz-Zuliefererindustrie, die sich in vornehmlich Ost-/Südeuropa befindet, darf weiter >>40 Std. arbeiten.

Das Thema Home office als neues "Normal" hat sich glücklicherweise nicht überall durchgesetzt. Virtuelle Teams sind eben doch deutlich anders als solche aus Fleisch und Blut. Ein Mix macht es, alles andere ist, wie bei den Antriebstechnologien, Ideologie.

Ich bin nicht ewig im Arbeitsleben aber mir gehts schon auf den Sack, was teilweise vom Arbeitgeber gefordert wird ohne dass man in Leistungsvorschuss gegangen ist, sprich Young Professionals. Die Liberalisierung der Arbeitswelt ist aber nicht mehr aufzuhalten.

Ü55? Die sind in Konzernen weich gebettet. Ab da steigt die Wahrscheinlichkeit, dass man bei einer kommenden Optimierung (so alle 3-5 Jahre) nen goldenen Handschlag bekommt und so kann man einen 150k€ Mitarbeiter durch einen 70k€ Berufsanfänger ersetzen und wie gewohnt weiter machen. Sieht man in der Autoindustrie ganz häufig wenn altgediente Verbrennerkollegen keine Lust haben sich auf neue Technologien umschulen zu lassen und dann den Schleudersitzknopf drücken.

Auf der anderen Seite zeigt sich aber auch, dass viele bis über 70 noch einem Mini-Job nachgehen müssen und auch das Thema liberalisiert wird, weil man sieht, dass das Thema Altersarmut aktuell und die Renten mau sind.
Wieso wird er 3,5 Tage arbeiten? Meinst du damit dass aktuell am Freitag nur zur Hälfte gearbeitet wird? Das mag in manchen Fällen zutreffen, jedoch nicht Branchen übergreifend. Am Fließband, in der Möbelmontage wirst du Freitags mit nem halben Tag deine Arbeit nicht schaffen. Da gibt es bestimmt noch viele andere Beispiele. In vielen Jobs ist es eher so, dass geschaut wird, am Freitag keine Überstunden machen zu müssen.
Was mir auch auffällt, ist, dass Ärzte am Freitag nur noch einen halben Tag auf haben. Kompensiert wird das wohl an den anderen 4 Tagen.

Wie gesagt, es ist von Branche zu Branche unterschiedlich. Auch von Firma zu Firma.
Große Firmen werden solche Veränderungen wohl leichter schultern als kleine.
Jedoch bin ich der Meinung, dass es sich rächen wird, wenn man vermeintlich teure Mitarbeiter gegen vermeintlich billigere austauscht. Berufserfahrung ist durch nix zu ersetzen. Das erlebe ich jeden Tag.
Wenn ein Firmeninhaber nur den kurzfristigen Euro sieht, ok. Aber wenn er langfristig plant, sind das Fachwissen und die Erfahrung der älteren Mitarbeiter das höchste Gut.
 
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Ähnliche Situation bei uns (mehr als 1000 MA)...die Neuen bekommen HO angeboten weil man keine Neuen MA sonst mehr bekommt , die Alten wie ich (Vertrieb seit 21 Jahren ) müssen zwangsweise ins Büro ohne einen Sinn dahinter (ich pendle noch dazu 300 km einfach)....da schaltet man einfach innerlich ab und kommt zum Schluss was man schon immer wusste es dankt die lein AG was du in der Vergangenheit geleistet hast....der Alte bekommt ja woanders keinen Job also kann man es mit Ihm machen....und wenn man Nachhaltigkeit anspricht (Fahrstrecke)..keine Antwort und auch mal nach E Auto als Dienst PKW trägt heisst es nein zu teuer in der Anschaffung....und man muss ja sowieso als ATler 60 Std in der Woche leisten weil man bekommt ja AT (so die Einstellung der Chefs)

Was genau hält dich in dieser Firma? Ich hätte da nicht lange zu überlegen.... wenn bestehende Mitarbeiter, die sich jahrzehntelang einbringen und loyal sind schlechter behandelt werden als neue?!? Äh, das geht mir nicht in den Kopf.
 
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Was genau hält dich in dieser Firma? Ich hätte da nicht lange zu überlegen.... wenn bestehende Mitarbeiter, die sich jahrzehntelang einbringen und loyal sind schlechter behandelt werden als neue?!? Äh, das geht mir nicht in den Kopf.
Ich denke das sollte man sich nicht so einfach vorstellen, keine Ahnung wie alt Du bist, ich werde dieses Jahr 56j alt und arbeite seit 1993 im Unternehmen. Vor einigen Jahren wurden wir von einem amerikanischen Unternehmen aufgekauft (vorher waren wir ein Niederländischer Konzern), was bedingt das im Management einige Amerikaner sitzen und es teilweise einfach auch eine andere Kultur gibt die mir nicht immer zusagt.
Nun habe ich mir in 30 Jahren viel Erfahrungen angeeignet, Reputation gewonnen und ähnliches. Ich arbeite seit einigen Jahren nicht mehr als Manager, da ich für mich entschieden habe keine Personalverantwortung mehr übernehmen zu wollen.

Klar kann ich mir jetzt einen neuen Arbeitgeber suchen und würde vielleicht auch finden, aber da bin ich auch erstmal der Neue und muss mir meine Position im Konstrukt neu erarbeiten, vielleicht von einem 30jährigen die Welt neu erklären lassen und natürlich auch ggfls unterordnen. Will ich das, oder mache ich die Faust in der Tasche, genieße weiter meine Privilegien die ich mir über einen langen Zeitraum „erarbeitet“ habe und genieße meine Work/Life Balance bevor ich mir nochmal den ganzen Stress von vorne antue.
 
Das kann ich schon ein Stück weit nachvollziehen. Ich bin fast 40 und arbeite in der IT. Dort ist seit einiger Zeit kein Personal zu finden, hier wird einiges getan um Mitarbeiter zu halten, da die Fluktuation sehr groß geworden ist, vielleicht deshalb auch meine Gelassenheit.
 
Was genau hält dich in dieser Firma? Ich hätte da nicht lange zu überlegen.... wenn bestehende Mitarbeiter, die sich jahrzehntelang einbringen und loyal sind schlechter behandelt werden als neue?!? Äh, das geht mir nicht in den Kopf.
Ist ja auch die Frage ob er dann das gleiche Gehalt wie in seiner jetzigen Firma erhält. In der Regel sind die alten, erfahrenen Sesselpupser recht teuer.

In der neuen Firma greift man da eventuell auf jüngere, günstigere Leute zurück
 
Ist ja auch die Frage ob er dann das gleiche Gehalt wie in seiner jetzigen Firma erhält. In der Regel sind die alten, erfahrenen Sesselpupser recht teuer.

In der neuen Firma greift man da eventuell auf jüngere, günstigere Leute zurück
Bei uns ist das etwas anders geregelt.

Es gab irgendwann einen Schnitt, wo jeder in seine Lohn/Gehaltsgruppe eingruppiert wurde.
Mit dem Betriebsrat hat der Unternehmer dann diese Gruppierung ausgearbeitet (ähnlich ERA). Wer dadurch zu hoch eingestuft war, hat bei Lohn/Gehaltserhöhungen nur die Hälfte (rechnerisch sogar etwas weniger) erhalten und die zu tief eingruppiert waren, haben halbjährlich Sonderzahlungen erhalten, damit alle irgendwann in der gleichen Lohn/Gehaltsstufe stehen. (Für den jeweilen Arbeitsbereich natürlich).
Da haben nun die gelitten, die vorher persönlich zum Cheff sind und sich mal über Lohn/Gehalt unterhalten haben. Es wurde viele dadurch über Tarif durch diese Einzelverhandlungen bezahlt. Das fand der Betriebsrat falsch und wollte alle über einen Kamm scheren.
Das Problem ist jetzt aber, dass ein Neuer genauso wie ein langjähriger eingestuft wird (Hab ich weiter oben ja schon 2mal geschrieben), obwohl der Neue von tuten und blasen keinen Schimmer hat. Und warum sollte nun der Alte dem Neuen was beibringen? Ich mache es nicht und dieses Jahr werd in 57. Da nochmal zu wechseln? Siehe meine fast identischen Gründe wie @Fazerfahrer

Und bevor jemand fragt. Ja, es haben 2 Kollegen gegen diese Einstufung und die indirekte Lohn/Gehaltskürzung geklagt und leider verloren.
Die oberste Etage und der BR sind glücklich und trinken abends das Feierabend zusammen.
 
Dieser Punkt ist mir jetzt nicht ganz klar. Warum sollte durch gleiches Gehalt die Motivation für Wissenstransfer sinken – oder habe ich das falsch verstanden?
Weil die Alten das Gefühl haben (und nicht nur haben, ist bei manchen auch so), dass ihre ehemaligen Leistungen nicht mehr gewürdigt werden.
Als Chef würde ich jetzt argumentieren: Ist ja richtig, du hast dafür ja schon dein Lohn/Gehalt erhalten. Daher alles richtig gemacht?

Man hat sich ja schließlich seine eigene Wissensdatenbank auch nicht schenken lassen. Und der Neue musste noch nix dafür tun, steigt aber finanziell gleich hoch ein.
Das geht vielen nicht in die Köpfe rein und schürt unzufriedenheit
 
Was genau hält dich in dieser Firma? Ich hätte da nicht lange zu überlegen.... wenn bestehende Mitarbeiter, die sich jahrzehntelang einbringen und loyal sind schlechter behandelt werden als neue?!? Äh, das geht mir nicht in den Kopf.
..ich hab mittlerweile einen Ausstiegsplan.....
genau es ist das Alter was einen Wechsel schwieriger macht (Position, Gehalt, Unsicherheit)...und genau deswegen setzen die Chefs darauf dass man nicht mehr wechselt und machen keine Zugeständnisse im "Altbestand" die jahrelang die Firma aufgebaut und vorwärts gebracht haben, (es sind noch weitere in meinem Alter betroffen (bzw etwas älter und noch länger betriebszugehörig) , 3 sind nun raus und haben Anspruch zusätzlich auf Betriebsrente (die fast bis zu 1800 /Monat geht) , die ich nicht kriege weil mein Vertrag dies nicht mehr vorgesehen hat. Deswegenmuss ich noch etwas bleiben, aber im Kopf steht der Ausstieg. Als LSTKL 1 muss man halt auch länger arbeiten als wie vl Verheiratete, da man ja extrem besteuert wird.
 
Warum sollte ein Arbeitgeber ehemalige Leistungen würdigen?
Man wird bezahlt für die Leistung die man aktuell erbringt.

Oben schrieb jemand von AT die 60h/Woche arbeiten „müssen“.
Das ist nicht geltendes Recht. Die typische max Arbeitszeit von 35-40h pro Woche gilt für Tarifmitarbeiter genauso wie für AT.
Der Unterschied ist das angefallene Überstunden nicht bezahlt werden, das bedeutet ausdrücklich nicht das dauerhaft von der Wochenarbeitszeit abgewichen werden darf.

Betriebsrenten von >1.000 pro Monat sind geradezu ein Luxus und da wäre ich schon eine Weile raus.
Werde mich da mit ca. 400,- begnügen müssen, immer noch 400,- mehr als viele andere bekommen.

Zudem gerade, mit 64, noch eine Gehaltserhöhung bekommen - und das bei einem mittelkonservativen deutschen Familienunternehmen.

Und von wegen Arbeitsplatzwechsel „im Alter“, habe mit 49 zuletzt gewechselt.
Zugegeben mit 50+ wird das, abgesehen von höheren Managementpositionen, schon anspruchsvoll noch mal zu wechseln.

Hat sich schon jemand ausgelassen warum Frauen schlechter bezahlt werden als Männer?
 
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