"Abstürzende Neuwagen.."

Habe für meinen neuen daily driver X1 25d das Navi pro samt aller weiteren gimmicks im sog. connectivity-Paket und PDC vo/hi. geordert. Auf jegliche Fahrassistenzsysteme hab ich verzichtet.
Mein Zetti hat auch das alles, da vom Vorgänger so geordert. Sein Nachfolger wird eine puristische Fahrmaschine.

Alltag und Freizeit versuche ich so zu trennen: Zielführung und Erreichbarkeit und ein paar Annehmlichkeiten die mich nicht ablenken einerseits und das möglichst ungefilterte Vergnügen andererseits.
 
Spannendes Thema Dieter, guter Thread:t

Ich bin bei dem Thema hin und her gerissen, da ich selber gerne das eine oder andere Helferlein bestelle und auch bewusst als Ausstattungsmerkmal ausgewählt habe.

Natürlich helfen diese Assistenten und machen uns ein Stück weit abhängig. Aber das ist doch auch allgemein bei anderen elektronischen Hilfsmitteln so, die wir doch alle tagtäglich im Gebrauch haben.

Ich kann mich erinnern als es noch keine Handys gab hatte ich immer Groschen dabei für die gute alte stinkende Telefonzelle und die wichtigsten zehn Rufnummern im Kopf. Heute merke ich mir keine mehr, warum auch ist ja alles gespeichert. Doof nur wenn das Mobil mal aussteigt und du von einem Fremdgerät telefonieren musst. Ist mir im Sommer passiert und mir sind peinlicher weise so gut wie keine Rufnummern mehr eingefallen, war schon bezeichnend…

Dasselbe passierte mir auch mit dem NAVI. Hatte letztens ein Leihauto bei dem die Navi DVD fehlte und musste zu einem Termin, ohne Karte, ohne das ich zuvor schon mal da war und ohne sonderliche Ortskenntnisse. Da kommt mir dann das GPS vom Handy vor wie das Paradies, ohne wäre ich aufgeschmissen gewesen. Versucht doch nur mal eine normale simple Strassenkarte zu kaufen, die gab es früher an jeder Tanke…

Ich denke Assistenzsysteme nützen und ja sie machen auch abhängig.
Glücklicherweise nehmen Sie uns aber das Entscheiden und Denken noch nicht vollständig ab.
Schaut mal auf Youtube wie viele Parkvideos es gibt von Damen und Herren die trotz PDC und anderen Helferlein Fahrmanöver praktizieren die schier unglaublich sind.
Folglich nützen die Assistenten nur bedingt etwas, da diese weder Doofheit noch Unvermögen oder andere Defizite kompensieren können. Was nützt ein PDC oder anderes Parkhilfesystem, wenn man kein Auto fahren kann, oder offensichtlich blind und blöd gleichzeitig ist?
 
Diese Ambivalenz wollte ich mit dem obigen post beschreiben. Man versucht das tägliche (Autofahrer-)Leben, im Beruf und im Privaten möglichst sicher, informiert, erreichbar, organisiert .. zu gestalten und vertraut hierzu auf all die netten gadgets, die einem heutzutage offeriert werden, zusammen mit dem suggerierten Bedürfnis, das alles wirklich zu brauchen. Gleichzeitig begibt man sich in eine Abhängigkeit von diesen elektronischen Helferlein.
Den Einen störts, den Anderen nicht. Bin letztens mit der neuen C-Klasse eines Freundes zum Flughafen gefahren, die hat alle Fahrassistenzsysteme und die auch aktiviert, bin schier wahnsinnig geworden von dem Gepiepse und Geruckele.
Grundsätzlich ist es gut zu wissen, wo man das ganze Gedöns auch abschalten kann und das dann auch ab und an zu praktizieren. Dach auf und einfach drauf losfahren.
 
Teufelszeug! Alles Teufelszeug!
Allerdings sind solche Diskussionen so alt wie das Auto. Und eigentlich nicht einmal auf diesen Bereich beschränkt. Auffallend ist aber, dass dabei die Vorteile in der Regel klar auf der Hand liegen, während die aufgeführten Nachteile dann doch oft weit hergeholt und konstruiert wirken.
Also ich begrüße das ESP in meinem Auto und es entspannt mich zu wissen, das meine Frau nicht beim ersten Fahrfehler in den Acker fliegt.
Wer von Euch rechnet seine Bilanz im Betrieb eigentlich lieber im Kopf aus, damit er nicht das Rechnen verlernt?
Gruß
Frank
 
Diese Woche habe ich mich mal wieder gewundert, dass es nicht noch mehr Auffahrunfälle gibt, so wie auf meinem Weg zur Arbeit bzw. nach Hause teils bei Nebel, teils mit Schnee und unklaren Strassenverhältnissen erstens mit vollen 100 oder 120 und zweitens viel zu dicht am Vordermann gefahren wurde. Ich werde den Verdacht nicht los, dass all die Assistenzsysteme auch dazu führen, dass eine Menge Autofahrer(innen) der sogenannten Risikokompensation anheim fallen. 'Ach, ich hab ja ABS, EPS, Bliblablubb, da macht es nichts, wenn ich zu nah auffahre, das System bremst dann schon rechtzeitig'... Was aber ein grosser Irrglaube ist.

BTW: Der Film 'Robocop' ist eine Satire und nimmt das Thema 'Roboter bzw. Cyborg als Polizist' durchaus kritisch unter die Lupe. Z.B. mit ED209, der trotz wegwerfen des Revolvers den 'Verdächtigen' zu Klump ballert. Es wird unterschwellig die Frage gestellt, ob so ein Szenario wirklich wünschenswert ist. Von daher passt dieser Nickname.

CU
Peter
 
Wer von Euch rechnet seine Bilanz im Betrieb eigentlich lieber im Kopf aus, damit er nicht das Rechnen verlernt?
Gruß
Frank[/quote]
,,,...
Gelöscht ..




sent by zroadster.com app
 
.........
Wer von Euch rechnet seine Bilanz im Betrieb eigentlich lieber im Kopf aus, damit er nicht das Rechnen verlernt?
Gruß
Frank

..... da das offensichtlich auch immer öfter ohne Gehirn und Wissen der Software überlassen wird, geht ordentlich auch was schief und kann letztendlich in der Zahlungsunfähigkeit enden.
Ergo, nicht viel anders als bei den Assistenzsystemen im Auto, da endet das dann eben neben der Straße :s
Man sollte deshalb alle Hilfsmittel verantwortungsbewußt nutzen :idea:
 
Hallo zusammen,

Fahrassistenzsysteme, die der Sicherheit dienen, begrüße ich auf's herzlichste - die komplette Vernetzung des Fahrzeugs finde ich als Technik-Freak natürlich toll.......8-)
Aber sie führt m.E. zur Überforderung des Fahrers, da er mehr Energie benötigt, seine Multimedia- und Kommunikationssysteme im Griff zu haben als das Fahrzeug an und für sich und den Straßenverkehr!
Und die Zahl der Zeitgenossen, die dann meinen, sie könnten jetzt legitimiert nicht mehr auf das achten, was um sie herum passiert, wird noch weiter ansteigen.

Wenn ich Auto fahre, konzentriere ich mich auch darauf (Radio bediene ich blind, Telefon wird nur im Notfall über die FSA bedient) - das hat mich schon oft vor Blechschaden oder Schlimmerem bewahrt, denn ein Großteil der Verkehrsteilnehmer konzentriert sich lieber auf
  • telefonieren mit dem Handy am Ohr oder vor dem Gesicht,
  • mobiles Navi bedienen, das leider viel zu weit rechts an der Windschutzscheibe klebt,
  • WhatsApp-Schreiben,
  • Schminken,
  • sich mit dem Nachwuchs auf der Rückbank unterhalten (natürlich von Angesicht zu Angesicht - man sieht sich doch an beim Sprechen),
  • sich mit den anderen Fahrgästen wild gestikulierend auseinandersetzen,
  • Zeitung lesen,
  • die rechte Spur vermeiden, auch wenn sie kilometerlang frei ist,
  • bei 100 m Sicht mit NSL an und 150 km/h auf dem Tacho 20 m hinter dem Vordermann her fahren,
  • usw., usw.
(Anm. der Red.: Die Aufzählung hat keinen Anspruch auf Vollständigkeit, die Reihenfolge stellt keine Wertung dar ;) )

Sehe ich jeden Tag auf dem Weg zur Arbeit und zurück mehrfach........
Viele werden heute schon passiv gefahren, sind sich dessen nur nicht bewusst - vielleicht wird die Sache mit mehr Fahrassistenzsystemen etwas sicherer - die Infotainment-Geschichten nehmen diese Sicherheit dann aber wieder weg.
Es ist gesetzlich verboten, das Handy beim Fahren zu benutzen - aber sich durch komplizierte Menüstrukturen fest eingebauter Infotainment-Systeme zu wühlen und dabei pro Bedienvorgang 100 m blind zurückzulegen ist nicht verboten...:eek: :o

Ich persönlich finde die Entwicklung bezogen auf das reine Autofahren nicht gut - aber die Einwicklung wird sich wohl nicht aufhalten lassen.
 
Ein Klasse Thema was ich für meinen Teil gar nicht schwarz-weiß betrachten kann. Alles hat zwei Seiten und wie ist hier in einer Signatur schön zu lesen: "Die Lösung eines Problems ist ein neues Problem".

Ich kenne den Unterschied zwischen mit/ohne Hilfsmittel, wenn man zu schnell in der Kurve ist, oder eine Notbremsung erforderlich ist. Ich finde auch Entwicklungen wie Multikollisionsbremsen klasse, wenn ich Bedenke, dass meine Freundin mit <5.000km/Jahr mal mit dem Auto unterwegs ist.

Was ich allerdings nicht brauche und auch nicht verstehe, sind W-Lan Hotspots, Touchpads und Riesendisplays direkt in Sichthöhe des Fahrers (siehe A3 und Co.). Das lenkt ab und braucht auch wirklich kein Mensch. Spurhalteassistenten und selbst Tempomaten gehören dazu. Wer sein Bein nicht 3h auf ein Pedal legen kann, sollte sich überlegen, ob er nicht lieber die Füße im ICE hochlegen sollte. Andersrum kann ich nicht verstehen, warum Lenkräder mit FBs immer noch Sonderzubehör, und nicht Zwang.

Eine positive Entwicklung hat das ganze aber schon. Die alten Schätzchen werden weiter deutlich an Wert gewinnen. Mechanik und Vergaser einstellen kann man immer lernen, Softwareprogrammierung udn Reparaturen für 25 Jahre alte Steuergeräte aber nicht. Oder kennt ihr viele Leute, die heute einen Commodore C64 reparieren können? Nein? Dann viel Spaß mit den heutigen, rollenden Plastikcomputern in 30 Jahren...

Viele Grüße
Micha
 
Das Problem ist, dass die Versicherungen und Gerichte vermutlich nur noch auf die Computer schauen würden. Die Versicherungen werden dann zwar mehr Fakten haben, aber bei Bedarf immer ne Teilschuld mitgeben wenn es geht.
 
Es ist immer wieder erschreckend zu sehen, wie einem der Verstand durch diese Geräte entzogen wird. :(

Trotz Navi im Handy und/oder im Auto schau ich vor einer längeren Reise immer noch gerne eine große Übersichtkarte an, um im Fall der Fälle noch einen groben Überblick im Kopf zu haben..


.
 
... ein neuer Fall von Verstands- und Verantwortungsabgabe an die Technik:

http://www.focus.de/panorama/welt/unfaelle-dem-navi-gefolgt-schwerer-unfall_id_3654152.html

Es ist wirklich kaum zu glauben!!!

Grüße, Herbert

....... leider wird das immer mehr Wirklichkeit. Ähnlich ist es mit allen anderen Assistenzsystemen, die sinnvoll eingesetzt, wirklich helfen können.

Das Auto wird es schon richten, warum soll man noch Verantwortung für etwas übernehmen. Wenn dann was passiert ist die Techhnik Schuld.
Ich warte jetzt auf das automatische "Blinkersetzen". Das wäre mal eine echte Innovation anstatt eines "Müdigkeitsassistenten". Schon in der Fahrschule wird heute das Vermeiden vom rechtzeitigen Blinken ausgiebig geübt.
 
Ja so ein Blinkerklicken kann auf Dauer ganz schön nervig sein :(

Vor allem für den, der sein Geld damit verdient:whistle:
 
Als Autofahrer sollte man die Grenzen der Technik schon kennen, das gilt für Navis ebenso wie für Stabilitätssysteme oder Einparkhilfen.
Versagt die Technik, wird sie überfordert oder wird sie falsch interpretiert steht man alleine im Walde und man spricht sehr schnell von Fahrlässigkeit mit entsprechenden Konsequenzen in Rechtssprechung und Versicherungsschutz.

Heutzutage vertraut man aber halt gerne und viel der Technik, für jedes Detail im Leben gibts die passende App. Man fühlt sich sicherer mit den ganzen kleinen Helferlein. Dass man dafür Unsummen bezahlen muss, sich in Abhängigkeit begibt und auch noch überwacht wird, nimmt man wohlwollend, nichtsahnend oder bagatellisierend in Kauf.
Beim nächsten Neuwagenkauf kann man ja mal über die Notwendigkeit von Connectivity und Fahrassistenzsystemen nachdenken. Für die Hersteller sendet man damit wichtige Signale. Das Zeug zu entwickeln ist reizvoll, es überteuert zu verkaufen noch reizvoller. Erst Kunden, die bewusst darauf verzichten, können die Entwicklung einschränken. Um sie Aufzuhalten ist es bereits zu spät.
 
Zuletzt bearbeitet:
... Es ist wirklich kaum zu glauben ...

Das konnte aber nur geschehen, weil der Unfallfahrer den Müdigkeitsassistenten ignoriert, den Spurwechselassistenten überhört, den Abstandstempomaten aus Geiz nicht bestellt und den Notfallbremsassistenten bei seinem Wagen nicht nachgerüstet hat, als dieser auf den Markt kam. Mit anderen Worten: unverantwortliches Verhalten im Straßenverkehr. Da musste ja etwas passieren ... :b

Gruß

Kai
 
Zuletzt bearbeitet:
och naja. Ich saß letzte Woche in einem Peugeot 208 mit vollem Entertainmentumfang.
Ich sage es mal so - eine von Apple designte und strukturierte Oberfläche ist dort auf jeden Fall ein Schritt in Richtung Sicherheit :)
Bunter und animierter geht es wohl kaum. Und wehe man bekommt keine 20 Symbole auf einen Bildschirm, welcher nicht minder 9Zoll hat und Nachts strahlt wie ein Stern
 
Mal sehen, ob BMW dem überhaupt folgt, es gab schon Berichte die das in Frage stellen, weil (im Gegensatz zu Peugeot oder auch Audi oder VW) die BMW Navis eigentlich dem Äpfelchen schon überlegen sind.
 
Es geht ja bereits bei der Lichtautomatik los. Heute früh bei dichtem Nebel war jedes vierte Auto vorne mit kaum sichtbarer Tagfahr-Funzel und hinten unbeleuchtet unterwegs.
Da kommt keiner auf die Idee das Licht manuell anzuschalten :g Die Automatik reagiert sehr oft gar nicht auf schlechte Sichtverhältnisse. Daher kommt diese bei meinen Autos auch nicht zum Einsatz.
 
Zurück
Oben Unten