Hallo aus der Ukraine, Kiew !!!

Hallo zusammen, leider musste ich aus der Ukraine fliehen, mein Zuhause und meine Arbeit verlassen. Jetzt bin ich in einer Flüchtlingsunterkunft in Karlsruhe. Wenn ich mir und meiner Frau eine neue Wohnung und einen neuen Job finde, werde ich auf jeden Fall meinen Z4 abholen und Spaß daran haben, mit euch zu fahren.

Darf ich fragen, warum ihr euch für Karlsruhe entschieden habt? Oder kann man selber nicht entscheiden?
 
Hallo zusammen, leider musste ich aus der Ukraine fliehen, mein Zuhause und meine Arbeit verlassen. Jetzt bin ich in einer Flüchtlingsunterkunft in Karlsruhe. Wenn ich mir und meiner Frau eine neue Wohnung und einen neuen Job finde, werde ich auf jeden Fall meinen Z4 abholen und Spaß daran haben, mit euch zu fahren.
Konntest du als mann einfach so durch die Grenze??
 
Wenn man den täglichen newsletter vom ISW verfolgt, stellt man fest, dass seit dem Scheitern der ukrainischen Sommeroffensive 2023 Russland täglich (!) - kleine - Fortschritte macht. Alles andere ist Wunschdenken. Seit dem 1.1.24 wurde die Frontlinie um die Größe Hamburgs verschoben, ca 880 qkm, nicht eingerechnet der jüngste Vorstoß im Raum Kharkiv.
Und wo gehen wir hin wenn es bei uns brenzlig wird :(
Russland hat nicht mal in Polen irgendwelche Interessen, geschweige denn in Deutschland oder Gibraltar.
 
Gut das ihr wenigstens aus der Mühle rausgekommem seit und du dich nicht irgendwo verheizen lassen musst.
Das macht mich nachdenklich, denn wir hatten eine ähnliche Situation schon einmal vor langer Zeit.
Wenn alle Ukrainer die ihr Land verteidigen können es verlassen gehört es Putin und ich persönlich bin mir nicht sicher ob ihm dieser Sieg reicht. Deutschland halte ich in keiner Form für verteidigungsfähig und dabei denke ich nicht in erster Linie an die Waffen und Ausrüstung. Es ist die Einstellung der meisten Deutschen nicht für eine Verteidigung ihres Landes bereit zu sein. Sich nicht "verheizen" zu lassen. :-(
 
Wo ist das Problem, wenn ein jeder für sich selbst entscheidet, ob er sich für die Landesverteidigung „verheizen“ lassen möchte oder nicht?

Natürlich kann man darüber vortrefflich sinnieren - erst recht, wenn man aus dem „wehrfähigen“ Alter raus ist oder zu sein scheint (hatten wir schließlich auch schon einmal). Aber es bleibt doch letztlich vielfach die (Sinn-) Frage, für was man letztlich seinen Kopf hinhalten soll. Wäre auch nicht das erste Mal in der Geschichte, wenn es aufgrund der Ideologie - oder war es Idiotie und Egomanie - einiger weniger so sein solle.
 
Wo ist das Problem, wenn ein jeder für sich selbst entscheidet, ob er sich für die Landesverteidigung „verheizen“ lassen möchte oder nicht?
Ich z.B. nicht. Ich war 1989 bis 1993 Zeitsoldat bei der Bundeswehr. Damals haben wir nur Krieg „gespielt“ und ich war froh, dass wir keinen Ernstfall hatten.
 
Deutschland halte ich in keiner Form für verteidigungsfähig
Wir sind aber in der NATO und Russland ist dieser haushoch unterlegen. Das kannst du nicht vergleichen. Diese Diskussion artet aber wieder mal aus und missbraucht diesen Thread. Ich freue mich jedenfalls für ihn und uns steht nicht zu darüber zu urteilen, ob sein Verhalten richtig oder falsch ist.
 
Das macht mich nachdenklich, denn wir hatten eine ähnliche Situation schon einmal vor langer Zeit.
Wenn alle Ukrainer die ihr Land verteidigen können es verlassen gehört es Putin und ich persönlich bin mir nicht sicher ob ihm dieser Sieg reicht. Deutschland halte ich in keiner Form für verteidigungsfähig und dabei denke ich nicht in erster Linie an die Waffen und Ausrüstung. Es ist die Einstellung der meisten Deutschen nicht für eine Verteidigung ihres Landes bereit zu sein. Sich nicht "verheizen" zu lassen. :-(
Gut, da du mich zitiert hast antworte ich...obwohl ich nicht groß dazu ausführen wollte. Mal ein paar kleine Beispiele aus meinem Leben....

Eines Tages Anno 1987 saß ich vor zwei (wie ich später aus meiner Stasi-Akte entnehmen konnte) eigens auf mich gebrieften Musterungsoffizieren, die mich eine Stunde lang mit "guter Bulle, böser Bulle" durch den Wolf drehen sollten...der Grund: Ich sollte dazu gebracht werden meine (bereits vor der Musterung bekannte, ich hatte ja auch die schon in der Schule obligatorische "coole" Schießausbildung an der Maschinenpistole verweigert) Entscheidung als "Spatensoldat" (kannst gerne googeln was das war, was das bedeutet hat, wissen nur die, die es getan haben) zu revidieren.
Der "böse Bulle" brüllte mir genau das ins Gesicht was du gerade sagst: "Ist es dieser Staat nicht Wert nicht wert mit der Waffe in der Hand gegen den Klassenfeind (also zB. genau dich! PR4000!!!!) verteidigt zu werden!".
Ich habe gesagt das ich für keinen Menschen (oder Ideologie, das habe ich aber aus Selbstschutz so nicht gesagt...) der mir Befehle erteilt, lerne jemanden anderen, den ich nichtmal kenne, zu erschießen...nur weil dem auch jemand gesagt hat das ich der böse bin und er auf mich zu schießen hat.
Das hatte nichts mit "Systemkritik" zu tun und ich war auch kein Held dem man deshalb heute (weil er aus heutiger "Gewinner" Sicht auf der "richtigen Seite" stand..ich stand auf keiner "Seite") deshalb auf die Schulter klopfen sollte. Ich hätte es heute (wie aus meinem Post ja zu entnehmen) wieder und aus Erfahrung noch überzeugter! von der Entscheidung, getan...bzw. habe mich nach der Wende beim THW verpflichtet um mir weitere Diskussionen zu ersparen.
....für die, die es noch nicht begriffen haben (ist ja schon länger her als manche alt sind...)...ich bin "gelernter DDR Bürger"...

....weiter zurück? Ich hatte einen Opa (gut mehrere) dem lange Jahre erklärt wurde er müße sein Land gegen die Gefahr aus dem Osten verteidigen. Er hat das geglaubt und und ist mit seinen Brüdern freiwillig zu den Waffen gegangen. Eine heutige Generation, von denen keiner! dabei war, erklärt ihn deshalb heute pauschal zum Verbrecher. (...der "Witz"... mein anderer Opa dessen halbe Familie wegen Widerstand im Zuchthaus saß, hatte damit kein Problem. Ich habe sogar gesehen wie er "mental" mit den Hacken geknallt hat, als er die Perspektive vom Hochzeitbild gesehen hatte, auf dem meine Oma nicht die "Lametta-Seite" vom Opa verdeckt hat....)
Hätten seine Befehlshaber gewonnen (wo Gott davor war), wäre er mit der selben Vita ein hochdekorierter Kriegsheld gewesen.
Da er das Glück hatte zu überleben, hat er seinem Sohn und seinen Enkeln genau das gelehrt was er bitter gelernt hat und was ich noch heute vertrete.
Ich werde für keinen Befehshaber dieser Welt Menschen töten!...verurteile aber auch niemanden der anders erzogen wurde und es für sich! anders entscheidet. Ich habe etliche Berufssoldaten die schon im Einsatz standen im Freundeskreis. Einer davon war einer meiner besten Freunde von Kindheit auf, als er noch lebte.

Ich verurteile aber jeden (und genau das passiert dort unten, denen wird keine Wahl gelassen), der andere dazu zwingen will...abgesehen davon das die Moral einer solchen Truppe mieserabel sein dürfte.
Und ich finde es geradezu pervers wenn sich zum Beispiel hier in Deutschland! jemand hin stellt und ernsthaft sinniert ob man die "Verweigerer" nicht zurück schicken sollte, weil sie ja "deutsche Interessen" (ich glaube das habe ich schonmal wo gehört) verteidigen müßten. :eek: :o

Ganz ehrlich? Jeder der solche Sprüche ablässt, sollte sich bei dem Typen der jeden Abend im grünen T-Shirt im Fernsehen referiert und "fordert" melden, sich ein Sturmgewehr geben lassen und mit machen. Jeder bis 60! (wie war das früher mit dem Volkssturm....?) ist dort willkommen!

Die Entscheidung auf irgendjemandes Befehl auf jemanden schießen zu wollen, steht nur jedem persönlich zu...und jemanden dazu zwingen zu wollen und dann was von Freiheit zu referieren...mag jeder selber entscheiden was davon zu halten ist.
Selbst in der totalitären DDR hatte man (zähneknirschend aber es gab sie) vor dem Gesetz die Option bekommen das zu verweigern.
 
Zuletzt bearbeitet:
Wo ist das Problem, wenn ein jeder für sich selbst entscheidet, ob er sich für die Landesverteidigung „verheizen“ lassen möchte oder nicht?
Das ist die deutsche Sicht. In den Strassen von Odessa oder Kherson fahren fensterlose und neutral aussehende Transporter vor und die Schiebetür geht auf. Was folgt ist eine "Musterung" am Bordstein, die innerhalb von zwei Minuten beendet ist. Endstation ist dann ein Schützengraben, in dem man ohne jegliche Ausbildung, ohne klare und realistische Zielsetzung und nur mit einem 6er Pack Wasser für einen ganzen Zug mehrere Tage lang die Birne hinhalten darf.

Letztendlich hört man irgendwann das Summen einer Drohne und dann wirds dunkel und friedlich.
 
Zuletzt bearbeitet:
Das ist die deutsche Sicht.

Das ist keine deutsche Sicht, sondern meine Sicht! Und diese bezog sich nicht auf die Ukraine oder andere Krisen-/Kriegsgebiete, sondern auf den allgemeinen Grundgedanken.

Letztlich haben diese doch alle eines gemein. Ein paar wenige meinen, darüber zu entscheiden, was das Richtige für alle sei und alle anderen sollen das dann gefälligst umsetzen und ihren Kopf hinhalten…

Wie war noch einmal das Sinnbild:
Man stelle sich vor, es ist Krieg und keiner geht hin.
 
Befragung eines Kriegsdienstverweigerers / Franz-Josef Degenhardt

Meine Söhne geb ich nicht / Reinhard Mey

Es ist an der Zeit (Weit in der Champagne) / Hannes Wader

fallen mir ein, wenn es um eine individuelle Entscheidung geht.

Wer sind wir, dass wir hier eine Grundsatzdiskussion führen, wenn jemand für sich (und seine Familie) eine persönliche Entscheidung getroffen hat.

Lange Zeit haben wir dem Threadersteller alles Gute gewünscht, unsere Besorgnis ausgedrückt - und jetzt, wo er für sich eine schwere Entscheidung getroffen hat, fangen wir hier an, das letztlich zu bewerten, indem wir eine Grundsatzdiskussion führen!?
 
Zuletzt bearbeitet:
Wer sind wir, dass wir hier eine Grundsatzdiskussion führen, wenn jemand für sich (und seine Familie) eine persönliche Entscheidung getroffen hat.
Wer sind wir um vor Kriegsende über die wirtschaftlichen Potenziale und Resourcen eines fernen Landes zu spekulieren? :whistle:
 
Zurück
Oben Unten