"Abstürzende Neuwagen.."

Dem Zeitgenossen, dem gestern 60 km/h auf dem Stadtring schon deutlich zu schnell und ein Spurwechsel nach rechts offenbar zu riskant erschienen, hätte ich doch gern mittels Eingriff in den Spurhalteassistenten sanft von der linken Spur geholfen.:b
Da Autos mit einer rein mechanischen Sicherung kaum noch in das Beuteschema finsterer Gestalten passen und übermütige Judendliche heute ein Auto eher hacken als ein mechanisches Schloss knacken können, ist es wohl an der Zeit, sich nach einem alten Schätzchen für die Zukunft umzusehen.:)
Ein Aspekt wurde in dem Artikel nicht erwähnt. Der Ausbau des Autos zu einem rollenden Büro mit Multimediavollausstattung verlangt in der logischen Konsequenz die völlige Entlastung des Fahrers von Aufgaben der Fahrzeuglenkung. Wer sich von den Assistenzsystemen dann der Freude am Fahren beraubt fühlt, kann ja jederzeit zur Beruhigung die Nordschleife virtuell befahren. Da freie Sicht des Fahrers nicht mehr erforderlich ist, bietet sich die ehemaligen Windschutzscheibe als Fullscreen an. Lenkrad und Pedale erhielten damit auch wieder einen gewissen Sinn.
 
Hallo

Da erinnere ich mich an diese Geschichte mit Bill Gates, dessen Aussage zu Autos und der Antwort von dem GM-Boss. Es steht zu befürchten, dass Sachen, wie der sie dort beschrieben hat, irgendwann doch noch auf uns zukommen werden. Sachen wie 'Wollen Sie den Airbag wirklich auslösen?'...

Mit ein Grund, warum ich auch weiterhin Occasionen älteren Baujahres fahren werde. Das, was mein Z3 an Computer hat, genügt völlig.

CU
Peter
 
...Mit ein Grund, warum ich auch weiterhin Occasionen älteren Baujahres fahren werde. Das, was mein Z3 an Computer hat, genügt völlig. ...

Womit dann allerdings eine gewisse Divergenz zwischen deinem Forumsnamen und deiner Einstellung verbleibt. ;)

Alles in allem sind Computer im Auto ja in vielerlei Hinsicht auch sehr angenehm. Wenn sie weiterhin im Großen und Ganzen zuverlässig funktionieren, wie sie es bisher tun, sollte auch zukünftig alles im grünen Bereich bleiben. Man muss Windows X ja nicht unbedingt auf vier Räder stellen. :)
 
Womit dann allerdings eine gewisse Divergenz zwischen deinem Forumsnamen und deiner Einstellung verbleibt.
Das ist die Kurzform von "Robocop 1788". In dieser Zeit waren mechanische Figuren ein sehr beliebtes Spielzeug der besseren Kreise. Wenn die Möglichkeiten der Mechanik erschöpft waren, wurde eben "ein Türke gebaut".
 
Man muss schon gehöriges Vertrauen in die Kompetenz und Eigenverantwortung der Hersteller haben, um auch in Zukunft keine Fremdmanipulation des eigenen Fahrzeugs befürchten zu müssen. Aus Gründen der Produkthaftung und Imageschäden sollte dies auch in deren ureigenstem Interesse liegen. Von daher besteht Hoffnung.
 
.. aus "Freude am Fahren" wird "Freude am Gefahrenwerden" :eek: :o - gräßlich!!!

.... es wird sich eine autofahrende Generation von Assistenzsystem Adminstratoren entwickeln. Wir sind ja schon heute auf dem besten weg dahin. Ich erinnere mich noch, das in den 1970'er jeder halbwegs begabte Autofahrer sein manchmal schleuderndes Gefährt noch einfangen konnte. Heute sind viele schon nicht mehr in der Lage am Berg ohne Assistenzsystem anzufahren. Als nächstes setzt sich der Parkassistent durch, weil niemand mehr wirklich einparken kann. :O Was folgt dann.....

Schöne Aussichten.......
 
....Als nächstes setzt sich der Parkassistent durch, weil niemand mehr wirklich einparken kann. Was folgt dann....
.. diesmal sprichst Du mir "tief aus der Seele"!!!

Genau das wird geschehen! Der "Spurassistent" wird außerdem den Schulterblick verdrängen und die Kameras das "Nach-hinten-schauen"! Bei gleichzeitiger kompletter Überforderung des Fahrers, diese Systeme zu verstehen und zu bedienen! Das Endergebnis ist eben, dass aus aktivem "Fahren" ein passives "Gefahrenwerden" ohne Nachdenken wird.

Und die ersten Effekte scheinen bereits spürbar zu sein. Oder wie interpretiert Ihr die hohe Zahl der Geisterfahrer in der letzten Zeit? Ich kenne keine Zahlen, aber "gefühlsmäßig" gab es das in den 70ern gar nicht. Und in den 80ern sehr selten! Aber warum?

Fehlende Fahrkompetenz, ein streng monoton wachsendes Durchschnittsalter der FahrerInnen, permanentes Abgelenktsein (durch iPod, Handy, Navi usw.) und die damit einhergehende, von mir hier schon oft identifizierte mangelnde Bereitschaft (vielleicht sogar Fähigkeit), für sein Handeln Verantwortung zu übernehmen. Das sind m.E. die Hauptgründe.

Ich bin gespannt, wie lange es noch dauert, bis dass in Gerichtsverhandlungen die Technik zur Verantwortung gezogen wird.

Hatte ich es schon gesagt? Ich "liebe" meinen Morgan! Der hat nicht nur keinerlei Intelligenz, der macht auch immer das und nur das, was ich will. Und man muss sich schon beim Anlassen konzentrieren, damit er überhaupt anspringt. :D

Wünsche Euch ein schönes WE!!! :)

Viele Grüße, Herbert
 
100% Zustimmung, auch zu den eher ironischen aber nicht weniger zutreffenden Äusserungen von 6inline weiter oben.
Bleibt zu hinterfragen ob der Verbraucher, der Gesetzgeber, die Allgemeinheit, die Versicherer oder wer auch immer das will, oder ob die Hersteller einen Bedarf vermuten, der so gar nicht existiert.

Dieses Abgelenktsein vom Fahren an sich ist wirklich unübersehbar auch jetzt schon im Alltag. Wir hatten zB hier in der Schweiz im letzten Jahr eine dramatische Zunahme von tödlichen Unfällen auf Fussgängerstreifen, Autofahrer, die ungebremst querende Fussgänger erfasst haben.
Mir geht es ähnlich wie dir in deinem Morgan, wenn ich auf mein Motorrad sitze.
Den Gedanken zu Ende gedacht, wird es einem dann aber himmelangst, wenn man sich einen potentiellen Verkehrsteinehmer vorstellt, der streng nach Navi, mit Spurhalte- und Einparkassistent, dabei multimedial abgelenkt und in seinem Car-office beschäftigt zu gleicher Zeit am gleichen Ort agiert...
 
Der SPON Artikel zur Einleitung des threads gibt zwar eine andere Richtung vor als die bisherige Diskussion, was gar nichts ausmacht, ist aber, obwohl nicht sonderlich tiefschürfend oder toll recherchiert, einem nachdenkenswerten Ansatz auf der Spur.
Mein Auto und ich werden überwacht, ferngelenkt, manipuliert und kriminell attackiert durch elektronische features, die ich auch noch für teuer Geld selbst erstanden habe. Unter der Vorstellung, damit sicherer, komfortabler, bequemer, besser unterhalten und informiert durch das Weltgeschehen zu fahren.
Ich begebe mich in eine freiwillige Position, in der ich die Kontrolle über mein Tun verliere, ich gebe Daten von mir preis, ich mache auch Verfehlungen überprüfbar...ich leide unter den "Geistern, die ich rief", ich werde auf "orwellsche`Art" meiner Autonomie beraubt.
Für die heutige Generation Facebook ein wahrscheinlich wenig bedrückender Gedanke. Ich persönlich verzichte gern darauf.
 
gefaelltmir.jpg
 
Vor einigen Jahren habe ich bereits das Motorradfahren aufgegeben. Die vielen "Beinahe"-Situationen aufgrund abgelenkter oder planloser Verkehrsteilnehmer haben sich derart gehäuft, dass es mit Blick auf meine Familie nicht mehr tragbar war :(
 
.. Der "Spurassistent" wird außerdem den Schulterblick verdrängen und die Kameras das "Nach-hinten-schauen"! ...

.....Und die ersten Effekte scheinen bereits spürbar zu sein. Oder wie interpretiert Ihr die hohe Zahl der Geisterfahrer in der letzten Zeit? Ich kenne keine Zahlen, aber "gefühlsmäßig" gab es das in den 70ern gar nicht. Und in den 80ern sehr selten! Aber warum?

Schulterblick und sonstige Selbstverständlichkeiten (das Blinken beim Spurwechsel gehört direkt dazu), die dem unfallfreien Miteinander auf der Straße dienen, sind offenbar nicht mehr zeitgemäß und kommen bei vielen Fahrern nicht mehr zur Anwendung. Gelegentliche Fehler oder Nachlässigkeiten, von denen niemand frei ist, können durch die anderen Verkehrsteilnehmer meist kompensiert werden. Egoismus oder mit "Coolness" verwechselte Dummheit nicht. Bei der zunehmend Häufung solchen Verhaltens wird das immer schwerer und der Stress nimmt zu. Bei dieser Ausgangslage ist ein Spurassistent aus Sicht der "Experten" natürlich ein Sicherheitsgewinn. Ich fürchte aber, dass eine vielleicht durchaus sinnvolle Technik wieder zu weiterer Nachlässigkeit führt, weil man darauf blind verlässt. Die Grenzen eines ESP oder ABS sind ja auch oft nicht bekannt und verleiten erst zu einer Fahrweise, die die gelbe Lampe zu Blinken bringt (stolze Berichte vom ständigen Fahren im Grenz-, besser Regelbereich, finden sich auch in diesem Forum).

Geisterfahrer waren eigentlich schon immer eine gefähliche Begleiterscheinung der Autobahn. Ich kann natürlich nicht sagen, ob es da eine Zunahme der Fälle, die über eine statistisch zu erwartende Zahl aufgrund der insgesamt gefahrenen Autobahnkilometer hinausgeht, gibt. So ein Eindruck kann natürlich auch dadurch entstehen, dass die heutige Berichterstattung in den Medien überregionaler geworden ist. Vielleicht gibt es aber auch eine Parallele zu sonstigen Amokläufen (egal ob mit Schusswaffen, Äxten oder in Menschenmengen gesteuerten Autos) mit dem Ziel, den eigenen Selbstmord zu einem beachteten Ereignis zu machen. Was ja leider tatsächlich zunimmt und auf eine gefährliche Veränderung in einigen Köpfen hinweist.
 
.. aus "Freude am Fahren" wird "Freude am Gefahrenwerden" :eek: :o - gräßlich!!!

... Schöne Aussichten.......

(... und Weitere).

Freut euch doch einfach, dass wir in einer Zeit leben, in der man das Autofahren noch mehr oder weniger in seiner urtümlichen Form erleben kann. In 30 Jahren wird das nunmal nicht mehr möglich sein. Dann haben wir aber ohnehin ein Alter erreicht, in dem man sich über die eine oder andere Assistenz freut, und dann können wir den armen jungen Menschen, die trostlos in ihren ferngesteuerten Elektroautos sitzen, milde lächelnd von den schönen alten Zeiten erzählen. :)
 
Stellt sich die Frage, ob die das dann als trostlos empfinden. Ich finde schon immer reichlich trostlos, wenn in einem Restaurant ein Paar an einem Tisch sitzt und beide so mit ihrem jeweiligen Smartphone beschäftigt sind, das sie sich nicht mehr unterhalten können. Die sehen aber meist nicht unzufrieden aus. Vielleicht kommunizieren sie ja auch untereinander damit. :(
 
Das ist tatsächlich noch trostloser als der Umstand, dass Menschen gibt, die seit Jahren miteinander ausschließlich über Internet-Foren kommunizieren. :+
 
So etwas soll es auch geben. Immerhin gibt es hier einige User, die, wenn sie sich denn mal treffen, die Fahrpausen ganz gut ohne elektronische Kommunikationshilfsmittel auskommen. :)
 
So etwas soll es auch geben. Immerhin gibt es hier einige User, die, wenn sie sich denn mal treffen, die Fahrpausen ganz gut ohne elektronische Kommunikationshilfsmittel auskommen. :)
Stimmt auffallend.;)
Wir sind hier in der Schweiz auch ein Grüppchen Unverzagter, die sich nicht nur virtuell, sondern auch ganz real zum "roadstern und pässeräubern" treffen. Ein Navi ist noch ganz nett aber eigentlich braucht es nicht mal das. In den Fahrpausen wird sogar richtig miteinander gesprochen und gelacht.
 
...Ich fürchte aber, dass eine vielleicht durchaus sinnvolle Technik wieder zu weiterer Nachlässigkeit führt, weil man darauf blind verlässt. ...
.. genau so ist ist.

Und jeder hier überprüfe sich hin und wieder selbst bzgl. dieser Fragen!! Ich merke es jedenfalls auch an mir bzw. meinem Verhalten. Meine Limo habe ich schon 2x an irgendwelche Steine "gesetzt", weil ich mich auf das (sorry: saublöde!) PDC verlassen habe, meinen Zetti noch nie - der hat das nämlich nicht.

In 30 Jahren? Wow, ich wage es kaum, daran zu denken! BTW: Will jemand meinen Moggi übernehmen? Der wäre dann schon 63 Jahre alt. :D
 
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